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Hersstl-er freisblatt

Mit wöchentlicher Gratis-VeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Nr. 118. Sonnabend den 7. Oktober

1893.

Amtliches.

Hersfeld, den 5. Oktober 1893.

Auf Grund der §§ 4, 5, 6 und 7 der Verordnung über die Ausführung der Wahl der Abge­ordneten zur zweiten Kammer vom 30. Mai 1849 (abgedruckt im Kreisblatt Nr. 68 vom Jahre 1879) werden die Urwahlbezirke zur Wahl der Wahlmänner innerhalb der Landgemeinden des hiesigen Kreises in der aus der Spalte 2 der nachstehenden Uebersicht ersichtlichen Weise abge­grenzt, und gemäß § 16 dieser Verordnung zu Wahlvorstehern für die auf den 31. b. Mts. fest­gesetzte Wahl der Wahlmänuer die in Spalte 5, und zu deren Stellvertretern in Verhinderungs­fällen die in Spalte 6 der Uebersicht bezeichneten Personen ernannt, auch die Wahllokale, sowie die Lokale, in welchen die Abtheilungslisten öffentlich auszulegen sind, wie in Spalte 7 angegeben, bestimmt.

Die Herren Bürgermeister der Urwahlorte bezw. der Ortschaften, an welchen die zu Wahlvor­stehern bezw. deren Stellvertretern ernannten Personen wohnen, haben denselben von ihrer Er­nennung zu Wahlvorstehern bezw. Stellvertretern unverweilt Kenntniß zu geben, ihnen auch das Lokal, in welchem die Wahl stattfinden soll, zu bezeichnen, und denselben mitzutheilen, daß demnächst die Abtheilungslisten sowie das nöthige Formularpapier zum Wahlprotokoll nebst Jnstruction ihnen zugesandt werden würde. Gleichzeitig sind dieselben davon zu benachrichtigen, daß der Herr Re- gierungs-Präsident zum Wahlcommissar bei der bevorstehenden Abgeordnetenwahl für den sechsten Wahlbezirk (Kreise Rotenburg und Hersfeld) den Königlichen Landrath Herrn von Trott zu So lz in Rotenburg bestimmt hat.

I. 5882. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

Nebersicht

nöer die im Kreise Hersfeld gebildeten IlrwahlöezirKe zu den Wahlen der Wahlmänner.

Hersfeld, den 4. Oktober 1893.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Einreichung des ErhebungsformularS über die landwirthschaftliche Bodenbenutzung im Jahre 1893 noch im Rückstände sind, werden hieran unter Hinweis auf meine Verfügung vom 7. Juni d. Js. I. 3742 (Kreisblatt Nr. 67) mit Frist bis zum 12. b. Mts. bei Reibung von 3 Mark Strafe erinnert.

I. I. Nr. 3742. Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 4. Oktober 1893.

Der Landwirth Simon Diebel zu Frie- lingen hat um Genehmigung zur Herstelluug einer Be w äs serungS -Anlage au seiner in der Gemarkung Gersdorf links der Stat. 0,5 des nach Willingshain führenden Weges gelegenen Wiese nachgesucht.

Die Zeichnung nebst Beschreibung hiervon können von Interessenten nährend der Dienst­stunden im Bureau des Landrathsamts eingesehen und Beschwerden gegen die bezeichnete Anlage innerhalb einer Frist von 2 Wochen dahier an­gebracht werden.

L 5817. Der Königliche Landrath

Freiherr von S ch l e i n i tz.

Hersfeld, den 4. Oktober 1893.

Der Kaufmann Samuel L e v i, geboren am 19. Juni 1868 zu Hattenbach, wohnhaft zu Niederaula, hat um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika Nachgesucht. I. 5865. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Nichtamtliches.

t Die Socialdemokratie und die Landtagswahlen.

Ju der socialdemokratischenNeuen Zeit" wurde jüngst den Socialdemokraten der Rath ertheilt, sich auch an den Landtagswahlen zu betheiligen, da die Wahlenthaltung aus Princip für eine so starke Partei nicht mehr am Platze sei. Dieser Vor­schlag ist nun aber vom BerlinerVorwärts" in zwei Artikeln, deren einer von Herrn Singer unterzeichnet ist, entschieden zurückgewiesen worden. Die Einwendungen gipfeln darin, daß die Social­demokraten bei dem öffentlichen indirekten Drei- klassenwahlsystem niemals die Mehrheit der Wahl­männer haben und in Folge dessen nicht im Stande sein würden, Mandate ohne Hilfe anderer Parteien zu erringen. Vielleicht wäre es freilich bei Betheiligung der Socialdemokratie möglich, dem altpreußischen Conservatismus zu Gunsten des Liberalismus eine Niederlage zu bereiten. Aber an der liberaleren Färbung des Landtags habe die Socialdemokratie kein Interesse; sie dürfe nicht vergessen, daß Alles nureine reac- tionäre Masse" sei und daß alle bürgerlichen Parteien in Einigkeit den Socialdemokraten gegen- überstehen. Letztere würden sich nur compro- mittiren, wenn sie eine jener Parteien unterstützten. In jedem Falle aber würde die socialdemokratische Partei, wenn sie sich an den Wahlen betheiligte, reinfallen", und das würde einen schlechten Eindruck machen und nur zu Hohn und Spott

1.

Nr.

des Ur« Wahl­bezirks.

2.

Bestandtheile der Wahlbezirke.

3.

Urwahlort.

4.

CS £ SS

5

5.

Namen der Wahlvorsteher.

6.

N amen der Stellvertreter.

7.

Lokal für die Wahl der Wahlmänner und die

Auslegung der Abthei- lungSiisten.

1

Niederaula

Niederaula

4

Bürgermeister Nutzn zu Niederaula

Vizebürgermstr. Aug. Pilgrim daselbst

Geschäftslokal des Bürger­meisters im Nrwahlort

2

Schenklengsfeld

Schenklengs­feld

4

Bürgermeister Nüger zu Schenklengsfeld

Kantor Diebener da­selbst

do.

3

Philippsthal

Röhrigshöfe mit

Nippe Friedemald

Philippsthal

3

Bürgermeister Linge- mann zu Philipps-

Vizebürgermstr. Aug. Aulepp daselbst

do.

4

Friedewald

4

c. Bürgermstr. Mohr zu Friedewald

Kantor Hassenpflug daselbst

do.

5

Heringen Leimbach Vengendorf

Heringen

5

Bürgermstr. Siebold zu Heringen

Kantor Wehnes da­selbst

do.

6

Unterhaun Oberhaun Rotensee Eitra

Sieglos und Bin- gartes

Unterhaun

6

Bürgermeister Gros- curth zu Unterhaun

Bürgermstr. Döring zu Sieglos

bo.

7

Asbach Kohlhausen Eichhof Beiershausen Forsthaus Falken­bach (fiscal. Obers. Niederaula)

Aöbach

4

Bürgermeister Ruhn zu Asbach

Vizebürgermeister Baumhardt daselbst

do.

8

Obergeis Aua

Obergeis

3

Lehrer Waßmuth zu Obergeis

Oeconom Ferdinand | Roll daselbst

bo.

9

OMttersborf

Untergeis

Biedebach

Gittersdorf

3

Bürgermstr. Schmidt zu Gittersdorf

Bürgermeister Vaupel zu Untergeis

do.

10

Friedlos Reilos Rohrbach iTann

Rohrbach

5

Bürgermeister Krapf zu Rohrbach

Lehrer Kolbe daselbst

bo.