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Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Herssel-kl KreisbKtt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageM,»striktes Sonntagsblatt".________________

Mr. 113.Donnerstag den 27. September 1894.

Abonlikmcilts-Einladullg.

Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonne­ment auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit der wöchentlichen Gratis-Beilage Jllustrirtes Sonntagsblatt".

Wir bitten das Abonnement rechtzeitig erneuern zu wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustellung eintritt.

Der vierteljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" mit der wöchentlichen Gra­tis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt" beträgt 1 Mark 40 Pfg.

Neu hinzutretenden Abonnenten wird das Kreisblatt auf Wunsch vom Tage der Bestellung an bis 1. Oktober 1894 gratis und franco zu­gesandt.

Inserate finden zweckentsprechende Verbreitung und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 25. September 1894.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit* Erledigung meiner Verfügung vom 15. April 1886 Nr. 4578, im Kreisblatt Nr. 46, betreffend die Herbstkörung der Zuchtbullen, noch im Rück­stände sind, werden hieran mit Frist bis zum 3. Oktober d. Js. bei Meidung von 3 M. Strafe erinnert.

I. Nr. 4578/86. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Negierungs-Nath.

Ias JinÄnö van Muhma.

Von F. P.

(Fortsetzung.)

Dort war inzwischen ihre Angelegenheit auch schon besprochen. Als Paul seinem Vater die Nachrichten aus dem Scharfenbergschen Hause brächte, schüttelte dieser ein über das andere Mal den Kopf. Offenbar wußte er sich aus alle- dem keinen Vers zu machen. Er sollte jedoch nicht lange in Ungewißheit bleiben, denn er war erst kurze Zeit mit seinem Sohn bei einer Gartenarbeit beschäftigt, als ein Wagen ins Dorf gefahren kam und bei seinem Hause stille hielt. Der alte Lehrer ging alsbald durchs Haus vor die Thür, um zu sehen, wer da sei, und war nicht gerade angenehm überrascht, als der Kauf­mann Müller von seinem Gefährt her zu ihm herankam und fragte, ob er ihn wohl in einer wichtigen Angelegenheit ein paar Worte unter nwr Augen sprechen könnte.

Schoner ging dem Kaufmann voran ins Hans und lud ihn durch eine Handbewegung ein, sich un Wohnzimmer niederzusetzen, Offenbar fühlte sich der Kaufmann dem alten Lehrer gegenüber nicht ganz sicher, wenigstens trat von all' seinem sonstigen freien und ungenirten Betragen nichts

Politische Nachrichten.

Wie aus Trakehnen gemeldet wird, traf Se. Majestät der K a i s e r, von einer zahlreichen Menschenmenge mit stürmischen Hurrahrufen be­grüßt, am Sonntag Morgen dort ein und begab sich zu Wagen über Dorf Trakehnen nach dem Jagdhaus Rominten.

Se. Majestät der Kaiser hat mit seiner Vertretung bei der am 31. Oktober, Vormittags

11 Uhr, staltfindenden Enthüllung. des vor der Schloßkirche zu W i t t e n b e r g aufgestellten Kaiser Friedrich-Denkmals den Generaladjutanten Generallieutenant v. Winter­feld beauftragt. Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich hat auf die Einladung zu der Ent­hüllung dem Denkmalskomits zu Händen des Hosbuchhändlers Wunschmann ihren Dank ausge­sprochen und, da Ihre Majestät an dem Tage verhindert ist, ihren späteren Besuch in bestimmte Aussicht gestellt.

Die Thorner Kaiserrede wird seitens derP o st" dahin kommentirt:An alle bürgerlichen Parteien ergeht der Mahnruf, sich zu einer festen Phalanx zu vereinigen gegen die Sozialdemokratie. Alle Versuche, welche namentlich auch in den Blättern der äußersten politischen und kirchlichen Rechten gemacht sind, an dem Königsberger Kaiserwort im Sinne ihrer Sonderbestrebungen und ihrer Sonderinteressen herumzudeuten, sind damit end­gültig abgethan. Wer dem kaiserlichen Mahnrufe zum Kampf für Religion, Monarchie und Sitte folgen will, muß sich jetzt nothgedrungen dazu verstehen, mit den anderen bürgerlichen Parteien, welche sich um die kaiserliche Standarte schaaren, in Reih' und Glied gegen den gemeinsamen Feind mitzumarschiren. Von kleinlichen Streite­reien, welche noch an die Königsberger Rede anknüpften, darf fortan keine Rede mehr sein,

hervor, vielmehr machte er einen unbeholfenen und verlegenen Eindruck. Schoner setzte sich schweigend seinem Besucher gegenüber hin und erwartete, daß der sei» Gewerbe anbringen würde.

Als der Kaufmann sah, daß er die Unterhal­tung beginnen müsse, fing er denn schließlich an, von der Borgmannschen ErbschaftSangelegenheit zu berichten, verleumdete dann Borgmann, daß derselbe die Absicht habe, dies Erbe an sich zu bringen, er, Müller, aber könne solches Unrecht nicht mit ansehen, und das um so weniger, als er sichere Beweise habe, daß Margarethe Scharfen- berg die eigentliche Erbin sei. Mehrmals während seiner Erzählung machte er eine Pause, als er-- marte er irgend eine Bemerkung oder Frage seitens seines Zuhörers, aber der beharrte voll­ständig bei seinem Schweigen, und erst, als Müller zu Ende erzählt hatte, fragte er:Unb wozu erzählen Sie mir diese ganze Geschichte?"

Ja, ich dachte, weil Sie sich doch der Marga­rethe immer angenommen hätten, so würden Sie auch jetzt Borgmann gegenüber für sie eintreten."

Nein Herr Müller," antwortete der alte Mann, die Sache geht mich nichts an."

Nun, dann nehmen Sie es nicht übel, wenn ich gestört habe," sagte Müller, offenbar sehr ver­drießlich über den kühlen Empfang und die ein­

und alle patriotischen Männer von politischem Einfluß sollten ihren ganzen Einfluß in die Waagschale werfen, daß der große Moment der Sammelung aller staatserhaltenden Elemente um das kaiserliche Banner kein kleines Geschlecht vorfindet, sondern, wie einst gegen den äußeren Feind, jetzt bei dem Aufrufe gegen den inneren Feind das Wort sich bewahrheitet: Der König rief und Alle kamen! Ein weiterer Punkt' von nicht unerheblicher Bedeutung ist der auf die Polen bezügliche Satz der Thorner Rede. Nicht sowohl deshalb, weil auch sie zu dem gemeinsamen Kampfe gegen die Sozialdemokratie aufgerufen werden, als wegen des auf die Polenpolitik be­züglichen Satzes." Letzteren Satz faßt die Magdeburgische Zeitung" dahin auf: Mit Nachdruck hat der Kaiser hervorgehoben, daß die Preußen polnischer Zunge sich seiner Gnade und Theilnahme nur zu versehen haben, wenn sie sich unbedingt als Preußen fühlen. Das ist es ja eben 'gewesen, was ben Führern der polnischen Bewegung, auch den gemäßigten, mit Recht vorgehalten werden konnte und was Maßregeln zum Schutze des Deutschthums unserer Regierung geradezu zur Pflicht gemacht hat, daß jene sich alle nur als Preußen auf Kündigung gefühlt und betrachtet haben."

Zum 18. Oktober, dem Gedenktage der Völker­schlacht von Leipzig, wird vom deutschen Patriotenbunde in Leipzig zum Besten der Er­richtung eines Völkerschlacht-Denkmals eine großartige Feier veranstaltet. Reichstags- abgeordneter Pros. Hasse hat es übernommen, eine der Bedeutung des Tages entsprechende patriotische Rede zu halten.

Der in Karlsruhe versammelte Verband deutscher Gewerbevereine beschloß, eine Petition an den Reichstag zu richten, in der die Annahme eines Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb befürwortet wird, ferner an den

fache Zurückweisung.

O bitte!" antwortete Schoner und erhob sich, womit der Kaufmann die Unterhaltung als ge­schloffen betrachten konnte und ging.

Der alte Lehrer aber hatte genug gehört, um jetzt Klarheit über den Besuch Borgmanns bei der alten Scharfenberg zu haben, nur eins war ihm noch nicht verständlich, daß die Alte so ruhig gewesen war und von Borgmann so gut ge­sprochen hatte.

Doch darüber klärte ihn die Alte selber, als sie gegen Mittag zu ihm kam, vollständig auf, denn sie berichtete ihm ganz nach der Wahrheit, was zwischen ihr und Borgmann gesprochen war, und bat ihn um seinen Rath. Und da war nun der alte brave Mann nicht so zurückhaltend, wie dem Kaufmann gegenüber. Er verwies die Scharfenberg auf ihr Gewissen, das habe ihr ja schon deutlich genug gesagt, messen Recht älter sei, nämlich das des leiblichen Großvaters, und sie thäte am besten, wenn sie sich zu dem Pastor begebe und dem, der ja auch Margarethens Vor­mund sei, die ganze Angelegenheit anvertraue. Dann aber tröstete er nun auch die in Thränen vor ihm sitzende Frau, daß Margarethe ihr ja auf keinen Fall ihre Liebe entziehen, und daß der Bauer, wenn er wirklich so weich und stille