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Htrsfel-er KreisMtt.

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Ur. 53.

Dienstag den 8. Mai

1894.

Politischc Rachrichtcu.

Berlin, 6. Mai.

Se. Majestät der Kaiser begab Aller- Höchstsich am Sonnabend früh nach dem Tempel- Hofer Felde und besichtigte daselbst das Kaiser Franz Garde-Grenadierregiment, sowie das Garde- Schützenbataillon. Seine Majestät nahm das Frühstück im Kreise des Offizierkorps des Kaiser Franz Garde - Grenadierregimeuts ein, nachdem Allerhöchstderselbe vorher noch die Bortrüge des Kriegsministers und des Chefs des Militairkabi- netS gehört hatte.

Ihre Majestät die Kaiserin begab AUerhüchstsich am Sonnabend Vormittag kurz vor 10 Uhr nach der Luther-Kirche am Dennewitzplatz, um der feierlichen Einweihung dieser Kirche bei- zuwohnen.

Am königlichen Hofe wurde heute der K e - b u r t S t a g des K r o n p r i n z e n gefeiert. Bei günstiger Witterung gedachte das Kaiserpaar mit den kaiserlichen Prinzen und der nächsten Umgebung einen Ausflug mittelst Dampfers nach der Pfaneninsel zu unternehmen.

Die Ueber Weisungen an dieKreise auf Grund der lex Huene betragen im Ganzen rund 31 M i l l. M a r k, bleiben daher gegen das Etatssoll von 34 Millionen um 3 Mill. Mark oder nahezu 10 pCt. zurück. Für dieses Jahr ist wiederum der Betrag von 34 Mill. Mark eingestellt. Es ist dies bekanntlich das letzte Mal, daß die lex Huene zur Anwendung gelangt, denn von dem Etatsjabre 1895/96 ab fließen auch die landwirthschaftlichen Zölle wieder in vollem Betrage zur Staatskasse. Die Kreise werden daher, wie dieBert. Pol. Rachr." be­merken, gut thun, schon bei der Beschlußfassung

5 m Strome des Lebens.

Roman von Jenny Piorkowskl». (Schluß.)

Wie ruhig, wie beneivenSwerth still war alles ringsum. Ich hatte gehofft, auch mein Inneres werde seine einstige Ruhe wiederfinden damit aber war es nun vorbei! Ich ging in eine neue Welt, von fremden Menschen umgeben, die mich nicht verstanden, nie verstehen würden. O, Gott, was hatte ich denn gethan, daß ich so gestraft wurde? In dem Alter, wo jedes andere Mädchen in vollen Zügen die Freuden dieser Welt genießt, hatte ich bereits mit dem Leben abgeschlossen. Und als ich der freudlosen Zukunft, die meiner harrte, gedachte, füllten meine Augen sich mit Thränen.

Da plötzlich sah ich in der Ferne eine Gestalt auftauchen, sie kam näher die Thränen schwanden, bang klopfte mein Herz, ein heftiges Zittern ergriff meine Gestalt. Sah ich recht, oder täuschten mich meine Sinne? Rein, nein! dar war sein Gang, das war seine schlanke Ge­stalt mit dem stolz erhobenen Kopf. Bis er die Stelle erreicht hatte, wo ich saß, hatte ich wenigstens äußerlich meine völlige Ruhe wiederzugewinnen. Ich reichte ihm die Hand und dieß ihn ruhig und freundlich in der Heimath willkommen. Er setzte sich zu mir, er fragte, wie es mir, seit wir uns nicht gesehen, ergangen sei,

über die ihnen im Laufe der nächsten Wochen zu- fließenden Ueberweisungen darauf zu achten, daß diese Einnahmequelle mit dem übernächsten Jahre versiegt und nur in der Betriebssteuer ein ver- hältnißmäßig geringer Ersatz in Aussicht steht. Es wird Sorge dafür zu tragen sein, daß der Uebergang zu der Zeit, wo die Kreise wesentlich auf ihre eigene, durch den Verzicht des Staates auf die Realsteuern allerdings sehr gestärkte Stener- kraft angewiesen sein werden, vorbereitet und erleichtert wird.

Ueber die Wirkung der n e u e n Hand­feuerwaffen gehl durch die Zeitungen ein aus französischer Quelle stammender Bericht, der sich angeblich auf einen in Rom bei Gelegenheit des internationalen Kongresses mitgetheilten Vor- trag des General-Stabsarztes der Armee von Coler stützt. Auf diesem Umwege hat der Vor- trag eine phantastischtendenziöse Darstellung ge­funden, welche seinem Inhalt keineswegs ent­spricht. So wird berietet, daß auf 480 (!!) bekleidete, mit Waffen versehene und vollkommen ausgerüstete Leichen (!) Schüsse abgeseuert seien, während thatsächlich nur Versuche an mit Lein­wand umhüllten Präparaten des anatomischen Instituts gemacht sind. Richtig ist, daß in Rom ein Vortrag seitens eines preußischen Sanitäts­offiziers über das genannte Thema gehalten ist, der aber ausschließlich für wissenschaftliche Kreise bestimmt und dadurch von höchster Bedeutung war, daß für die dort versammelten Chirurgen und Militärärzte aller Rationen betreffs der Wunden und Wundbehandlung in einem künftigen Kriege im Interesse der Verwundeten einheitliche leitende Gesichtspunkte gegeben wurden. Der Inhalt des Vortrags aber ist von den Angaben des Berichts fast in allen Punkten abweichend und in den wesentlichen sogar grundverschieden.

er erzählte mir von seiner Reise, seinen Erleb­nissen während des letzten Jahres; er unterhielt sich lange mit mir, aber trotz all meines Be- mühens blieb unsere Unterhaltung steif und ge-- zwungen.

Sie wollen, wie ich soeben von meinem Freund Pontinus hörte, wieder fort von hier?" fing er endlich an.Haben Sie aber auch be­dacht, was Sie aufgeben, wenn Sie Ihre Freunde, die es so gut mit Ihnen meinen, wieder ver- ° lassen, um allein gegen die Stürme und Gefahren, die Ihnen in der großen Welt nicht erspart bleiben werden, zu sümpfen ?"

Ich habe alles bedacht, ich mache mir auch keine Illusionen über die Zukunft aber mein Entschluß steht fest."

Dann wäre es wohl auch vergebene Mühe, wenn ich Ihnen noch weitere Vorstellungen machen wollte," entgegnete er, meine Hand er­fassend,Sie wissen, daß meine besten Wünsche Sie begleiten."

Davon bin ich überzeugt," sprach ich.Ach, könnte ich Ihnen doch sagen . . . ."

Weiter kam ich nicht, die innere Aufregung erstickte mir die Stimme.

Sie wünschten, Sie könnten mir sagen, was ich schon weiß," sagte er, ohne meine Hcind losznlassen.Sie möchten mir sagen, daß Sie mich bemitleiden, daß es Ihnen leid thut, mir solchen Schmerz zu bereiten, und daß Sie

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Einzelne Tagesblätter haben die Nachricht verbreitet, daß die Einführung der Sonntagsruhe im Gütern e r k e h r e der preußischen Staalseisen- bahnen die im Eisenbahndienste beschäftigten Arbeiter insofern schädige, als ihnen damit die seither für die Sonntage gewährten Lohnbezüge entgingen und sie also in ihrem Gesammtein- kommen eine nicht unbeträchtliche Einbuße erlitten. Diese Angabe steht mit den thatsächlichen Ver­hältnissen in vollem Widersprüche. In dem die allgemeine Durchführung der 'Sonntagsruhe im Güterverkehre anordnenden Erlasse des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 20. November 1893 ist, den Vorschlägen der Eisenbahnverwaltung entsprechend, ausdrücklich für den Bereich der gesummten Staatseisenbahnverwaltung vorge­schrieben, daß die Arbeitslöhne für die Sonn- und Festtage an die früher auch an diesen Tagen beschäftigten, künftig aber Ruhe haltenden Be­diensteten überall sortz.igewähren sind. In gleicher Weise unzutreffend ist die in Verbindung hiermit vorgebrachte Behauptung, daß die Arbeiter der Staatseisenbahnverwaltung nur für 30 Tage des Monats Lobn empfingen, auch wenn der Monat 31 Tage hat. Die Eisenbahnverwaltung zahlt ihren Arbeitern den vollen Lohn für jeden Tag, an dem sie wirklich gearbeitet haben oder auch nur dienstbereit zu sein hatten. Die Zahl der Tage eines Monats kommt hierbei überhaupt nicht in Betracht.

Der Bundesrath ertheilte in seiner Sitzung am Freitag dem Entwürfe eines Gesetzes, betreffend den Schutz der B r i e f t a u b e n und den Brief­taubenverkehr in der vom Reichstage beschlossenen Fassung die Zustimmung, ebenso der Vorlage vom I 1. März 1894, betreffend die Errichtung eines I F r e i b e z i r k s in der Stadt A l t o n a.

hoffen, ich werde auch über dieses letzte Lebewohl hinwegkommen. O, sparen Sie sich Ihre Worte des Mitleids! Ich hoffte, daß Zeit, Kummer und Ihre einsame Lage mich bei meiner Werbung unterstützen würden ich kehrte zurück in die Heimath, um ein letztes Mal zu versuchen, ob ich keine Hoffnung hätte, Sie zu gewinnen, ob meine heiße leidenschaftliche Liebe nicht we­nigstens auf ein klein wenig Zuneigung von Ihnen hoffen dürste aber nein! Der erste Blick aus Ihren Augen, die ersten Worte von Ihren Lippen sagten mir genug; ich finde Sie kälter und fremder denn je! Thörichtes Mäd­chen," _ fuhr er in immer hastigerem, erregterem Tone fort,wie wenig,missen Sie, was Sie von sich stoßen! Wie nutzlos, sich an eine leere Erinnerung zu klammern! Glauben Sie mir, es würde den Todten nicht kränken. O, nie hätte ich gedacht, daß ich jemals so mich demüthigen, so bitten könnte! Aber versuchen Sie nur, mich zu lieben; schenken Sie mir Ihr Vertrauen, Ihre Achtung, und ich nehme es auf mich, Ihnen noch Liebe einzuflößen. Ist es denn nichts, so geliebt zu werden, wie ich Sie geliebt habe? Die erste letzte und einzige Liebe eines Mannes zu sein, der unter so vielen wählen könnte. Denken Sie nur an . . . ."

Durfte ich den Worten, die ich hörte, trauen? Hielt kein Traum mich umfangen? War es wirklich eines Menschen, war es wirklich seine