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Helsskl-tl Kreisbliltt
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Wustrirtes Sonntagsblatt".
Nr. 126.
Donnerstag den 26. Oktober
1893.
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„Jllustrirtes Sonntagsblatt" für die Monate November und Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Land- briefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Cassel, den 14. Oktober 1893.
Nachdem der Herr Minister der geistlichen 2C. Angelegenheiten verfügt hat, daß von jetzt ab wieder wie früher regelmäßig Verwaltungsberichte über die Schulverhältnisfe in dreijährigen Pausen an denselben eingereicht werden.sollen, ersuchen wir die Herren Landräthe uns zu diesem Zwecke binnen 4 Wochen auzuzeigen
1) wieviel Neu- und Erweiterungs-Schulbauten in der Periode vom 1. Oktober 1890 bis dahin 1893 im Gange gewesen und wieviel Bauten von neuen Schulhäusern darunter enthalten sind,
2) wie groß die Anzahl der gebauten neuen Schulzimmer ist und wieviel Erweiterungsbauten von Wohn- und Wirthschastsgebäuden in der vorbemerkten Zeit zur Ausführung gekommen sind und
3) wieviel Schulhaus-Neubaulen, wieviel neue Schulzimmer und wieviel Erweiterungen von Wohn- und Wirthschaftgebäuden am 1. Oktober d. Js. fertig gestellt waren.
Eine specielle Bezeichnung der einzelnen Ge
(Nachdruck verboten.)
Unevrnbnrtig.
Roman von H. von Z i c g l e r.
(Fortsetzung.)
Und mit einer tiefen Verbeugung gegen Nora ging er, völlig übersehend, daß auch sie ihm die kleine Hand geboten, festen Schrittes hinaus. Nachdenklich schaute Stetten ihm nach, denn dieser Mann, ben er so redlich gehaßt, begann ihm zum ersten Male Hochachtung einzuflößen.
Nur Nora's Gemüth blieb bedrückt. Sie mußte immer wieder daran denken, daß Wildenstein dem elenden Rumänen eine Herausforderung zugeschleudert, sie sah im Geiste die beiden Gegner sich auf dem Kampfplätze mit den Waffen in der Hand gegenüber stehen; weiter mochte sie nicht denken, mit einem qualvollen Stöhnen sank sie in die Knie und verhüllte ihr Antlitz, während dce entfärbten Lippen murmelten: „Rudolf! Nur er nicht! Herr mein Gott sei barmherzig!"
Am folgenden Tage zur üblichen Visiteustunde üand Graf Wildenstein in der Villa Porscu und wollte sich bei der Fürstin melden lassen.
„Durchlaucht sind bereits ausgegangen," be- ndjtete der Diener.
.4° ^"de ich warten. Wenn Durchlaucht "'/^"kommen, melden Sie mich sogleich," erklärte <M Wildenstein.
bäude ist nicht nöthig, die Angaben können vielmehr summarisch gemacht werden, jedoch ist bei den betreffenden Angaben überall ersichtlich zu machen, wieviel Gebäude mit oder ohne Staatsbeihülfe zur Ausführung gekommen sind oder kommen werden.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Anzahl der Baufälle zu 2 und 3 in der zu 1 verlangten Angabe mitenthalten sein müssen.
Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.
v. A l t e n b o ck u m.
An die sämmtlichen Herren Landräthe des Regierungsbezirks und an die Stadtschuldeputation zu Cassel und Hanau.
Hersfeld, den 23. Oktober 1893.
Wird den Königlichen Herren Lokalschul- inspektoren des hiesigen Kreises ergebenst mitgetheilt, mit dem Ersuchen, mir gefälligst bis zum 1. November d. Js. dementsprechende Mittheilung machen zu wollen.
I. 6102. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 19. September 1893.
Dem am 17. Februar 1848 zu Hersfeld geborenen Heinrich St ein hau er ehelichem Sohne des Fabrikarbeiters Peter St ein Hauer und der Katharina geborene Nie ding ist auf sein Nachsuchen gestattet worden, fortan den Familiennamen Alba ch führen zu dürfen.
V 6101 Der Königliche Laudrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersseld, den 23. Oktober 1893.
Die Witwe Heinrich Freund, Anna Catharina geb. Kiel zu Kerspenhausen hat für sich und ihre minderjährigen Kinder um Ertheilung eines
Ruhelos, finster und erregt schritt er nun in dem mit verschwenderischem Luxus ausgestatteten Salon umher, dessen weiche Smyruateppiche den Klang seiner Schritte aufsingen; es,war ihm sehr unangenehm, Melauie nicht auzntreffeu, denn er beabsichtigte, ihr über den Neffen eine scharfe Lektion zu halten. Der Sekundant, den er heute früh zu Prinz Porscu gesandt, war unverrichleter Sache zurückgekehrt, da der Prinz nicht zu Hause, auch die vorige Nacht nicht heimgekehrt war.
„Ehrloser Schuft," murmelte der Graf vor sich hin und seine Hand ballte sich zur Faust, „hätte ich Dich vor mir, ich würde Dich züchtigen, wie es einem Buben Deines Gelichters zukäme. Eine Kugel ist für solche noch zu ehrenhaft — die Reitpeitsche gehört dazu!"
Da^ wurden plötzlich draußen Stimmen laut, eine Schleppe rauschte über den Corridor, die Thür des Nebenzimmers öffnete sich und die Stimme der Fürstin rief:
„Komm mit herein, Gregor, was soll's heißen, daß Du so ganz plötzlich abzureisen gedenkst?"
„Je nun, liebste Taute," näselte der Prinz, „ich — ich habe Unannehmlichkeiten gehabt, und deshalb, haha, ist's wohl besser, ich kürze meinen Aufenthalt hier ab."
„Unannehmlichkeiten? Mit wem denn?"
„Ah, eigentlich eine Bagatelle! Ich führte gestern Abend Ihren Vorschlag mit dieser hübschen
Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
1. 6191. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Cassel, den 9. Oktober 1893.
Der dem diesseitigen Bezirksverbaude auf Gruud
des Preußischen Gesetzes vom 18g- zur
Zwangserziehung überwiesene und von mir bei dem Schneidermeister W. Bauer zu Schlüchtern in Lehre untergebrachte Konrad Ravior aus Hof- geismar, geboren am 13. Juli 1876, ist seit 8 Tagen aus seiner Lehrstelle durchgebrannt.
Königliches Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, nach den, Zögling umgehend Nachforschungen gefälligst anstellen, im Betretungsfalle ihn festnehmen und durch eine geeignete Civil- person, welcher ich neben den baaren Auslagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mk. und bei nöthig werdender Uebernachtung von 4 Mk. gewähren werde, seinem obengenannten Lehrmeister wieder zuführen lassen zu wollen.
Von dem Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mid) Hieruächst gefälligst zu benachrichtigen.
Der Landes-Direktor.
An Königliches Landrathsamt zu Hersfeld.
Jr. IL Nr. 4513.
* * *
Hersfeld, den 23. Oktober 1893.
Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie zur Fahndung nach dem Entlaufenen mitgetheilt.
Im Betretungsfalle ist derselbe festzunehmeu, seinem Lehrmeister wieder zuführen zu lassen und mir vom Geschehenen Anzeige zu erstatten.
I. 5994. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
kleinen Schauspielerin, Fräulein zur Stetten, aus, ließ sie in unserem Wagen nach den „Drei Fürstenkronen" fahren und bestellte dort ein nettes, kleines Souper mit Champagner, um fobann mit ihr zu dem Alten zu fahren und uns als Brautpaar vorzustellen."
„Nun ja, das war ja ganz gut; was weiter, Gregor?"
„Ah, der Plan mißlang völlig, denn als ich das über meinen kühnen Plan sehr erregte Fräulein, haha, besänftigen wollte, ging mit einem Male die Thür auf und — Graf Wildenstein stand wie der Donnergott vor uns. Wie er dahin gelaugt, weiß ich nicht; genug, die hübsche Kleine stürzte sich in seine Arme und er erklärte mir ziemlich barsä) und unhöflich, seine „Nichte" stände unter seinem Schutze. Seine Nichte! Ich bitte Dich, verehrte Tante, wie kommt der Graf zu solcher Verwandtschaft!"
Wildenstein, der durch die herabgelassene ©amaftportiere Wort für Wort der Unterhaltung mit an hörte, kochte der Zorn in den Adern, aber noch hielt er au sich.
Aber gewiß, bester Gregor, er hat recht, die Schwester des Grafen, ein verzogenes, exaltirtes Mädchen, hatte einen Sänger geheirathet, eben den Vater der kleinen Stetten "
„5o! Das wußte ich nicht! Aber es scheint nicht, als rühme sich Wildeustein dieser Leute,