Steinen. Nachdem er abgedrückt; zersprang der Lauf und riß ihm den rechten Daumen vollständig ab. Möge der Fall zur Warnung dienen.
Rinteln, 25. Januar. Ein bedauerlicher Unglücksfall betraf den Lehrer Hemker zu Kirchdorf. Derselbe wurde von einem Hunde in die Hand gebissen. Die entstandene Wunde wurde ihrer Geringfügigkeit wegen gar nicht beachtet. Nach zwei Tagen stellten sich aber in der Hand so heftige Schmerzen ein, daß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte. Der Arzt constatirte Blutvergiftung und empfahl dringend die Hinzuziehung des Kreisphysikus. Beide Aerzte schritten sofort zu einer Operation und da diese den gewünschten Erfolg nicht hatte, zur Amputation des Armes. Trotzdem ist der Zustand des Unglücklichen noch lebensgefährlich und ist es nur einem glücklichen Zufall zu verdanken, wenn derselbe dem Leben und seinen Angehörigen erhalten bleibt.
Mainz, 30. Januar. Wie aus Darmstadt berichtet wird, soll Capellmeister Kern aus Anlaß des kaiserlichen Geburtstages begnadigt worden sein.
Vermischtes.
— Aus dem rheinisch-westfälischen Jndustriebezirk schreibt man der „Magdb. Ztg." unterm 25. Januar: Die Sitt e n l o sig - keit u n d N o h h e i t nimmt hier in erschreckender Weise zu, was folgende Beispiele aus dieser Woche darthun mögen: Auf der Landstraße nach Watten scheid überfiel ein Straßenränder einen harmlos des Weges kommenden älteren Mann und streckte ihn mit einem Stockhieb zu Boden. An der Beraubung wurde der Unhold gestört. — In Ueckendorf schoß ein Arbeiter einem minderjährigen Mädchen aus Ueber- muth eine Kugel in den Arm. — In Nachrodt stieß ein Arbeiter seinem Kameraden aus Rauflust ein Messer 5 Zentimeter tief in die Brust. — Wegen eines unnatürlichen Verbrechens wurde ein Bergmann von Zeche Hansa verhaftet. — In Bar m e n wurden am Hellen Tage und in belebter Straße dem Lehrling eines Bankhauses 700 M. entrissen. —■ In Iserlohu entstand Streit zwischen zwei Arbeiterfamilien, wobei ein Mann erstochen wurde. — Aus Heine berichtet man: „Sünde und Schande ist es, wie von einem Theile unserer Bevölkerung der Sonntag mißbraucht wird. Nach Schluß der Wirthschaften herrscht des Abends seit einigen Wochen ein so wüstes Treiben und Toben, daß ein friedliebender Bürger sich kaum noch aus seinen vier Wänden wagt. Unsere vier Polizisten sind machtlos gegen diese Ruhestörer. Gestern Abend wurde, wie gewöhnlich, kann man sagen, ein Mann im Streite erstochen." — Ein ernstlicher Zusammenstoß fand in Hürde zwischen Polizisten und rohen Burschen
statt, wobei die Ersteren erheblich verletzt wurden.
— In Hagen suchte sich ein Stiefvater seiner Kinder von 8 und 11 Jahren durch brutale Behandlung (er schlug sie blutig und warf sie halbnackt vor die Thür) zu entledigen; er äußerte sich in roher Weise dahin: „ich will das Viehzeug los fein." — In Waldhausen wurde ein 19jähriger Bursche durch einen Steinwurf an die Schläfe sofort getödtet.
— Straßburg. Hier langte dieser Tage auf achträdrigem Doppelwagen aus dem Schwarzwalde ein ungeheuerer F e l s b l o ck an, den Großherzog Friedrich von Baden gestiftet hat. Der Block soll bei Arnsweiler an dem Platze seine Aufstellung finden, von wo aus Kaiser W i l h e l ni I. am 18. August 1870 den Verlauf der Schlacht vor Gravelotte-St. Privat verfolgt hat, das ist der Pachthof von Mogador. Brs zur 25. Wiederkehr dieses Jahrestages wird er fertig bearbeitet sein, und an diesem Tage eine größere Festlichkeit in Anwesenheit des Stifters stattfinden.
— Hamburg, 31. Jan. In der Nordsee hat gestern ein heftiger Schneesturm gewüthet, bei welchem zweifellos verschiedene Schiffsunfälle vorgekommen. An mehreren Stellen sind Wrackstücke geborgen.
— C a r t h a u s, 29. Jan. Ein Bubenstreich wurde in diesen Tagen gegen die Familie des Besitzers Beguß in Abbau Niedeck unternommen. Während derselbe des Abends nach dem Abendessen mit seinen Angehörigen plaudernd am Tische saß, schoß plötzlich Jemand von außen durch das Fenster in die Wohnstube. Es wurden zwei Kinder verletzt, doch sind die Verletzungen nicht lebensgefährlich. Dem Thäter ist man bereits auf der Spur.
— Neisse, 1. Februar. Im Dorfe Prei- landbraunten 38Besitzungen nieder. Ein zweijähriges Kind kam in den Flammen um, während seine Mutter schwer verletzt wurde. Es wird Brandstiftung vermuthet.
— Rom. In Bari, wo er sich seit vielen Jahren befand, starb Gennaro A n c o n a , einst ein gefürchteter Häuptling des Geheimbundes „Mala Vita". Von diesem Verbrecher erzählt man sich grausige Geschichten. Erst vor einem Jahr beging er ein Verbrechen, welches für seine Kühnheit und unglaubliche Wildheit einen deutlichen Beweis liefert. Als Ancona im Zuchthause erfuhr, daß sein Weib ihm untreu sei, drach er aus, eilte nach Hause, erschlug die schuldige Gattin mit einem Beile und kehrte noch in derselben Nacht nach Bari zurück, 'um sich freiwillig den Zuchthausbeamten zu stellen.
— Aus Rußland, 25. Januar. Aus Kursk wird gemeldet, daß die Kälte bis auf 36 Grad C. gestiegen ist. Scharfe Nordwinde verschlimmern den Frost. Viele Bauern sind er
froren, die Hospitäler sind mit Kranken überfüllt, deren Gliedmaßen erfroren sind. In den Dörfern richten die Wölfe großen Schaden an.
— London, 1. Februar. Die Baum- wollenspinnereider „Rye Mill Company" im Oldham wurde durch Feuer zerstört. Der Schaden beläuft sich auf zwei Millionen Mark; er ist durch Versicherung gedeckt.
— Ohne Prüfung. Ein Arzt sandte einer von schwerer Krankheit ermatteten Frau eine Flasche Wein zur Stärkung, gab jedoch dem Manne derselben auf, den Wein zuvor zu prüfen, ob er nicht zu stark sei. — Der Mann kostet, findet den Wein zu stark, leert die ganze Flasche und ersucht den Arzt, eine Flasche von der milderen Sorte zu senden. Der freundliche Arzt findet sich bereit, giebt aber die ausdrückliche Anweisung dabei: „Dieser Wein ist ohne vorhergehende Prüfung zu nehmen."
— G e b i r g s d e u t s ch. Fremder (zum Hirtenbuben): „Junge, gieb hier Obacht! Wenn du eine Gesellschaft von Damen den Berg heraufkommen siehst, so sagst du mir's gleich; ich bin im Wirthshaus." — Bube (nach einer Weile in das Wirthshaus hereinspringend): „Jiaza kimmens — sieben Mann, lauter Weibsbilder."
— Professor: „Wissen Sie, das Spiel liegt bei den Deutschen ein wenig im Blut. Die alten Germanen verspielten ja alles, sogar ihre Weiber." — Bierhuber: „Herrgott, haben's die schön gehabt."
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Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst Sonntag den 4. Februar. Vormittags : Herr Pfarrer H o s b a ch Nachmittags : Herr Pfarrer S ch a f f t. Nachmittags 1 / 24 Uhr: Taubstummeugottesdienst in der Wohnung des Herrn Pfarrers Schafft. Mittwoch den 7. Februar Abendgottesdienst: Herr Pfarrer Schafft.
Donnerstag den 8. Februar Abeudgottesdienst in der Hospitalskapelle:
Herr Superintendent Dr. V i a l.
Gottesdienst in der Baptisten-Capelle.
Sonntag den 4. Februar: Gemeinde-Missionsfest.
Morgens 9 Ubr: Predigt von M. Gute. (Der ReichSbefehl Jesu. Math. 28, 18-20.) Mittags ’/,! Uhr: Kinder- Gottesdienst (Abrabams Beruwngn 3 Uhr: Bibelltunde und Abendmahl. Abends >/^8 Uhr: GesangS-Vorträge, abwechselnd mit Ansprachen und Gebet.
A M Ä £ I « K M.
Allen auswärtigen Empfängern von Gütern der hiesigen Gütcr-Äbfertigung, diene hiermit zm Nachricht, daß ich für das Molen und Ausbewahren derselben nur das übliche Rollgeld von 10 Ps. pro Centner erhebe und kein Lagergeld berechne.
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