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landwirthschaftliche) und so weiter zugegangen. Die 112 Berufsgenossenschaften umfaßten danach im Jahre 1893 5190117 Betriebe mit 17 458 388 versicherten Personen. Dazu treten noch bei den 372 Aussührungsbehörden 660 462 Versicherte, so daß im Ganzen 18 118850 Personen gegen die Folgen von Betriebsunfällen versichert gewesen sind. An Entschädigungsbeträgen, Renten u. s. w. sind im Ganzen bezahlt worden 38 163 770 Mark (gegen 32,3 Millionen im Jahre 1892, 26,4 Millionen im Jahre 1891, 20,3 Millionen im Jahre 1890, 14,5 Millionen im Jahre 1889, 9,7 Millionen im Jahre 1888, 5,9 Millionen im Jahre 1887 und 1,9 Millionen im Jahre 1886.) Die Zahl der neuen Unfälle, für welche 1893 Entschädigungen festgestellt wurden, belief sich auf 62 729, davon 6336 mit tödtlichem Ausgang und 2507 mit dauernder völliger Erwerbsunfähigkeit. Die laufenden Verwaltungskosten stellten sich bei den gewerblichen Berufsgenoffenschaften auf 86 Pf. pro Kopf der Versicherten Bei den einzelnen Berufsgenoffenschaften ist aber die Höhe der Ver­waltungskosten sehr verschieden. Die Bestände der bis Ende 1893 angesammelten Reservefonds der Berufsgenoffenschaften betrugen rund 100 */2 Millionen.

Wie die „Nationalliberale Korrespondenz" wissen will, wäre die Einberufung des L a n d r a g e s für den 8. Januar in Aussicht genommen.

Am 19. d. M. sind, der „Magdeb. Ztg." zu­folge, in Magdeburg die Feuerwerks­schüler, die dort seit dem 30. September in der Zitadelle eingeschloffen waren, aus der Haft entlassen worden.

Bei der Abstimmung über den Antrag der Ge- schäftSordnungS-Kommissson bezüglich der Straf­verfolgung des Abg. Liebknecht haben 143 Abge­ordnete im Reichstage ohne Entschuldigung gefehlt. Krank waren 8, beurlaubt 10, ent­schuldigt 8 Abgeordnete.

Der „R. L. C." zufolge soll sich unter den Anregungen zur Abänderung der Geschäfts­ordnung des Reichstages auch eine solche befinden, die darauf abzielt, säumigeAbge- ordnete, die ihre parlamentarischen Pflichten andauernd vernachlässigen, öffentlich vor dem Land zu rügen. Das genannte Organ bemerkt dazu: „Der Vorschlag wäre wohl angebracht. Leute, die keine Zeit haben, wichtigen Reichs­tagsverhandlungen beizuwohnen, sollten nicht ihre Wähler in der selbstverständlichen Pflicht täuschen, am Platze zu sein, wo die wichtigsten vaterlän­dischen Interessen auf dem Spiel stehen, sondern ihr Mandat gewissenhafteren und pflichttreueren Männern überlasten. Für andauernd leere Sitze ernennt man doch keine Abgeordnete."

Die .New-Uoik World" bringt eine Beschreibung von der Einnahme Tort Arthurs. Die Niedermetzelung der unbewass- neten Bewohner dauerte so lang-, bis die ganze Bevölkerung niedergemacht wa-. Bis zum Einzug in Port Arthur war das Verhalten der Japaner dem Feinde gegenüber großmüthig. Die Japaner hatten 78 Kanonen, darunter Feldbatterien und Belagerungsgeschütze. Der Brief beschreibt ausführlich den Angriff auf die Forts und lobt die Haltung der Vertheidiger. Das Thal war mit Minen gefüllt, welche die Chinesen j-doch in der Hitze deS Gefechtes zu sprengen vergaßen. Die mit Männern, Frauen und Kindern gefüllten Dschunken wurden durch Torpedos zum Sinken gebracht. Nachdem die nach der Stadt fübrtnbe Brücke genommen war, entflohen die Chinesen. Die in die Stadt einziehenden Japaner fanden die Köpfe der erschlagenen Kameraden mit abgeschnittenen Nasen und Ohren vor. Es folgte eine große Metzeln. Die wüthenden Soldaten tödteten jeden, der ihnen in den Weg kam, und plünderten die Stadt. In der Schlacht wurden nicht mehr als 100 Chinesen getödtet, jedoch später wenigstens 2000 niedergemetzelt.

Aus Provinz und Nrchbargebiet.

Hersfeld, den 21. Dezember 1894.

* (Personal-Veränderungen.) Er­nannt: der Affeffor Scheel zum Landesrath des Provinzialverbandes der Provinz Hessen- Raffau; die Pfarramts-Candidaten Wörner zum Predigtgehilfen des Pfarrers Römhild in Eichen, Hülterolh zum Predigtgehilfen des Metropolitans Hellwig in Felsberg und Eduard Siebert zum Ge­hilfen des Pfarrers Ewald in Allendorf a/Landsb.; die außerordentlichen Pfarrer Hooß zum Gehilfen des Pfarrers Eisenberg in Großenenglis und Otto Schäfer zum Gehilfen des Pfarrers Simon in Hümme. — Uebertragen: dem Landrath von Negelein in Marburg die Stelle des landes­herrlichen Kommissars bei dem Vorsteheramt der Jsraeliten daselbst. — Verliehen: dem Ar­beiter Carl Gieß in Marburg die Erinnerungs­medaille für Rettung aus Gefahr.

* Es cursiren gegenwärtig falsche E i n- Markstücke weshalb Vorsicht anzurathen ist.

* Der Landesaus schuß in Cassel wird

seine regelmäßigen Sitzungen im Jahre 1895 am 4. Februar, 2. April, 10. Juni, 26. August, 7. Oktober und 9. Dezember, jedesmal Vor­mittags von 10 Uhr an, abhalten.

* Die von der Reichspost- und Telegraphen­verwaltung für 1893 wie alljährlich über ihre Leistungen herausgegebene Uebersicht enthält eine Reihe höchst interessanter Zahlen, die von der erfreulichen stetigen Steigerung des Verkehrs Zeugniß ablegen. An Telegrammen gelangten z. B. 1^ Millionen mehr als im Jahre 1892 zur Beförderung, an ZeitungSnummern erhielt die Post in demselben Zeitraume rund 50 Millionen mehr. Die Zahl der Briefsendungen belief sich auf 1141 Millionen, der Postkarten auf 399'/., Millionen, der Drucksachen auf 439 Millionen, der Waarenproben auf 313/4 Millionen. Sehr stark ist die Zunahme des Fernsprechverkehrs. Fast 60 Millionen Gespräche mehr als im Vor­jahre wurden von den Fernsprechanstalten ver­mittelt. Die Zahl der im Post- und Telegraphen­dienst beschäftigten Beamten beträgt 142468 Personen, nahezu 51 / 2 Tausend Personen mehr ' als im Vorjahre. Reu errichtet wurden 872 Post- anstalten und 471 Telegramm-Annahmestellen.

* Aus Hannover wird unterm 20. d. berichtet: Der Reichstags-Abgeordnete Leuß wurde heute von dem hiesigen Schwurgericht wegen Meineides zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurtheilt. Die Hauptzeugin, ge­schiedene Frau S ch n u tz , hatte unerwartet ein ; Eingeständniß gemacht, welches den Angeklagten; so belastete, daß die Vertheidiger auf das Wort verzichteten.

* Wird die Hauptverhandlung in einer Strafsache vor der Termins stunde ■ begonnen und ist die Sache, bevor der ; rechtzeitig erschienene Vertheidiger, welcher i gemäß § 217 der Strafprozeßordnung geladen i war, in das Terminszimmer kam, beendigt, so begründet diese Thatsache, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, vom 28. September d. I, die Revision; ist aber die Verhandlung in die Terminstunde hinein fortgesetzt worden und ist der Vertheidiger erst nach Beendigung der Verhandlung erschienen, so hat der Verurtheilte keinen Revisionsgrund.

* (Lebende Schellfische.) Hamburger Blätter berichten: Bisher sind nur todte Schell­fische von den Fischdumpfern nach hier an den Markt gebracht worden. Auf dem Fischdampfer „Flock und Hubert" soll nun der Versuch gemacht ! werden, diesen Fisch lebend nach hierzu bringen; dann will man ihn auch noch lebend nach den, Versandtorten in Deutschland schaffen. Zu diesem : Zweck ist der genannte Fischdampfer mit anderen ! Netzen, als die sonst zum Schellfischfang benutzten, sowie mit einem an Deck untergebrachten Behälter ausgerüstet, worin die lebenden Schellfische nach den Binnenstädten befördert werden sollen. Zu­nächst soll der Versuch gemacht werden, lebende; Schellfische nach München zu befördern.

(§) Hersfeld, 19. Dezember. In der heutigen Versammlung des landwirthfchaftlichen^ Kreisvereins Hersfeld wurde folgender Beschluß gefaßt: Das dem landwirthfchaft'lichen Kreisverein Hersfeld staatsseitig bewilligte Ordi- narium von 540 Mark zur Hebung der Rindvieh­zucht wird an die vier Körungsbezirke im hiesigen Kreise zur Prämiirung gekörter Racebullen ver- theilt werden. Von diesen Geldmitteln sollen in der Frühjahrskörung 1895 in jedem einzelnen Schaubezirke nur die besten Thiere prämiirt werden. Jedoch soll diesem Beschlusse in der im März n. I. stattfindenden Generalversammlung nochmals näher getreten und weitere Schritte gethan werden.

f Hersseld, 21. Dezember. (Durchschnitts- preise.) Der Durchschnitt der höchsten Tages- : preise für Fourage beträgt mit einem Aufschlage von fünf vom Hundert für den Monat Dezember 1894 in dem Kreise Hersfeld für Hafer 5 Mk. ; 25 Pfg., für Heu 2 Mk. 36 Pfg, für Stroh : 1 Mk. 58 Pfg pro Centner.

Hünfeld, 19. Dezbr. • Auf der Bierbrauerei I des Herrn Rudolf Malkmus dahier ereignete sich gestern früh ein bedauerlicher Unglücksfall, indem der dort beschäftigte 16 Jahre alte A n - dreas Odenwald von hier durch einen Schacht vom Malzboden in den Keller stürzte und sich einen Bruch des rechten Oberarms sowie eine | Gehirnerschütterung zuzog.

Homberg, 19. Dezember. Die letzte Ver­sammlung des Bundes der Landwirthe beschloß angesichts der theuren Brodpreise, welche mit den Körnerpreisen in gar keinem Verhältnisse stehen, eine genossenschaftliche Brodbäckerei mit Centralverkaufsstelle zu errichten. Angeregt war

diese Angelegenheit schon lange, fand jedoch durch einen hierauf bezüglichen Vortrag des Herrn Fritz Schoffer zu Mardors ihre endgültige Erledigung.

Eschwege, 18. Dezember. Eine schöne und seltene Feier begeht am 9. Januar der Lehrer an unserer Mädchen-Bürgerschule, Herr Heinpfing, nämlich das fünfzigjährige Dienstjubiläum. Herr Heinpfing, welcher früher an verschiedenen Orten unseres Hessenlandes thätig war, hat über 30 Jahre an der hiesigen Stadtschule gewirkt. Voraussichtlich ist die Betheiligung an der Feier eine allgemeine, zumal der Jubilar ein Kind unserer Stadt ist.

Cassel, 19. Dezbr. Am gestrigen Nachmittag 3 Uhr wurde die Zweitälteste Bewohnerin unserer Stadt, die 92 Jahre alte Backwaarenhändlerin Wwe. Martha Claus, unter großer Betheiligung zu Grabe getragen. Wenige Tage vor ihrem Tode noch hatte dieselbe die Backwaaren den Kunden selbst überbracht.

Kleinbremen, 17. Dezbr. Neulich Abend wurde ein junger Mensch aus Rinteln auf dem Wege zwischen dem Reese'schen Gasthofe in Tode­mann und der Försterei von 2 Kerlen angefallen. Dieselben sprangen aus dem Walde, entrissen dem jungen Manne seinen Stock, schlugen ihn damit und zogen ihm gewaltsam das Jaquet aus, womit sie auf demselben Wege wieder verschwanden. Mit zerbrochenem Stocke, in Hemdsärmeln und einer Beule auf dem Kopfe kam der junge Mensch wieder nach Reese und erzählte weinend sein Mißgeschick. Das Jaquet war von grauem Stoff, zweireihig und enthielt nur ein weißes Taschen­tuch gezeichnet G. M.

Corbach, 17. Dezember. Das zweijährige Söhnchen eines Tagelöhners in Eppe fiel vom Stuhle und unglücklicherweise auf ein Gefäß mit kochend heißem Wasser. Der Inhalt ergoß sich theilweise über das Kind, so daß es schrecklich verbrüht wurde. Tags darauf erlag es seinen Leiden. — Der Tagelöhner Kesting von Rudeck fiel vorige Woche beim Herabwerfen von Stroh so unglücklich auf die Tenne seines Hauses, daß der Tod nach wenigen Stunden eintrat.

Gießen, 19. Dezbr. In Bellersheim bei Hungen wurden gestern Nacht zwei Mädchen in ihrem Schlafzimmer durch die einstürzende Decke, über welcher Frucht aufgespeichert war, verschüttet. Sie eine Schwester wurde getödtet, die andere leicht verletzt.

— Würzburg, 19. Dezember. Im nahen D e t t e l b a ch ist der Bäcker A n t 0 n P e s 0 l d verhaftet worden. Er ist verdächtig, in Amerika den aus Dettelbach gebürtigen Konditor D 0 e l l ermordet zu haben.

— (Glatteis für Zunge n.) Den Züricher Schützen widmet ein Schützenbrudcr in der „Schweiz. Schützen - Zeitung" nachstehenden Spruch zum Schnellsprechen bei — wie er sich diskret ausdrückt —• „später Abendstunde": Daß die Schützen Schützenleben schätzen, — das ist ganz am Platz. — Doch sie schätzen auch daneben

Ihren treuen Schützen-Schatz. — Schätzen Schützen ihre Schätze, —Jeder Schütz den Schatz beschützt, — Hoch der Schatz den Schützen schätze, — Schützen-Schatz schätzt seinen Schütz. ________

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Kirchliche Nachrichten.

Evangelischer Gottesdienst.

Sonntag den 23. Dezember. Vormittags: Herr Pfarrer H o s b a ch. Nachmittags: Herr Pfarrer Schafft.

Am Schluß des Nachmittags-Gottesdienstes: Vorbereitung zum heiligen Abendmahls für den 1. Weihnachtsfeiertag.

Nachmittags 1/24 Uhr: Taubstummengottesdienst in der Wohnung des Herrn Pfarres Schafft. Der Donuerstag-Abendgattesdienst in der Hospitalskapelle fällt für die nächsten beiden Festwochen aus.

Katholischer Gottesdienst. Sonntag, den 23. Dezeniber.

Vormittags 8'/., Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2'/z Uhr: Andacht.

Gott<«dienst in ber Baptisten-Kapelle.

Sonntag den 23. Dezember Morgeus 1 /„ 10 Uhr: Predigt von M. Gute. Mittags 1 /41 Ubr: Kindergotte-dienst, Nach­mittags 3 Uhr: Bibelstuude. Abends 8 Uhr: Predigt v M. Gute.