5. Die Enten. Unsere Hausertte stammt von der „März- oder Stock-Ente" ab, der sehr viele der ersteren im Gefieder täuschend ähnlich find, j. B. die großen Rouen. Schon seit frühester Zeit ist die Ente von den Chinesen zum Haustiere gemacht worden, sie ist als solches wohl kaum später nach Europa verflanzt, als unsre Haushühner. Neben dem großen Nutzen durch Vertilgung bedeutender Mengen Ungeziefers aller Art im Garten und Feld, welcher noch immer nicht genug hervorgehoben und gewürdigt wird, gewähren die Enten durch ihre fetten, wohlschmeckenden Eier, durch ihr zartes, saftiges Fleisch, wie durch ihr weiches Federkleid, welches ihnen zur Zeit der Mauser recht schonend abzunehmen ist, einen besonderen Vorteil. Die berühmten Eiderdaunen rühren nicht von einer Gans, sondern von einer Ente her. — Die spätgelegten Eier, die nicht mehr zum Bebrüten gebraucht werden, finden zu technischen Zwecken Verwendung, z. B. zu Albuminpapier, da das Eiweiß der Enten-Eier seiner größeren Klarheit und Durchsichtigkeit dem der Hühner-Eier vorgezogen wird.
In gleicher Fruchtbarkeit fahren die Enten mit dem Legen bis zum 10.*Lebenjahre fort, dann nimmt jene ab und erlischt gewöhnlich im 15., 16. Jahre. Die Verschiedenheit in der äußern Gestalt der Enten ist eine sehr große; Rouen und Aylesburp z. B. kommen im Durchschnittsgewicht auf 3,2 und 2,7; für Ausstellungen und zum Schlachten bringt man sie aber auch zu dem enormen Gewicht von 4—4Vr, ja sogar 5 Kilo pro Stück, daneben giebt es aber auch Enten von sehr geringen Dimensionen. Es erscheinen die Enten mit und ohne Haube oder Holle, als Farben finden sich weiße, schwarze, wildfarbige, ge- scheckre, schwarze mit weißer Brust und Vorderhals rc. Der Rouen-Entrich gehört zu den schönsten Enten und ist ein stolzer, stattlicher Vogel.
6. Die Tauben. Ueber die Abstammung der Tauben schreibt Dr. B.: Man nimmt entweder an, daß alle unsre verschiedenen Raffen von der „Felstaube — Columba levia" — abstammen, was in Bezug auf unsre Feldflüchter keinen Zweifel unterliegt; oder daß sie auch noch andere, unbekannte Stamm-Eltern haben, was nach neueren Beobachtungen nicht unwahrscheinlich ist und jedenfalls von der kürzlich nach Europa gekommenen „Aemen-Taube" gilt. Einen großen Nutzen liefern die Feld-Tauben durch das Verzehren ganz bedeutender Mengen Unkrautsämereien, besonders der den Körnerfrüchten oft so verderblichen Vogelwicken. Doch nicht geringer ist der Vorteil aus dem Fleisch der Jungen, sowie aus dem so wertvollen Dung. — Als besonders fruchtbare Feldtauben bezeichnet Dr. B.: 1. die Staarenhalstaube, 2. die große Lerchentaube, 3. die Straffer, 4. die Modeneser Flugtaube, wir möchten diesen die polnische Luchstaube anfügen, die bei Nutztaubenzüchtern die erste Stelle mit einzunehmen berechtigt. Die mehrsten Raffen sind glattköpfig, doch giebt es auch behaubte und unterscheidet man Spitz-, Muschel-, georginenförmige rc. Hauben. Ebenfalls findet sich großer Unterschied in der Schnabelbildung, wie in der Farbe des Gefieders und endlich in Bezug auf die Beine, welche nackt, schwach befiedert, oder belatscht sind.
wenn man die Pflanzen in das geheizte Zimmer bringt, tötet dieselben.
Die Gärtner, welche in dieser Beziehung viele Erfahrungen gemacht haben, wissen recht gut, daß Nelken, Wintersalat rc. auf sonnig gelegenen Beeten erfrieren, weil da der Wechsel zwischen Kälte und Wärme während des Winters, besonders aber im Frühjahre, wo es am Tage warm ist und in der Nacht wieder gefriert, zu bedeutend ist, während sich diese Pflanzen ganz gesund erhalten, wenn sie auf nördlichen Beeten oder hinter Bäumen sich befinden, wo der Boden länger gefroren bleibt und erst im späten Frühjahre wieder aufthaut. Der Frosttod durch schnelle Wärme auf Kälte ist schon längst bekannt, wie es auch Thatsache ist, daß Pflanzen, welche eine starke Kälte aushalten können, oft dann erfrieren, wenn nach solcher plötzlich warmes Wetter eintritt. Man kann sich leicht überzeugen, wenn man gefrorene Blätter mit den warmen Fingern berührt: es werden Frostflecken entstehen.
Man ist sehr im Irrtum, wenn man das Bedecken der Gemüse, Blumen u. dgl. während des Winters als notwendig zur Abhaltung des Frostes betrachtet. Die Decke hält nur die Sonnenstrahlen, die Wärme ab, was Mancher schon erfahren hat, der dieselbe im Frühjahre zu früh entfernte und dann erst die Pflanzen oder Pflanzenteile verderben sieht. Ist der Boden mit den Pflanzen nur so wett geschützt, daß das rasche und häufige Aufthauen durch warme Winde und Sonnenstrahlen verhindert wird, so ist genug geschehen, da die Kälte tätlich wird. Es ist bekannt, daß gefrorenes Kraut und andere Pflanzen erhalten bleiben, wenn sie vor Sonnenaufgang mit kaltem Waffer begossen werden, das ebenfalls ein rasches Erwärmen verhindert, während nicht begossene Vegetabilien absterben.
Im Spätjahre versetzte Bäume und Pflanzen erfrieren leichter als die unversetzten, weil jene im Saftumlauf gestört wurden, vor Winter nicht mehr anwachsen können, um die Gähmng im Stande zu erhalten. Im Spätjahr beschnittene Bäume erfrieren nur wegen ihrer Wunden, welche die Kälte leichter eindringen lassen. Thatsache ist, daß alle Pflanzen, welche während des Winters nicht an Pfählen angebunden sind, sich also frei bewegen können, nicht so leicht erfrieren. Wo Bewegung ist, ist Wärme. Man bindet daher gerne die Reben am Weinstocke los, damit der ganze Stock durch den geringsten Wind bewegt werden kann. Dadurch wird auch das Glatteis, welches viel schädlicher als große Kälte ist — wie der Winter von 1879 auf 80 gezeigt hatte —, abgehalten; so oft es auch regnet, schüttelt der Wind das Waffer von den Pflanzen ab und macht sie trocken.
In dem Winter von 1829 auf 30, dem kältesten dieses Jahrhunderts, wurden einem Weinberge alle Holz- ffähle u. dgl. genommen, weil er ausgerottet werden sollte. Die kalte Witterung unterbrach die Arbeit, die Weinstöcke blieben bis zum Frühjahre stehen. Nachdem es sich dann gezeigt, daß die Reben überall erfroren waren, glaubte man, auch diese seien getötet — aber siehe da, alle waren gesund; man holte wieder das Holz herbei, band die Wein- stöcke auf und dieser Weinberg war der einzige der ganzen Gegend, welcher eine Menge Trauben trug und so viel Wein brächte, daß er das ganze Feld bezahlte.
Unsinn ist, den Boden um Obstbäume mit Laub, Dung, Eis oder Brettern zu bedecken, um denselben länger gefroren zu erhalten, damit die Bäume später, wenn die Nachtfröste vorüber sind, austreiben, da nachgewiesen, daß der erste Saft im Frühjahre nicht direkt aus der Wurzel kommt, sondern zu gleicher Zeit in allen Teilen des Baumes flüssig wird, ob der Boden gefroren ist oder nicht.
Winterschutz -es schlafenden L-elauger bei Rosen.
„Es ist unglaublich, jedoch gründlich bewiesen," sagt ein Mitarbeiter der Ungarischen Rasenzeitung, „daß schlafende Edelaugen einer und derselben Rosensorte viel mehr Kälte ertragen, als eine fertige Krone." Er fügt dann weiter hinzu, daß er diesen hochwichtigen rosistischen Satz anfangs nicht habe glauben wollen, sich aber später von dessen Richtigkeit überzeugt habe. Er hatte nämlich einen schönen zweijährigen Stamm der Souvenir äs la Malmaison im Garten stehen; der Nachbar dieser Rose starb aus und er setzte auf deffen Platz einen schönen Waldstamm der Hundsrose ein. Dieser Waldsiamm sollte nun aufs schlafende Auge und der damals aufgetauchten Neuheit Grace Darling veredelt werden. Als aber diese Operation vollendet war, fand sich, daß dieser Stamm irrtümlich mit der Souvenir de la Malmaison veredelt wurde. Er ließ nun das Edelauge auf seinem Platze stehen und nachdem der Herbst und der ganze Dezember sehr milde waren, schob er das Zudecken der Rosen auf. Im Januar kam nun plötzlich starker Frost und in der Eile des Zudeckens blieben die zwei erwähnten Stämme unbedeckt. Er schildert nun, wie groß seine Verwunderung gewesen sei, als er im darauffolgenden Frühling gesehen habe, wie das grüngebliebene schlafende Edelauge ganz flott ausgetrieben habe, dagegen die 'daneben stehende zweijährige Malmaison gründlich erfroren war. Der Sommer habe ihm diesen Verlust wieder entschädigt, indem er aus diesem schlafenden Auge einen doppelt so starken Rosenstamm als den verblichenen erhalten habe. Wenn in dem erwähnten Falle das in den Wildstamm eingesetzte schlafende Edelauge gegen den Frost sich widerstandsfähiger gezeigt hat, als das Holz der fertigen Krone des anderen Stammes, so wird solches auf folgende
Ueber das Erfrieren der Pflanzen.
Nach Dr. Neßler's und eigenen Beobachtungen scheint der bisherige Glauben, daß das Erfrieren der Pflanzen und Pflanzenteile durch die Ausdehnung des Waffers, wenn es zu Eis wird, bedingt sei, daß die inneren Teile der Pflanzen zersprengt werden, wie etwa ein Gefäß, in welchem Waffer gefriert, auf einer falschen Ansicht zu beruhen. Man sagt wohl, daß eine jede Pflanze durch die fortwährende Bewegung (Gährung) des Saftes eine gewiffe Wärme enthalte, das Innere feiten oder nur bei großer Kälte gefriere, und beruft sich oft auf den Ring, der um jede Pflanze sich bildet, wenn Schnee liegt, den dieser durch das sofortige Zergehen bildet, aber es ist doch Thatsache, daß viele Vegetabilien oft durch und durch gefroren sind und wieder zum Leben kommen, wenn sie nach und nach einer milderen Temperatur zugeführt werden. Jede Pflanze wäre unmittelbar verloren, wenn sie gefriert. Ein Zerspringen der Gefäße findet nicht so leicht statt, weil die feinen Röhrchen und Bläschen, aus welchen die Pflanzen zusammengesetzt sind, sehr elastische Wände haben, die nachgeben, wenn der Inhalt sich ausdehnt. Die Rinde von Bäumen zerreißt wohl bei großer Kälte, allein dies geschieht nicht durch das im Innern des Stammes gebildete Eis, fonbern weil die Rmde als äußerer Tei früher und mehr abgekühlt wird, als das Holz, sich daher
mehr zusammenzieht, als dieses, und es dann nicht mehr umschließen kann.
Das Absterben der Pflanzen, sowie das Verderben pflanzlicher Stoffe, wie Obst, Wurzelgewächse u. dgl., ist, wenn sie gefroren waren, in den meisten Fällen nur Folge des nachberigen zu raschen Austhauens. Bei vielen Ver suchen, die schon früher und besonders in neuerer Zei von Dr. J. Sachs ausgeführt wurden, hat sich gezeigt daß selbst sonst gegen Frost empfindliche Pflanzen einer starken Kälte ausgesetzt werden können, ohne zu sterben, wenn sie nur sehr langsam aufthauen. Jese schnelle Erwärmung durch Sonnenstrahlen, einen warmen Wind, oder
Bewandnis zurückzuführen sein: Das auf den WildstamU eingesetzte schlafende Edelauge widerstand dem Frost, weg es in den härteren, mehr Kälte ertragenden Wildstamm eingebettet saß. Die derbe Rinde desselben war für dasselbe gleichbedeutend einer Schutzdecke. Bei dem anderen Eoelstamm, deffen Krone oder Edelteile der Kälte unterlagen, vollzog sich dieses Verhängnis, weil deffen Auge nicht auf einen harten Wildling, sondern dem edlen weiche« Holze der Edelrose Malmaison saßen Das Holz der Malmaison oder irgend einer anderen Edelrose erträgt nun einmal nicht so viel Kälte als eine wilde Rose, ei erfriert und mit ihm auch die Rosenaugen. Im Uebrigen ist aber nicht anzuempfehlen, aufs schlafende Auge veredelte Rosenstämme ungeschützt zu laffen, sollen dieselbe« ganz so wie Rosenstämme mit schon fertigen Kronen zur Erde gelegt, mit dieser oder irgend welchem Schutzmaterial zugedeckt, oder durch Einbinden geschützt werden.
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Verwendung -er Schwarzwurzel in der Aüche. Vorzüglich eignet sie sich, wie Kohlrabi ober Karotten zubereitet, als Zuspeise zum Fleisch. Um sie für den Gebrauch herzurichten, schabt man die schwarze Schale ab und läßt die weißen Wurzeln einige Stunden in mehrmals zu wechselndem Waffer liegen, wodurch sie den etwas bitteren Geschmack verlieren. Eine andere Art der Zubereitung ist folgende: Man legt die gereinigten Wurzel« 1 bis 2 Stunden in frisches Waffer, in welches man vorher etwas Essig gießt, und kocht sie hierauf in Salzwasser weich. Nach dem Abkühlen kommen die Wurzeln in Buttersauce und werden kurze Zeit darin aufgekocht. Oder man dünstet die Wurzeln kurze Zeit in Buttersauce mil klein geschnittener Petersilie und kocht sie dann mit Fleischbrühe weich. Als Salat werden sie auch so zubereitet, daß sie einfach in Salzwaffer abgekocht und mit Salz, Pfeffer, Essig und Oel gewürzt werden. In französischen und belgischen Küchen finden auch die jungen, gebleichten Triebe (Blätter) der Schwarzwurzel als sehr feiner Saldi Verwendung.
Ein Mittel, den unangenehmen Geruch ver -enaturierten Weingeistes für Schlaf-, oder Krankenzimmer zu verbessern, besteht im Zusatz einer geringen Menge organischer Säure, z. B. Weinsäure oder Oxalsäure Hierdurch soll die Verdunstung des Denaturierungsmittels (Pyridin) nach dem Auslöschen der Weingeistflamme gehindert werden.
Um Schnecken, Würmer u. s. w. aus Gemüse und Salat zu entfernen, werden die Blätter, statt in gewöhnliches Waffer, einen Augenblick in Salzwaffer gelegt und darin, wie beim Waschen tüchtig durchgeschüttelt. Alles Ungeziefer wird dadurch sofort getötet oder betäubt und fällt ab, was bei Anwendung von bloßem Waffel nicht der Fall ist.
Zur Prüfung der Wagenfette. Eine Meffer- spitze von dem zu prüfenden Fett ist auf die ObersW des Waffers zu legen, bleibt das Fett oben liegen, so ist es rein. Das spezifische Gewicht von Oel und Fett ß geringer, als das des Waffers. Fällt das Fett aber bireS zu Boden, so enthält es Mineralien, die das sogenannt! Würgepech bilden. Die besonders guten Fette, die ant den Fetten und Oelen besserer Qualität hergestellt M halten sich gewöhnlich infolge ihres hohen spezifischen Gewichtes nicht völlig an der Oberfläche des Waffers, st schweben langsam hinunter. Das ist ein günstiges Zeichen, denn die gefälschten Fette sinken vermöge ihrer künstliche« Beschwerung unmittelbar.
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Herrn Ch. K. in W. Hufspalten her Pferde. Es w^ ein Kitt durch Zusammenschmelzen von 2 Teilen Guttapercha uw 1 Teil Ammoniakgummi hergestellt und dieser warm, mittelst e erwärmten Messers so tief als möglich in die Spalte, die vorhs gereinigt und getrocknet werden muß, eingedrückt. Die damit an gestellten Versuche sollen sich sehr gut bewährt haben.
Frau S. W. in H. Obst-, Wein- und Stockflecken könne" so lange sie noch frisch sind, aus der Wäsche meist mit saurer ob« Buttermilch entfernt werden. Bei kleinen Flecken genügt es « schon, wenn man ein angezündetes Schwefelhölzchen darunter M alle derartigen Flecken können leicht durch Anwendung von Bleist flüssigkeit, aus Chlorkalk oder Bleichpulver bestehend, entfernt werde" Doch verlangt das Verfahren eine gewiffe Vorsicht. Die Alm flüssigkeit bereitet man sich auf folgende Weise: Man giebt in c" Gesäß 30 Gramm frischen Chlorkalk, gießt zuerst ein wenig Mass darauf, rührt gut um und schüttet dann noch ein Liter Mast nach. Man läßt das Ganze setzen und seiht das Klare durch altes Stück Leinwand oder Baumwollentuch in einen Steinkru? der gut verkorkt und an einem kühlen Ort aufbewahrt wird. Nin«" man statt des Krugs eine Glasflasche, so muß die Flasche mit PEs umwickelt werden, weil das Licht den Chlor zersetzt. Diese Flüssig mehr oder weniger verdünnt, wird zur Entfernung von Flecken" weißer Wäsche benützt (für farbige Zeuge darf sie nicht verwend" werden.) Nachher muß sogleich die Stelle mit reinem Wasser sck sorgfältig nachgewaschen und wo möglich in der Sonne getrock»" werden Bei Stockflecken ist oft eine wiederholte Behandlung 111 wendig.
Herrn G. V. in Th. Man hat mit der Anwendung Kalisalze für forstliche Kulturen, besonders in leichtern Sanovo"« zu jungen Kiefern, so außerordentlich günstige Erfolge erzielt, 61 eine ausgedehntere Anwendung in dieser Richtung mit Aussicht Erfolg dringend zu empfehlen ist.