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Mr. 30.

Dienstag den 13. Mär;

1894.

Amtliches.

Hersfeld, den 8. März 1894.

Der bisherige Bürgermeister Schneider zu Schenksolz ist als solcher auf acht weitere Jahre gewählt, bestätigt und heute verpflichtet worden.

3- A. 9ir. 731. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regierungs-Rath.

Rotenburg a/F., den 8. März 1894.

Das Königliche Landrathsamt benachrichtige ich im Anschluß an mein Schreiben vom 21. v. Mts. Nr. 1808 ergebenst, daß die Maul- und Klauen­seuche unter dem Viehbestände des Landmirths Fernau zu Gilfershausen diesseitigen Kreises er­loschen ist.

Der Königliche Landrath von Trott. An das Königl. Landrathsamt zu Hersfeld. 2472.

* * *

Hersfeld, den 10. März 1894.

Wird veröffentlicht.

I. 1413. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz, Geheimer Regieruugs-Rath.

Politische Nachrichten.

Berlin, 11. März.

Am Sonnabend Vormittag erledigte Se. Maje- stät der K a i s e r vor dem Frühstück Regiernngs- geschäfte, unternahm sodann eine Ausfahrt nach dem Thiergarten und eine Promenade daselbst, hörte nach Allerhöchstseiner Rückkehr den Vortrag des Chefs des Militärkabinets und daran an­schließend einen gemeinsamen Vortrag des

(Nachdruck verboten.)

In den Fesseln der Schuld.

CriminalaovtUe von E. etiurttt.

(Fortsetzung.)

Wie viel?" frug Hillessen in verächtlichem Tone und griff nach seiner Börse.

Zehn tausend Mark!" erwiderte Werner Kühn mit der Dreistigkeit eines Räubers, der sein Opfer in den Händen hält.

Zehn tausend Mark! Mensch bist Du toll geworden! Und bedenkst Du nicht, was Du mir in den letzten Jahren schon gekostet hast!" rief Hillessen empört aus.

Meine Dienste müssen eben bezahlt werden," sagte Werner Kühn trotzig,und ich habe Dir jetzt einen sehr großen Dienst wieder einmal er­wiesen, denn den Profeffor habe ich Dir aus dem Wege geräumt."

Schuft! Schurke! Was hast Du dem Pro­feffor Galen angethan?" frug Hillessen in fieber­hafter Angst und Entrüstung.Ich habe Dir nur ausgetragen, den Profeffor scharf in seinem Verkehre mit der Pohlmanu'fcheu Familie zu be­obachten, um vor allen Dingen sestzustellen, ob er auch mit Fräulein Pohlmann Beziehungen unterhält. Wie konntest Du Dich da unterstehen, Dich an diesem Ehrenmanne zu vergreifen?"

Sagtest Du nicht," erwiderte Werner Kühn mit cynischem Lachen,daß Du viel darum geben

Ministers des königlichen Hauses und des Dom- Baumeisters Geh. Reg. - Raths Raschdorff. Um ll'/r Uhr begab Se. Majestät Allerhöchstsich nach dem Tattersall in der Luisenstraße, um dem dort slattfindenden Konkurrenzreiten der Offiziere des Berlin-Potsdamer Reitervereins beizuwohnen. Um 1 Uhr nahm Allerhöchstverselbe militairische Meldungen entgegen. Um l/4 Uhr fand zu Ehren des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers von Rußland eine größere Frühstückstafel statt, zu welcher u. A. der kaiserlich russische Botschafter Graf Schuwalow mit einer Einladung beehrt worden war.

Nach neueren Bestimmungen reist Ihre M a j e st ä t die Kaiserin mit den Kindern am 12. d. M. nach Abbazia ab. Die An­kunft in Abbazia ist zum 13.

Am 9. März, dem Todestage Kaiser Wilhelms I., begab sich das Kaiserliche Paar nach dem Mauso­leum in Charlottenburg und legte auf dem Sarge des Hochseligen Kaisers Kränze nieder.

Der B u n d e s r a t h hat dem Entmurf von Vor­schriften über die Erstreckung der Versicherungs- pflicht nach dem Juvaliditäts- und Altersversicherungsgesetz auf Haus­gewerbetreibende der T e x t i l i n d u st r i e die Zustimmung ertheilt, ebenso dem Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Aenderung des Gesetzes über den Unter st ü tz n n gSwo h n s i tz und die Aenderung des Strafgesetzbuchs in der vom Reichstag beschlossenen Fassung.

Der Reichstag hielt am Freitag zwei Sitzungen ab. In der Tagessitzung gelangte zu­nächst der Etat der Reichseisenbahnen nach un­erheblicher Debatte zur Annahme, jedoch gemäß den Anträgen der Budgetkommission, welche die Einnahmen um drei Millionen Mark höher, als

würdest, wenn Dir der Profeffor nicht im Wege stände. Und so habe ich die Sache eben aufge- faßt und geschehen ist geschehen, auch wenn es ein Irrthum war."

Verfluchter Schurke! Du weißt immer eine Ausrede!" rief Hilleffen wüthend, packte mit eisernem Griffe Werner am Halse und würgte ihn, daß er blitzblau wurde.

Taumelnd fiel der Gauner zu Boden, als Hillessen« Hände ihn losließen. Erschrocken hob dieser ihn aber vom Boden wieder auf und legte ihn auf ein Sopha, wo er sich nach einiger Zeit wieder so weit erholte, daß er sprechen konnte.

Beinahe hättest Du in Deinem Zorne mich erwürgt, Karl," nahm der Elende mit heiserer Stimme das Wort, während ein heftiges Zittern ihn befiel.Warum hast Du mich nicht ganz todt gemacht, so brauche ich dieses jammervolle Leben nicht weiter zu schleppen. Mir liegt per- sönlich wenig am Leben, das weißt Du, aber ich muß jetzt noch weiter leben, um meine verlassene Frau und meinen siebenjährigen Sohn zu unterstützen."

Verfluchter Hallunke, was fpH das heißen!" entgegnete Hillessen in neuem Zorn.Gab ich Deiner Fran nicht Geld genug, daß sie leben und Euer» Sohn erziehen konnte! Hast Du l Elender ihr wie schon früher das Geld erpreßt, , um es zu vergeuden. Warum hast Du in ! Amerika kein neues Leben angefangen, wie es

die Regierungsvorlage dies gethan, angesetzt hat. So gut wie debattelos wurden dann der Etat des Reichsschatzamts dieser mit Ausnahme einiger Positionen und des Reichstages ge­nehmigt, worauf das Haus die Berathung des Marineetats wieder aufnahm.

Der Reichstag genehmigte am Sonn­abend den grundlegenden Art. 1 des deutsch- russischen Handelsvertrages in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 146 Stimme n.

Die S t e u e r k o m m i s s i o n d e s Reichs­tages tritt am Dienstag zur Berathung über die Quittung«- und Frachtbriefsteuer zusammen. In der B u d g e t k o m m i s s i o n ist die Ab- stimmung über die erste Rate der Forderung, betr. das Nationaloenkmal für Kaiser Wilhelm I. abermals vertagt worden.

Das preußische Abgeordnetenhaus genehmigte am Freitag das CapitelHöhere Lehr­anstalten" des Cultusekats, sowie einige Positionen des CapitelsElementar-Unterrichtswesen".

Der hiesige Botschafter der Ver­ein i g t e n S t a a t e n v o n A m e r i k a hat der k a i s e r l i ch e n R e g i e r u n g im Auftrage des Präsidenten C l e v e l a n d die Aner­kennung der Regierung und des Volks der Ver­einigten Staaten für" die großartige Betheiligung Deutschlands an der Weltausstellung in Chicago zum Ausdruck gebracht. Gleich­zeitig hat, wie derR.-A." Hiuzusügt, der Bot­schafter unter Mittheilung eines diese Aner­kennung billigenden Kongreßbeschlusies, ebenfalls im Auftrage des Präsidenten der Union, der hohen Wertschätzung o^acht, mit welcher Re­gierung und Volk der Vereinigten Staaten die freundschaftliche Mitwirkung der kaiserlichen Re-

auch nach schwerem Fehltritte möglich ist?"

Es ist mein größter Fluch, daß ich nicht aus­dauernd mehr arbeiten kann," klagte Werner Kühn.

Dn Feigling, Du Lump! Gieb Dir nur Mühe, es wieder zu thun, wieder eine ehrliche Arbeit zu vollbringen, dann wird auch der Fluch des Lasters von Dir weichen."

Ich will es allen Ernstes versuchen, aber bitte, gieb mir das Geld, daß ich wieder fort kann. Mich jammert mein Weib und Kind."

Jetzt jammern sie Dir, als Du Deiner Frau aber das Geld abgenöthigt hast, da empfandest Du kein Mitleid, da mußte das Geld im Spiel und Trunk vergeudet werden."

Karl, habe Erbarmen mit meiner Frau und dem Knaben, der Dein Schützling, Dein Pathen- kind ist."

Hilleffen seufzte tief, schlug sich wiederholt mit der Hand vor die Stirn und schritt unruhig in dem kleinen Zimmer auf und ab.

Dir kann ich kein Geld geben, denn Dir ge­bührt der Galgen ober das Zuchthaus," erklärte er dann mit fester Stimme, aber Deine Frau und den Knaben will ich unterstützen."

Aber Karl, ich muß doch fort von hier, schleunigst fort, man könnte mich verhaften, mich......"

Du machst in Begleitung Deiner Familie jetzt schleunigst nach Bordeaux in Frankreich und von dort fahrt ihr mit dem ersten Dampfschiffe nach