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Herssel-er Kreisbliltt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageMuftrirtes Sonntagsblatt".

Mr. 93.

Sonnabend den 11. Anglist

1894.

Der Waldbestand Preußens betrug im Jahre 1893 8,19 Mitlionen ha gegen 8,15 Millionen ha im Jahre 1883. Hiervon waren 2,66 Millionen ha oder 32,5 v. H. mit Laubholz und 5,52 Millionen ha oder 67,5 v. H. mit Nadelholz bestanden. Miteingerechnet sind hierbei die sogenanntengemischten Bestände", die je nach der vorherrschenden Holzart zum Laub- oder zum Nadelwald gerechnet sind. Man zählte 113 000 ha, in denen das Laubholz und 263 000 ha, in denen das Nadelholz überwog.

Die vorherrschende Baumart in den preußischen Forsten ist die Kiefer, welche 4,34 Millionen ha oder 53,0 v. H., also mehr als die Hälfte des ganzen Waldbestandes Preußens bestockte. Hieran reihen sich die Buchen und verschiedenes Laubholz mit 1,06 Millionen ha = 13,0 v. H., ferner die Fichten und Tannen mit 898 000 ha oder 11,0 v. H. Fast gleiche Bestandsflächen werden für Eichen (329 000 ha = 4,0 v. H.), Eichen- schälwald (323 000 ha 3,9 v. H.), Birken, Erlen und Aspen (305 800 ha = 3,7 v. H ) nachgewiesen. Es folgen alsdann Stockausschlag mit Oberbäumen (267 000 ha = 3,3 v. H.) und sonstiger Stockausschlag ohne Oberbäume (234 000 ha = 2,9 v. H.). Nur verhältnißmäßig geringe Flächen waren dem Anbaue von Weidenheegern gewidmet (26 500 ha 0,3 v. H.) und mit Lärchen bestanden (20 700 ha 0,25 v. H.).

Bedingt durch das Klima und den Boden, sind die Bestandsverhältnisse der Holzarten in den einzelnen Provinzen sehr verschieden. Das Laub­holz war am meisten iyi Rheinlande vertreten, wo es 77,2 v. H. des Waldbestandes dieser Pro­vinz einnahm; daran schließen sich Westfalen, Hessen-Nassau und Schleswig-Holstein mit 71,3 beziehungsweise 70,0 und 67,2 sowie Hohenzollern und Hannover mit 43,6 bezw. 39,1 v. H. ihres Waldbestandes. Auf fast gleicher Höhe halten sich Sachsen, Pommern und Ostpreußen mit 29,3 bezw. 26,0 und 20,5 v. H. Westpreußen, Schlesien und Posen weisen an Laubholz nur 12,9, 12,8 und 11,7 v. H. ihres gesammten Waldbestandes auf; am niedrigsten steht hierin Brandenburg mit nur 7,8 v. H. seines Wald­bestandes.

Was die Bertheilung des Nadelholzes auf die einzelnen Provinzen betrifft, so nehmen Branden­burg, Posen und Schlesien mit 92,2, 88,3, 87,2 v. H. die erste Stelle ein; ihnen folgen unmittelbar Westprenßen, Ostpreußen, Pommern und Sachsen mit 87,1 bezw. 79,5, 7PO und 70,7 v. H. Ein Antheil von noch 60,9 bezw. 56,4 v. H. entfällt auf Haunover bezw. Hohenzollern; dagegen sinkt derselbe für Schleswig - Holstein, Hessen- Nassan, Westfalen und Rheinland auf 32,8, 30,0 28,7 und 22,8 v H. ihres gesammten Waldbe (taubes.

Politischc Nachrichten.

Dem Vernehmen nach wird S e. M a j e st ä t der Kaiser sich am Sonntag von der Königin Victoria in Osborne verabschieden und am Montag den 13. b. M., früh 7 Uhr, an Bord der königlichen NachtAlberto" nach PorlS- mouth und von dort mittels Extrazuges nach dem

Truppenlager zu Aldershot sich begebeu. Während des Aufenthalts in Aldershot wird Se. Majestät Gast des Herzogs von Connaught sein. Nach den bisher getroffenen Bestimmungen dürfte der Kaiser am 14. August von Aldershot nach Gravesend reisen, wohin dieHohenzollern" in­zwischen abgegangen sein wird, um daselbst die Ankunft Sr. Majestät zu erwarten, welche vor­aussichtlich Dienstag Abend erfolgt.

Wie westfälische Blätter melden, hat in Sachen der L a n d w i r t h s ch a f t s k a in m e r n der Minister für Landwirthschaft, Romainen und Forsten Veranlassung genommen, eine Kommission von je sieben Mitgliedern des l a n d w i r t h - s ch a s t l i ch e n P r o v i n z i a l v e r e i n s und des Westfälischen B a u e r n v e r e i n s unter dem Vorsitze des Oberpräsidenten und unter Entsendung eines eigenen Kommissars zu berufen, welche für die Provinz Westfalen den in dem Gesetze über die Landwirthschastskammern vorge­sehenen S t a t u t e n e n t w u r s behufs späterer Vorlage an den Provi-.ziaüaudtag vor tu rathen soll.

Vom Kultusministerium ist eine Neuordnung des Präparandenbildungswesens in Aussicht genommen. Das Unterrichts- ministerium hat bereits vor einiger Zeit mehrere auf dem Gebiete des Lehrerbildungswesens her­vorragend thätige Schulmänner mit der Aus­arbeitung eines genauen Planes über die Neugestaltung der Präparandenbildung betraut. Die Berichte dieser Fachmänner liegen bereits dem Unterrichtsministerium vor.

Die Generalversammlung des evangelischen Bundes in B o ch u in war zahlreich aus allen Theilen Deutschlands und auch aus dem Auslande besucht. Konsistorial- präsident v. W e st h o v e n aus Münster bezeich­nete in seiner Eröffnungsrede den evangelischen Bund als nothwendige Lebensäuberung der evangelischen Kirche. Alsdann wurde folgendes B e g r ü ß u n g s - T e l e g r a m in an S e. M a j e st ä t den Kaiser abgesandt:

Sr. Majestät dem Kaiser, Cowes, England.

Ew. Kaiser!, und Königl. Majestät, dem er­habenen Schirmherrn unserer evangelischen Kirche, dem rastlosen Förderer evangelischen Lebens, dem leuchtenden Vorbilde evangelischer Glaubenstreue bringt die aus allen Gauen Deutschlands zahlreich besuchte VII. General­versammlung des Evang Bundes zu Bochum das Gelübde unwandelbarer Treue! Gott segne Ew. Majestät, erhalte unserem theueren Vaterlande den äußeren und helfe ihm zum inneren Friede»!

Graf W i u tz i n g e r o d e. Professor S ch o l z - Berlin hielt einen längeren Vortrag über die weltüberwindende Kraft deü evangelischen Glaubens. Auf Antrag des Professors Dr. Beyschlag- Halle wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Versammlung sich gegen dieWiederzulassung der Redemptoristen erklärt.

In der Tagespresse werden neben den Mit­theilungen über Erkrankungen an Cholera vielfach auch Nachrichten über ch o l e r a ver­dächtige Krankheitsfälle gebracht. Da von den letzteren in der Regel ein Theil später als nicht auf Cholera beruhend ersannt wird, läßt

die Veröffentlichung aller Verdachtsfälle den Ge­sundheitszustand ungünstiger erscheinen, als er thatsächlich ist. Hieraus erwächst für den Verkehr, namentlich nach dem Auslande hin, die Gefahr empfindlicher Belästigungen, und es liegt daher im Interesse des Verkehrs, die nur verdächtigen Krankheitsfälle von den Veröffentlichungen aus- zuschließen.

Auf der im Februar d. I. in Berlin abge- haltenen Hauptversammlung des Deutschen Herbergevereins ist von verschiedenen Seiten darüber Klage geführt worden, daß den Herbergen der zur Aufrechterhaltung der Ordnung bisweilen erforderliche polizeiliche Schutz über­haupt nicht ober nicht mit dem nöthigen Nachdruck gewährt werde. Die Polizeibehörden sind daher angewiesen worden, den Bestrebungen der Her­bergen zur Heimath, sich von schlechten Elementen zu befreien und ihre Einrichtungen dem bestim­mungsmäßigen Zweck zu erhalten, die volle Unter­stützung zu Theil werden zu lassen.

Nach dem c ? . s i a t i s ch e n Kriegs­schauplatz haben sich in diesen Tagen zum Schutz der deutschen Handelsinteressen nur solche kommen für das deutsche Reich in Frage die Kreuzer Arcona, Alexandrine und Marie mit einer Besatzung von zusammen 805 Mann und 36 Geschützen begebeu. Der Höchstkomman- dirende dieser Fahrzeuge wird der Kapitän znr See Hofmeier sein, der durch sein energisches Auftreten während des brasilianischen Bürger­krieges rühmlichst bekannt ist. Bisher kreuzten die genannten drei Schiffe auf der südostameri- kauischen Station, und es werden daher noch einige Wochen vergehen, ehe sie an ihrem Be- stimmnngsort ankommen, bis dahin ist Deutschland nur durch die Kanonenboote Iltis und Wolf vertreten.

Gutem Vernehmen nach wird die Hinrichtung Caserio'S noch vor dem 15. August stattfinden.

Schon wieder wird vom koreanischen Kriegsschauplatz ein neuer Sieg der Japaner gemeldet. DemReuterschen Büreau" wird anS Dokohama vom 6. d. M. telegraphirt: In Korea haben weitere Gefechte statt- gefunden, in denen die I a p a n e r wiederum Sieger blieben. S e i k w a n wurde von den Japanern mit geringen Verlusten e i n g e n o m - m e n , die Chinesen wurden geschlagen und flohen in der Richtung auf Koshiu. Der Verlust der Chinesen wird auf 500 Todte und Verwundete geschätzt. Die Japaner sind jetzt im Besitze A s a n ü. DasReutersche Büreau" meldet weiter aus Dokohama unter demselben Datum: Die Siege der Japaner riefen große Freude in Tokio und den anderen großen Städten hervor und erhöhten die allge- meine Kriegs st i m m u n g. Der Mikado gestattete durch einen Erlaß den Chinesen, weiter in Japan zu wohnen, voraus­gesetzt, daß sie sich friedlich verhalten. Nach umlaufenbeii Gerüchten soll die japanische Flotte eine Niederlage erlitten haben, doch fehlen alle näheren Angaben, auch über Ort und Datum des angeblichen Treffens.