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Hklsfel-er gieisblatt
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt".
Ur. 11. Sonnabend den 37. Januar 1894.
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(Zum 27. Januar.)
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Dem Kaiser Heil! Der Jubelfang, 2Tut dem das Reich geworden, Erbraust aus's Neu' mit frohem Klang , Jn Deutschlands 5üd' wie Norden — ; Nnd von der Eider Hellem Stranb
Bis zu den Alpenriesen ■ Will überall im deutschen Cand : Ulan seinen Kaiser grüßen!
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Dem Kaiser fjeil! Als Friedensheld Ward Er noch stets erfunden, Nur von dem heißen Wunsch beseelt, Au lindern schwere Wunden — Nnd doch hält Er das Bestwert bereit, Um frev'lem Feind zu wehren, Sollt’ dieser in dem Sturm der Aeit Nach deutschem Gut begehren!
Heil, Kaiser, Dir! Aum heut'gen Tag Nimm unsern Schwur entgegen: Wir halten, was auch kommen mag, Fest zu Dir allerwegen!
Heil, dreifach Heil — vom Fels zum Strand Ein einig Reich aufs Neue, Grüßt Dich das deutsche Vaterland, Grüßt Dich die deutsche Treue!
Egon Waliher.
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Amtliches.
Cassel, den 5. Januar 1894.
Der Herr Minister des Innern und der Herr Justizminister haben sich im Einvernehmen mit dem Herrn Staatssekretär des ReichsjustizamtS dahin ausgesprochen, daß nichts dagegen zu er innern ist, wenn die standesamtlichen HeirathS- register derartig eingerichtet werden, daß jede Eintragung auf den beiden gegenüberliegenden Seiten des offenen ganzen Bogens, anstatt, wie bisher üblich, auf den beiden Seiten eines Blattes (*/•; Bogens) bewirkt wird.
Ew. Hochgeboren setze ich hiervon ergebenst in Kenntniß.
Der Ober-Präsident. (gez.) M a g d e b u r g. An den Königlichen Negierungtz-Präsidenten Herrn
Grafen C l a i r o n d'H a u s s o n v i l l e Hochgeboren hier.
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Cassel, den 16. Januar 1894.
Abschrift hiervon erhalten Euer Hochwohlge- boren zur gefälligen Kenntnißnahme und Mittheilung an den hiesigen Standesbeamten
An den Herrn Oberbürgermeister hier. * *
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Abschrift hiervon erhalten Euer Hochwohlge- boren zur gefälligen Kenntnißnahme und Mittheilung an die Standesbeamten der Stadt- und Landbezirke.
Der Negierungs-Präsident. I. V.: von Pawel. An die Königlichen Landräthe des Regierungs- Bezirkes. A. I. 261.
Hersfeld, den 25. Januar 1894.
Wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Kenntnißnahme mitgetheilt.
A. 243. Der Königliche Landrath
Freiherr von S ch l e i n i tz , Geheimer Regierungs-Rath.
Kaiser» Geburtstag.
Unser Kaiser vollendet am 27. Januar sein 35. Lebensjahr. Fünfundzwanzig Jahre sind verflossen, seitdem Prinz Wilhelm, beut Brauche des Hohenzollernhauses entsprechend, in das Heer ein- getreten ist; m^hr als fünf Jahre ruhl das Szepter in seinen Händen, die Kaiserkrone auf seinem Haupte. Waren es dankbare Liebe und unbegrenzte Verehrung für den Kaiserlichen Großvater und für den Kaiserlichen Vater, war eü die durch die Verdienste seiner Väter fest begründete monarchische Gesinnung, die dem Thronerben auf allen Stufen seiner Entwicklung die Herzen öffneten und ihm bei seiner Thronbesteigung das volle hingebende Vertrauen seines Volkes sicherten, so steht uns jetzt Kaiser Wilhelm nach mehr als fünfjähriger Regierungszeit als Herrscher vor Augen, dessen Wirken und Schaffen für sich selbst beurtheilt sein will. Gerade an dem heutigen Tage, der die Glieder seines Hauses, die verbündeten Fürsten Deutschlands, das ganze preußische und deutsche Volk zu festlicher Feier vereinigt, dürfen wir mit Dank gegen Gott bekennen, daß Kaiser Wilhelm, was er ererbt von seinen Vätern hatte, erworben hat, um eü zu besitzen.
Mit starker sicherer Hand leitet unser Kaiserlicher Herr die Regierung. Unablässig ist er bc-
müht, seinem Volke die Wohlthaten eines ehrenvollen Friedens zu sichern, aber auch an der Vervollkommnung der Wehrkraft zu arbeiten, welche das Vaterland stark genug machen soll, um die in heißen Kämpfen erworbene Größe und Unabhängigkeit zu wahren. Wie er an das Er- ziehungs- und Bildungswesen die beffernde Hand gelegt, so hat er dem Schutz der arbeitenden Klassen seine werkthätige Fürsorge gewidmet. Die Ungleichheiten der direkten Besteuerung in Preußen sind durch eine wohldurchdachte Reform beseitigt, und die Verwaltung der Landgemeinden ist auf eine sichere Grundlage gestellt worden. Und wie Kaiser Wilhelm den wirthschaftlichen Schwierigkeiten durch eine den Handel fördernde Vertragspolitik zu begegnen bestrebt ist, so hat er jetzt auch eine große Reform der landwirthschaft- lichen Gesetzgebung in die Wege geleitet.
Man braucht diese Dinge nur herzuzählen, um die Thaten und die Thatkraft unseres Kaisers zu würdigen. Aber wer könnte sich darüber wundern, daß mit den Reue-ingen vielfach auch in hergebrachte Vorstellungen und altgewohnte Interessen hat eingegriffen werden müssen? So haben wir denn namentlich auch in dem letzten Jahre manche Gegensätze sich hervorkehren sehen, welche einer Verschiedenheit der Interessen ent- I springen oder welche aus parteipolitischen Bestrebungen herrühren.
An dem heutigen Festtage verstummen die Gegensätze, und um den Thron des Herrschers schaaren sich alle Parteien, alle Glieder des Volkes. Wie seinem Herzen alle Unterthanen gleich nahe stehen, so vereinigen sich heute Alle, um ihren Wünschen für das Wohl des Monarchen herzlichen Ausdruck zu geben Ein Rachball aus dieser Festesfreude aber soll kräftig fortklingen ins alltägliche Leben. Es gilt, daß Alle, die es ehrlich meinen mit der Wohlfahrt unseres Volkes, sich einmürhig zusammenschließen und durch Wort und That dafür wirken, daß die Verführer nicht Herr werden über die Herzen. Der monarchische Sinn, die Liebe zum Könige ist in Preußen nicht zu trennen von der Liebe zum Vaterlande. Schaaren mir uns, je ernster die Zeiten sind, um so fester um das Banner, welches unser Kaiser und König voranträgt! Möge Gott ihm Kraft, Gesundheit und Segen verleihen, daß er das ihm obliegende Werk, wie er es glücklich begonnen, auch zu glücklichem Ende führe, getragen von der Liebe der Ration und der Dankbarkeit des Vaterlandes! Gott schütze den Kaiser!
Politische Rochnchtcu.
Berlin, 26. Januar.
Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern früh die gewohnte Ausfahrt. Auf der Rückfahrt begab Se. Majestät der Kaiser Allerhöchststch in das Palais des Reichskanzlers und nahm dort den Vortrag desselben entgegen. Räch der Rückkehr in das königliche Schloß hörte Se. Majestät von lO'/t Uhr ab den Vortrag des Kriegsministers und arbeitete hierauf längere Zeit mit dem Chef des Militairkabinets.
Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Fast vier 1 Jahre sind verflossen, seit sich Kaiser Wilhelm II.