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Briefbogens. Leider ist dieses Blatt abhanden gekommen.

Insterburg, 8. Januar. Nicht ein ganzes Heer Kosaken hätte, wie dieDanz. Z." berichtet, die friedlichen Bewohner in einem Orte hiesigen Kreises mehr zu beunruhigen vermocht als die S t i e f e l u i h r e s Oberschulzen. Und das kam so: Das ehrwürdige Oberhaupt hatte sich zum Schlüsse des alten Jahres ein artiges Räuschchen in seiner Stammkneipe geholt. Um nicht seinen illuminirten inneren Menschen der gestrengen Ehehälfte zu verrathen, zog er es vor, die Alkoholgeister auf dem Heuschoppen aus­toben zu lassen. Das weiche, duftige Heu muß ihm zu diesem Zwecke bald sein Federbett ersetzt haben, denn er entledigte sich der Stiefel, die durch die offenstehende Dachluke in den nahen Teich entschlüpften. Gegen Morgen hatte die Nachricht von dem grausigen Stiefelfunde die ge­summte männliche Bevölkerung des Ortes auf die Beine gebracht. Man durchsuchte das Unglücks­gewässer, das benachbarte Terrain nach dem Ver­mißten leider vergeblich. Da erwies sich die aus den Schauplatz der fieberhaften Thätigkeit gerufene Gattin als treffliche Beratherin. Sie deutete mit der Hand nach der oberen Etage des Heulagerplatzes, als dem Orte, wo ihr Mann ge­wöhnlich erst Erholungspause zu machen pflegt, bis er sich ihren kräftigen Umarmungen anver­traut. Einige Freunde hatten denn auch bald den Unglückseligen in seiner Lage entdeckt und Übergaben ihn der Gattin.

Landsberg a. W., 7. Januar. Wie dieNeum. Ztg." mittheilt, ist die Genehmigung des Ministers znr Errichtung einer l a t e i u l o s e n Realschule in Verbindung mit dem Gym­nasium beim Magistrat eingetroffen. Schon Ostern 1894 werde die Eröffnung der Schule erwartet werden können.

P e st, 8. Januar Während des gestrigen Schneesturmes stieß ein Personenzug bei Wersetz in einen Schneepflug. Die Lokomotive des PersoneuzugeS entgleiste. Der Lokomotivführer und zwei andere Personen sind schwer, mehrere leicht verletzt.

Bedeutende Unterschleise sind wie aus B n d a p e st gemeldet wird, bei dem Postamte des dortigen zweiten Stadtbezirkes entdeckt worden Nach bisheriger Feststellung fehlen b u n d e r t t a u f e n d Gulden Der Letter des Postamts, VelaOrban, ist geflüchtet.

Für den geplanten Schützengruß

einen Schwager, der Jnstrumentenmacher ist und wohl Universalerbe sein durfte.

Berlin, 9. Januar. Honigkuchen a ls Schweinefutter haben jüngst viel Unheil angerichtet. Ein hiesiger Fabrikant hatte das Unglück gehabt, daß seine Leute ohne fein Vorwissen Kuchen mit Anilinfarben bemalt hatten. Selbstverständlich konnte er diese Waare nicht in den Handel bringen. Der Inhaber einer Schweinemästerei hatte diesen Honigkuchen gekauft und glaubte feinen Schweinen damit einen be­sonderen Leckerbissen vorsetzen zu können. Beim Füttern überzeugte er sich aber bald, daß den Honigkuchen selbst kein Schwein vertragen konnte. Etwa 280 der Borstenthiere wurden krank und mußten zum Theil abgestochen werden.

(E i n Brief von Anno 14.) Der : Deutschen Verkehrszeitung" ist von einem Leser ein an den Feldinarschall Blücher ge­richtetes Schreiben, welches die Feldpost betrifft, zur Verfügung gestellt worden. Der Brief hat folgenden Inhalt:Allerunüberwindlichster Feldmarschall General, Herr General Vorwärts Excellenz; Liebwerthester Herr Blücher. Ver­zeihen Sie, Excellenz, Liebwerthester Herr Blücher, General Vorwärts, daß ich als unzeitige Geburt es wage, an Sie zu schreiben; aber ich kann mir nicht helfen, es ist wegen meinem Traugott, ich bitte Sie um Alles in der Welt, liebster Herr Blücher Excellenz General Vorwärts, was ist das für eine infame Konfusion mit dem Feldpostamt, ich habe meinen Trangott bei den Gardejägern, er kennt Euer Excellenz Vorwärts genau und gut, schon zweimal habe ich ihm Zulage geschickt, aber er hat nichts bekommen. Ich bitte Euer Excellenz demüthigst, corrigiren Sie die Kerls doch einmal, aber nach alter Preußischer Manir, Sie verstehen, wie ich's meine, das wird gewiß helfen, denn es ist um die Schwernoth zu kriegen, wenn man den Kindern, die fürs Vaterland streiten, was schickt, und sie nichts bekommen. Euer Excellenz werden den Kerls doch ein Donnerwetter auf deu Hals schicken, deshalb habe Ich es Ihnen geschrieben, denn ich meiß schon, daß mit dem Alten nicht viel zu spaßen ist, Euer Excellenz unüberwindlichster Feldmarschall General Vorwärts genannt, liebwerthester Herr Blücher, ich verbleibe Ihr unterthänigster Schorn­steinfeger Matthias Keller, Schweidnitz 1814." Wie der Gewährsmann mittheilt, hat Fürst Blücher auf dieses Schreiben geantwortet, und zwar kurzer Hand auf dem zweiten Blatte des

soll jetzt zwischenHalt fest" undGut Ziel" gewählt werden. Um die beiden Parteien zu vereinigen, wird empfohlen, als ZurufHalt fest" und als AntwortGut Ziel" einzuführen. Der Sprachmeister Daniel Sanders und der Dichter Felix Dahn haben sich jedoch für Gut Ziel" erklärt, und so wird dieser Gruß wohl den Sieg davontragen.

Schluß einer Erzählung . . . Waldemar hatte sein ersehntes Ziel erreicht in überwallendem Gefühle drückte er die Heiß- geliebte an seine Brust. (Nachdruck verboten.)

Stündesamtsbezirk Oberge^s. Monat Dezember 1893. Eheschließungen.

Am 25. Ackermann Valentin Heinrich Schmidt zu Ober« gei», mit Eva Elisabeth Neuber zu Heene«.

G e b u r t « a n z e i g c n.

Am 3. Engelhard!, S. des Schreiner« Conrad Knoih zu Gitiersdoif. Heinrich, S. de« Musikn« Zchann Ernst Reissert zu Obergci«. 11. Adam, S. des Tagelöhner« George Heinrich Hehr zu Untergei«. 18. Johann Heinrich Jacob, S. dc« Wcbmiist-r« Heinrich Jacob Apel zu Giiie'sdort. 25. Johanne«, S. der Diensiknech!« Conrad Knott zu Ober- geis. 26. JobanneS, S. des Fabrikarbeiters Jobanne« Schäfer zu Untergei«, 30. Barbara Elisabeth, T. dc« Weißbinder« Jacob Grebe zu Obergei«.

S t e r b e s ä l l e.

Am 3. Johanne« Schwarz, Tagelöhner zu GinerSdors, , 59 Jahre alt. 7. Anna Barbara Schott geb. Manß, AuSmgerin, Wittwe des Landwirth« Johannes Schott zu Untergei«, 64 Jahre alt. 28 Barbara El'sabeth Groll geb. Kühn, Auszügcrin, Wittwe d-s Landwirth« Johann Heinrich Groll zu Untergei«. 60 Jahre alt.

Slandesamtöbezirk Ichenklengsscld.

Vom 1. bis incl. 31. Dezember 1893. Eheschließungen.

Am 22. Ackermann Johann Georg Deiß, mit Anna Catharina Möller zu Unterweisenborn.

Geburtranzeigen.

Am 2. Johanne«, S. des Tage'öhnerS Nikolau« Deiß zu Unterweisenborn. 7. Anna Barbara, T. deS Zimmer- manns George Bock dahier. 8. Emanuel, S. der un­verehelichten Klee zu Obe>leng«icld. 13. Catharina, T. des ZimmermannS Julius Göbel II. zu Wüsiseld. 21. I Anna Catharina, T. der unverehelichten Anna Margretha Nennlliel zu Wüsiicld. 24. Anna Catharina, T. des Tagelöhners Ferdinand Deiß dahier. 28. Anna Cathaiina, T. dc« Schmied« Jakob NennsUehl zu LanderShausen. Anna Elisab th, T. deS Schmieds Jakob Nennlliel zu Lander«hausen. S i e r b e f ä l I e.

Am 3. Bertha Petzold, ledig, dahier, 21 Jahre alt. Barbara Elisabeth Manuel, Wittwe de« Ackermann« und Kirchen- ältesten Johanne« Mannel zu WehrShausen, 67 Jahre alt. 4. Anna Gela, Ehefrau deS Ackermanns Johanne« Jäger zu Unterweisenborn, 52 Jahre alt. 23. Eva Elisabeth, Willwe dcS Tagelöhner- Valentin Deiß zu Malkome«, 78 Jahre alt. 25. Förster a. D. Johann Peter Becker zu Swenkfolz, 68 Jahre alt.

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