(SifdKÜ't wöchentlich biet MN Dienstojj, Denuerstaj; unb «onr.ob-uh. AbonncniciiwprkiS vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. excl.
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Itrüftlütr Kreisdllltt.
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Mr. 131. Sonnabendden 14. Oktober 1893.
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Amtliches.
Hersfeld, den 10. Oktober 1893.
Für den am 14. Januar 1878 zu Kirburg geborenen Johann Rudolf Hepp dahier ist um Entlassung aus dem preußischen StaatSverbande behuss Auswanderung nad) Amerika nachgesucht worden.
J. I. Nr. 5945. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 12. Oktober 1893.
Der am 28. September 1882 zu Wahns, Kreis Steiningen, geborene Schulknabe Bernhard Richard August Hössel, dessen Eltern sich jetzt auf dem Lindigshof bei Dermbach befinden, hat sich am 7. d. Mts. Nachmittags 2 Uhr von da entfernt und ist bis jetzt noch nicht zilrückgekehrt.
Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher sowie Gendarmen des Kreises werden hiei durch angewiesen, nach dem Verbleib des Knaben zu forschen, im Ermittelungsfalle denselben festzunehmen und Nachricht darüber hierher zu geben. 'I. 6000. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Die im Jahre 1877 in Marburg gegründete l a n d w i r t h s ch a f t l i ch e Winter s ch u l e hat die Aufgabe, in zwei Wintercursen Bauernsöhne und andere junge Leute, welche sich der Landwirthschaft widmen wollen, zu denkenden Landwirthen zu erziehen und für den landwirth- schaftlichen Beruf derart auszubilden, daß sie befähigt sind, ein Landgut rationell zu bewirthschaften.
Dieser Aufgabe hat die Schule bisher durchaus entsprochen. Ein Theil der Schüler hat nach Erledigung des zweijährigen Winterkursus bei Wiedereintritt in die väterliche Wirthschaft zu deren Hebung wesentlich mitgewirkt, ein anderer Theil hat durch Vermittelung des Direktors der Winterschule als Verwalter auf größeren GutSwirthschasten Stellung gefunden und den an sie gestellten Anforderungen in jeder Beziehung genügt.
Bei den sich täglich steigernden Ansprüchen an den landmirthschaftlichen Betrieb müssen wir die Landwirthe dringend auffordern, für die Aus- mldung ihrer Söhne in den landmirthschaftlichen Lehrgegenständen Sorge zu tragen, und zu diesem oweck ihnen den Besuch der landmirthschaftlichen B^nterschnle in M a r b u r a für ihre Söhne empfehlen
Dank der Fürsorge des hohen Kommunal Landtags hat die gedachte Schule ihre Lehr- und
Hülfsmittel durch Einrichtung eines Labora- | toriums für chemische, physikalische und mikroskopische Arbeiten wesentlich vervollständigen können und wird weiter durch den Besuch von renomirten Wirthschaften größerer Landwirthe, von Zuckerfabriken, Brennereien, Molkerei-Anstalten den jungen Leuten Gelegenheit geboten, das von ihnen theoretisch Erlernte in praktischer Ausführung kennen zu lernen.
Der Unterricht des nächsten Wintercursus beginnt Dienstag den 17. Oktober d. I, Vormittags 8 Uhr. Anmeldungen zur Aufnahme sind zeitig vorher an den Direktor der land- wirthschaftlichen Winterschule, Herrn Dr. R. Hesse in Marburg, zu richten, welcher etwaigen weiteren Aufschluß über die Schule geben wird. Derselbe ist gern bereit, für ein passendes Unter- kommen der Schüler in gut beleumundeten Familien zu sorgen und wird sämmtliche Schüler auch außerhalb der Schulzeit streng überwachen. Für Wohnung, Verköstigung, Feuerung und Licht hat ein Schüler monatlich 30 bis 45 Mk. zu zahlen. Das Schulgeld beträgt 45 Mark für den Winter, wovon die Hälfte beim Beginn des Schulhalbjahres, die andere Hälfte beim Wiederbeginn des Unterrichts im Anfang nächsten Jahres zu entrichten ist.
Die auszunehmenden Schüler müssen das 14. Lebensjahr überschritten haben und sich durch ein Zeugniß über den bisherigen Schulbesuch ausweisen, außerdem, wenn sie über ein Jahr die Schule bereits verlassen haben, ein Attest der Ortsbehörde über ihre Unbescholtenheit beibringen. Cassel, am 8. September 1893.
Das Direktorium des landmirthschaftlichen Central-Vereins.
Landwirthschastliche Winterschuke Kofgeismar (Hesundörunnen).
Der Wintercursus beginnt am 24. Oktober. Anmeldungen sowie etwaige Anfragen sind an den Unterzeichneten oder den Direktor der Winterschule, Herrn Dr. Schacht hierselbst zu richten.
Das Schulgeld für den Wintercursus beträgt 30 Mk., Wohnung und Kost erhalten die Schüler im Internat gemeinsam mit den Lehrern. Für Kost zahlen die Schüler täglich 90 Pfg., Wohnung, Licht und Heizung wird unentgeltlich gewährt.
Hofgeismar, den 9. Oktober 1893.
Das Kuratorium: Beckhaus, Landrath.
Politische Nachrichten.
Eberswalde, 11. Oktober. Wie wir zu unserer Freude mittheilen können, erfreuen sich Ihre Majestäten der Kaiser und die K a i s e r i u bei dem herrlichen Herbstwetter im Jagdschloß Hubertusstock des allerbesten Wohlseins. Der Kaiser fährt jeden Morgen und jeden Nachmittag auf die Pürsche und hat bis heute Mittag bereits 13 jagdbare Hirsche, darunter mehrere kapitale Sechzehn- und Vierzehnender erlegt. Die Kaiserin pflegt den Kaiser auf den Pürschfahrten, selbst am frühen Morgen, zu begleiten. In der Zeit zwischen der Morgen- und Abendpürsche nimmt der Kaiser die regelmäßigen Verträge entgegen und Abends arbeitet er einige Stunden für sich allein. Voraussichtlich werden die Aller
höchsten Herrschaften, wenn die günstige Wittterung andauert, noch einige Tage in Hubertusstock verweilen.
Bekanntlich hat Se. Majestät der S u l t a n einen neuen Orden gegründet, und es wird, gutem Vernehmen nach, durch eine Spezialmission das erste Exemplar dieses Ordens S r. Majestät d e m K a iser übermittelt werden ; ebenso wie der Sultan s. Z. Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm I. das erste Exemplar des von ihm gegründeten Jintias-Ordens übersandt hat.
Nach einer seitens des großherzoglich hessischen Justizministeriums an die dortigen Justizbehörden erlassenen Verfügung, ist auf Grund einer zwischen der Reichsregierung und der schweizerischen Regierung ausgetauschlen Gegenseitigkeitserklärung in Zukunft im Auslieferungsverkehr mit d e r S ch w e i z die Auslieferung auch in solchen Fällen vorsätzlicherKörperver- Lesung zu beanspruchen und zu bewilligen, die eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als zwanzig Tagen zur Folge hat, ohne Rücksicht darauf, unter welchen Umständen und mit welchen Waffen oder Werkzeugen die That begangen worden ist.
Der Reichstag wird zu seiner Wintersession voraussichtlich gegen den 20. Nove m ber ein berufen werden.
Bis jetzt sind bekanntlich die Ausnahmebe- stiminungen über die Sonntagsr u h e nur für einen beschränkten Kreis der Industrie ausgearbeitet worden. An den zuständigen Stellen hofft man, daß es möglich sein werde, mit den entsprechenden Arbeiten für die weiteren industriellen Erwerbsberufsgebiete bis zum nächsten F r ü hjah r zum Abschluß zu kommen.
Mit dem Befinden des Fürsten B i s - marck geht es, wie es in der Natur der Sache liegt, nur langsam besser; aber täglich ist ein kleiner Schritt vorwärts zu verzeichnen. Am Dienstag hat der Fürst ebenso wie an den vorhergehenden Tagen eine Ausfahrt gemacht. Im klebrigen ist, wie die Hamburger Nachrichten hervorheben, Ruhe jetzt das erste Bedürfniß des hohen Herrn, und deshalb ist im Interesse seiner baldigen vollen Wiederherstellung zu wünschen, daß die dankensiverthe Zurückhaltung, die bisher von Seiten der Freunde des fürstlichen Hauses bezüglich der Abstattung von Besuchen und dergleichen geübt worden ist, auch für die nächste Zeit noch beibehalten werde.
Das Kaiserliche Gesundheitsamt macht folgende Cholerafülle bekannt: In Hamburg wurden am 9. und 10. Oktober 3 Erkaukungen, darunter eine mit tödtlichem AnSgange, festgestellt; außerdem ist ein Flußschiffer von der Oberelbe cholera- krank daselbst angekommen. In Stettin eine tödtlich verlaufene Erkrankung, in Riede r- k r ä nig, Kreis Königsberg N.-M., ein weiterer Krankheitsfall.
Während bereits im September kommissarische Borberathungen stattgefunden haben, ist, wie die „Nordd. Allg. Ztg." hört, das Plenum der bürgerlichen Gesetzbuchskommission mit Beginn dieser Woche zur Fortführung der Arbeiten von Neuem zusammengetreten.
Der ehemalige Kriegsminister, General von Kameke ist am 12. d. Mts. gestorben.
In Frankreich bemüht sich die chauvi-