52
M
lä«£s k^^Z-^EK äS ^
Der Gld Faithful (Seite 49-. In Aellow- stone-National-Park, diesem vom Kongreß durch Gesetz Vom 1. März 1872 zur Staatsdomaine Amerikas erklärten herrlichen Fleck Erde, befindet sich auch der Ricsen-Geyser des obern Firchole- Beckens, welchen unser Bild darstellt, der das
Wasser in einer Dicke von 12 Fuß und in der vollsten Entfesselung seiner wilden Kraft etwa 150 Fuß emporwirft. In seiner unmittelbaren Nähe befinden sich noch mehrere bedeutende Geyser. Ehe dies selt- same Naturwunder aufgefunden wurde, hielt mau den großen Geyser auf Island für den bedeutendsten, derselbe trägt aber in Wirklichkeit seine Wasser nur 00 Fuß hoch.
Luch «in fi«b«r.
Ä
Doktor: ,120 PulrschlLge, riefige Blutwallung."
Patient: „Nicht Blutwallung, Herr Doktor, Herzenskummerl Ihre Uhr zeigt gerade 11 Uhr, um diese Zeit gehe ich sonst immer zum Frühschoppen, das regt mich so auf."
r^SammelKörner.
Geschminkte Blumen. Gärtner und Blumenliebhaber mühten sich seit jeher redlich ab, die natürliche Färbung der Blumen abzuändern und so die Farbenpracht der Kinder der Flora noch mannigfaltiger erscheinen zu lassen. Durch Aus- wahl, Zucht und Kreuzung gelangten sie oft zu dem erwünschten Ziel, aber dieses Verfahren erschien unsrer raschlebigen Zeit zu langsam. Man besorgt das jetzt viel einfacher, indem man die Blumen schminkt oder färbt. Eines Tages erschienen in Paris grüne Nelken auf dem Blumenmarkt. Die Natur liefert uns solche Blüten nicht. Man ging darauf der Sache auf den Grund und erfuhr, daß die Nelken allerdings künstlich gefärbt waren, aber so echt,
daß sich die Farbe nicht mehr abwaschen ließ. Wer dieses Kunststück erfunden hat, läßt sich nicht mehr feststellen. Der
Director des chemischen Laboratoriums zu Paris und ein Pariser Blumenmädchen werden als „Erfinder" bezeichnet. Das thut wenig zur Sache, denn das Verfahren ist bekannt geworden und jeder kann es nachmachen. Ein Waschbecken und einige Anilinfarben sind alles, was man hierzu benötigt. Will man grüne Nelken erzielen, so nimmt man weiße Nelken und badet sie in einer Lösung von dem sogenanten „Sulfogrün", nach einiger Zeit sehen sie frisch und grün aus. Violette Camelien erhält man, indem man weiße Blumen in Methylviolett badet. Dabei behalten die Blumen ihre ursprüngliche Frische und ihren Duft. Die Sache macht Aufsehen, weil sie in Paris zur Mode erhoben wurde. In deutschen gärtnerischen Blättern war schon, vor einigen Jahren zu lesen, daß Maiglöckchen, Narcissen und andre weiße Blumen sich zunächst rot ädern und zuletzt ganz rosa färben, wenn man sie mit den Stengeln in eine Lösung von Anilinrot steckt. Nun stellt man Versuche an, ob man lebende Pflanzen zur verschiedenartigen Färbung ihrer Blüten veranlassen kann, wenn man ihnen wäh- rend ihres Wachstums Anilinfarbstoffe zuführt. Dieser Verfahren hat bei einer ganzen Menge von Blumen viel neue Farbenabstufungen geschaffen.
Zehn Regel« für da» praktische Cebetu SomaS Jefferson, der wegen seiner strengen Rechtkett und Pflichttreue bekannte, einstige Präsident der nordamerikanischen Freistaaten, giebt für das praktische Leben die folgenden zehn für jedermann
beherzigenswerten Regeln: 1) Nie verschiebe auf | _ Der Schuh der Bestalln. Ein Brief morgen, was Du heut thun kannst. 2) Nie be- | Schröder-Devrient aus dem Nachlaß der O
mühe andre mit dem, was Du selber thun kannst. 3) Verfüge nie über Dein Geld, bevor Du es hast. 4) Nie kaufe unnütze Sachen, weil sie billig sind. 5) Hochmut ist kostspieliger als Hunger, Durst und Kälte. 6) Wir bereuen nie, wenn wir zu wenig gegessen haben. 7) Nichts ist mühsam, wenn wir es willig thun. 8) Oft haben jene Uebel Kummer und Schmerz verursacht, welche
nicht eintraten. 9) Betrachte alles von der guten Seite. 10) Wenn Du zornig bist, so zähle bis 10, ehe Du sprichst; bist Du aber sehr zornig, so zähle bis 100.
Auch ein Trost. Sonntagsjäger (in einer Ackerfurche einen Hafen erblickend und auf ihn schießend. Nachdem er ihn gefehlt und der Hase in tollen Sprüngen abgeht, sehr zufrieden): „Siehst Du, mein Bursche, Dir habe ich 'mal hörig Angst gemacht!" .
ge-
Airflöfitng der Airfgabe
in voriger Nummer:
Sie, diel
verbal- ja gerade. Fräulein: „Sehen Sie, dieser Gut hier hat Papa mir als Mitgift bestimmt!" Herr (feierlich): „Mein gnädiges Fräulein, habe ich Ihnen nicht vom ersten Tag unsrer Bekanntschaft an versichert . . . daß mir das Gütchen außerordentlich gefällt?!"
Ein Brief der
ber«
Garderobiere des königlichen Hoftheatcrs in Dresden, Fräulein Bertha Heyse, wahrscheinlich aus der Mitte der dreißiger Jahre, lautet der „N. Allg." zufolge: „Herzens-Berthel! Meine Sandalen von der Vestalin sind von gestern her im Theater geblieben. Ich brauche sie _aberju was Närrischen! und was Gutem.
immer vor lachen in den alten Garderobenstuhl, der nächstens zusammenknicken wird, wenn Sie
allen Sie nur
den Jux hören. Eiu Englänl er oder Jrrländer war bei mir, rothaariger Fuchsjäger, pudelnärri- schcr aber bildsaubrer Kauz. Erzählt mir da, er
habe seine Base geliebt, ein „härrliches" Mädchen, er habe sie heiraten wollen und sollen,
da sieht er mich als Bestalln, und fort ist die Liebe für seine Braut. Die weint, ist unglücklich, flucht mir. Aber ich bin „härrlicher" als jene, und er muß die Devrient lieben, die „göttliche" Bestalln. Und was nun? fragte ich belustigt. Ich habe eine Uette gemacht, sagte er, daß ich werde trinken Champagner aus das Schuh von die härrliche Vestalin. Wenn ich die Uette gewonnen, kann es auch sein, daß ich werde kehren zurück zu der untröstliche Base und heiraten ihr. — Ich war guter Laune, zog meinen gestickten Hauspantoffel vom Fuß, reichte ihm den und sagte lachend: Machen Sie die Sache kürzer, hier ist mein warmer Pantoffel, lassen Sie Champagner holen und trinken Sie daraus, dann kann gleich Hochzeit folgen. Er darauf: Nein, auf das Pantoffel habe ich nicht geuettet; auf das Schuh mit Bänder vou der Vesia- lin. Halsstarrig wie ein echter Albionssohn, ging er von der Forderunch nicht ab. Nun in Kuckucks Namen, rief ich, so holen Sie sich die Dinger aus dem Theater I und zog Irwinen Pantoffel wieder au, den der Anbeter mit seinem Kusse beehrt hatte. Und nun, liebes Berthe!, geben Sie ihm die Sandalen, wenn er kommt (Es können auch ein Paar alte fein), und nun wollen wir noch was
Gutes thun. Hier lege ich einen Zettel bei, den muß er unter«
schreiben, ehe die Sandalen ihm ausgeliefert werden, er muß sich darauf verpflichten, die Base zu heiraten, wenn er die Theaterschuhe bekommen hat. Verstehen Sie, Berthel? Lassen Sie ihn ja unterschreiben, und schicken mir dann gleich die Schuldverschreibung. Einen schönsten Gruß, liebstes Berthe!, von Ihrer Wilhelmine Sch.-Devrient." Ein junger Weltweiser. Karich en: „Mama, hast Du dem Papa gesagt, daß ich ein Bicycle haben will?" Mama: „Ja, Papa meint aber, seien nicht reich genug dazu." Karlchen: „Selbstverständlich. Und was thatest Du darauf?" Mama: „O, ich hab' Papa noch lange mit Vorstellungen und Bitten zugesetzt — aber er blieb unerbittlich." Karlchen: „Bitten, Vorstellungen — bah! Wenn Du nur etwas für Dich selb) gewollt hättest, hättest Du ihm sicher etwas vorgeweint und den Papa im Handumdrehen her
wir
umgekriegt."
Frommer Wunsch. Student: „Ach, wenn ich doch jetzt meine Uhr auslösen könnte, dann hätte ich doch wieder etwas zum versetzen."
Auflösungen aus voriger Nummer:
der iwetstlbtge« Ccbarabe: Zweifel; bei »ortspielrLtselt: »f»' legen; des »uchft-benrUsel»: Mahl-, Zahl-, Wahl-Zeit.
Rachdimk au« bem Inhalt b. vl. »erboten.
___Gesetz vom 11./VI. 70.________________
Verantwortlicher Redacteur W. Herrmanu, Berlins
Bedruckt und beraurgegeben von
3irin| * Kahreuhaltz, Berlin 8. 41, Prtnzenftr. 84.