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Die JnsertionSgebüincn
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Dienstag den 15. August
1893.
Amtliches.
Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den Niederlanden eine erhebliche Abnahme erfahren hat, will der Herr Minister für Landwirthschaft 2c. die Einfuhr von Rindvieh zu Zuchtzwecken aus diesem Lande landwirthschaftlichen Vereinen und Geuosseuschasten unter nachstehenden Bedingungen gestatten:
1) Die einzuführenden Zuchtthiere müssen mit Zeugnissen der Gemeindebehörde des Ur- sprungsorts versehen sein, in welchen das Alter und Signalement der Thiere angegeben^ sowie bescheinigt ist, daß an dem Herkunftsorte und in den Nachbargemeinden innerhalb der letzten 40 Tage vor der Absendung keine übertragbare Viehseuche geherrscht hat.
Die Dauer der Gültigkeit der Zeugnisse beträgt acht Tage.
2) Die zur Einfuhr zugelassenen Thiere müssen ohne vermeidbare Verzögerung nach ihrem Bestimmungsorte gebracht werden, aus welchem sie vor Ablauf von 6 Monaten nicht entfernt werden dürfen, außer in Nothfällen zur Abschlachtung in einem Schlachthause.
Die Beachtung dieser Bedingung ist von der Ortspolizeiverwaltung des Bestimmungsortes zu überwacheu, welche zu dem Zwecke unter Angabe der Zahl der zur Einfuhr zugelassenen Thiere von dem Regierungs- Präsidenten mit Anweisung zu versehen ist. Letzterem hat der beamtete Thierarzt, der die Untersuchung an der Grenze ausgeführt hat, die Anzahl der eingelassenen Rindviehstücke gleich nach Beendigung der Untersuchung anzuzeigen.
3) Wenn bei der tierärztlichen Untersuchung,
(Nachdruck verboten.)
Der Fluch des Mammons.
Novelle von Leo W c r n er.
(Schluß.)
In den letzten Wochen war es aber schnell mit Berlitzens Körperkräften bergab gegangen, mib eines Morgens erhielt Emma von dem Direktor der Heilanstalt die Trauerbotschaft, daß ihr Vater gestorben sei.
Das war ein neuer Schlag für das arme Mädchen, aber auch eine Erlösung für den unglücklichen Berlitz, und mit Würde und Gottver- traueu trugen Emma und die Tante Susanne die Prüfung.
Vier Wochen nach dem Tode des Vaters dachte dann Emma, welche in dem letzten Jahre in Folge der früheren Drohungen ihres Vaters und der Rathschläge der Tante keinen Briefwechsel mit Franz Heim mehr gepflogen hatte, daran, nun wieder einmal an den Geliebten zu schreiben und ihm Alles zu berichten und ihr Schweigen Mfzuklären, aber sie zögerte auch wieder mit der Ausführung, weil sie Franz Heims letzte Briefe unbeantwortet gelassen hatte und verschob das Schreiben.
Da traten eines Morgens unangemeldet die Jugendfreundin Emmas, Marie Heim und deren Bruder, der stattliche Forstmann Franz Heim, in
welcher die Thiere an der Landesgrenze in Gemäßheit des Erlasses vom 27. März d. I. unterworfen sind, auch nur ein Thier mit einer übertragbaren Krankheit behaftet gefunden wird, ist der ganze Viehtransport zurückzuweisen.
Ich bringe dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß, daß darauf abzielende Anträge durch Vermittelung des betreffenden Königlichen Landraths bei mir anzubringen sind.
Cassel am 31. Juli 1893.
Der Regierungs-Präsident. I. V.: Schönian.
Bekanntmachung.
Die im Zuge der Geisaer Staatsstraße Stat. 7, 1—2 unweit des Dorfes Schleid gelegene Kohlbachsbrücke ist baufällig und wird vom 15. d. Mts. an ein größerer Umbau derselben vorgenommen werden, während deffen der Verkehr über die oberhalb der Brücke hergestellten Rampen verwiesen wird.
Der Umbau wird eine Zeit von etwa 14 Tagen beanspruchen.
Die Gemeindevorstände haben dies zur Kenntniß der Ortsbewohner zu bringen.
Dermbach, den 8. August 1893.
Der Großherzoglich S. Bezirks-Direktor.
Beschluß.
In Abschrift an das Königliche Landrathsamt in Hersfeld zur gefälligen Kenntniß ergebenst.
Dermbach, wie oben.
Der Großherzoglich S. Bezirks-Direktor.
A. 5538. (Unterschrift.)
Hersfeld, den 12. August 1893.
Wird veröffentlicht.
| I. 4991. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz
die Wohnung der Damen und freudiger Schreck erfüllte Emmas und der Tante Herz.
„Wir sind nur gekommen, um zu sehen, wie es Dir nach all dem Unglück geht," sagte Marie Heim ernst, „denn wir haben vom Baron von Blankenfeld Alles erfahren."
Schluchzend fiel Emma der Freundin in die Arme und sagte dann:
„Wie gut Ihr seid, daß Ihr uns einmal besucht und die weite Reise nicht gescheut habt."
„Mich trieb es auch förmlich, Fräulein Emma, Sie einmal wieder zu sehen und zu sprechen," bemerkte jetzt auch Franz Heim, „denn ich konnte mir nicht denken, daß Sie wirklich alle Freundschaft zwischen uns aufgehoben hätten."
„Verzeihen Sie, Herr Heim, daß ich Ihnen nicht mehr antwortete, es lastete ein so schwerer Druck auf mich, ich bin Ihnen aber treu geblieben," sagte verlegen erröthend Emma.
„Treu geblieben!" rief da der junge Forstmann jubelnd aus. „Nun da bist Du auch jetzt mein, ewig mein, geliebtes Mädchen," und er zog die erröthende Braut in feine Arme."
„Wenn die Trauerzeit um Emmas Vater vorüber ist, so steht übrigens der Hochzeit nichts im Wege," sagte darauf Marie Heim stolz zur Tante Susanne, „denn mein Bruder hat auf Empfehlung des Herrn Oberforstmeisters eine gute Stellung als Hilfsarbeiter im landwirth
Bekanntmachung.
Zur Deckung von Manquements bei der Ostafrikanischen Schutztruppe werden Sanitäts-Ofsi- ziere und Lazarethgehülfen des Beurlaubtenstandes gesucht.
Zum Eintritt bereite Personen wollen sich s o - fort unter Vorlage ihrer Militairpapiere bei dem unterzeichneten Kommando melden, woselbst auch die näheren Bedingungen eingesehen werden können.
Hersfeld, den 10. August 1893.
Königliches Bezirkskommando.
Nichtamtliches.
ff Cholera.
Wir nähern uns den Tagen, in denen vor Jahresfrist der plötzliche Ausbruch und das schnelle Umsichgreifen der Cholera in Hamburg unser ganzes Vaterland in Angst und Schrecken versetzte. Aehulich wie vor einem Jahre wird auch jetzt aus den verschiedensten anderen Ländern (Rußland, Frankreich, Italien, Rumänien, Ungarn) berichtet, daß Choleraerkrankungen in wachsender Zahl zur Feststelluug kommen. Man darf sich in Folge besten nicht verhehlen, daß auch für Deutschland gegenwärtig der Zeitpunkt gekommen ist, wo ein erneuter Ausbruch der Cholera mehr als bisher zu befürchten steht. Die obersten Reichs- und Staatsbehörden haben dieser Sachlage bereits besondere Aufmerksamkeit gewibmet und veranlaßt, daß die im Vorjahre behufs Bekämpfung der Cholera erlassenen Vorschriften, nachdem sie auf Grund der neueren Erfahrungen mehrfache, aber nicht erhebliche Abänderungen erfahren haben, allgemein wieder-
schaftlichen Ministerium erhalten."
Und die Tante gab dem Brautpaare glücklich lächelnd ihren Segen.
(Nachdruck verboten.)
UnebendÄrtig.
Roman von H. von Ziegler.
Ueber dem Wald lag dumpfe Gewitterschwüle, bleigrau, hochgethürmt stieg eine Wolkenwand im Westen empor, fahle Blitze zuckten- aus derselben hervor, dumpf grollte ferner Donner auf, und : tief am Boden flogen und huschten die Schwalben, während in den Westen und Zweigen der Bäume ein leises Rauschen sich hören ließ.
Droben am Walde hielten drei Reiter, zwei Damen unb ein Herr, denen in einiger Ent- i fernung ein gleichfalls berittener Reitknecht folgte. ' Sie schienen das aufsteigende Unwetter nicht so ; gefährlich zu finden, denn sie machten durchaus i keine Anstalten, umzukehren, sondern plauderten völlig ruhig miteinander. Der Herr und die etwas jüngere der Damen besaßen bei aller Verschiedenheit, denn sie war blond und er brünett, doch solch unleugbare Aehnlichkeit, daß man sie jederzeit für Geschwister erkannt hätte; ja, es waren sogar Zwillinge und soeben erst zwanzig I Jahre alt geworden. Beide waren schlank ge- I wachsen und das junge Mädchen von auffallender