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Htlsstl-er Kreisblatt.
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt".
Mr. HO.
Dienstag den 19. September
1893.
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mit der wöchentlichen Gratis-Beilage
„Jllustrirtes Sonntagsblatt"
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Die Expedition.
Amtliches.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-
Angelegenheiten.
Berlin, den 25. August 1893.
Unter Bezugnahme auf den Rnnderlaß vom 8. August d. Js. (M. d. I. II. 9475, M. f. H.
„ II. (IV.) 6882 _ v
0. 6175, M. d. ö. A. V. , M.d. g.
A. M. 7923), betreffend Maßnahmen gegen die Cholera, bestimmen wir in Ergänzung der Vorschrift zu A. 1 Abs. 5 der Maßregeln, daß die Ortspolizeibehörde, sobald der Ausbruch der Cholera in einer Ortschaft festgestellt ist, dies unverzüglich öffentlich bekannt zu machen und ferner die Zahl der Erkrankungen und der Todesfälle in kurzen Zwischenräumen zu veröffentlichen hat.
Ew. Hochgeboren ersuchen wir ergebenst, die hiernach erforderlichen Veranlassungen gefälligst alsbald zu treffen.
Der Minister des Innern.
In Vertretung, (gez.) B r a u n b e h r e n s.
Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.
Im Aufträge. (gez.) B a r t s ch.
An den Königlichen Negierungs-Präsidenten, Herrn Grafen Clairon d'Haussonville, Hochgeboren zu Cassel.
M. d. J. II. Nr. 10729. M. d. g. A. Nr! 8854'1-
Cassel, den 5. September 1893.
Abschrift erhalten Ew. zur
' Hochwohlgeboren gefälligen Kenntnißnahme und weiteren Veranlassung.
Der Negierungs-Präsident.
H a u s s o n v i l l e .
An den Königlichen Polizei-Präsidenten hier und sämmtliche Königliche Landräthe des Bezirks A. II. 7848.
* * *
Hersfeld, den 14. September 1893.
Wird den Ortspolizeibehörden zur Nachachtung mitgetheilt.
I. 5509. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 15. September 1893.
Der Gärtner Kühnemund dahier hat für seine beiden Töchter
1) Anna Katharina Elise, geboren am 12. März 1871,
2) Sophie Bertha Elise, geboren am 23. Oktober 1872
um Ertheilung eines Reisepasses behufs deren Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
J. I. Nr. 5553. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 15. September 1893.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 15. April 1886 Nr. 4578, im Kreisblatt Nr 46, betreffend die Herbstkörung der Zuchtbullen, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 22. September d. Js. bei Meldung von 3 Alk. Strafe erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Politische Nachrichten.
S e. Majestät der Kaiser hat seinen Manöveraufenthalt in Süddeutschland mit dem Besuche in Stuttgart beendigt. Auch in der württembergischen Hauptstadt ist der Kaiser mit brausender Begeisterung empfangen worden, auch die Stuttgarter Kaisertage haben sich zu einem glanzvollen Gesammtbilde gestaltet. Am Freitag Vormittag fand bei Cannstatt die Parade des 13. Armeekorps vor dem Kaiser, dem württembergischen Königspaare, dem Kronprinzen von Italien und den übrigen Fürstlichkeiten statt, das imposante militärische Schauspiel nahm einen glänzenden Verlauf. — Am Nachmittag fand Paradetafel im Weißen Saal des Königlichen Residenzschlosses und am Abend Festvorstellung im Hoftheater statt.
Der Trinkspruch des Königs von Württemberg bei dem Paradediner am Freitag lautet folgendermaßen:
»Ew. Kaiserliche Majestät wollen gestatten, wenn Ich das Wort ergreife, um Sie und Ihre Majestät die Kaiserin herzlichst willkommen zu heißen von Seiten Meines Hauses, Meines Landes unb Volkes und in erster Linie Meines Armeekorps, dem der heutige Tag gilt. Zweimal war es Meinem Armeekorps vergönnt, vor den Augen seines damaligen obersten Kriegsherrn, des unvergeßlichen verehrten Kaisers Wilhem I., Proben seiner militairischen Ausbildung abzulegen und anerkennende Worte zu finden. Am heutigen Tage war es ihm vergönnt, Ew. Majestät die Probe abzulegen, daß wir nicht gerastet, daß wir weiter auf dein gewonnenen Boden gearbeitet haben. Auch aus dem Munde Ew. Majestät Worte der Anerkennung und Zufriedenheit zu vernehmen, war ein hoher Stolz, ein Glück für uns, dessen uns allezeit würdig zu zeigen, wir bestrebt sein werden. Aber nicht allein das Armeekorps, nein! das ganze Volk jubelt Euren Majestäten entgegen,
wie Sie aus den strahlenden Blicken und den jauchzenden Zurufen entnehmen konnten. Sie erblicken Alle in Ew. Majestät den Träger der deutschen Kaiserkrone, den Hort des Friedens, und in Ihrer Majestät der Kaiserin das leuchtende Vorbild der deutschen Frau, und so haben sie Eure Majestäten begrüßt und willkommen geheißen und oft und zu aller Zeit herzlich begrüßt. Diesen Gefühlen gebe ich Ausdruck, indem ich Sie auf- fordere, mit Mir einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät der Kaiser, unser oberster Kriegsherr, und Ihre Majestät die Kaiserin leben hoch! hoch ! hoch!" Hierauf erwiderte S e. M a j e st ä t der Kaiser:
„Im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin und in Meinem Namen danke ich für die gnädigen Worte, die Sie soeben an Uns gerichtet haben, und für den freundlichen Empfang, den Wir seitens Eurer Majestät, Ihres ganzen Hauses und Ihres Volkes haben enlgegennehmen können. Die Stuttgarter und Ich, Euer Majestät, sind alte Bekannte, uno Ich habe unter den verschiedensten Gelegenheiten die Möglichkeit gehabt, zu ! beobachten, in wie warmer und herzlicher Weise I das württembergische Volk an seinem Königshause ! und auch am Reiche hängt, sei es bei Veranstaltung froher Festlichkeiten, sei es auch unter dem Ausdruck tiefsten Schmerzes über einen Heimgegangenen geliebten Souverain. Stets hat das württembergische Volk der hohen Eigenschaft entsprochen, deren sich dereinst schon ein großer Vorfahre Euer Majestät rühmen konnte, daß er überall, wo es sei, sein Haupt getrost in den Schooß seiner Unterthanen legen könne. Der heutige Tag hat aber zu gleicher Zeit den bewehrten Theil der württembergischen Söhne vor Unseren Augen vorbeiziehen lassen, und es erfüllt Mich mit hoher Freude, daß das rückhaltlos beifällige Urtheil Meines hochseligen Herrn Großvaters von damals von Mir heute an derselben Stelle hat wiederholt werden können. Ich wünsche Eurer Majestät und dem württembergischen Armeekorps von Herzen Glück zu dem heutigen Tage. Das Korps steht auf der Höhe der Ausbildung und wird auch so bleiben, dafür sorgt der militairische Sinn und Eifer Eurer Majestät, Ihrer Generale und Ofsiziere. Das Korps steht in dem Kranze der Armeekorps, die zum Schutze des Deutschen Reichs, zum Schutze deö europäischen Friedens stets gewärtig sind, glänzend da. Ich hoffe und wünsche, daß zu allen Zeiten dem Korps diese herrlichen und guten Eigenschaften bewahrt bleiben mögen. Ich trinke auf das Wohl Eurer Majestät, Ihrer Majestät der Königin, des gesammten Hauses und aller württembergischen kampferprobten Söhne, die alten und die jungen. Hurrah! Hurrah! Hurrah!"
Am Sonnabend Vormittag um 8 Uhr 40 Min. begaben sich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin, der König und die Königin, der Prinz von Neapel und die übrigen Fürstlichkeiten, der Reichskanzler Graf v. Caprivi und der preußische Kriegsminister von Kaltenborn-Stachau mittels Sonderznges ins Manövergelände nach Ludwigsburg. Die Rückkehr erfolgte um 121 /4 Uhr, worauf das Frühstück bei dem Prinzen Hermann zu Sachsen-Weimar-Eisenach eingenommen wurde. Für die Generalität war die Frühstückstafel bei dem kommandirenden General des 13. Armee-