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frische gewohnt hatte, mit ihren beiden Kindern im Alter von sechs und vier Jahren an der Dampferstation in Tegel. Hier warf sie plötzlich die Kinder in die Fluthen des Sees, worauf sie selbst nachsprang. Zufällig kam der Stations­assistent Koenig aus Reinickendorf vorüber und sprang der Frau nach. Mit eigener Lebens­gefahr gelang es ihm, die Mutter und das jüngste Kind zu retten, doch blieben seine Bemühungen, auch das zweite Kind zu retten, erfolglos. Die unglückliche Mutter ist zunächst in Reinickendorf in den Polizeigewahrsam gebracht worden. Ueber die Gründe der unglückseligen That ist noch nichts bekannt.

In Betreff der r u s s i s ch en Bezeich­nungen herrscht im Publikum und in einem großen Theile der Preffe eine solche Verwirrung, daß folgende Notizen von Interesse sein dürften. So wird z. B. der Thronfolger fast immer Zarewitsch genannt,währendesZäsarewitsch heißen sollte; man spricht und schreibt von der Z a r e w n a , womit die Kaiserin gemeint ist, während es Zaritza heißen sollte. Auch der Name Zar wird vielfach irrthümlich angewendet und einige Blätter ließen sogar neulich den Kaiser Wilhelm in Stettin einen Toast aufSe. Majestät den Zaren" ausbringen, während doch offiziell ein solcher Titel gar nicht angewendet werden darf. Die gewöhnliche Annahme geht mit Recht dahin, daß das Wort Zar von Cäsar Herstamme. In Rußland taucht das Wort zuerst im 12. Jahrhundert auf, zu welcher Zeit die russischen Annalisten Wladimir Monomach mit dem Titel Zar belegten, doch hießen die Fürsten im Allgemeinen noch bis zum 16. Jahrhundert Welikije Knjästij, Großfürsten. So gab es Groß­fürsten von Kiew, Wladimir und Moskau. Der Großfürst, Wassilij Jwanowitsch nahm im Jahre 1505 zuerst den Titel Ssamodershetz (Selbst­herrscher) an und sein Sohn, Iwan Grosnyj (der Schreckliche) ließ sich zuerst am 16. Januar 1547 feierlich als Zar von Moskau krönen, welcher Titel nach der Eroberung von Kleinruß- land und Swolensk (1654) in den Zar von Groß-, Weiß- und Kleinrußland,aller Reußen", d. h. aller Rußlands (nicht aller Russen) um- geändert wurde. Peter der Große, welcher sein Land auch äußerlich zu einem europäischen machen wollte, legte sich im Jahre 1721 den Titel Jmpjerator bei und verbot den amtlichen Gebrauch des Titels Zar. Verschiedene euro­päische Länder weigerten sich jedoch anfangs, diese Aenderung anzuerkennen, und Polen, Spanien sowie die Türkei haben den neuen

Titel erst unter Katharina II. anerkannt. Die amtliche Anwendung der Bezeichnungen Zaritza (Zarin), Zarewitsch (Zarensohn) und Zarewna (Zarentochter) hörte mit dem gewaltsamen Tode Alexeis, des Sohnes Peters I., auf und die Kaiserin hieß fortan Jmperatritza, die Söhne und Töchter aber Welikije Knjäsij und Welikija Knjaginij, d. h. Großfürstin und Großfürstinnen. Paul I. legte jedoch im Jahre 1799 seinem Sohne Konstantin ^ Titel Zäsarewitsch bei und diesen (nicht Barer. *|^) führt auch jetzt noch der Thron­folger. Srp Nikolaus I. gab der Frau des Thronfolgers den Titel Zäsarewna. In dem vollständigen Titel der russischen Kaiser kommt der Name Zar als Bezeichnung der früheren Theilfürstenthümer noch vor, ebenso der von Alexander I. angenommene durchaus unhistorische Name einesZaren von Polen". Im russischen Volke hat die Bezeichnung Imperator bis heute noch nicht Eingang gefunden und dort heißt der Kaiser noch immer Zar, die Kaiserin Zaritza. Beifügen möchten wir diesen Bemerkungen der Franks. Ztg." noch, daß der slavische Name für König" Kral, Krol nichts Anderes ist als der deutsche Name Karl. Er ist durch Karl den Großen ebenso zum Titel geworden, wie Caesar, durch den großen Römer dieses Namens.

Aus Kronstadt wird gemeldet: Auf allen Rheden steht Eis; der Dampferverkehr mit Petersburg ist eingestellt. Ein Dampfer aus Finland traf völlig vereist hier eiu; der Kapitain sagt aus, das Eis reiche bis zum Tolbuchin- Leuchtthurm. Das sogenannte Londoner Leucht­feuer ist nicht gelöscht, von See werden noch 7 Dampfer erwartet.

Paris, 9. November. Ein Individuum versuchte in vergangener Nacht die Magazine des Arsenals von Briancon anzuzünden, wurde aber dabei ertappt. Der Verbrecher schoß auf seine Verfolger und entkam.

Paris, 10. November. DerTemps" meldet aus Briancon: Zum zweiten Male wurde versucht, die Magazine der Zeughäuser anzuzünden. Der patrouillirende Unteroffizier verscheuchte den Unbekannten, welcher einen mit Petroleum ge­tränkten Flachsknäuel anbrennen wollte. Der Brand des Arsenals hätte schreckliche Folgen gehabt, weil die Pulvermagazine und das Militär­spital angrenzen.

Mit furchtbaren Martern hat der chinesische Hauptmann Tso-Ving-Lin den Ver­rath büßen müssen, den er verübte, indem er eine Proviantabtyeilung, die er führte, den Japanesen in die Hände spielte und dem japanischen General

Oyam Mittheilungen über die Absichten des chinesischen Generalstabs machte. Er wurde in dem Städtchen Do-Ke-Li unweit Mukden auf den großen Platz gebracht, der von Truppen besetzt war. Hier band man ihn zunächst auf ein Brett, an das man seine Ohren festnagelte. Nachdem dies geschehen, hielt man ihm glühende Eisen auf die Augenwimpern. Einer der Folterknechte öffnete ihm den Mund und riß ihm die Zunge mittelst einer Zange aus. Die Hände wurden mit Theer bestrichen und dieses angezündet. Dasselbe Verfahren wurde mit den Füßen vor­genommen. Nun trat eine Pause ein, während welcher ein Herold im Namen des Kaisers ver­kündete, daß Hauptmann Tso-Ving-Lin seiner Würden als Hauptmann, Soldat und Mensch entkleidet sei. Zugleich wurde an Buddha die Bitte gerichtet, er möge den Verurtheilten nicht zu sich aufnehmen. Hierauf nahm die Folterung ihren Fortgang. Man riß dem Unglücklichen, der noch lebte, die Nase auf, schlug seine Zähne mit einem Hammer ins Fleisch. Schließlich gab man ihm ein Klystier mit siedendem Oel. Dies führte den Tod des Gemarterten herbei.

(Unheimliche Zumuthung.) In einem Berliner Blatte findet sich folgende Annonce:Gesucht werden einige Mädchen, welche in Herrenhemden eingenäht sind. Näheres rc."

Standesamtsbezirk SchenklengSfeld.

Monat Oktober 1894. Eheschließungen.

Am 20. Oswald Daube, Musikus zu SchenklengSfeld, mit Maria Elisabeth Riebold zu Hof Rimmerode.

Geburtsanzeigen.

Am 7. Christina, T. des Dienstknechts Johannes Strack zu SchenklengSfeld. 8. Mathias Martin, S. des Acker­manns Johann Georg Mannel zu Wehrshausen. 12. Heinrich Georg, S. der unverehelichten Anna Catharina Krops zu Dünkelrode. 21. Johannes August, S. des Maurers Heinrich Klee zu Wüstfeld. 24. Anna Margaretha, T. des Tagelöhners Christian Schüler zu SchenklengSfeld. 29. Ernst, S. dds Ackermanns Johannes Schneider VII. zu SchenklengSfeld. 30. Heinrich, S. des Landbriefträger« Daniel Berger zu SchenklengSfeld.

S t e r b ^ f ä l l e.

Am 8. Johann Heinrich, S. des Zimmermanns JustuS Johannes Göbel zu Wüstfeld, 2 Monate alt. 13. Heinrich, S. des Ackermanns Johannes Burghard Sieling zu Conrode, 1 Jahr alt. 27. Heinrich Möller Ackermann zu Schenk- lengsfeld, 77 Jahre alt.

Weizen (si 100 Kilogr.) 12 Mk. Pf.H 12 Mk. 25 Pf. (Durchschnittspreis 12 Mk. 13 Pf.) Roggen (ä 100 Kilogr.) 10 Mk. 50 Pf. bis 11 Mk. 20 Pf. (Durchschnittspreis 10 Mk. 55 Pf.) Hafer (a 100 Kilogr.) 10 Mk. 40 Pf.) bis 13 Mk. 10 Pf. (Durchschnittspreis 12 Mk. 25 Pf.

AI^HIO^l.

Danksagung.

Mein Sohn, jetzt 12 Jahre alt, erkrankte in seinem dritten Jahre an der Hüftgelenk-Entzündung und reiste ich mit ihm zu verschiedenen, mir als besonders tüchtig empfohlenen Aerzten, aber leider ohne jeden Erfolg; im Frühjahr desselben Jahres brächte ich meinen Sohn schweren Herzens zur Behandlung in's Kinderkranken­haus nach Bremen, woselbst er drei­mal einer Operation unterworfen wurde, nach einem Aufenthalt von 15 Monaten wurde mir von dortigen Aerzten eine Luftveränderung für ihn empfohlen, und holte ich ihn daraufhin ungeheilt zurück. Bis zum vorigen Jahre habe ich nun wiederholt bei verschiedenen Aerzten um Rath nach­gesucht, die so sehr ersehnte Hülfe blieb aber aus und die bei der Ope­ration entstandenen Wunden waren und blieben offen; auf verschiedenes Anrathen wandte ich mich nun im vorigen Herbst an den homöo- patischen Arzt Herrn Dr. med. Volbeding in Düsseldorf, durch dessen gütige Anordnung er nunmehr nach einer Knr von 6 Monaten voll­ständig geheilt wurde. Nächst Gott kann ich letztgenanntem Herrn nicht genug für diesen glücklichen Erfolg dankbar sein, und wünsche ich auf­richtigen Herzens, daß vorerwähntes Zeugniß noch viele Leidende veran­lassen möge, sich an denselben zu wenden.

Spielleroog (Kreis Wittmund), den 11. März 1893.

Marie Jansjeu geb. Edden.

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Von wem, sagt die Exped. d. Bl. Kilt gchck Mini vom Lande zu einem Kinde von 2 Monaten baldigst nach auswärts gesucht. Meldungen vermittelt die Expedition b. Bl.

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