Einzelbild herunterladen
 

klärte man sich einverstanden. Eine Mitthei­lung des Herrn Bürgermeisters, wonach die dies­seits erinnerte Gosseninstandsetzung rc. bereits in Angriff genommen sei, ließ man sich zur Nach- richt dienen. Dem Stadtrathsbeschlusse, be­treffend Erhöhung des Verlages für Beschickung des diesjährigen Hessischen Städtetages stinimte man zu, ebenso einem Beschlusse, betreffend Grund­austausch mit dem Herrn Maschinenfabrikant W. Sexauer hier.

O Hersfeld, 9. August. Dem heutigen V i e h - markt waren zugetrieben: 631 Stück Rinder und 395 Stück Schweine. Die Preise für Rind­vieh sind bedeutend gestiegen und betragen fast das Doppelte vom letzten Viehmarkt. Für Schweine wurden ebenfalls ziemlich hohe Preise gezahlt. Käufer waren zahlreich erschienen und wurde viel gehandelt.

t Rattsbach, 7. August. Heute brach in dem Gehöfte des Ziegelbrenners Peter R o f e u - that dahier Feuer aus. Der an den Gebäuden entstandene Schaden beträgt etwa 6300 Mk; der Werth der verbrannten Früchte 2C. etwa 1500 Mk. Ueber die Entstehungsursache läßt sich zur Zeit noch nichts Bestimmtes sagen.

Cassel, 8. August. Ihre Majestät dieKaiserin verweilte während des gestrigen Vormittags im Park und unternahm Nachmittags gegen 4 Uhr in Begleitung der Hofdame Gräfin von derSchulen- burg, sowie des Stallmeisters Herrn Helbing einen Spazierritt die Rasenallee entlang. Die ältesten Prinzen fuhren Vormittags im Ponnywagen nach den Fuchslöchern, die jüngsten Prinzen machten Nachmittags eine Ausfahrt in zwei Wagen in Begleitung der Gräfin Keller, Miß Brock, sowie des Leibarztes Herrn Dr. Zunker über Kirchdit- mold, Harleshausen und Rothenditmold (Tgbl.)

Cassel, 8. August. Der wegen Diebstahls, Betrugs rc. schon längere Zeit steckbrieflich ver­folgte K. von hier wurde gestern, Montag Vor­mittag 1 /412 Uhr in dem Hause Nr. 4 der Thomas- straße durch den Schutzmann Rieh mit Hindernissen verhaftet. K. war, als er den Schutzmann an- kommen sah, in Strümpfen und ohne Rock auf den Boden gelaufen, zur Bodenluke hinausgestiegen und auf dem Dache nach dem Giebel des Nach­barhauses geklettert, wo er sich auf dem Boden unter einem Haufen dort lagernder Lumpen ver­steckte. Hier gelang es erst, ihn zu entdecken, nachdem man beide Häuser besetzt und von unten bis oben durchsucht hatte.

Hanau, 7. August. Nach einer am vergangenen Samstag hierher gelangten amtlichen Meldung wird nunmehr doch am 1. Oktober eine Ver­mehrung unserer Garnison stattfinden, indem das bisher in Kastel garnisonierende 3. Bataillon des 87. Infanterieregiments die leerstehenden Räume unserer Jnfanteriekaserne beziehen wird. Diese Verlegung des betreffenden Truppentheils nach hier kann jedoch nur als vorübergehend be­trachtet werden. (H. A.)

Fticlendors, 4. August. Der Arbeiter Fischer von hier, der seit langen Jahren in der hiesigen Briquettsfabrik beschäftigt ist, verun­glückte heute auf traurige Weise. Er kam zwischen zwei nebeneinander laufende Räder der Maschine und ist ihm dadurch ein Arm von der Schulter gänzlich getrennt worden. Der Bedauernswerthe, der außerdem auch noch einige Rippen gebrochen haben soll, wurde unter den schrecklichsten Schmerzen mittels Tragkorbs nach seiner Wohnung gebracht, doch ist faum an seinem Aufkommen zu glauben.

Avesten, 7. August. Im benachbarten Betzige- ereignete sich vorgestern ein gräßliches Un­glück. @ine ^ran siel aus einer Bodenluke auf

Stütze eines in der Scheune stehenden Ernte­wagens. Die Stütze durchbohrte den Oberschenkel und in dieser schrecklichen Lage mußte die Un- glückliche geraume Zeit verharren, bis, durch ihre Hülferufe aufmerksam gemacht, Hülse erschien. Die Bedauernswerthe liegt todtkrank darnieder.

Willebadessen, 7. August. Wie bereits in diesem Blatte mitgetheilt, hat vorgestern hier furchtbares Fje u e r gewüthet, durch welches uicht weniger als 23 Wohnhäuser mit 3 Scheunen Ed mehreren Stallgebäuden eingeäschert worden und 25 meist unbemitteltes und nicht versicherte Familien obdachlos geworden sind. DerFrkf, wird darüber snoch folgendes Nähere be- Wtet: Der Feuerlärm überraschte die meisten Betroffenen im Felde, weshalb wirksame Hilfe Ul der erstenMalbenriStunde der Gefahr nicht zur Stelle sein konnte. Der Brand, aus noch völlig unbekannter Ursache entstanden, brach in den, Wohnhause^eines pensionirten Lehrers, einem Eckhause, während der Mittagsruhe des 90jäh-

rigen Eigenthümers aus und pflanzte sich von und die Kugel drang dem Mädchen in die Schläfe.

dort aus mit unwiderstehlicher Gewalt über ein

etwa fünf Morgen großes, von zwei Straßen durchschnittenes Gebiet fort. Erst nachdem zufolge telegraphischen Rufes durch zahlreich erschienene Löschmannschaften der umliegenden Orte und durch Abtheilungen der Paderborner, Warburger und Scherfelder Feuerwehren, die zum Theil mittelst Extrazuges heranbefördert wurden, nach Verlauf einiger Stunden Hilfe gebracht werden konnte, gelang es, dem zerstörenden Elemente Einhalt zu thun An Mobiliar wurde fast nichts gerettet. Das Vieh befand sich größtentheils außerhalb, so daß nur einige Schweine in den Flammen den Tod fanden. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen.

Wiesbaden, 7. August. Ein Schadenfeuer brach heute Vormittag um 8 Uhr, wie das Tgbl." schreibt, in der Jnfanteriekaserne aus, während das Bataillon zu einer Felddienstübuug ausgerückt war. Ein Füsilier der ersten Kompagnie, welcher erst am Samstag nach Verbüßung einer längeren Festungsstrafe zu seinem Truppentheil zurückgekehrt ist, hatte mehrere Betten vorsätzlich in Brand gesteckt, um, wie er selbst erklärt, der Feuerwehr Arbeit zu machen. Die städtische Feuerwache wurde durch einen Melder alarmirt, und diese sowie mehrere in der Kaserne zurück­gebliebene Soldaten löschten alsbald den Brand, welcher bereits zehn Betten ergriffen hatte. Der Brandstifter, ein verkommener Mensch, der auch schon in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt und an dessen gesundein Verstand doch sehr zu zweifeln ist, wurde in Arrest gebracht.

Gießen, 5. August. Gestern Vormittag fand in der Gemarkung Heuchelheim zwischen zwei Gießener Studenten eine schwere Säbelmensur statt, wobei der eine, ein Herr K. aus Wetzlar, lebensgefährlich am Kopfe verletzt wurde und in die hiesige Klinik verbracht werden mußte. Gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet.

Mainz. Der Kapellmeister K e r N vom 118. Infanterieregiment wurde, derVoss. Ztg." zu­folge, vom Militairgericht wegen M a j e st ä t s - beleidigung zu 8 Jahren Zuchthaus verurtheilt unter Ausstoßung aus dem Soldaten­stand.

Darmstadt, 7. August. Gestern starb in der Universitätsklinik zu Heidelberg Johann Schmitt, der der ganzen deutschen Lehrerwelt wohlbekannte Redacteur desHessischen Schulboten". Er war langjähriger Obmann des im Jahre 1868 von ihm gegründeten, heute 2527 Mitglieder zählenden Hess. Landeslehrervereins. Um den hessischen Lehrerstand hat sich der Verstorbene große Ver­dienste erworben.

Wasungen. Hier hat sich der beklagens- werthe Vorfall ereignet, daß ein Mann, der er­hitzt in den kalten Keller ging, plötzlich erblindete.

Gera, 7. August. Hier hat sich der Unter­offizier Melchner erschossen. Er gewärtigte Strafe, weil er seine Untergebenen bestohlen hat.

Vermischtes.

Brake. Wie französische Blätter berichten, hätte der DampferBurgundia" von der Kom­pagnie Favre, die deutsche BriggHansa" auf 35 Grad nördlicher Breite und 30 Grad westlicher Länge gesprochen. Es sollten Leute von der Mannschaft vor Hunger gestorben sein, kraftlose Matrosen auf dem Deck gelegen haben u. s. w. Ohne irgendeine Bezahlung sollte der Kapitain Oulac von dem DampferBurgundia" den Unglücklichen Lebensmittel überlassen haben rc. Es wäre besser, die Franzosen machten von solchen Fällen weniger Aufhebens. DieHansa", Kapitain Schlömer, ist in Brake zu Hause und bereits am 27. Juli in Antwerpen wohlbehalten eingetroffen. Nach den Berichten Schlömer's ist von den französischen Mittheilungen nur das eine war, daß dieHansa" viel mit Windstille zu sümpfen hatte. Am 8. Juli kam der fran- zösische DampferBurgundia" aus Marseille in Sicht. Da die Windstille anhielt und der Kapitain fürchtete, mit seinen Vorräthen nicht auszukommen, so kaufte er von dem Dampfer für 69 Fr. Waaren. Für diesen Vorrath hat Kapitain Schlönier dem französischen Kapitain die Rechnung unterschrieben.

G u ben , 6. August. Von einem betrü­benden Unglücksfall ist die Familie eines hiesigen Fabrikanten betroffen worden. Die 16jährige Tochter vergnügte sich im Garten an der Jagd auf Sperlinge, wozu sie sich heimlich ein Teschin zu verschaffen gewußt hatte. Beim Uebersteigen eines Zaunes entlud sich das Gewehr plötzlich

Arbeiter fanben die Unglückliche und schafften sie in die elterliche Wohnung, wo der Tod nach fünf Minuten eintrat.

Coblenz, 7. August. Auf dem hiesigen Moselbahnhof stieß der um 6 Uhr früh von Ems kommende Personenzug in dichtem Nebel mit einem Güterzug zusammen. Acht Güterwagen wurden zertrümmert. Personen sind nicht verletzt worden. Der Verkehr ist gesperrt.

Aus der Schweiz. Ein Viehhändler hatte kürzlich einem ärmeren Bürger einer ober- aargauischen Gemeinde eine Kuh verkauft, und da Letzterer immer nicht bezahlen wollte, übergab ihn der Verkäufer dem Betreibungsbeamten. Nun fiel ihm aber ein, daß nach dem neuen Concurs- gesetze eine Kuh, wenn sie das einzige Thier im Stalle ist, nicht gepfändet werden kann, und so kam er auf den, wie er glaubte, pfiffigen Gedanken, seinem Schuldner noch eine Ziege zu billigem Preise zu verkaufen. Dieses Gaißlein wollte er opfern, um dann das formelle Recht zu haben, die Kuh zu pfänden. Unser Schuldner, der auch nicht auf den Kopf gefallen ist, kauft die Ziege und frohlockend zieht der Gläubiger ab. Am andern Tage in der Frühe ist er aber schon da mit dem Betreibungsbeamten und glaubt sicher, seine Kuh nun wieder nach Hause führen zu können. Wie sie aber in den Stall traten, war keine Ziege mehr zu sehen. Auf Befragen des Vetreibungs- beamten sagt unser Schlaumeier, er habe gestern Abend das Gaißlein geschlachtet und mit seiner Familie schon theilweise ausgezehrt. Unter diesen Umständen durfte nach dem Gesetz nicht gepfändet werden und der Viehhändler zog zwar nicht mit seiner Kuh, wohl aber mit einer langen Nase ab, denn er war nun auch noch um seine Gaiß gekommen.

Wien, 8. August. In Bruck a. d. Mur wurden heute Vormittag 10>/.2 Uhr zwei heftige Erdstöße verspürt.

Liverpool, 8. August. Eine gewaltige Feuersbrunst zerstörte vier große Holznied'erlagen im Canada-Dock. Der Gesammtschaden beträgt über zwei Millionen Mark.

Chicago. Der Telegraph bringt über das Feuer vom 11. Juli in der Ausstellung, durch welche dieselbe beinahe zerstört worden wäre, eine furchtbare Nachricht. Danach haben John Duncan und eine große Anzahl anderer Angestellter des Eis-Kühlspeichers eingestanden, daß sie fortgesetzt Diebstähle in großem Umfange in demselben be­gangen und das Haus bann in Brand gesteckt haben, um sie zu verdecken. Es sind, wie er­innerlich, bei dem Feuer 25 Feuerleute ums Leben gekommen.

Bowling Green, Denn. Hier hat am 23. v. M. der 87 Jahre zählende Farmer Wm. Warren eine Klage auf Scheidung eingereicht und gleichzeitig an den Pensionsagenten in Clarksville, Tenn., ein Gesuch um Pension für seine Dienstzeit im mexikanischen und dem Bürgerkriege ersucht. Warren, welcher trotz seines hohen Alters noch sehr rüstig ist, war nicht weniger als elf Mal verheirathet; zehn seiner Frauen starben im Laufe der Zeit. Achtundzwanzig seiner Kinder von diesen Frauen sind am Leben, wovon das jüngste

neunzehn Jahre zählt, er vor drei Jahren.

buna" zufolge, zwei

Seine jetzige Frau ehelichte Sie ist vierzig Jahre alt. In R o m sind, derTri- von Neapel angekommene

Personen unter verdächtigen Erscheinungen er­krankt; eine derselben ist bereits gestorben. In Folge des Ausbruchs der Cholera in Braila werden die Provenienzen von der Donaumündung und der rumänischen Küste des Schwarzen Meeres bei dem Eintritte in den Bosporus in Kavak

einer Beobachtung unterzogen.

Wie der

Times" aus Alexandrien gemeldet wird, ist für die Provenienzen aus Neapel eine siebentägige Quarantaine, die Reisedauer einbegriffen, ange­ordnet worden.

Verfälschte schwarze Seide Man verbrenne ein Müsterchen des Stosses. von dem man kaufen will, und die etwaige Verfälschung tritt sofort zu Tage: Rechte, rein gefärbte Seide kräuselt sofort zusammen, verlöscht bald und hinterläßt wenig Asche von ganz hell­bräunlicher Farbe. Verfälschte Seide (die leicht speckig wird und bliebt) brennt langsam fort, namentlich glimmen , dieSchußfädeai" weiter (wenn sehr mit Farbstoff er- : schwert), und hinterläßt eine dunkelbraune Asche, die sich j im Gegensatz zur ächten Seide nicht kräuselt sondern | krümmt. Zerdrückt man die Asche der ächten Seide, so zerstäubt sie, die der verfälschte» nicht. Die Leiven- Fabrik G. Hennebergs (k. u. k. Hoflief.), Zürich versendet gern Muster von ihren echten Seiden­stoffen an Jedermann, und liefert einzelne Roben und ganze Stücke Porto- und zollfrei in's Hauö.