möglichung des Zutrittes der Luft (und etwaiger Des- infektionsmittey in die Poren und feinen Spalten des Strahls geheilt.
gur Hebung der Ziegenzucht.
Bis in den letzten Jahren hatte sich die Ziegenzucht in nur sehr bescheidenem Maße der allgemeinen Fürsorge zu erfreuen gehabt. Für alle unsere anderen, selbst weit weniger wichtigeren Nutztiere, wie für Bienen, Hunde, Hühner und anderes Geflügel, ja selbst für Kaninchen hatte I sich das allgemeine Interesse erwärmt, während die Ziegen, deren Produkte doch für das Wohlergehen eines großen ■ Teiles unserer Bevölkerung von größter Bedeutung sind, unberücksichtigt geblieben waren.
Unsere deutsche Ziege ist daher auch im Allgemeinen ein an Ertragfähigkeit im Verhältnis zu den Ziegen anderer Länder niedrig stehendes Tier. Dies fällt besonders ins Auge, wenn man ihre Ertragfähigkeit mit derjenigen der höchststehenden Schweizer Ziegenrasse vergleicht, von denen ; hauptsächlich die Appenzeller, die Toggenburger, die Saanen- und Freiburger Ziege in Betracht kommen. Während ■ unsere Ziege täglich durchschnittlich nur etwa r/3 Liter Milch giebt, geben jene Schweizer Ziegen nach glaubwürdigen Berichten 3 bis 5 Liter Milch täglich.
Sollte nun auch ein solches Resultat nur bei dem { guten Futter, das die Alpenkräuter bieten, zu erzielen sein, i so kann doch das als zweifellos und durch die bisherigen i Erfahrungen als bewiesen angenommen werden, daß eine ; ganz bedeutende Erhöhung des Milchertrages unserer Ziegen i möglich ist. Hierzu würde ja schon eine bessere Pflege und Haltung, als bislang bei uns üblich ist, beitragen.
Die Hauptsache aber ist, daß die Ziegenhalter sich - an eine planmäßige Ziegenzüchtung gewöhnen und selbst darnach trachten, durch eine geeignete Zuchtwahl die Rasse zu verbessern, wie das bei der Rindvieh- und Pferdehaltung schon das allgemeine Streben ist. Hierzu sind aber vor Allem gute Vatertiere, Böcke, erforderlich, und mit der Anschaffung solcher hat der Landwirtschaftliche Verein in Hameln nunmehr den Anfang gemacht, in der Hoffnung, hierdurch Interesse zu wecken und Ansporn zu weiteren Ankäufen zu geben. Die angekauften Tiere sind reine Schweizer Saanen-Ziegen, jedoch nicht in der Schweiz großgezogen, sondern in Hessen; sie sind daher an das Klima gewöhnt und geben in dieser Beziehung zu keinen Befürchtungen Anlaß.
In der Schweiz selbst sind die Ziegenböcke in letzter Zeit infolge der großen Nachfrage sehr im Preise gestiegen; auch ist bei Bezug von dort mit großer Vorsicht wegen der dort zeitweise unter den Ziegen herrschenden Seuchen zu verfahren. Dagegen empfiehlt es sich, zum Zwecke des Ankaufes von Ziegen sich mit dem Ziegenzuchtverein zu Pfungstadt im Großherzogtum Hessen in Verbindung zu setzen. Dieser Verein hat seit einigen Jahren aus der Schweiz Böcke und Mutterziegen eingeführt und ist daher ' in der Lage, sowohl reine Schweizer-Rassen-Böcke wie aus Kreuzung hervorgegangene zu liefern, i
Uebrigens ist der Landwirtschaftliche Vereins-Vorstand, ■ der vor dem Ankäufe der zum Verkaufe stehenden Tiere erst sehr eingehende Erkundigungen eingezogen hat, bereit, im Interesse der Sache jede Auskunft zu erteilen. Hier Rat und Auskunft einzuholen, dürfte bei beabsichtigten , Kärtsen von Rassetieren sehr zu empfehlen sein.
Auch leiht Herr Tierarzt Körner in Polle, der großes Interesse für die Hebung der Ziegenzucht hat, und sich durch Einführung guter Pfungstädter Ziegen in der Umgegend von Polle bereits großes Verdienst erworben hat, i hierzu seine Mitwirkung in entgegenkommendster Weise, i Welche Bedeutung die Ertragfähigkeit der Ziege für unser - ganzes Volk hat, geht aus folgender Berechnung hervor: i auf dem Reste brütendes Finkenweichen in dem Garten eines Pfarrhauses, weil keine derartige Schutzvorkehrung angewandt war.
Mauer- und Baumlöcher müssen, wo sie in einem Gartenfeld und an den Grenzen einer Flur nicht an sich vorhanden sind, durch aufgehängte künstliche Nistkästen den Meisen, Gartenrotschwänzen, Drehhälsen, nützlichen Ald- sperlingen und Baumläufern ersetzt werden. Weg-Alleen von Obst- oder andem Bäumen müssen Finken, Staaren, Spechten und Meisen, Bastardnachtigallen, Drehhälsen rc. sowohl in den Wipfeln und auf den Aesten, als in Äst- und Stammlöchern willkommene Niststätten bieten. Fluren , dürfen bei ihrer natürlichen Kahlheit hie und da an dazu geeigneten und für sie reservierten Stellen (Wegrändern, Hohlwegböschungen und Rainen, um Steinbrüche und ^els- J Partien herum u. f. f.) dichter, verworrener, möglichst un- iugänglicher, dorniger und stachelranktger Gestrüppe und Buschwerke nicht ganz entbehren. Dann wird es ihnen auch nicht — trotz Vogelfang, italienischem Vogelschießen und umherstreichenden Feldkatzen — an nützlichen Bogeln der Feldes fehlen. „ ..
Die angeblich „zerrissenen Nester" Dr. Bockers, „die eine beredte Sprache führten" und ihn zum förmlichen abendlichen Anstand auf Katzen bewogen, dem in dem Frühjahre etliche zwanzig dieser Tiere zum Opfer fielen, abgesehen von denen, „die sich in gestellten -«uffa fingen" u. s. f., wären in der betreffenden Fabrikumgebung nicht vorgekommen, bezw. nicht nötig geworden, wenn en Flurvögeln in geeigneten, stacheligen Dornhecken und G - strüppen schützende Unterkunft geboten worden wäre.
In Parken, öffentlichen Anlagen und Feldgarten nisten
Gartenarbeiten im Monat August.
August hat in der Regel die Wärme des Juli, doch sind die Gewitter nicht so häufig und die Nächte, besonders gegen Ende des Monats, kühler. Regen ist häufig. Bei den meisten Obstbäumen tritt der zweite Safttrieb ein. Viele Obstsorten und der zeitige Wein reifen; die reifen Sämereien werden nach und nach gesammelt, an luftigen Orten getrocknet und in leinene Säckchen, die aber nie ganz gefüllt fein dürfen, aufgehängt, natürlich bezeichnet man diese mit dem Namen des Samens und des Jahrganges. Kälte schadet dem vollkommen reifen Samen nie.
Pflanzen, die im Winter im Garten bleiben sollen, z. B. Spinat, Schnittkohl, Schnittpetersilie, Kohlrabi, Wirsing, Herbstrüben, Karotten, Blumenkohl, Rapunzen, Wiuterkresse und Winterzwiebeln werden gesäet, jedoch in kein frisch gedüngtes und nicht tief gegrabenes Land. Perennierende Arzneipflanzen, als Dsop, Melisse, Krauseminze, Pfefferminze, Lavendel, Thymian, Baldrian, Pim- pinell rc. vermehrt man durch Wurzelteilung.
Die meisten im Frühling blühenden Perennen können nun umgepflanzt, und auch durch Wurzelteilung, sowie durch Stecklinge vermehrt werden, z. B. Päonien, Aurikel, Primel, Veilchen rc. Man säet Winterlevkojen, die im Lande durchwintert werden. Auch viele Sommerblumen gedeihen am besten, wenn sie Ende August ins Land gesäet werden, z. B. Frauenveilchen, Ritterspornarten. Alle Lilienarten können umgepflanzt werden. Maiblumen werden ausgenommen, zerteilt und umgelegt.
Das Okulieren auf das fchlafende Auge wird fortgesetzt. Die Abnahme der Sommeräpfel und Sommer- birnen muß vor ihrer völligen Reife erfolgen, damit sie 'ich länger genießbar und schmackhaft erhalten. Man lagert ie an einem hellen, kühlen Orte.
Das Okulieren.
Jetzt ist die beste Zeit, mit Erfolg alle Obstarten ohne Ausnahme durch Okulation auf das schlafende Auge zu veredeln. Wer okulieren kann, soll diese Zeit nicht oerpassen und seine jungen und jüngeren Wildlinge auf riefe Weise edel machen. Denn das Okulieren hat vor eder anderen Veredelungsart viele Vorzüge und ist von allen Operationen die einfachste und diejenige, welche dem Wildlinge am wenigstens wehe thut und verwendet. Auch wird der Edeltrieb im nächsten Jahre gewiß noch einmal o hoch und lang und stark werden, als es für gewöhnlich ieim Frühjahrspfropfen der Fall ist. Wie man okuliert, will ich hier nicht weiter erörtern und nur noch beifügen, daß Obstokulation gerade so gemacht wird, wie die Rosen- okulation. Indes glaube ich vielen einen Dienst zu erweisen, wenn ich zur besseren Sicherung des Gelingens
zumal Heckenkriecher (Braunellen), Grasmücken und Rotkehlchen, sowie Nachtigallen und Schwarzköpfchen, mit aus- gejprochener Vorliebe in dichten, nicht zu beschränkten Stachelbeerbüschen, und in lebenden Feldhecken suchen sie die wilden Klosterbeer- und stacheligen Heckenrosen- oder Brombeer- und Sauerdornbüsche für ihre Nester auf, innerhalb deren sie auch ihre Bruten ungefährdet bis zum Ausfliegen groß füttern. Ist durch genügend gebotene sichere Nistgelegenheit den Nachtigallen und Grasmücken oder Braunellen rc., überhaupt der kleinen Vogelwelt, ein Revier annehmlich gemacht, wie etwa in den öffentlichen Anlagen größerer Städte, oder auf dem Lande, so haben so wenig diebisch-räuberische Elstern, als umherstreichende Katzen oder sonstiges Raubzeug viel Gewalt über die nützlichen und willkommenen Sänger der freien Natur — das ist Naturgesetz und im Naturhaushalt vorgekehrt.
Auch ich möchte darum an alle Gartenbesitzer, besonders die Herren Landwirte, die Bitte richten, „mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß die Gärten mit Singvögeln bevölkert werden", — aber nicht, indem sie die Hauskatzen, wo sie sich in Gärten blicken lassen, wegschießen oder sie in Fallen fangen, sondern indem sie durch lebende Zäune, sichere Nist- und Wohngestrüppe, Bäume, Höhlen in denselben und Nistkästen allen bösen Nachstellungen durch Raubzeug und böse Buben oder unverständige Kinder entgegenwirken. Dann bedarf es auch des von Dr. Baldamus empfohlenen Mittels nicht, „daß man, um einer Katze das Vogelfängen abzugewöhnen, einen gefangenen Vogel ihr Vorhalte und ihn sie etlichemal in die Nase picken lasse."
Dann ist ja noch folgendes zu bedenken. Wenn so eine Feldkatze junge Hasen und Kaninchen oder Rebhühner,
Die Ziegenmilch hat denselben Wert wie Kuhmilch und ist aljo mit 12 Pfg. pro Liter nicht zu hoch veran- ichlagt. Wird nun die Ertragfähigkeit der Ziege pro Stück und Tag durchschnittlich nur um V- Liter erhöht, was durchaus als bald erreichbahres Ziel angesehen ist, so giebt die Ziege täglich 6 Pfg., pro Monat 1,80 .Ä und in 8 Monaten, die jährlich in Betracht kommen, 14 <Ä 40 Mehrertrag. Bei 2,500,000 milchgebenden Ziegen, welche in Deutschland vorhanden sind, giebt es einen jährlichen Mehrertrag von 36 Millionen Mark, und dieser Mehrertrag kommt ausschließlich Denjenigen zu Gute, welchen er am Leisten zu gönnen ist; er hebt die Arbeitsfähigkeit und verbeffert die Ernährung von Erwachsenen und Kindern.
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dieser Operation auf verschiedene Punktes Hinweise. Die Rinde des Wildlings muß sich vor allen Dingen leicht und glatt vom Stamme ablösen. Wenn man quetschen, schaben und drücken muß, um die Rinde loszubringen, kann man gleich aufhören, denn dann wächst eine Okulation niemals. — Das Edelauge wird bei Obst besser umständlich ausgebrochen, als mit scharfem Messerschnitt abgezogen. ; Em großer, dicker und fester Schild befördert das Wachstum 1 und verhütet das schnelle Austrocknen. Das ausgebrochene ; Edelauge muß vollständig entwickelt, nicht weiß, sondern 1 dunkel gefärbt, mit einem Worte ganz hart und reif sein, : sonst wird es in der Regel verwelken. Der Verband muß ordentlich angelegt werden, d. h. er muß nicht zu locker, aber auch nicht zu fest sein. Ist er zu locker, dann dringt Luft und Feuchtigkeit in die Wunde, ist er zu fest, verquetscht man das Edelauge und in beiden Fällen gelingt das Okulieren nicht. — Manche haben die Manier, nach der Okulation den Wildling zu beschneiden und zu stutzen, das soll aber nach den neuesten Forschungen bei Obstveredlungen nicht geschehen, sondem erst nach dem Anwachsen und dann erst im folgenden Frühjahr. Beim Beschneiden soll man nie vergessen, über dem Edelauge einen gut handlangen Zapfen stehen zu lassen, um den ersten Trieb des Edelauges daran zu binden, und erst Ende Juli, wenn das Edelreis sich angesaugt und verholzt hat, wird dieser Zapfen weggenommen. Als Zeit zur Okulation wähle man womöglich einen trüben Tag. Geht das nicht, weil man die Ruten nicht bei der Hand hat und die bezogenen nicht länger aufheben kann, dann okuliere man früh Morgens und beschatte das Auge, indem man irgend ein Blatt an den Blattstengel des Edelauges befestigt. — Jetzt aufgepaßt! Es ist durchaus nicht einerlei, ob man das Edelauge in altes oder junges und neues Holz einsetzt. Bei Birnen, Aepfeln, Pflaumen und Zwetschen okuliert man in alles, am besten zweijähriges Holz, bei Kirschen aber durchaus in einjähriges, d. h. in jene Triebe, welche erst diesen Sommer gewachsen sind. Wer das befolgt, dem wird selten eine Kirschenokulation fehlschlagen, während sie im alten Holze nur äußerst selten gedeiht. In Baumschulen wird das Anwachsen der Okulation dadurch sehr befördert, daß man die Wildlinge vor und nach derselben behacken läßt. Wenn thunlich und möglich, setze man die Augen an der Nordseite des Stämmchens ein, da sie erfahrungs- mäßig auf dieser Seite am besten wachsen, weil sie hier von der Sonne weniger zu leiden haben. Bei oder gleich nach Regenwetter darf nicht okuliert werden, weil dann Feuchtigkeit in die Wunde dringt, wodurch das Anwachsen gefährdet wird. Geschieht die Okulation nahe am Boden, fl auch Gefahr, daß Schmutz eindringt. — Bei Kirschen ist es nicht ratsam, sie am Boden zu veredeln. Am besten okuliert man solche auf Kronenhöhe durch Einsetzen von 2 bis 3 Augen, welche angewachsen zugleich die Krone bilden. Was ich mit vieler Mühe, Studium und Erfahrung in Bezug auf das Okulieren entdeckt, gesammelt und mir gemerkt habe, das habe ich zum Gemeingut für alle Obst- mufreunde hier zusammengestellt. Und wer immer okulieren !ann, wird diesen Artikel sich gewiß sorgfältig aufheben. Denn alles, was Lukas, Onerdiek, Jäger und viele andere berühmte Männer vom Okulieren Wissenswertes gelehrt und geschrieben haben, und Alles, was mich selbst durch Schaden klug gemacht hat, ist darin enthalten. Möge es auf diese Weise doch endlich gelingen, die Mutlosigkeit so vieler Obstbaufreunde durch stetes Mißlingen ihrer Veredlungsoperationen zu beseitigen und den neuen frischen und frohen Mut durch üppiges Wachstum ihrer Veredlungen, besonders der Okulation, zu heben. Drum von jetzt an sorgfältig nach vorstehender Anleitung Hand an das schöne Werk gelegt. A. K.
sowie auch wenn sie junge Sperlinge, welcher Schaden stiftenden Vögel es dem Garten und Feld^ zum Nachteil trotz Katzen überall nur zu viele giebt, in Hofraithen und Hausgärten hascht und beseitigt, so thut sie damit der Landwirtschaft ja keinen Schaden, bringt auf der anderen Seite vielmehr durch Kaninchen-, Hamster-, Mäuse-, Ratten-, Vilche- und Haselmausfang, zumal in den nicht seltenen Mäusejahren, so viel Vorteil, daß keine Ortschaft der Land- und Gartenbau treibenden Gegenden gegenwärtig auf die Thätigkeit der Hauskatze wird verzichten wollen. Als Beweis hierfür sagt z. B. Pöppig: „Als man zur Sicherung großer Fasanerieen von der neapolitamfchen Insel Procida alle Katzen auf königlichen Befehl entfernt hatte, nahmen die Verwüstungen der Mäuse so zu, daß man den Befehl kaum schnell genug wieder aufheben konnte. Und ohne große Mengen eines Schlages von sehr großen und wilden Katzen würden die von Ratten in unglaublichem Grade geplagten Pflanzer einiger westindischen Inseln an ihren Zuckerernten den empfindlichsten schaden leiden."
Fällt auch bei so hergestellten und beschaffenen Gemarkungen, wie wir sie beschrieben haben und voraussetzen, dann und wann, hier und da eine junge Grasmücke, Meise oder ein Rotschwänzchen wegen Unvorsichtigkeit einer heranschleichenden Katze zum Opfer, so ist eben vollkommene Sicherheit herzustellen faktisch unmöglich, und wird vereinzelt durch sie verübter Schaden durch größeren, allgemeinen Nutzen andererseits aufgewogen. Darum brauchen wir uns nicht durch Vertilgung der Katzen gegen das Eigentumsrecht unserer Mitmenschen, wie gegen die allgemeine Tierschutzpflicht zu versündigen.