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woher stammt bie Melodie „Heil Dir im Sicherstem??“ In einem neueren Heft der von Professor Dr. Einig in Trier geleiteten theolo­gischen Zeitschrift „Pastor bonus“ findet sich fol­gende Mitteilung: Zahllose große und kleine Ton- künstler haben bekanntlich im Laufe ber Zeit ihren Bedarf au neuen Ideen aus dem reichen Schatz katholisch-kirchlicher Melodien zu beiseit versucht; daß aber unser ganzes preußisches Vaterland dort eine gewaltige Anleihe gemacht hat, war bisher int dunkeln geblieben. Handtmann in Secdorf a. d. Elbe erzählt in der „Kreuzztg." vom 10. Juli 1894 aus ben Ueberlieferungen seiner Familie: Der Text des Königsliedes „Heil Dir im Sieger- kranz" wurde in Schlesien und Glatz durch die preußischen Soldaten im Jahre 1813 bekannt. Von Berlin und aus Brandenburg kommende Soldaten brach­ten den Text mit, aber niemand konnte das Lied singen. Da begegneten eines TageS Offiziere deS fchlesifcheu Heeres, unter ihnenTcharuhorst, einen WallfahrtS- zng, der unter Führung des katholischen Pfarrers Thamm von Cudown (der Welt« bekannte» Franen-Heilquelle) nach Reiu- erz zog unter dem Gesang:

Heil Dir, o Königin,

Des Brunnens Hüterin,

Heil Dir, Marie!

Zu Segen und Gedeih'n

Laß sprudeln klar und re-hr

Allzeit den Labequell:

Heil Dir, Marie!

Scharnhorst, ein großer Mufiksrennd, stagte den Pfarrer, woher diese Melodie stamme. Thanim erwiderte: „So haben wir hier in den schlesischen und mähri­schen Bergen schon von alters her ge-

Jungen, es ist ein ganz alter Wallfahrer- gesang." Diese Angabe wurde später in Schlesien durch katholische Geistliche und auch durch Protestanten bestätigt. Die Offiziere griffen erfreut die schöne Melodie auf, unterlegten ihr den Text des KönigS- liedes unb värgerten sie ein. Ocffcutlich wurde beides zuerst am 8 September 1813 in Teplitz vor Friedrich Wilhelm III. gesungen. Eine nicht unwahrscheinliche Vermutung des Herrn Handtmann geht weiter dahin, daß die auch in Frankreich und England wenigstens teilweise aus früherer Zeit nachgewiesene Smgweisc „einer alt­kirchlichen Wallfahrermelodie entstamme, lvelche in Deutschland und Oesterreich in reinem Original sestgehnlteu worden war und schließlich auf der Grenze beider Reiche, int schurkischen Gebirge, zur glücklichen Stunde in neuer Weise weltbekannt wurde.

Der Frosch — ein Bienenfeind. Wie jedes lebende Wesen in der Natur, so hat auch die Honigbiene ihre zahlreichen Feinde. Einer der gefährlichsten ist der Frosch, der braune so­wohl wie der grüne. Daß derselbe seinen Auf­enthalt mit Vorliebe in den Kleefeldern wählt, ist nichts Neues, seinerseits geschieht dies aber nicht ohne Ursache, Ipierljer, namentlich auf ben sehr Honigreicheu weißen Klee, kommen bekanntlich die Bienen mit großer Vorliebe. Viele aber von diesen fleißigen Arbeiterinnen sehen ihren Stock nie wieder, sondern werden, indem sie einsamnieln, eine Beute der Frösche. Mit gierigen, weit ge­öffneten Auacu, wie ein Tiger int kleine», stiert und lauert der Räuber unverwandt auf fein aus­erlesenes Opfer, bis er dasselbe int günstigen Augenblick, wenn die Biene ihren vorderen Körper­teil tief in die Blumenkrone versenkt, durch einen sichern Sprung erhäscht, nicht achtend der etwaigen Stiche, welche ihm die Gefangene versetzt, benn er ist ja ein Kaltblütler. In dem häutigen Magen- sack eines getöteten Frosches wurden nicht weniger als elf Bienen gefunden; für ein so kleines Geschöpf gewiß eine ausreichende Zahl. Manchcm Imker dürfte die allmähliche Abnahme der Anzahl seiner Bienen im Stock, bis dahin rätselhaft, durch das Mitgeteilte erklärt werden. Der Frosch ist ein

sehr gefährlicher Feind seiner Pfleglinge. Doch soll hierdurch nicht etwa eingeritten wetden, die Frösche zu vertilge», gewiß nicht, sie vernichten denn doch gar manche schädlichen Insekten. Nur in der Nachbarschaft der Bienenstöcke sind sie nicht zu dulden, denn da könnten sie es sich am Ende allziivcguem machen und ihre Neigung zur Jagd wohl gar ausschließlich au den Bienen befriedigen.

Erinnerung. Dame (fingt): „Nach Frank­reich zogen zwei Grenadier'." Dienstmädchen: „Ach, Fräulein, von die Jreuadiere singen Sie? Von die wceß ick ooch een Lied zu fingen."

Aus der AIIIIftaus ste llIINg.

Einige? Aufsehen macht' die Besucher!» der Ausstellung dadurch, btifl dieselbe mit großem Verständnis über die Bilder urteilt. Dies wird insofern erklärlich, als die Dame, wie man erfährt, selbst Künstlerin ist und sich sogar häufig s e l b st m a l

Vetfenmuth des Geschäftsbetriebs. Ein Bettler spricht einen Herrn in dunkler Abend­stunde um eine Gabe an. iluwillig ruft der Spa­ziergänger: „Aber wer wird benn die Leute in der Nacht Unfällen und anbettelu?" — „Lieber Herr," entschuldigte sich der Arme, „ich bettle auch bei Tage."

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Auslösung der Ausgabe in voriger Nummer:

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Erklärung des Vexierbildes

in voriger Nummer:

Man stelle das Bild auf den Kopf. Zwischen der Dame mit dem Hute und dem Spanier, welcher in der Mitte des Bildes steht und den linken Arm nuistreeft, befindet sich der Kopf des Torerot"

(Einen sehr sartfühlenden Buchhalter hat Herr Armoor, der Eigentümer des berühmte» Handelshauses Armoor in Chicago, welches einen weitbekannten Ochsenfleischextrakt und das schöne Pökelfleisch (corned beef) herstellt und nicht we« niger als elftauseud Personen beschäftigt. Herr Armoor ist ein fleißiger Mensch und stets der erste im Kontor, obwohl er es nicht nötig hätte, da der ehemalige Schweiucmetzger schon längst auf seinen uiigezählte» Millionen ausruhe» könnte. Eines MurgenS fand Armoor zu seinem größten Er- stauueu, daß ein Buchhalter früher an der Arbeit war, als er. Armoor rief deu geschäfts- eifrigen Jüugliug zu sich, belobte ihn und sagte ihm, er könne sich zum Lohn für feinen ganz ungewöhnlichen Gcschäftseifer auf Geschäftskosten einen neuen Anzug machen lassen. Diese unerhörte Freigebig­keit des Millionärs erregte berechtigtes Aufsehen. Am Mouatsschluß aber fand Armoor unter den Rechnungen, lvelche er selbst genau durchzusehe» pflegt, nicht die- jenige für den dem genannte» Buchhalter geschenkten Auzug. Ganz erstaunt fragte er ben jungen Mann: „Wo ist der An-

er den jungen

zua? Wo ist die Rechnung?" Scheu und schüchtern erwiderte der Jüngling, daß er das Geschenk nicht verdient habe, da er damals nicht aus freiem Willen so früh ins Kontor gekommen sei; er habe vielmehr während der ganzen Nacht ge- bummelt und dann nicht mehr Lust ge-

Weil

habt, sich für ein paar Stunden schlafen zu legen, „Ich habe es deshalb," so schloß der brave Jüngling mit rührender Ausrichtigkeit, „vorgezogen, mich sofort an die Arbeit zu begebcu, habe aber dafür am Nachmittag int Kontor einige Stun­den sehr gut geschlafen." Armoor lachte aus vollem Herzen über feilten gewissen­hafte» Buchhalter, hob rühmend seine Ehrlichkeit unb feilten guten Charakter hervor und machte ihn noch an demselben Tage zu einem der hervorragendsten An­gestellten in dein gewaltigen Corned-becf- Bersandhanse, das der Stolz der Stadt Chicago ist. Also werden brave Jüng­linge schon auf Erden belohnt, und daS ist die Nutzanwendung von dieser rühr- samen Geschichte.

Hat er recht? „Wissen Sie schon, Fräulein Betti, daß ich eigentlich ein Hofnarr bin." — „Wieso denn?" — ich eilt Narr bin, daß ich Ihnen den

Hof mache."

Uebereilte Gleichstellung. Vater: „Den Schimpler wirst Du heiraten. Er ist ein ge­setzter, würdiger Mann, der Dich auf den Händen tragen wird, während hingegen der Windbeutel, der junge Grasberger . . ." Tochter: „O, der junge GraSberger Wirb jeden Tag älter werden!" Vater (hitzig): „Der alte Schimpler auch!"

Rätsel.

Mail steht es tausendfach entstehen, Sieht es verwelken und vergehen.

Es wird uns oft ins Haus getragen, Man sieht es aus dem Munde ragen;

An ihm wird niemals es sich zeigen, Und dennoch mertt man es am Schweigen

Kcherx-Rätsel.

Ich lieg' im östlich deutschen Land, Bin wegen Frankreich viel genannt; Bringt man ein e am Schluß mir dar, So bleibt an mir kein gutes Haar.

Uresteär-Rätsel.

Wenn du mit deinem Schah willst einen BretterLasten Und mit Geheimnissen ein rraucnhcrz belasten: Besorge, daß ein Disb den Kasten dir erbräche, '.Befürchte, daß dein Sieb das Schweigen brech' und spreohe.

Die in vorstehender Strophe fettgedruckten Buchstaben, er­geben, richtig geordnet, Vor- und Zunamen nebst Geburtsort des Dichters.

(Auflösungen folgen in nächster Nummer.)

Auflösungen aus voriger Nummer: der Schcrzansgabc: Georgine, brennende Liebe; des Wort- spielrätiels: (tarnten; des Krebswort-Rätsels: flog, Golf.

Nachdruck aus dem Inhalt d. Bl. verboten.

_____ _________Gesetz vom 1L/VL 70.___

Veranlwörtlicher Redacteur W. Herr» an», Berlin.

Gedruckt und herausgegeben von

Whist * Fah.ettholij, Berlin 8. 42, Prinzenstr. 86.