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(Sj^rt wöchnttlich brei Mw Dinifta», Dvnnkr--g und Sonnabend.

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Tae Jnsertioii^gedübren betrafen für den Ramn einer Cpall;eile 10 Püp, im amtlichen Theile 15 Pf^. Reklamen die Zeile 20 Pf^.

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Mit wöchentlicher Gratis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt".

Ur. 112. Sonnabend de» 23. September 1893.

DMMllK-LMUg.

Mit dem 1. Oktober beginnt ein neues Abonne- nient auf das wöchentlich 3 Mal erscheinende Hersfelder Kreisblatt

mit der wöchentlichen Gratis-Beilage

Jllustrirtes Sonntagsblatt"

Wir bitten das Abonnement rechtzeitig erneuern zn wollen, damit bei Beginn des Quartals keine Unterbrechung in der Zustellung eintritt.

Der vierieljährliche Abonnementspreis für das Kreisblatt" mit der wöchentlichen Gra­tis-BeilageJllustrirtes Sonntagsblatt" beträgt 1 Mark 40 Pf.

Neu hinzutretenden Abonnenten wird das Kreis­blatt auf Wunsch vom Tage der Bestellung an bis zum 1. Oktober d. J. gratis und franko zugesandt.

SS Inserate finden zweckentsprechende Verbreitung und kostet die viergespaltene Garmond-Zeile oder deren Raum 10 Pfg.

Die Expedition.

Amtliches.

Hersfeld, den 21. September 1893.

Zur Beseitigung der mehrfach bestehenden Zweifel bezüglich der Anzeige und Untersuchung von Unfällen, welche in land- und f o r st w i r t h f ch a f t l i ch e n B e t r i e b e n vorkommen, mache ich die Herren Ortsvorstände des Kreises besonders darauf aufmerksam, daß von jedem in einem versicherten Betriebe vor­kommenden Unfälle, durch welchen eine in benu selben beschäftigte Person getödtet wird oder eine Körperverletzung erleidet, welche eine Arbeitsun­fähigkeit von mehr als drei Tagen oder den Tod znr Folge hat, gemäß §. 55 des Gesetzes vom 5. Mai 1886 von dem Betriebsunternehmer oder dessen Vertreter der Ortspolizeibehörde An­zeige zu erstatten ist. Dieselbe muß unter Be­nutzung des von dem ReichSversicherungsamt vorge­schriebenen, von der Gebr. Funk'schen Buchdruckerei dahier zu beziehenden Formulares binnen zwei Tagen nach dem Tage erfolgen, an welchem der Unfall eingetreten ist. Bei verspäteter Erstattung von Unfall-Anzeigen verweise ich aus das Aus­schreiben vom 25. März 1890 I. A. Nr. 333, Kreisblatt Nr. 37. In diesem Falle ist mit dem zur Anzeige Verpflichteten gleichzeitig eine be­sondere Verhandlung aufzunehmen, aus welcher etwaige Entschuldigungsgründe zn ersehen sind, und ist dieselbe dahier einznreichen.

Die Ortspolizeibehörde hat sodann den zur Anzeige gelangenden Unfall in das nach §. 56 cit. Ges. zu führende Verzeichnis; einzutragen und hiernächst die Anzeige an mich einzureichen.

Jeder zur Anzeige gelangende Unfall, durch welchen eine versicherte Person getödtet ist, ober eine Körperverletzung erlitten hat, die voraussicht­lich den Tod ober eine Erwerbsunfähigkeit von mehr als 13 Wochen zur Folge haben wird, ist ferner von der Ortspolizeibehörde unter Hinzu­ziehung des Vertrauensmannes als Vertreter b?r

Genossenschaft, sowie des B e t r i e b s u n t e r - n e h m e r s, etwaiger Augenzeugen und, wenn möglich, des Verletzten und sonstiger Sachverständiger unter genauer Beachtung des §. 57 ff. des Gesetzes einer eingehenden Unter­suchung zu unterziehen nnd das darüber aufzu- nehmende Protokoll, gleichzeitig mit der Unfall- Anzeige, mir einzureichen.

Die Genossenschaftsmitglieder (Betriebsunter- nehmer) sind nach Vorstehendem entsprechend zu belehren und haben die Ortspolizeibehörden die oben erwähnten Formulare zu Unfall-Anzeigen stets vorräthig zu halten und zum Selbstkosten­preis abzugeben.

Der Borsitzeude des Sectionsvorstandes:

Freiherr von Schleinitz,

A. Nr. 1686. Landrath.

Hersfeld, den 15. September 1893.

An Stelle des verstorbenen Friedrich Steinert ist der Ackermann Heinrich K n o t t zu Willings- haiu für den die OrtschätzLn Willingshain und Gersdorf umfassenden Schaubezirk als Sachver­ständiger zur amtlichen Untersuchung des Schweine­fleisches auf Trichinen sowie als Schlachtvieh­beschauer widerruflich bestellt worden.

I. I. Nr. 5554. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Politische Nachrichten.

Berlin, 21. September.

Se. Majestät der Kaiser kehrte mit dem Kaiser.Franz Josef und den anderen fürstlichen Gästen gestern nach Beendigung der ungarischen Manöver Nachmittags um 11 /I Uhr von Unter- pulleudorf ans zn Wagen nach Güns zurück, wo eine Stunde später die Ankunft erfolgte. Abends fand größere Tafel statt. Heute Nachmittag 5' ch Uhr gedenkt der Kaiser, begleitet vom Flügel- adjntanten Oberstlieutenant v. Scholl und dem Leibarzt Generalarzt Dr. Leulhold, sowie mit dem Kaiser Franz Josef von Güns aus nach Mohacs abzureifen, woselbst die Ankunft der beiden Monarchen morgen früh etwa um 2 Uhr erfolgen dürfte. Nach erfolgtet Ankunft in Mohacs be- giebt sich Kaiser Wilhelm sofort an Bord des DampfersOrient", um daselbst Wohnung zu i nehmen. Nach kurzer Erholung nehmen alsdann। die Pürschjagden sofort ihren Anfang. Soweit 1 bis jetzt bekannt, gedenkt der Kaiser bis zum nächsten Montag znr Jagd in der Donauniederung zu verbleiben.

Dem Vernehmen nach hat S e. M a j e st ä t der K a i s e r W i l h e l m, welcher erst nachträglich von der schweren Erkrankung des Fürsten v. Bis- ! marck Kenntniß erhalten hatte, demselben von, Güns aus telegraphisch Seine Theilnahme ausge­sprochen und mit Rücksicht auf die ungünstigen klimatischen Verhältnisse in Friedrichöruh ihm in einem der kaiserlichen Schlösser Wohnung an- geboten. Fürst v. Bismarck hat Sr. Majestät noch au demselben Tage in ausführlichem Tele- gramm seinen lebhaften Dank ausgesprochen jedoch auf Annahme

In den schäumenden Freudenbecher der F r a n - z o s e n über den bevorstehenden r ussischen des kaiserlichen Anerbietens F l o t t e n b e s u ch in Toulon sind, wie bereits

verzichtet auf den Rath von Professor Schweninger, welcher sich gegen Aenderungen des gewohnten Aufenthaltes ausgesprochen hat.

DerPolitischen Korrespondenz" wird aus Rom gemeldet, daß der König von Italien in seinem und der Königin Namen die wärmsten Danksagungen auf telegraphischem äöege für den Empfang des Prinzen von Neapel an Se. Maje­stät den Deutschen Kaiser, an den König von W ü r t t e m b e r g und an den G r o ß - Herzog von Baden gerichtet hat.

Die deutschen Kaisermanöver werden in derTimes" vom militairischen Berichter­statter in einem fast drei Spalten füllenden Auf­satz eingehend besprochen. Der britische Offizier ist des höchsten Lobes für das deutsche Heer, Offiziere und Mannschaften voll. Wir heben aus dein Artikel die folgenden Sätze hervor:Die deutschen Generale sind nicht auf dem Standpunkt von 1870 stehen geblieben. Was insbesondere die Taktik betrifft, so sind einige Vorschriften denen von 1870 diametral entgegengesetzt. Ver­besserung aber zeigt sich in Allem. Die Grund­lage, worauf die Tüchi gkeit jedes Dienstzweiges des deutschen Heeres beruht,' bildet ein System, welches gründlich verstanden und allgemein durch­geführt wird. Dieses System ist regelmäßig, wie eine Uhr, ist verständlich und fortschrittlich. Jeder Soldat und jeder Offizier weiß im Januar, welche Uebungen er bis zum Dezember durchge- macht hat. Taktische Uebungen über durchbrochenes Gelände bilden die Hauptsache. Obgleich aber die Vorbereitung für einen Feldzug die Haupt-, aufgabe bleibt, werden Exerzitien in geschlossenen Kolonnen nicht vernachlässigt. In dieser Weise glaubt man der losen Verbindung, welche die moderne Kampfweise mit sich bringt, am Besten entgegentreten zu können und den gewohnheits­mäßigen Gehorsam, Willen und Muskel dem Be­fehle eines Vorgesetzten unterzuordnen, wieder herstellen zu können. Bei solchen instinktiven Ge- wohnheiten mag sich die Disziplin auch unter modernem Feuer erhalten lassen. Dieselbe Ge­nauigkeit, dieselbe Achtsamkeit auf die Einzelheiten, auf die Uniform, auf den Abstand wird bei den Feldübungen gefordert, wie beim Parademarsch. Die deutsche Armee mag ihre hohe Vollendung gerade so, wie die Bataillone Friedrich des Großen, ihrer Schulung in geschlossener Kolonne verdanken. Die Formationen des Paradefeldes mögen niemals in der Aktion zur Anwendung kommen, aber sie sind unzweifelhaft die beste Schule der Disziplin."

Wenn von verschiedenen Seiten gemeldet worden ist, die S t e ü e r g e s e tz e n t m ü r f e dürften dem Reichstag nicht schon bald nach seinem Wiederzusammentritt im November zugehen, so sind wir, schreibt die Nordd. Allg. Ztg, in der Lage zu versichern, daß bis jetzt die Absicht be­steht, die bezüglichen Entwürfe sammt einer Denkschrift dem Reichstag sofort beim Beginn seiner neuen Tagung vorzulegen.

Die wegen Verdachts der Spionage verhafteten beiden Franzosen sind am Donnerstag von Kiel nach Berlin übergeführt worden, wo die Vor­untersuchung stattsindet.

mitgetheilt, die ersten Wermuthstropfen gefallen. Von Petersburg aus sind durch Vermittelung des russischen Botschafters Baron Mohrenheim den