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Htksstliitl Breisblatt

Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Dr. 113. Dienstag den 36. September 1893.

DMMllK-LickiWg.

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Jllustrirtes Sonntagsblatt"

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Die Expedition.

Amtliches.

Hersseld, den 21. September 1893.

Der Herr Minister des Innern hat durch Erlaß vom 27. Dezember v. Js. i. B. 9241 dem Evangelisch-Kirchlichen Hilssverein zu Berlin zur Förderung seiner Zwecke die Abhaltung einer Hauskollecte in den evangelischen Haushaltungen sämmtlicher Provinzen der Monarchie für das Jahr 1893 bewilligt.

Der Landesverein für innere Mission in Cassel, welchem als Zweigverein des Evangelisch-Kirch- lichen HilfsvereinS die Einsammlung für den

(Nachdruck »erboten.)

Unebrnburlig.

Roman von H. von Zieqlcr.

(Fortsetzung.)

mitten auf der Straße stand ein einziger Kinderwagen, darin schlummerte sorglos ein kleines Mädchen; wahrscheinlich mochte die Wärterin in einen nahen Laden gegangen sein, ohne zu ahnen, in welch ernste Gefahr ihre Schutzbefohlene gerathen werbe.

Die Kavalkade kam näher, das Pferd der Dame bäumte und tänzelte schnaubend, sie riß es nicht herum, und ihr Begleiter sah wohl säum den Kinderwagen, als im letzten Moment eine nervige Mäuuerfausi das hoch emporsteigende Roß niederriß und sodann am Zügel seitwärts lenkte.

Hoch und finster stand Graf Wildenstein vor der schönen, laut aufkreischenden Reiterin, und sagte streng:

Ein anderes mal möchte ich doch größere Vorsicht anratheu, gnädigste Fürstin. Ein Menschenleben ist doch zu edel, um für eine Lanne aufs Spiel gesetzt zu werden."

Die Dame zuckte zusammen, glühendes Roth färbte ihre Wangen, und sie entgegnete hastig:

Regierungsbezirk Cassel übertragen worden ist, beabsichtigt die Kollerte im hiesigen Regierungs­bezirke durch Vermittelung der Presbyterieu ab- halten und mit der Einsammlung nunmehr als­bald beginnen zu lassen.

Die Herren Ortsvorstände setze ich hiervon in Kenntniß, damit den gedachten Sammlungen ein Hinderniß nicht entgegen gestellt wird.

J. I. Nr. 5608. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 21. September 1893.

Unter Hinweis auf mein Ausschreiben Nr. 11959, im Kreisblatt Nr. 152 vom Jahre 1889, mache ich die Herren Ortsvorstände, Oberbrand­meister und Brandmeister hierdurch darauf auf­merksam, daß es zur Erlangung der Unterstützung für im Feuerlöschdienst Verunglückte nothwendig ist, von eingetretenen Unglücksfällen im Feuer­löschdienst s o fort Anzeige zu erstatten. Auch haben die Ortsbehörden die ihnen zugehenden ; Aufträge zur Aufstellung statistischer Berichte und Einziehung der zugehörigen Atteste der behan- delnden Aerzte schleunigst zu erledigen.

i I. I. Nr. 5621. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Am 2. Oetober d. I. können Einzahlungen von Holzkaufgelderu 2C ivegen der an diesem Tage stattfindenden großen Anszahlungen nicht bewirkt werden.

Die Herren Bürgermeister der Landgemeinden werben ersucht, dies in ortsüblicher Weise bekannt machen zu lassen.

Zugleich werden die Herren Bürgermeister er­sucht, für baldige Einzahlung des Loosholzgeldes pro 1893 gefälligst Sorge zu tragen.

Hersfeld, am 22. September 1893.

Königliche Steuer- und Forstkasse.

Wilkening, Rentmeister.

Nun, mein Herr, Sie sind sehr kühn und muthig, doch ich würde Ihnen rathen, ein ander­mal Damen der vornehmen Gesellschaft mit ihren Rathschlägen nicht zu belästigen."

Der Wink ist schätzeuSwerth. Bisher sah ich bei meinen Standesgenossen stets weibliches Takt­gefühl und Mitleid für die, welche ohne ihr Zu- thun in Gefahr geriethen. Sie erlauben mir, Frau Fürstin, daß ich mich Ihnen bekanntgebe."

Und mit einer tiefen spöttischen Verbeugung entnahm er seiner Brieftasche eine Visitenkarte, sich nach Ueberreichung derselben sogleich ent­fernend.

Die schöne, rothhaarige Fürstin Porscu blickte halb neugierig, halb ironisch auf das gelbliche Kartenblatt in ihrer Hand: aber was war das? Es trug die neungezackte Grafenkrone und den Namen:Rudolf Graf von nnd zum Wilden­stein."

Ach, der schöne, romantische Graf aus Afrika," rief sie überrascht,das hätte ich nie gedacht! Er scheint einigermaßen Wüstenmaniereu ange- ! nommen zu haben, aber das schadet nichts; ich hätte ihn so gern als Jugendfreund begrüßt."

Aber der romantische Graf dachte keineswegs an die reizende Amazone, welche er eben so um ritterlich behandelt; seine Gedanken flogen zu

Politische Nachrichten.

Berlin, 23. September. 2e. Majestät der Kaiser und König weilt gegenwärtig zur Abhaltung von Pürschjagden als Gast des Erz­herzogs Albrecht von Oesterreich aus dessen Be­sitzungen in den Donauniederungen bei Mohacs und Bellpe re. und gedenkt dort einige Tage zu verbleiben. Das Jagdresultät war bisher ein recht günstiges. Für heute lautete das Tages­programm : Jagdsejour in Bellye. Morgen, am Sonntag den 24. d.. Mts., gedenkt der Kaiser mit seiner Begleitung dem Gottesdienste in der Kapelle zu Jsabellenfeld beizuwohnen, doch findet auch schon in der Frühe eine Pürsche statt. Das Befinden Sr. Majestät des Kaisers ist das allerbeste.

Die Ankunft des Kaisers in Gothenburg wird am 28. d. Mts. Abends erwartet, und wird sich der Kronprinz von Schweden zum Empfang dorthin begebeu. Wie die Stockholmer Blätter berichten, fahren der Kaiser und der Kronprinz noch in der Nacht nach Hunneberg, woselbst nach einem früh Morgens genommenen Frühstück die Jagd auf Elche beginnt. König i Oskar von Schweden begiebt sich am Abend des 28. in Begleitung seines Kammerherrn Frei- Herrn v. Stjernstedt und seines Adjutanten Major Bergmann nach Herrljunga und von dort in das Jagdrevier. Die nur einen Tag dauernde Jagd wird vom Ober-Hosjägermeister von Ankarkroua geleitet, und sind zu derselben außer dem Prinzen Karl auch der frühere Minister des Auswärtigen Freiherr v. Hochschildt und Freiherr Oskar Dickson befohlen.

Man meldet derVoss. Ztg." aus Kissingen: Die Nachricht, F ü r st v. Bis in arck habe an Lungenentzündung gelitten, bestätigt sich. Die Lungenentzündung war sehr schwer, so daß

einer Anderen, nach der sich sein Herz gesehnt seit langen Jahren.

Therese, ich komme zu Dir, endlich end­lich !" flüsterte er wiederholt.

Im Hotel angelangt fand er einen Brief Hohenthal's vor, über den er verwundert den Kopf schüttelte.

Lieber Rudolf!

Ich bin gleichfalls in der Residenz, kann Dich jedoch erst am 21. b. M. aufsuchen, da ich vorher noch eine ernste Pflicht erfüllen muß Kannst Du mich also selbst besuchen, um so lieber! Dann komm am 21. Nach- mittagü zu mir; wir haben uns viel zu er­zählen, auch schwere trübe Nachrichten warten auf Dich. Auf Wiedersehen den». In treuer Freundschaft

Dein Eduard."

Guter, alter Pessimist," sagte Wildenstein vor sich hin,er ist nun wohl einige vierzig Jahre alt, und wird immer mehr ein alter Junggeselle. Er konnte eben Theresen's Verlust nicht ertragen; armer Eduard!"

Er schellte, und als der Kellner eintrat, be­stellte er sich Abendbrod, fragte auch gleichzeitig, wer den Brief abgegeben habe.

Ein Kellner aus demFürstenhof," Herr Graf,"