Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Gratisbeilagen: „Illustrirtes Sonntagsblatt^^ n. „Jllnstrirte lanbwirthschaftliche Veilage^^.
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Bestellungen auf das Hersfelder Kreisblatt, mit den Gratisbeilagen „Jllustrirtes Sonntags- blatt" und „Jllustrirte landwirthschaftliche Beilage" für das I Quartal 1895 werden noch von allen kaiserlichen Postanstalten, §andbriefträqern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Bekanntmachung.
Mit Bezug auf die Allerhöchste Verordnung vom 30. d. MtS., durch welche die beiden Häuser des Landtages der Monarchie auf den 15. Januar k. Js. in die Haupt- und Residenzstadt Berlin zusammenberufen worden sind, mache ich hierdurch bekaunt, daß die besondere Benachrichtigung über den Ort und die Zeit der Eröffnungssitzung in dem Bureau des Herrenhauses und in dem Bureau des Hauses der Abgeordneten am 14. Januar k. Js. m^ten Stunden von 8 Uhr früh bis 8 Uhr Adends untiefst 15. Januar k Js. in den Morgenstunden von o Uhr ab offen liegen wird. In diesen Büreaus werden auch die Legitimationskarten zu der Eröffnungssitzung ausgegeben und alle sonst erforderlichen Mittheilungen in Bezug auf dieselben gemacht werden.
Berlin, den 31. Dezember 1894.
Der Minister des Innern.
A. I. 11894!- (gez.) v. Köller.
Hersfeld, den 5. Dezember 1894.
Es wird hierdurch veröffentlicht, daß der Kreisausschuß des hiesigen Kreises in seiner heutigen Sitzung gemäß § 18 des Gesetzes vom 12. März 1881, betreffend die Abwehr und Unterdrückung der Viehseuchen, aus den sachverständigen Eingesessenen des Kreises für das Jahr 1895 folgende als SchiedSmänner zu den SchätzungS- kommissionen heranzuziehende Personen gewählt hat:
1. Oekonom Peter Heil zu Hersfeld.
2. Oekonom Friedrich Friedrich zu Hersfeld.
3. Gutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode.
4. Domainenpächter Freise zu Bingartes.
5. „ Königl. Oberamtmann Oldenburg
zu Wilhelmshof.
6. Domainenpächter Suntheim zu Eichhof.
7. Gutsbesitzer Schwarz zu Unterhaun.
8. Gutsbesitzer Franz Roll zu Meisebach.
9. Gutsbesitzer Ferdinand Roll zu Obergeis.
10 Landwirth Johannes Claus zu Mecklar.
11. Bürgermeister Glebe zu Kohlhausen.
12. Oekonom Philipp Schäfer zu Mengshausen.
13. Oekonom Bezzenberger zu Kirchheim.
14. Oekonom Meister zu BeierSgraben.
15. Oekonom Johannes Jacob Schenk zu Kerspenhausen.
16. Bürgermeister Ruhn zu Asbach.
17. Landwirth Philipp Thiel zu Kruspis.
18. Landwirth George Waitz zu Harnrode.
19. Gutsbesitzer Gerlach zu Rippe.
20. Gutsbesitzer Führer jun. zu Lautenhausen.
21. Gutsbesitzer Hoßbach zu Hof Weisenborn.
22. Gutsbesitzer Gliemeroth zu Wölfershausen.
23. Gastwirth Ruch zu Widdershausen.
24. Gutspächter Otto zu Oberlengsfeld.
25. Landwirth Burghard Singer zu Unterweisenborn.
26. Oekonom Adolph Reinhard zu Unterweisenborn.
27. Ackermann Heinrich Burghard I. zu RanSbach.
28. Gutsbesitzer August Aulepp zu Philippsthal.
29. Schmied Scheer zu Schenklengsfeld.
30. Ackermann Rudolph zu Ausbach.
31. Ackermann Peter Bock zu Conrode.
32. Ackermann Oswald Steinmauer zu Wüstfeld.
Aus der Zahl dieser Personen hat die Ortspolizeibehörde die SchiedSmänner für jeden einzelnen SchätzungS- fall zu ernennen. Die Schätzung erfolgt durch die aus dem beamteten Thierarzte und zwei Schiedsmännern gebildete Kommission, und sind die SchiedSmänner von der Ortspolizeibehörde eidlich zu verpflichten. Dasselbe gilt, wenn an Stelle des beamteten Thierarztes ein nicht beamteter Thierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern derselbe nicht im Allgemeinen als Sachverständiger beeidigt ist.
Die den Schiedsmännern als Ersatz für Reisekosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Verwaltungswege festgesetzt und aus der Staatskasse bestritte».
Die Herren OrtSvorstäude des Kreises haben die vorstehend genannten Personen alsbald von der auf sie gefallenen Wahl, in Kenntnis zu setzen und denselben zu
gleich zu eröffnen, daß sie verpflichtet seien, auf amtliche Requisition erforderlichen Falles an allen Orten des Kreises Abschätzungen vorzunehmen.
I. A. Nr. 2968. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
| Hersfeld, den 4. Januar 1895.
Die Fouragelieferung für die Pferde der dahier stationirten berittenen Gendarmen für das Etatsjahr 1895/96 soll öffentlich verdungen werden.
Termin hierzu habe ich auf
Donnerstag den 17. d. Mts., Vormittags 11 Uhr, in mein Geschäftslokal anberaumt, wozuLieserungs- lustige mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Bekanntmachung der Vedingungen im Termine erfolgt.
J. I. Nr. 58. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz, Geheimer RegierungS-Rath.
Hersfeld, den 2. Januar 1895.
In Gemäßheit des § 25 bezwse. 45 der Deutschen Wehrordnung vom 22. November 1888 haben alle diejenigen Personen männlichen Geschlechts, welche
1. ia dem 3eh"Nitrit v sm 1. Januar 1875 b is einschließlich 31. Dezember 1875 geboren sind,
2 . dieses Alter bereits überschritten, aber sich noch nicht vor einer Ersatz- Behörde zur Musterung bezwse. Aus- tz e b n n g gestellt,
3. sich zwar gestellt, aber über ihr Mili- tairverhältniß noch keine feste Best i m m u n g erhalten haben,
sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar d. I., zur Rekrntirungs-Stammrolle zu melden und dabei die über ihr Alter sprechenden, sowie die etwaigen sonstigen Atteste, welche bereits er- gangene Bestimmungen über ihr Militairverhältniß enthalten, mit zur Stelle zu bringen.
Die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden einschließlich der GutSvorsteher des Kreises haben demgemäß im laufenden Monate folgende Bekanntmachung in ortsüblicher Weise viermal zu erlassen:
„Jeder Militairpflichtige, welchem über seine Dienstpflicht eine endgültige Entscheidung der Ersatz-Be- Hürden noch nicht ertheilt ist, hat sich in der Zeit
(Unbtrecbtijjter Nachdruck verboten.)
Willenlos
Kriminalerzählung von ernst Kror»berg.
(Fortsetzung.)
„Damned, seid kein Schwächling!" schalt er; dann aber, als ihm der Detective deMGrund von Frank's Schwäche mittheilte, nickte er mit dem Kopfe. „Da wollen wir zuerst den Arm einrichten!" entschied er, „das ist das Nöthigste — Ihr mögt mir inzwischen genauen Bericht abstatten, Garnett — ich glaube zwar den ganzen Handel ziemlich zu kennen, möchte ihn aber 'mal aus Eurem Munde hören, Ihr rühmt Euch ja, be- - sonders klug zu sein!"
Dabei lachte er wieder spöttisch; schweigend bückte er sich im nächsten Augenblick und hob den Körper des vor Schmerz ohnmächtig Gewordenen auf. Als ob's ein Federball wäre, trug der Riese die Last des kräftigen jungen Mannes auf einem Arm; dabei hatte er den Bewußtlosen so sanft umfaßt, als ob er sich fürchte, demselben durch die geringste Bewegung wehe zu thun.
Der Portier stieß im selben Augenblicke, als der Alte ihnen den Rücken wandte, um sich in's Nebenzimmer zu begeben, Garnett an.
- „Wie wär's,, wenn wir ihn jetzt über den Haufen stießen?" zischte er.
„Behüte," gab der Detective ebenso leise zurück.
„Smiles ist jetzt unser treuerer Freund, es wäre auch ein Schurkenstreich -"
„Wohl gesprochen!" lachte der Alte zur Bestürzung des Portiers „Es wäre auch gegen Euer Interesse, meine guten Burschen — Ihr würdet ohne mein Zuthun dieses Haus nach den bereits von mir getroffenen Vorrichtungen nicht lebend verlassen können — und nun kommt her und helft mir, den Arm einrichten und noth- dürftig verbinden!"
SechstesKapitel.
Im Herichtszimmer.
Es erwies sich bald, daß der alte Smiles die Ge- schicklichkeit eines Wundarztes besaß; in kurzer Zeit war die schmerzhafte Manipulation des Armeinrichtens bewirkt, der letztere selbst sorgfältig in Kompressen verpackt.
„Es ist kein eigentlicher Armbruch, wohl aber eine schmerzliche Verstauchung," erläuterte Smiles den beiden das dürftige Lager umstehenden Männern. „Für Sie wäre es am Besten, Sie blieben nun still liegen," wendete er sich gleich darauf an Frank, welcher _ eben mit einem schwachen Seufzer die Augen wieder ausschlug und verwirrt um sich blickte.
Aber da schüttelte der junge Mann allsogleich den Kopf und machte Miene, sich von dem Lager zu erheben.
„Sie empfinden starke Schmerzen, nicht wahr?" frug Smiles.
„Das wohl," entgegnete Gardener mit kaum zu unter
drückendem Aechzeu. „Aber was will dieses Bohren im Arm gegen die Seelenmarter bedeuten, welche ich nun schon seit zwei Tagen über mich ergehen lassen muß" — jetzt erst schien ihm die volle Erinnerung an das eben erst Durchlebte zurückzukehren, denn er stieß plötzlich einen kurzen, rasch wieder abbrechenden Ausruf aus. — „Mein Himmel! wir sind unthätig und Elly schwebt in solch gräßlicher Gefahr!"
„Unbesorgt!" schnitt ihm Smiles das Wort ab. „Ohne meinen Willen geschieht in der nassen Sieben keinem Menschen ein Unthätchen! Wir wollen sofort das Nöthige thun, zuvor aber sagen Sie mir, wie Sie darauf kommen, just an die Unsterblichkeit Ihrer Braut zu glauben. Sie sahen den kopflosen Rumpf doch vorhin!" und er deutete dabei nach dem Nebenraume, in welchem die Leiche ruhte.
„Mein Gott, eine abermalige Enttäuschung brächte mir Wahnsinn!" ächzte Gardener, die eine Hand an der Stirn. „Es war doch ihre Stimme, die ich hörte — eine Stimme von solch bestrickendem Liebreiz, o, ich würde sie unter Hunderttausenden heranskennen— nein, nein, ich weiß, daß Ellp lebt und —"
„Gemach!" unterbrach Smiles bedächtig wieder den allzu Lebhaften. „Wenn Sie in solchem Ton fortfahren, werden Sie sicher bald im Wundfieber liegen. Ich werde Ihnen augenblicklich Gewißheit verschaffen, ob es sich um Ihre Braut handelt oder nicht, wir werden uns nach dem Gerichtszimmer gegeben. —"
Er hielt inne, als er ein verstecktes Aufleuchten in