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Herssel-el Kttisblutt.

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Nr. 75. Sonnabend den 30. Juni

1894.

Erstes Blatt.

Amtliches.

Hersfeld, den 25. Juni 1894.

In dem Amtsblatt vom l. I. Seite 129 be­findet sich eine Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 1. Juni 1894, betreffend die Kündigung des Restes der Schuldverschreibungen der Staatsanleihe von 1868 A, auf welche Besitzer hiermit aufmerksam gemacht werden.

J. I. 3504, Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Negierungs-Rath.

Hersseld, den 26. Juni 1894.

Im Interesse der Alterthumslehre erhalten die Herren Ortsvorstände die Auslage, künftig vor dem Ausgraben bezw. Aufnehmen etwa aufge- fundener vorgeschichtlicher Grabstätten der Direk­tion des Königlichen Museums zu Cassel recht­zeitig Anzeige zu erstatten, damit dieselbe in der Lage ist, einen Beamten zu entsenden, unter dessen sachverständiger Leitung die Oeffnung des Grabes erfolgt, da die Beobachtung zahlreicher Einzelheiten der Beisetzungsart, der Grabkon- struction u. f. m. oft noch wichtiger ist, als die Funde selbst. Irgendwelche Nachtheile sollen den Besitzern aus der Theilnahme des Beamten nicht erwachsen. Die Mehrkosten eines langsameren Grabens wird das Museum tragen und die Fund­stücke werden nach Marktpreisen bezahlt werden.

J. 1. Nr. 3497. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Negierungs-Rath.

Hersfeld,, den 28. Juni 1894.

Gemäß § 82 Abs. 4 der Kreisordnung vom 7. Juni 1885 wird hierdurch mitgetheilt, daß das Ergebniß der am heutigen Tage im hiesigen Rathhaussaale stattgcfnndeneu Kreistagssitzung, deren Abhaltung in dem Kreisblatt Nr. 68 l. Js. znr allgemeinen Kenntniß gebracht worden ist, Folgendes war:

Zunächst wurde, nachdem vor Eintritt in die Tagesordnung des verstorbenen Kreistagtzmit- gliedes Herrn Heinrich Eichmann aus Niederaula gedacht wurde und die Anwesenden sich zum ehrenden Andenken an denselben von ihren Sitzen erhoben hatten, zur Ausloosung von Mitgliedern der Einkommensteuer - Beranlagungs - Kommission nach Maßgabe des § 34 des Einkommensteuer­gesetzes vom 24. Juni 1891 geschritten. Es schieden durch das LooS aus:

a. aus den Mitgliedern:

I. Herr Bürgermeister Braun hier und

2. Herr Bürgermeister Reinhard in Landershansen;

b. auS den Stellvertretern:

Herr Gutsbesitzer Heinrich Schwarz in Unterbaun.

Zur Ergänzung dieser Kommission wurden ge­wählt und zwar:

a. z n Mitgliedern:

1. Herr Bürgermeister Braun hier,

2. Herr Bürgermeister Reinhard in Landershausen und für den verstorbenen Herrn Mühleubes.

L. Roll von Bingartesmühle:

3. Herr Bürgermeister Ruhn in Asbach;

b. z u Stellvertretern:

1. HerrGutsbesitzer Heinrich Schwarz inUnterhaun,

2. Herr Gutsbesitzer Braun zu Oberrode,

3. Herr Gutsbesitzer Reinhard in Unterweisen­born und

4. Herr Bürgermeister Döring in Sieglos.

Sodann wurde ein Drittel der Verpflegungs­kosten für die in einer Anstalt behufs ihrer Aus­bildung unterzubringende blinde Magdalena Grebe zu Frielingen unter der Bedingung, daß die Ge­meinde Frielingen ebenfalls ein Drittel derselben übernimmt, bewilligt. (Ein Drittel derselben will der Communalverband des Regierungsbezirks Casset übernehmen.)

Hiernach wurden die Projekte über den Ausbau der Landwege rc.:

MengshausenNiederaula,

KathusFriedlos,

Hersfeld'er StraßeClebaNiederaula alsn i ch t d r i u g l i ch", und das Projekt:

OberbreitzbachGlaamNiederbreitzbach alsgleichgültig" für den hiesigen Kreis bezeichnet.

An dem Projekt über den Bau einer neuen Brücke über die Fulda bei Kerspenhausen fand sich nichts zu erinnern und wurde der baupflichtigen Gemeinde Kerspenhausen eine Unterstützung von 8000 Mk. aus Kreismitteln bewilligt.

Auch an dem Projekt über den Bau einer neuen Brücke über die Werra bei Heimboldshausen, welches wegen seines späteren Einganges dahier außer der Tagesordnung zur Vorlage kam, fand sich nichts zu erinnern. Der bau- pflichtigen Gemeinde wnrde ebenwohl eine Unter­stützung aus Kreismitteln und zwar in Höhe von 12000 Mk. bewilligt, jedoch nur unter der Vor­aussetzung, daß hiermit auch die Brücke über den Sterkelsbach im Orte Heimboldshausen besser fahrbar hergestellt wird.

Der Borsitzende des Kreisausschnsses:

Freiherr von S ch l e i n i tz , Königlicher Landrath, Geheimer Negierungs-Rath. A. 1727.

Politische Nachrichten.

Berlin, 28. Juni.

Ihre Kaiserlichen M a j e st ä t e n haben Allerhöchstsich heute von Kiel nach Grün­holz begeben, um daselbst der Taufe der jüngst­geborenen Tochter des Herzogs und der Herzogin Ferdinand von Schleswig -Holstein -Sonderbnrg- Glücksburg beizuwohnen.

Aus Kiel, 28. Juni, meldetW.-T. B.": Se. Majestät der Kaiser ist an Bord der Hohenzollern" um 10'/2 Uhr Vormittags von Eckernförde hierselbst eingetroffen.

Die anderweitige Mittheilung, daß der Antritt der N o r d l a u d s r e i f e Ihrer Majestäten um einige Tage verschoben worden sei, ist nach den bisher getroffenen Bestimmungen unzutreffend. An letzteren ist bis zu dieser Stunde nichts ge­ändert worden, so daß die Abreise Ihrer M a j e st ä t e n des Kaisers und der K a i s e r i n von Kiel nach Norwegen noch immer für Montag den 2. Juli, früh 8 Uhr, in Aussicht genommen ist. Ihre Majestät die Kaiserin

wird, wie schon früher erwähnt, Se. Mubestät den Kaiser nur zum Theil auf der Nordlandsreise begleiten. Die Rückkehr Aller^chstderselben von letzterer dürfte voraussichtlich am 20. Juli, und zwar direkt nach Wilhelmshöhe erfolgen.

Wie man derNordd. Allg. Ztg." aus C h r i st i a n i a , 24. Juni, schreibt, verlautet dort über Kaiser Wilhelm's norwegische Reise, daß der Kaiser, nachdem er am Vor­mittage des 2. Juli von Kiel abgereist ist, am 3. gegen Abend in Stawanger eintrifft, daß von da aus die Fahrt zuerst nach Lysinge und dann durch den Hardanger Fjord nach Eide, von da aus aber auf dem Landwege nach dem Vosse-Thal und nach dem Hotel Stalheim geht. Am 10. Juli soll dann der Seeweg (durch sehr enge Fjorde) von Gudwangen nach Bergen, nachdem der Fjärlands Fjord unterwegs besehen worden ist, fortgesetzt werden. Nach Bergen kommt der Kaiser den 12., und von da fährt er nach zweitägigem Aufenthalte nach Droutheim ab Von Drontheim reift Se. Majestät den 17. Jutt ab, um Merok im Gei- ranger Fjord und Oldören im Jndvig-Fjord zu besuchen. Darauf wird die Rückfahrt nach Bergen angetreten. Der Kaiser verläßt dann Norwegen den 31. Juli und reist von Bergen unmittelbar nach Wilhelmshaven.

(Das Heerergänzungsgeschüft im Jahre 1893.] In den alphabetischen und Restantenlisten werden geführt 664 846 zwanzig­jährige, 469414 einundzwanzigjährige, 312509 zweiundzwanzigjährigc, 75 307 ältere, zusammen 1 522076. Hiervon sind als unermittelt in den Restantenlisten geführt 45 522, ohne Entschul­digung ausgeblieben 117483, anderwärts ge­stellungspflichtig geworden 375390, zurückgestellt 517 186, ausgeschloffen 1 431, ausgemustert 30496, dem Landsturm ersten Aufgebots überwiesen 90217r der Ersatzreserve überwiesen 84394, der Marine-Ersatzreserve überwiesen 334, ausgehoben 234685, überzählig geblieben 8350, freiwillig eingetreten: in das Heer 15814, in die Marine 774. Von den 234685 Ausgehobenen sind für das Heer zum Dienst mit der Waffe 226519, zum Dienst ohne Waffe 4065, für die Marine aus der Landbevölkerung 1898, aus der see­männischen und halbseemännischen Bevölkerung 2203 ausgehoben. Vor Beginn des militär­pflichtigen Alters sind freiwillig in das Heer 15 922, in die Marine 978 eingetreten. Wegen unerlaubter Auswanderung wurden 25851 ver- urtheilt, 11522 sind noch in Untersuchung.

In B a r c e l o n a versuchte ein Mann, welcher in das Hotel des Civilgouvernenrs eingedrungen war, die Thür von dessen Kabinet zu sprengen, wurde jedoch dabei betroffen und verhaftet. Man fand bei ihm einen Dolch. Die Erregung über den Vorfall ist ziemlich groß.

Aus Provinz und Nachbargebiet.

Hersfeld, 29. Juni 1894.

* (P e r s o n a l- V e n d e r ungen.) Er- n annt: der Forstaffessor Lücke in Elbing zum Oberförster in Gottsbüren vom 1. Juli 1894 ab; der Büreau-Assistent Froeb zum Secretair bei dem Provinzial-Schul-Collegium in Cassel; der Gerichtsdiener Otto in Hilders zum Gerichts­vollzieher bei dem Amtsgericht in Schwarzenfels;