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Mr. 117. Donnerstag den 5. Oktober 1893.
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Amtliches.
Ministerium für Handel u. Gewerbe.
Berlin, den 23. September 1893.
Der Gesammtausschuß der Kaliwerke zu Staß- furt-Leopoldshall hat für die von dem herrschenden Streu- und Futtermangel besonders hart betroffenen Landestheile auf Kalirohsalze, welche von Landwirthen für die bevorstehende Herbstund Frühjahrdüngung in der Zeit vom 15. September d. J. bis zum 31. März 1894 bezogen werden, eine Ermäßigung des Grundpreises und zwar für den Metercentner Kainit- und Sylvinit- salze um 30 Pfennig und für den Metercentner Aarnadit und Bergkieserit um 15 Pfennig bewilligt mit der Maßgabe, daß daneben irgend welche Rabattvergütungen nicht stattfinden.
Zu diesen Landestheilen gehört auch die Provinz Hessen-Nassau.
Indem ich bemerke, daß den Bestellungen der Düngesalze eine Bescheinigung des Vorstandes landwirthschaftlicher Vereine oder des Landrathes darüber belustigen ist, daß die bezogenen Kali
(Nachdruck verboten. ) Unebenbiirtig.
Roman von H. von Zieqler.
(Fortsetzung.)
Die Kleine wurde ganz still, endlich nach einer Pause hob sie die thränenfeuchten Augen zu der liebevollen Sprecherin auf und fragte naiv:
„Ich bin wohl gar nicht artig, liebe Tante? Onkel Eduard würde dann wieder so traurig aussehen, wie gestern, als ich dem fremden Herrn nicht die Hand geben wollte. Aber nein, ich werde schon vernünftig sein und nicht fortlaufen."
Und dabei rollten unwillkürlich die dicken
Thränen wieder über die blassen Wangen des kleinen Mädchens, aber energisch wischte sie dieselben ab und ging hinüber zu ihren neuen Genossinnen, denn sie wollte gut und artig sein, weil Onkel Eduard es wünschte.
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;Wtf Jahre sind vergangen, und wieder jagte au Herbstwind über die Stoppeln.
3raf Rudolf von Wildenstein, ein ernster uilngn Mann,. Anfang der Vierziger, war zum Smwlngcrichl, in Vertretung eines erkrankten . ei morenen, in die Residenz gekommen, die er S 'iT Ä" ^sncht. Die Zeit ging fast ohne Abwechselung an ihm vorüber, nur sein
salzmengen zur Düngung während der Herbst- monate dieses, oder der Frühjahrsmonate des nächsten Jahres in den landwirthschaftlichen Betrieben der bezeichneten Landestheile bestimmt sind, ersuche ich Ew. Excellenz ergebenst, die beseitigten landwirthschaftlichen Kreise in geeigneter Weise auf diese Preisermäßigung gefälligst baldigst aufmerksam machen zu lassen.
Der Minister für Handel und Gewerbe.
In Vertretung: gez. Loh wann.
An den Königlichen Ober - Präsidenten Herrn Magdeburg Excellenz zu Gaffet. I. 6956.
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Cassel, den 26. September 1893.
Abschrift zur gefälligen Kenntnißnahme und mit dem ergebensten Ersuchen um s ch l e u n i g e Benachrichtigung der beseitigten landwirthschaftlichen Kreise.
Der Ober-Präsident. gez. M a g d e b u r g.
An den Königlichen RegierungS-Präsidenten Herrn Grafen Clairon d'Hauffonville Hochgeboren hier. Nr. 5544.
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Cassel, den 29. September 1893.
Abschrift lasse ich Hochwohlgeboren zur gefälligen schleunigen Benachrichtigung der beseitigten landwirthschaftlichen Kreise ergebenst zugehen.
Der Regierungs-Präsident.
H a u s s o n v i l l e.
An die Herren Landräthe des Bezirks A. III. 7972.
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Hersfeld, den 2. Oktober 1893.
Wird den Herren Ortsvorständen zur weiteren Bekanntgabe unter den Interessenten mitgetheilt. ^. 5792. Der Königliche Landrath
___Freiherr von S ch l e i n i b.
Hersfeld, den 2 Oktober 1893.
Die Herren Ortsvorstände des Kreises werden
dunkles Haar durchzog sich mit Silberfäden und das Lächeln verlernte er beinah gänzlich; an eine Heirath dachte er nicht, all sein Sinnen nnd Trachten lag in vergangenen Tagen, und Theresen's Bild blieb allein auf seinem Schreibtisch.
Der Wildenstein ward ganz vortrefflich bewirthschaftet und seine Reinerträge mehrten sich von Jahr zu Jahr. Das war des einsamen Grafen höchste Genugthuung und dennoch fragte er sich oft mit bittrem Lächeln: Für wen schaffst und arbeitest Du? Für Fremde ober lachende Erben!
Es war heute im Schauspielhause sehr voll, man gab die Jungfrau von Orleans und Wilden- stein wollte sie gleichfalls ansehen; er hatte einen Brief seines Freundes Hohenthal bekommen, 100= rin derselbe gebeten, für die Aufführung der Jungfrau ihm ein Billet zu besorgen, er werde es beim Portier des Hotels abholen. Natürlich nahm Graf Rudolf zwei Plätze und ließ das Billet des Freundes zurück, wenn es derselbe ab- holen würde.
Drüben in der Prosceniumsloge saß eine statt liebe, elegante Dame, deren kostbarer Fächer in ununterbrochener Beivegung blieb; in dem gepuderten, hochfrisirten Haar funkelten Brillanten, am Gürtel des lilafarbenen Atlaskleides. steckte eine halberblühte Theerose. Wildenstein hob
hierdurch angewiesen, die am 1. Oktober d. Js. in Gültigkeit getretenen Eisenbahn-Fahrpläne für das Winterhalbjahr 1893/94 im diesseitigen Geschäftslokale innerhalb 8 Tagen abholen zu lassen. Dieselben sind in den öffentlichen Wirthschaften oder an sonstigen dem Publikum zugänglichen Orten anzubringen.
Der Königliche Landrath Freiherr von S ch l e i n i tz.
Hersfeld, den 3. Oktober 1893.
; Der am 31. August 1870 geborene Fabrik- : arbeitet Johannes Claus zu Meckbach hat um i Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande ; behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
। J. I. Nr. 5800. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 3. Oktober 1893.
Für die am 11. Oktober 1873 geborene Elisabeth Grentzebach zu Goßmannsrode ist um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
I. Nr. 5833. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Politische Nachrichten.
Mit S r Majestät d e m K a i s e r traf, von Trakehnen kommend, am Sonntag auch Ihre Majestät die Kaiserin in Rominten ein. Beide Majestäten wohnten am Sonntag der feierlichen Einweihung der St. HubertuS-Kapelle daselbst bei. Am Nachmittage gegen 1 Uhr schloß sich alsdann der Feier eine Frühstückstafel bei den Majestäten an. Nach Aufhebung der Tafel unternahmen die Majestäten mit ihrer nächsten Umgebung eine gemeinsame Ausfahrt nach der
mehrere Male prüfend das Glas, endlich kräuselte ein spöttisches Lächeln seine Lippen; ja er erkannte sie wieder, die schöne Fürstin Melanie Porscu, doch, wie unbarmherzig waren die Jahre mit ihr umgegangen! Dies breite, verschminkte Antlitz, diese dicke Figur verriethen nichts mehr von ihrer einstigen Schönheit und das eigenartig schöne Haar" versteckte sich unter häßlichem Puder.
Die Fürstin war seit Jahren Wittwe und, da ihr Gemahl ohne Testament gestorben, auch Erbin seines ganzen, großen Vermögens; sie machte ein großes Haus in der Residenz und hatte auch Wildenstein, ihren ehemaligen Anbeter, so dringend ausgefordert, sie zu besuchen, daß derselbe nicht umhin konnte, eine Karte bei ihr abzugeben.
Heute Abend jedoch, als er sie im vollen Staate sah, hätte er sie beinah nicht wiedererkannt.
Der Vorhang ging auf, das Stück begann und bald hatte den Grafen die zarte, jungfräuliche Erscheinung Johanna d'Arc's völlig hingeriffen; das liebliche und doch ernste Gesichtchen mit den großen dunklen Augen, die dunkelblonden, frei herabwallenden Locken und die durch bad' kleidsame Bauernkostüm noch vortheilhafter gehobene schlanke Figur zogen den ernsten Mann auf unerklärliche Weise an. Dazu die weiche, sympathische Stimme, die natürliche Grazie in jeder Bewegung; unwillkürlich seufzte er tief auf, eine