wegen Beleidigung mit einer Geldstrafe von ‘3 Mk. kv. 1 Tag Haft.
* Hersfelv, 13. April. [Segen b i e Feinde der Brieftaube n.] Der „Verband deutscher Brieftauben-Liebhaber-Vereine" hat, wie der Präsident Baron von Alten- Linden bekannt macht, für das A b s ch i e ß e n und Faugen von Wanderfalken, Hühner- habichtenundSperberweibchcn unter den nachstehenden Bedingungen 1200 Mark als Prämie ausgesetzt: Diese 1200 Mark gelangen Anfangs Dezember d. Z nach dem Verhältniß der eingelieferten Fänge zur Vertheilung. Zur Erhebung eines Anspruchs an diesem Prämien- gelde müssen die „beiden Fange" eines Raubvogels (nicht der ganze Raubvogel), bis spätestens Ende November 189 4 dem VerbandS-Geschäfts- führer I. Hoerter zu H a n n o v e r franko ein- gesandt werden. Es wird gebeten, die Fänge zn sammeln und, um unnöthige Portoausgaben zu vermeiden, zusammen einzusenden; auch wolle man nur die Fänge vorgenannter Raubvögel einsenden, da nur diese Berücksichtigung finden können.
HcrsfclV, 13. April. [Die Lage des Körpers im Schlafe.) Wiederholt schon wurde der Vorschlag gemacht, statt der erhöhten Lage von Kopf und Runipf im Schlafe eine solche Lage einzuuehmen, daß der Körper in eine nach dem Kopfende zu abfallende schiefe Ebene zu liegen kommt. Einige Aerzte haben nun neuerdings Versuche in dieser Richtung angestellt und kommen zu dem Schlüsse, daß bei der letzterwähnten Lage unverkennbar das Erwachen rascher erfolgt und daß die geistige und leibliche Erquickung in erhöhtem Maße sich fühlbar macht. Besonders wohlthuend erweist sich die tiefe Kopstage bei Kopfschmerzen, Katzenjammer und anderen Leiden, welche aus behinderte Cirkulation des Blutes im Gehirn zurückzuführen sind. Man leiste Ohnmächtigen einen schlechten Dienst, wenn man sie tun liebt und stützt, man solle sie im Gegentheil liegen lassen, damit der arterielle Blutstrom durch die Schwerkraft unterstützt werde.
Hersfeld, 13. April. Die Frage, inwikw.it bei der 3a gb erlittene Unfälle als ;um landwirthschaftlichen Betriebe gehörig von der BerufSzenossenschast zu entschädigen sind, lag, wie die „G. A. 3.' meldet, am 9. Ap'il c. dem ReichSver- sicherungSamt zur Entscheidung vor. Der Bürgermeister H. in B., der zugleich die dortige Gemeindejagd gepachtet hat, war auf bet Jagd verunglückt, indem der Gewchilans Platzte und ihm einen Daumen tortriß. Sein Rentenanspruch wurde sowohl von der hessen-nassauischen landwirthschaftlichen BerusSzenoss-nschait als von dem Schiedsgericht abge- Wiesen, weil eS sich um einen Jagdunfall, nicht aber um einen landwirthschaftlicken Unfall handele. Zur Begründung seines RecurSgesucheS führte der K ager Folgendes aus: Es sei wohl zuzugeben, daß die Jagd, sofern sie lediglich als Zeitvertreib und zum Vergnügen auSgeübt werde, einen Betrieb überhaupt nickt und daher auch nicht einen Theil des landwirthschaftlichen Betriebes bau stellt. Er fei aber durchaus nicht Jäger aus Passion, sondern habe die Jagd lediglich im Interesse seiner Landwirthschaft, und um diese vor dem Wildschaden zu wahren, von dem sie sonst beständig bedroht sei, gepachtet. Unter diesen Verhältnissen müsse die Frage doch anders beurtheilt werden. Ob man diese Ausübung der Jagd nun zum Betriebe der eigenen Landwirthschaft rechne oder als einen Nebenbilr-cb derselben ansehen wolle, mache nichts aus, da im einen wie im anderen Falle der Unfall von der b.klagten Berufsgenessenschaft zu entschädigen sei. Die vom RcichsoersicherungSam» veranlaßte Beweisaufnahme bestätigte die Behauptungen des Klägers dahin, daß er nickt Pafsionirter Jäger sei und wiederholt erflärt habe, die Jagd nur zum Schutze seiner Ländereien pachten zu wollen. DaS ReichSversicherungSamt erachtite hiernach den R-etirS für begründet und sprack dem Kläger die Rente zu.
Aus Gaffel, 11. April, metbet man der „Köln. Ztg.": Gestern Nachmittag 51/., Uhr trafen Rittmeister Graf v. Beroldingen, Lieutenant Graf von Magnis, Lieutenant Frhr. von Bernewitz und fünf Mann vom 2. Garde-Ulanen- regiment auf einem Fern ritt Berlin- C a s s e l hier ein. Die Abtheilung war am Sonnabend Nachmittag um 21 /, Uhr vom Großen Stern int Berliner Thiergarten weggeritten. Pferde und Mannschaften befinden sich in sehr guter Verfassung.
Gaffel, 11. April. Vorgestern früh gegen 5 Uhr stürzte der Bremser C. aus Altenbeken vom Caffel-Düsseldorfer Personenzuge kurz vor der Station Altenbeken vom Laufbrett herab unter die Räder, in Folge dessen ihm beide y<ine abgefahren wurden.
Gaffel, 12. April. Gestern verunglückte das etwa zweijährige Töchterchen eines hiesigen Schneidermeisters auf schreckliche Art. Dasselbe war im Zimmer, in deni sich noch die eben benutzte Badewanne befand, allein geblieben, während die Mutter in der Nebenstube das jüngste etwa ein Vierteljahr alte Kind wickelte. Das kleine Mädchen halte sich nun an der Wanne zu schonen gemacht und war kopfüber in dieselbe
gestürzt. Die Mutter fand es so leblos, mit dem Kopf im Wasser, die Beincheu in die Höhe gestreckt. Alle Wiederbelebungü-Versuche blieben erfolglos. Der Schmerz der so schwer betroffenen Eltern ist unbeschreiblich.
Dpcelc, 12. April. Gestern Nachmittag wurde die Leiche eines neugeborenen Kindes hier am Fuldaufer gelandet.
Fttlva, 9. April. Das Project zum Neubau der hiesigen evangelischen Kirche ist fertig gestellt, und die Vorbereitungen zur Inangriffnahme der Bauausführung sind getroffen. Letztere wird nach Ueberweisung der Baumittel, welche bestimmt in nächster Zeit zu erwarten ist, begonnen werden. Die Kirche wird 960 Sitzplätze enthalten.
Gichttt, 8. April. Die 18 Jahre alte Tochter des Tapetenhändlers Hochstätter ist gestern Vormittag durch einen Spiritusbrand ums Leben gekommen. Sie war im Begriff das Locken- brenneisen an der Spirituslampe zu erwärmen, als die Lampe explodirte, wodurch sich der brennende Inhalt über den ganzen Körper der nur leicht bekleideten Dame ergoß. Der Tod trat nach vier Stunden ein. Die ihrer Tochter zu Hülfe eilende Mutter erlitt schwere Brandwunden.
Mainz. Das „M. Jouru." berichtet unterm 5. d. Mts.: Eine junge Frau, die vorgestern Abend im Familienkreis über einen Scherz herzlich lachte, hielt im Lachen plötzlich inne und klagte über furchtbaren Schmerz in der Seite. Der Schmerz nahm überraschend zu, und herbeigerufene Aerzte konstatirten Bluterguß in die Lunge, hervor- gerufeu durch Platzen einer Arterie in Folge heftigen Lachens Gestern Morgen ist die unglückliche junge Frau gestorben.
Frankfurt a. M., 11. April. Ueber die Ursache des Brandes im ehemaligen Bri - tannia-Hotel soll die gerichtliche Untersuchung, der „Franks. Ztg." zufolge, ergeben haben, daß sich der Portier in der Unglücksnacht in der Mansarde eines der Dienstmädchen aufgehalten. Als er gegen 4 Uhr Morgens nach seinem im Erdgeschoß belesenen Schlafraum zurückkehren wollte, kam der Bäcker an die Hausthür, um das Frühgebäck einzuliesern. Im ersten Schreck über die unerwartete Begegnung ließ der Portier die brennende Petroleumlampe, die er in der Hand trug, fallen, die Lampe erplo- dirte und setzte mit ratender Schnelligkeit die frisch gefirnisten Stiegen in Brand.
Goburg, 11. April. Wie die „Coburger Ztg." meldet, kommt der Großfürst-Thronfolger hierher zur Trauung des Großherzogs von Hessen mit der Prinzessin Victoria Melita.
Vermischtes.
— Paderborn, 11. April. In dem Kurorte Lippspringe brach heute Mittag Feuer aus, das noch nicht gelöscht werden konnte. Ueber 40 Gebäude sind vernichtet.
— Königsberg i. Pr., 11. April. In Folge eines Steinrutsches stürzte das Gerüst bei der Fundamenlirung des Denkmals für Kaiser Wilhelm I. ein. Ein Arbeiter wurde gelödtet, zwei andere wurden schwer verletzt.
— Im Besitz der Erzherzogin Elisabeth, Tochter der Kronprinzessin-Wittwe Stefanie be- sindet sich, wie der „Hannov. Kour." zu erzählen weiß, der k l e i n st e Hund der Welt. Dieser Zwerg-Seidenpintsch, der auf einer Handfläche spazieren gehen kann und kaum größer ist, als die Katzen und Hunde, die als Spielzeug für Kinder angefertigt werden, ist 13 Zentimeter hoch, 17 Zentimeter lang und wi gt nur 59 Deka.
— Stettin, 10. April. Verunglückt ist am Sonntag der Sekondlieutenant im 1 Brandenburgischen Dragonerregiment Nr. 2 in Schwebt, Albert v. Goßler, ein Neffe des Oberpräsidenten von Westpreußeu, 23 Jahre alt. Der junge Offizier unternahm, wie die „Neue Stett. Ztg." berichtet, einen Spazierritt durch den Wald bei Schwedt. Er bemerkte eine durch den Sturm im Februar entwurzelte Fichte, die gegen andere Bäume lehnte und dadurch am gänzlichen Umfallen gehindert worden war. Er beschloß, mit dem Pferde über den Stamm hinwegzusetzen, kam jedoch bei dem ersten Anlauf nicht zum Ziele. Als er dann dem Pferde die Sporen in die Seiten drückte, um es zum Ueberfpringen des Stammes zu zwingen, wurde das Thier wild und lief durch die Oeffnung, die der anlehnende Baum bot. Hierbei stieß der Reiter mit solcher Gewalt gegen den gestürzten Baum, daß ihm der Brustkasten zerschmettert wurde. Man fand den Schwerverletzten besinnungslos auf und
brächte ihn nach dem Garuisonlazareth in Schwedt, wo er nach kurzer Zeit verstarb,
— An den Küsten des atlantischen Ozeans hettschen Unwetter und Schneestürme. An einigen Orten liegt der Schnee zwei Fuß hoch. An der Küste von New-Jersey erlitten zwei Küstenfahrzeuge Schiffbruch, wobei mehrere Personen ertranken.
— Milwauke e. Die F e u e r s b r u n st , die am 8. April Nachts im Davidson- Theater ausbrach, endete mit einer Katastrophe. Die Feuerwehr glaubte schon, daß sie das Feuer bewältigt hatte, als das 80 Fuß hohe Dach des Theaters einstürzte. 2 0 Feuerwehrleute wurden in d ie Tiefe geschleudert. Sechs bis acht von den Unglücklichen wurden mit Lebensgefahr aus den Trümmern hervorgezogen. Aber mindestens zehn konnte Niemand helfen. Ein Feuerwehrmann wurde vor den Augen seiner Kollegen unter den brennenden Holzmassen begraben. Die Feuerwehr ließ es nicht an Wasser fehlen, doch bauerte es fast zwei Stunden, bevor der Arme aus den Holzbalken befreit war. Er wurde in das Hospital geschafft, mehr todt als lebend. Die Insassen des benachbarten Davidson-Hotels liefen in ihrer Nachtkleidung auf die Straße.
Standes«,mtsbezirk Hersfeld.
Vom 16. bis incl 31. März 1894
Eheschließungen.
Am 16. Dr. Johann Jacob Koch, Gymnasial-Oberlehrer zu Biedenkopf, mit Hcrmine Helene Charlotte Wilhelmine Craß dahier. — 17. Dietrich Rchwald, Bäcker zu Bebra, mit Anna Katharina Huth dahier. — 24. Johannes Wolfs, Lohgerber, mit der Dienstmagd Elisabeth Steimar dahier. Christian Wolfs, Tuchmacherqeselle, mit dem Dienstmädchen Johanna Elise Kunigunde Do l dahier. — 27. Jacob Arnold Metzer, Oberlehrer zu Wiesbaden, mit Anna Martha Dorothea Homburg zu Sontra. — 31. Johannes Wolfs, Tagelöhner, mit der Tagelöhnerin Margrethe Christiane Schüßler dahier.
Geburtsanzeigen.
_ Am 17. Heinrich, S. des Ackermann« Johann Heinrich Schade zu Allmerdhaufen. — 18. George, S. des Tuch- bereiter« G.org Wolfs. Anna Martha, T. des TuckmacherS MathäuS Schö eewolfs. Anna Elise, T. des Fabrikarbeiter« Johannes Zerr zu Kalkobe«. — 20. Arnold Erwin, S. des Sergeanten Paul Karl Brandt. — 23. Georgine, T. des Tuckwebers Konrad Nieding. — 24. August Hermann, S. des Uhrmachers Eduard Gustav Heinrick Luttermöller. — 27. Valentin, E. des Kürschners Valentin Breul zu Kalkobe«. — 29. Heinrich Wilhelm, S. de« Dienstknecht« Andrea« Lotz.
S t e r b c f ä l l c.
Am 18. Christoph Friedrich Schultz, Schneider, 42 Jahre alt. — 20. August, S. des Bäckers und Geschirrhalters Peter Bolz, 1 Jahr alt. — 21. Elisabeth, Ehefrau des Arbeiter« Christian Staulenberg geborene Teist aus Richelsdorfergebirge, 45 Jahre alt. — 22. Hermann, S. de« Tuchmachergesellen Hermann Klug, 1 Jahr alt. — 23. Anna Katharina, Ehefrau des Fabrikarbeiters Gottlieb Kühn, geborene Gerlach, 56 Jahre alt. — 27. Kuniaunde Kerfch, ledig, aus Blankenheim, 36 Jahre alt. — 30. Helene Karolink, Witwe des Kauf- nianns Friedrich Julius Knötzelein, geborene Bennett, 84 Jahre alt. — 31. Hermann Brandt, Bohrarbeiter aus Leimbach, 52 Jahre alt.
Slandesamtsbezirk SchenklengSfeld.
Monat März 1894. Eheschließungen.
Am 3. Heinrich Wilhelm Hau, Kanzleigehülfe von Schenk- lengSfcld, mit Anna Barbara Schüler von Glaam. — 22. Johannes Deiß, Tagelöhner von SchenklcngSleld, mit Maria Elisabeth Koch von Unterweisenborn. H inrich Walger, Zimmermann, mit der Wittwe Margretba Elisabeth Henkel geb. Hensuer von SchenklengSseld. — 24. Emannel Klee, Maurer von ObeilengSscld, mit Susanna Rüger von Hilmes.
Geburtsanzeigen.
Am 2. Heinrich, S. de« Pfarrers H inrich Barchfeld dahier. — 9. Heinrich, S. des Ackermann« Heinrich Sieling zu Malkomc«. — 10. Hünrich, S. des Zimmermann« G orge Manuel zu Wüstfeld. — 17. Johanne«, S. des Ackerinanns P trr Manuel dahier. — 18. Heinrich, S dcS Schreiner« Jakob Peter Weimar dahier. — 25. Catharina Elisabeth, T. de« Ackermanns Martin Licht zu Hof Kohlhausen. — 29. August Ludwig, S. des Wagner« Peter Ruppel zu Ober- lengsseld. — 30. Mallst, T. de« HandelSurannS Jofcpb Weinberg dahier. — 31. Susanna Margretha, T. des Tagelöhners Hau« Georg Leelig dahier.
S t e r b e f 8 l l e.
Am 3 August Bock, S. des Schreiners Heinrich Peter Bock zu Wüstseid, 4 Monate 16 Tage alt. — 18 Ein Sohrk des Müller« George Bein dahier. — 21. Georg Gimpel, S. des Ackermann« Georg Gimp l zu Dünkelrode, 4 Jahre
11 Monate 5 Tage alt. — 27. Johanne« Conrad Landsiedel, AuSzüger zu Dünkelrode, 63 Jahre 4 Monate 3 Tage alt.
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst Sonntag den 15. April Vormittags: Herr Superintendent Dr. Vial. Nachmittags: Herr Pfarrer H o s ö a ch.
Mittwoch den 18. April Adendgottesdienst: Herr Pfarrer Schafft.
Gottesdienst in der Baptisten-Kapelle.
Sonntag den 15 April Morgens 9 Uhr: Predigt v. M. Gute.
Mittag« 1/»1 Uhr: Kindcr-GotteSdstnst. Nachmittag« 3 Uhr: Bibelstunde. Abends 8 Uhr: Predigt.
Mittwoch den 18. April Abend« */49 Uhr: Betstunde,