erobert. Kuirenga ist in einem Umkreise von 4'/. km von steinerner bastionierter UmwallungS- mauer umgeben und hat zwei Zitadellen. Wurde von 3000 Kriegern vertheidigt. Lieutenant Maaß, 8 Askari tobt, 29 Askari schwer, Lieutenants Kleist, Engelhardt und Unteroffizier Jaehnke leicht verwundet. 150 Feinde beerdigt, viele in Häusern verbrannt. Kuirenga zerstört. Erbeutete Geschütze und Gewehre der Zelewski-Expedition, befreite 1500 Weiber und Kinder, meistens geraubte Sklaven. 2000 Stück groß und 4000 Stück klein Vieh, für 70 000 Mark Elfenbein und 3000 Faß Pulver genommen, trat am 3. November mit 3., 4. und 19. Kompagnie den Rückmarsch nach Kiloffa an, wurde am 6. bei Mage von 1500 Kriegern angegriffen; der Feind durchbrach Trägerkolonne ; sein Angriff scheiterte aber am Feuer der Truppe, erlitt außer einigen Trägern keine Verluste, der Feind verlor 25 Todte unmittelbar an der Kolonne und erlitt bei der Verfolgung noch viele Verluste. Haltung der Truppe am 30. und 6. vorzüglich. 5. und 6. Kompagnie mit Verwundeten und größtem Theil des Viehs treten Rückmarsch später an.
Das vierte Buch des Entwurfes eines Bürgerlichen Gesetzbuches zweiter Lesung, das F a m i l i e n r e ch t umfassend-, erscheint dieser Tage in einer amtlichen Ausgabe. Das fünfte Buch, das Erbrecht soll im Frühjahr 1895 nachfolgen.
Eine offizielle Meldung aus Darmstadt bestätigt, daß die Vermählung des Kaisers Nikolaus und der Prinzessin A l i x v o n H e s s e n in Petersburg am 26. d. Mts. stattfinden wird.
Aus Tschifu wtrd unterm 22. November gemeldet: Das größte chinesische Kriegsschiff, der „Tschen-yün", ist bei der Einfahrt in den Hafen von Wei-hai-wei gescheitert, während es die am Eingänge bei 'Lin-tai-tsan gelegten Torpedos zu vermeiden suchte. Der Kommandant des Schiffes soll Selbstmord begangen haben.
Nach einer amtlichen Meldung aus Tokio vom 21. d. begann eine Abtheilung der ersten japanischen Armee am 18. d. M. 6 Uhr Morgens
Hsiu-Uen, welches von chinesischen Truppen, deren Zahl auf. 20000 angegeben wurde, besetzt war, anzugreifen und nahm den Platz um 9 Uhr Morgens ein. Die Chinesen flohen in nordwestlicher Richtung. Die Japaner eroberten fünf Kanonen. Ueber das Vorgehen der Japaner in der Mandschurei wird neuerdings berichtet: Die Japaner richten die Verwaltung des eroberten Theiles der Mandschurei immer mehr ein und die Bewohner gewöhnen sich an das neue Regiment. Entlaufene und meuterische chinesische Soldaten sind noch der Schrecken der Gegenden, wohin die japanischen Truppen noch nicht gedrungen sind.
Vermischtes.
— Hamburg, 20. November. In der vergangenen Nacht brach in einem Hause in der Königsstraße Feuer aus; sieben Personen wurden verletzt. Ein Kind, welches ebenfalls verwundet wurde, ist in Folge der erhaltenen Verletzungen gestorben.
— Der wegen Verdachts, die Kellnerin Helene Henkel am 5. November zu Leipzig e r m o r - d e t zu haben, verhaftete Schauspieler Th. Herm. Fischer ist aus der Haft entlassen worden.
— Ein 17 jähriger Schneiderlehrling hat zu Delitzsch auf seine 16jährige Geliebte, die Das Verhältniß mit ihm lösen wollte, g e - schössen, wodurch das Mädchen schwer verletzt wurde. Dem Mordgesellen gelang es, zu entkommen. Er trieb sich einen Tag und eine Nacht umher und erhängte sich dann.
— In Grabow bei Stettin hat in der Nacht zum Sonntag der Obsthändler Karl K l i e w e, ein Mann von 50 Jahren, die 45 Jahre alte Wittwe Anialie Lemcke, mit der er zusammen lebte, und deren 18 Jahre alte Tochter Anna mit einem Küchenbeil ermordet. Kliewe, der dem Trunk ergeben war, kam Nachts nach Hause und forderte von der Lemcke Geld. Als diese es verweigerte, erschlug er sie in der angegebenen Weise und tödtete dann ihre Tochter, als diese zu entfliehen trachtete. Einer anderen
Hausgenossin drohte er, sie ebenfalls umzubringen, wenn sie ihn verrathe. Nachdem er sich die blutbefleckten.Häntze gereinigt und vergebens nach Geld gesucht hatte, suchte er ein benachbartes Schanklokal auf, kehrte aber bald zurück und erhängte sich.
— London, 21. November Bei dem tollkühnen Versuch, von der neuen Toverbrücke in dieThemse zu springen, fand am Sonntag Morgen der Taucher Ben Fuller seinen Tod. Fuller, der sonst Fischträger auf dem Billingsgate-Markt ist, hatte das schon wiederholt wollen, war aber durch die Wachsamkeit der Schutzleute daran verhindert morden. Mit Blitzesschnelle entledigte er sich seiner Kleidung und sprang von der 240 Fuß belaufenden Höhe in den Fluß. Seine Freunde waren unter der Brücke in einem Boot. Die Strömung war zu der Zeit äußerst heftig. Mit furchtbarem Anprall schlug er in das Wasser. Einmal kam er noch in die Höhe und man sah ihn, wie er die Hände vor das Gesicht hielt. Die Freunde ruderten eilends herbei, von Fuller sah man aber nichts wieder.
— Fiume, 20. November. In dem im Bau begriffenen Gouverneurpalais stürzten heute zwei Säulen ein, wodurch die inneren Mauern niedergerissen wurden. Zahlreiche Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben; 5 Todte und 12 Verwundete sind herausbefördert worden. Die Zahl der Verschütteten ist unbekannt, die Bergung derselben ist sehr schwierig, man befürchtet, daß alle todt sind. Die Behörden eilten sofort an die Unglücksstätte, wo sich eine große Menschenmenge angesammelt hat; in der Stadt herrscht große Aufregung.
— Ein heftiger Orkan richtete in der Nacht zum Mittwoch in Chicago an den Gebäuden bedeutenden Schaden an. Der sechs Fuß hohe stählerne Schornstein des Klub- gebäpdes der Universität ist eingestürzt und fiel mit voller Wucht auf das Palais des Millionärs H a n d p. Die herabfallenden Trümmer verletzten circa 12 5 Personen.
Redaction, Druck und Verlag von Ludwig ^uN^s Buchdruckern (Gebr. HunN in Hersseld.