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Erscheint wöchentlich biet Mal Pienfbifl, Bonnern>!>) imb <oiiiinbciib. Mbonnenicnibpicie vicrttljUhslich 1 Mark 40 Psg exel. Postausschlafl.

Die JusertionS^ebühren betrafen für ben Raum einer Spallzeile 10 Ptg., im amtlichen Theile 15 Psg. Reklamen die Zeile 20 Psg.

Bei größeren Anfträgen entsprechender Rabatt.

jtts elitkl KreisNiltt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Nr. 86.

Donnerstag den 36. Juli

1894.

DmlMnts-FckWg.

Bestellungen auf das Hersfelder Kreisdlalt

mit der wöchentlichen Gratis-Beilage

^Jllustrirtes Sonntags-Blatt^ für die Monate August und September werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land- briefträgern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. Juli 1894.

Der Ackermann Adam M annel zu Wehrs- hausen ist als Bürgermeister der dasigen Ge- meinbe gewählt, bestätigt und heute eidlich ver­pflichtet worden.

I. A. Nr. 1925. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Politifchc Nachrichtcu.

Se. Majestät der Kaiser verblieb am Freitag Bormittag wegen des regnerischen Wetters in Merok im Geirangerfjord an Bord derHoheii- zollern". Erst gegen Abend klärte sich der Himmel soweit auf, daß noch ein längerer Spaziergang an Land unternommen werden konnte. Am Sonnabend früh unternahm Se. Majestät von Merok aus bei schönstem Wetter einen Ausflug nach dem 1000 Meter über dem Meere gelegenen Djnbvand. Das Frühstück wurde an dein zum

l Nachdruck verboten.)

)n Haide lind llloor.

Erzählung

von HauS Wa rring.

(Fortsetzung.)

Das freut mich und Du" sie wandle sich an Annebist auch geladen. Von Deinem Spinnen sprechen sie ja im ganzen Dorf, selbst die Knralene lobt Dein Gespinnst, und das will was bedeuten." Sie trat au das Mädchen heran und untersuchte den Faden auf der Spule. Prächtiges Garn, fein, rund und gleich! Wie­viel Stück spinnst in der Woche?"

Das Mädchen nannte die Zahl.

Und dabei verrichtst noch die Hausarbeit und hast Milchwirthschst und Kälber zu besorge»? Du bist fleißig denk' dran, daß Du bei mir leben Tag eintreten kannst, wenn die Sache hier einmal zn Ende geht."

Na, warum sollt' sie den» zu Ende gehen?" fragte Endrick.

Das kann man nicht wissen, kein Dienst stiert ewig. Der lahme Mikelis anS der Schmied' kommt heut Abend auch mit seiner Ziehharmonika, da wollen wir noch eine Stund' tanzen, wenn wir genug gesponnen haben."

Ach Du, mein Himmel, wie prächtig!" rief litte.

Theil noch mit Eis bedeckten See der Schnee­region eingenommen; die ganze Partie, welche meist zu Fuß zurückgelegt würbe, verlief in durch­aus gelungener Weise. Am Sonntag früh um 8 Uhr setzte Se. Majestät an Bord derHohen- zollern" von Merok aus die Reise fort und ge­dachte durch den Nord-Fjord und Jnvik-Fjord nach Oldören zu fahren, woselbst die Ankunft am Sonntag Abend erfolgen sollte.

Wie nunmehr verlautet, sind für ben A n fent - halt Sr. Majestät des Kaisers in C o w e s vier Tage (7. bis 10. August) in Aus­sicht genommen. Die Abreise erfolgt voraussicht­lich von Wilhelmshaven aus am 5. August.

In Preußen wurden die Gewerbeauf­sichtsbeamten beauftragt, ihre Aufmerksam­keit fortgesetzt der Frage zuzuwenden, ob und in wie weit die G e s a n g e n e u a r b e i t die Er­werbsthätigkeit der kleingewerblichen Berufe be­einträchtige. Insbesondere sollen auch Klagen freier Arbeiter über Beeinträchtigungen durch ben Wettbewerb der Gefangenenarbeil auf ihre Be­rechtigung eingehend untersucht werden, gleichviel ob es sich dabei um Außeuarbeit der Gefangenen oder um deren Beschäftigung in Anstalten handelt. Die 'Gewerbeanfsichtsbeamten werden veranlaßt, zu diesem Zweck nach vorheriger Verständigung mit den Gefängnißvorständen die Arbeitsein- richtungen der Strafanstalten, sowie die von ben Unternehmern verwendeten Maschinen zu besich- tigen und über ihre Beobachtungen den zuständigen Stellen Bericht zu erstatten.

Wie schon erwähnt, hatte der Vorstand des deutschen T a b a ck v e r e i n s seinen Mit- gliedern empfohlen, die ihnen vorgelegten Frage­bogen bezüglich der Zahl der in der Tabacks­industrie beschäftigten Arbeiter auf das Genaueste zu beantworten. Da noch immer An­

Unb meinen Kirschschnaps sollst auch ver­suchen, der ist dies Jahr nicht schlechter als sonst. Adjeh jetzt ich seh,' der Kristup hat die Ferkel schon aufgeladen, und ich muß machen, daß ich wieder nach Haus komme." Sie ging, von Endrick begleitet, auf die Straße hinaus, und ein paar Minuten später hörte man ihren Wagen davon rattern.

Die Urte aber war ganz aufgeregt von der Aussicht auf den abendlichen Tanz und konnte sich in Lobeserhebungen über die Grita garnicht genug thun.

Das ist eine Kluge," sagte sie.Keine Spur von Knickern und Geizen, und dabei doch sparsam. So eine Wirthin gehört auf einen großen Hof. Und wenn der Endrick klug wäre freilich ge­horchen müßt' er Alle müssen ihr gehorchen, der Vater unb der Bruder auch. Aber ich sag': das schad' nichts wenn die Frau ein Einsehen unb eine offene Hand hat."

Ob Endrick derselben Meinung war, erfuhr man nicht. Er stand draußen auf der Straße neben Kristup und sah dem Wagen, in dem Grita mit den Ferkel» davon fuhr, lachend nach.

Des Abends hatte litte die Suppe um eine gute halbe Stunde früher fertig als sonst und das Geschirr im Umsehen abgewaschen und an die Seite gebracht. Die Knralene brummte zwar etwas über das Weglaufen von Hause, aber dem guten alten Branche, auf dem das Gesinde wie i

fragen aus dem Kreise der Mitglieder an den Vorstand gelangten, so richtete derselbe im Weiteren an die Vereinömitglieder die Bitte, insoweit es in ihren Kräften steht, dafür zu sorgen, daß auch von denjenigen Unternehmern derselben Branche, welche nicht zu dem gedachten Vereine gehören, die in Rede stehende Umfrage in gleicher Weise behandelt wird.

Der Sonntag Vormittag im Neuen Hannover- schen Festsaale eröffnete Abgeordnetentag des deutschen K r i e g e r b u n d e s ist zahl­reich beschickt. Der Bund umfaßt 8666 Vereine mit 722,175 Mitgliedern. Die Unterstützungskasse des Bundes hat im abgelaufenen Jahre 2527 erkrankte Mitglieder mit 47,328 Mark, 1230 hilfsbedürftige Wittwen mit 14,694 Mark unter­stützt, außerdem an 21 Jubilare 650 Mark ge­spendet. Der Bund hat dem Staate seine Sanitätskolonnen, 317 an Zahl mit 7294 Mit­gliedern im Sinne der Genfer Konvention zur Verfügung gestellt ^nb sich behufs Errichtung eines Kaiser Wilhelm-Denkmals aus dem Kyff- Häuser den Verbänden der übrigen deutschen Bundesstaaten angeschlossen. Die Sterbekasse des Bundes zählte bei Jahresschluß 1893 13,098 Mitglieder mit einem versicherten Kapitale von 3,408,800 Mark; Ende Mai war die Mitglieder­zahl bereits auf 17,516, das Versicherungskapital auf 4,125,688 Mark gestiegen. Während des vierjährigen Bestehens der Kasse sind 66,533 Mk. Sterbegelder gezahlt worden. Die von einem Delegirten gestellte Frage, ob Jemand, der wegen sozialistischer Umtriebe ausgeschlossen worden, da­mit auch nicht mehr versichert sei, wurde vom Vorsitzenden bejaht. Der von den Kriegerver- einen der Umgegend am Sonntag Nachmittag | arrangirte Festzug zählte etwa 3500 Theilnehmer, | die 57 Fahnen oder Standarten, 4 Musikkorps

auf seinem althergebrachten Rechte besteht, konnte sie doch nicht widerstreben. Die Mägde machten sich früher auf den Weg,die Mannsleut'" pflegen erst später nachzukommen, wenn in Stall und Wirthschaft Alles beschickt ist.

Auf der großen Diele des Szibber Bauern­hauses ging es lustig her. Die Räder drehten sich flink, unb noch rascher bewegten sich die Zungen. Man las die naive Freude über die in Aussicht stehenden Genüsse auf allen Gesichtern, meistentheils blühenden, jugendfrischen, doch fehlte im Kreise auch nicht an einigen grauhaarigen, runzeligen Franenköpfe», die auch noch ihren Theil an ben kargen Freuden des Lebens mitge- nießen wollten. Heute sollte es besonders hübsch werden, die Grita verstand sich auf so etwas und war zur großen Bäuerin geboren. Ihre Diele war groß wie ein Tanzsaal, dazu bräunte die große Schirmlampe an der Decke so hell, daß man fast bis in die fernsten Ecken hinein jedes Gesicht erkennen konnte, und der Duft von Brat­äpfeln, den die große Röhre des Kachelofens ansströmte, versprach noch einen Extragenuß.

Die beiden Mägde des WieShofs kamen zuletzt, sie hatten den weitesten Weg zu machen. Die alte Urte wurde mit Jubel empfangen. Sie war die beliebteste Erzählerin des Dorfs, und ihre gruseligen Geschichten" wirkten auf ihre Zn Hörerschaft etwa so, wie ein spannendes Drama auf das hochgebildete Publikum eines großstädti-