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Hersfelher Kreisbilitt.
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Mustrirtes Sonntagsblatt".
Mr. 115.
Dienstag den 8. Oktober
1894.
Bestellungen aus das Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentliche« Gratis-Beilage „Jüustrirtes Soiultlistsblatt" für das IV. Quartal 1894 werden noch von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriesträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 22. September 1894.
Wie aus dem nachstehend abgedruckten Ver- zeichniß heroorgeht, läuft die Amtsdauer der Schiedsmänner und deren Stellvertreter in dem größten Theile der Gemeinden des Kreises demnächst ab.
Die Herren Ortsoorstände der in Betracht
Verzeichnis; derjenigen Gemeinden des Kreises, in welchen die Amtsdauer der Schiedsmänner und deren Stellvertreter in Kürze abläuft und deshalb gemäß § 3 der Schiedsmanns-Ordnung vom 29. März 1879 von der Gemeinde-Vertretung Neuwahlen vorzunehmen sind.
«
Gemeinde.
Ablauf der Amtsdauer des
Gemeinde.
Ablauf der Amtsdauer des
Schieds- manns.
Stellvertreters.
Schieds- manns.
Stellvertreters.
1
Allendorf
23. 12 94
23. 12 94
33
Lautenhausen
12. 12 94
12. 12 94
2
Allmershausen
7. 12 94
11. 12 94
34
Leimbach
12. 12 94
12. 12 94
3
Ausbach
13. 12 94
15.12 94
35
Malkomes
21. 12 94
21. 12 94
4
Beiershausen
28. 12 94
—
36
Mecklar
7. 12 94
7. 12 94
5
Vengendorf
12. 12 94
12. 12 94
37
MengShausen
29. 12 94
29. 12 94
6
Biedebach
7. 12 94
18. 12 94
38
Motzfeld
12. 12 94
12. 12 94
7
Conrode
12. 12 94
12. 12 94
39
Niederjossa
15. 12 94
15.12 94
8
Dünkelrode
23. 12 94
21. 12 94
40
Oberhaun
7. 12 94
7. 12 94
9
Eitra
7. 12 94
17. 11 94
41
Obergeis
7. 12 94
7. 12 94
10
Friedlos
7. 12 94
7. 12 94
42
Oberlengsfeld
16. 12 94
12. 12 94
11
Gersdorf
23. 12 94
15.12 94
43
Philippsthal
15.12 94
16. 12 94
12
Gershausen
15. 12 94
23. 12 94
44
Ransbach
16. 12 94
16.12 94
13
Gethsemane
12. 12 94
12. 12 94
45
Reckerode
23. 12 94
23. 12 94
14
Gittersdorf
7. 12 94
7. 12 94
46
Reilos
7. 12 94
7. 12 94
15
Goßmannsrode
11.1 95
11.1 95
47
Reimboldshausen
23. 12 94
15.12 94
16
Harnrode
12. 12 94
12.12 94
48
Rohrbach
7. 12 94
7. 12 94
17
Hattenbach
29.12 94
29. 12 94
49
Rotensee
7. 12 94
7.12 94
18
Heenes
6.5 94
7. 12 94
50
Rotterterode
27.6 94
23. 12 94
19
Heimboldshausen
12. 12 94
12. 12 94
51
Röhrigshof mit Nippe
12. 12 94
12.12 94
20
Hersa
12. 12 94
12. 12 94
52
SchenklengSfeld
14. 12 94
14.12 94
21
HillartShausen
12. 12 94
12. 12 94
53
Sieglos
7. 12 94
7.12 94
22
Hilmes
14. 12 94
24. 12 94
54
Stärklos
23. 12 94
15.12 94
23
Hilperhausen
7. 12 94
24. 12 94
55
Tann
14.1 95
10.3 95
24
Holzheim
23. 12 94
29. 12 94
56
Untergeis
7. 12 94
7. 12 94
25
Kathus
7. 12 94
7. 12 94
57
Unterneurode
15.12 94
12. 12 94
26
Kemmerode
23. 12 94
23. 12 94
58
Unterweisenborn
15.12 94
12. 12 94
27
Kerspenhausen
23. 12 94
23. 12 94
59
Wehrshausen
—- .
16. 12 94
28
Kirchheim
23. 12 94
23. 12 94
|60
Widdershausen
12. 12 94
12. 12 94
29
Kleba
23. 12 94
15.12 94
61
Willingshain
24.12 94
24. 12 94
30
Kleinensee
12. 12 94
12. 12 94
'62
Wölfershausen
12. 12 94
12. 12 94
31
Kruspis
23. 12 94
23. 12 94
63
Wüstseld
11. 10 93
12. 12 94
32
Landershausen
12. 12 94
12. 12 94
kommenden Gemeinden haben die Ausschußvorsteher zu veranlassen, unter genauer Beachtung der Bestimmungen in den §§ 2 und 8 der Schieds- mannsordnung vom 29. März 1879 (Kreisblatt Nr. 51 und 52) die Neuwahlen der Schiedsmänner und deren Stellvertreter durch den G e - meinde-Ausschuß baldigst vornehmen zu lassen, und nachdem die etwa geltend gemachten Ablehnungsgründe erledigt sind, die Wahlver- Handlungen nebst den beizufügenden, auf die Person der Gewählten Bezug habenden, für die Bestätigung erheblichen Mittheilungen (Wohnsitz, Alter, Beschäftigung, etwaige Bestrafungen, Vermögenslage ic.) bis zum Schlüsse des Monats Oktober d. I. an das P r ä s i d i u m des Landgerichts zuCassel einzusenden.
Daß die bisherigen Schiedsmänner und Stellvertreter mit ihrer Zustimmung auf die nächstfolgende dreijährige Amtsperiode wiedergewählt werden können, ist selbstredend.
Die Erledigung dieser Verfügung ist mir von den Herren Ausschußvorstehern bis zum 5. November d. I. berichtlich anzuzeigen.
I. 4883. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schlei nitz, Geheimer Regierungs-Rath.
Politische Nachrichten.
Berlin, 29. September.
S e. Majestät der Kaiser, Allerhöchst- welcher während des Aufenthaltes auf dem Jagdschlösse Rominten bereits mehrere starke Hirsche erlegte, wird noch bis gegen Ende der kommenden Woche daselbst verweilen und Allerhöchstsich dann von Rominten nach Hubertusstock begeben. Am 12. oder 13. Oktober dürfte Se. Majestät wieder im Neuen Palais eintreffen.
Die Aeußerung Sr. Majestät des Kaisers bei der Abfahrt von T h o r n zum Ersten Bürgermeister Dr. Kohli lautete, wie, nach der „Danz. Ztg.", von authentischer Seite mitgetheilt wird: „Ich wünsche, daß das, was ich heute Vormittag gesagt habe, allgemein bekannt werde; ich habe nicht blos in den Wind gesprochen. Ich kann auch sehr unangenehm sein und werde es, falls erforderlich', auch werden."
(SozialdemokratischeLandagitation.f Die Sozialdemokraten wissen sehr wohl, daß sie anf einen Sieg ihrer Anschauungen erst rechnen können, wenn sie ihre Anhänger nicht nur unter der Bevölkerung der großen Städte, sondern auch auf dem Lande zählen, und sie sind daher schon seit lange eifrigst bestrebt, die ländliche Bevölkerung zu sich hinüberzuziehen, bisher freilich, wie sie sich nicht verhehlen können, ohne Erfolg. Woher kommt dies nun? Die Sozialdemokratie giebt selbst die Antwort darauf: weil das wahre Gesicht der revolutionären und religionslosen Sozialdemokratie die ländliche Bevölkerung abstößt. Oder wie könnten wir folgende Auslassung eines badischen sozialdemokratischen Blattes anders verstehen, wenn es schreibt: „Schließlich wollen wir aber noch auf einige Ungeschicklichkeiten Hinweisen, die von jungen, unerfahrenen Parteigenossen bei ihren Sonntagsausflügen aufs Land gemacht werden. Wir meinen das Absingen beleidigender oder auf dem Lande nicht richtig zu verstehender Lieder, das Schimpfen über alles mögliche, namentlich über Sachen, wovon die jungen Herren in der Regel blutwenig verstehen rc. Eine solche Agitation, die unseren Grundsätzen widerstrebt, stiftet nur Haß und Erbitterung unter unseren Gegnern. Hierdurch kann die segensreiche Thätigkeit erfahrener Genossen sehr in Frage gestellt werden. Solche Elemente mögen lieber zu Hause bleiben, dort etwas ordentliches lesen oder sich unter die Obhut älterer Genossen begeben. Man halte sich stets vor Augen: die fürs Land bestimmten Agitatoren, Redner, müssen aus den besten, besonnensten Elementen bestehen, dann aber wird der Erfolg aus dem Lande ein geradezu großartiger werden!" Das will doch nichts anderes besagen, als daß das wahre Gesicht der Sozialdemokratie auf dem Lande nicht gezeigt werden soll, vielmehr die Agitatoren dort unter der Maske unschuldiger Biedermänner auftreten sollen. Denn daß das in den Koth ziehen alles Hohen den Grundsätzen der Sozialdemokratie nicht in Wahrheit widerspricht — wie das genannte Blatt mit heuchlerischem Augenaufschlag glauben machen möchte —, zeigt eine Lektüre ihrer gelesensten Blätter und das Verhalten selbst der Parteihäupter in städtischen Versammlungen. Was aber den „großartigen Erfolg" anbelangt, so trauen wir