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8 Elsässer, 4 Wilde 139. Als jüdisch sind I bezeichnet die Socialisten Stadthagen, Singer, Wurm; altkatholisch ist der socialdemokratische Speisenwirlh Birk-Müncheu. Interessant ist die Bezeichnung des Glaubens bei den Socialdemo­kraten. Wie gesagt bezeichnet sich Birk alsalt- katholisch"; als katholisch getauft: Auer, Fischer, Weiß und v. Vollmar; Dissidenten sind Bock, Frohme, Geyer, Harm, Hosmann, Kühn, Reiß- haus, Schmidt-Berlin, Schmidt-Sachsen, Schuh­macher, Seifert, Zubeil; religionslos: Bebel, Schultze, Möller; konfessionslos: Blos, Joest, Legien, Liebknecht, Metzger, Schmidt-Frankfurt, Tutzauer, Voigtherr; freireligiös: Herbert, Grillen- berger, Klees, Ulrich, Stolle; evangelisch: Brühne, Bueb, Dietz, Schönlank, Schippel; evangelisch­lutherisch: Förster; lutherisch: Meister. Bonden deutschen Volksparteilern bezeichnet sich Kröber als konfessionslos.

Nach einem Telegramm aus A p i a hat am 8. Juli zwischen M a l i e t o a und dem aufstän­dischen M a t a a s a ein Gefecht stattgefunden, in welchem der Letztere unterlegen ist. Verlust auf Seiten Malietoa's 5 Todte, 11 Verwundete, auf Seiten Mataafa's 15 Todte, 18 Verwundete. Mataata verschanzte sich aus dem Rückzüge auf der Insel Manonoo und wurde dort von den Mannschaften der deutschen KriegsschiffeS p e r - b e r" undB u s s a r d" in Gemeinschaft mit : dem englischen KriegsschiffK a t o o m b a" mit ' 30 Häuptlingen ohne Blutvergießen entwaffnet und gefangen gesetzt. Gefahr für Leben und Eigenthum der fremden Ansiedler ist nicht mehr vorhanden.

Nach amtlichen Mittheilungen vom 17. und 18. Juli beginnt die Cholera in Rußland einen größeren Umfang anzunehmen. In den Gouver­nements P o 8 o l i e n und Drei hat die Seuche trotz der niedrigen Luftwärme, welche bei fast täglichen Niederschlägen Morgens häufig nur 6 Grad C., während des Tages selten mehr als 13 Grad C. erreichte, sogar eine beträchtliche Zunahme erfahren. In Podolien herrscht die Krankheit besonders im Kreise B r a z l a w , da­neben indessen auch in einigen Kreisen, welche: seit dem Winter seuchefrei waren.

Um einem etwaigen Hin über schleppen der Cholera über die russische Grenze' nach Deutschland zu begegnen, werden seitens ; der preußischen Regierung an einigen bedrohten i Gleitpunkten Cholerabaracken eingerichtet werden, denen theilweise auch ein Arzt zur sofortigen Hilfeleistung beigegeben werden soll. Gegen­wärtig darf nur die Grenze bei M l a w k a als | verdächtig angesehen werden.

Ueber die B l o k a d e der siamesischen Küste durch die französischen Kriegs- schiffe liegen einander direkt widersprechende Nachrichten vor. WährendW. T. B." aus; Bangkok unter dem 3. August berichtete, daß der Blokadezustand ausgehoben worden fei, besagt, eine Meldung derTimes" aus der siamesischen Hauptstadt vom 4. August, daß er fortdauere; ; eine Erklärung dieses Widerspruches wäre dringend zu wünschen. Außerdem enthält die

Recht, nüch aus dem Hause zu weisen. Ich werde aber sehr bald mit einigen Criminalbe- amten wieder hier sein, um Sie verhaften zu lassen."

Gnade! Erbarmen! Herr Berlitz!" rief jetzt schluchzend Frau Zacharus, aber derselbe hörte in seinem Zorne nicht mehr auf das Flehen der unglücklichen Frau und eilte davon.

Gustav! Gustav! Ist das Entsetzliche wirk­lich wahr, was Dir Herr Berlitz vorwirst!" rief jetzt Frau Zacharus und schüttelte ihren mit ge­senktem Blicke dastehenden Gatten an der Schulter.So rede doch, so antworte doch!"

Es ist wahr, was dieser Berlitz sagte und was er jetzt. in alle Welt hinausposaunt. Ich bin bankrott und kann auch die fehlenden Depots nicht schaffen."

O Du unglückseliger Mann!" Was hast Du gethan!" jammerte Frau Zacharus mit herzzer­reißender Stimme.Vernichtet ist unser großes Vermögen und dasjenige anderer Leute dazu! Das wird ein Ende mit Schrecken! Lieber Gott, wie danke ich Dir heute, daß Du mir den Kinder­segen versagt hast und daß das Unheil nicht un­säglich größer ist. Du mußt jedenfalls sofort fliehen, Gustav! Versäume keinen Augenblick, denn der schreckliche Berlitz wird seine Drohung verwirklichen."

Zur Flucht ist es viel zu spät, Valeska, denn sobald die Anzeige gemacht ist, schickt man auch

erwähnteTimes"-Meldung noch die Andeutung von einem zwischen dem französischen Kanonen­booteLion" und dem britischen KreuzerPallas" stattgehabten Rencontre, über welchen Vorsall nähere Mittheilungen allerdings noch abzuwarten sind. Offenbar trägt aber der Kommandant des Lion" die Schuld an dem Vorgänge, denn er mußte auf Anweisung des Admirals Humann den Befehlshaber der Pallas, Capitain Macleod, rückhaltlos um Entschuldigung bitten. Es wird versichert, daß nur die Ruhe und Besonnenheit Macleod's bei dieser Gelegenheit einen Conflict verhindert habe. Angesichts der Bedenklichkeit derartiger Zwischenfälle ist in der That zu wünschen, daß die Blokade Siams endlich auf- hört, zumal sie ja uunmehr überflüssig gewor­den ist.

Aus Provinz und Nachbargebiet.

Hersseld, den 7. August 1893.

* Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat unter dem 22. v. M. die Königlichen Eisenbahn­direktionen veranlaßt, deren Nachgeordneten Dienst­stellen die sorgfältigste Beachtung der zur A b - kühlung der Personenwagen während der heißen Jahreszeit gegebenen Vorschriften erneut und nachdrücklich in Erinnerung zu bringen.

* Den Forstmeistern a. D. G r o s ch zu Mel- sungen, Faber zu Felsberg und Schember zu Wehlheiden (früher zu Todeuhausen) ist der Rothe Adlerorden 3r Klasse mit der Schleife, dem Förster a. D. W i n d u s zu F r i e d e w a l d das Allge­meine Ehrenzeichen verliehen.

* Am 2. d. M. ist im Bezirk der Kgl. Eisen- bahn-Direktion zu Elberfeld die 18,9 km lange Bahnstrecke von A r o l s e n nach C o r b a ch mit den Stationen Twiste, Berndorf (Salbeis) und Corbach für den Güterverkehr in Wagen­ladungen eröffnet worden. Ferner werden eröffnet werden: ^m 10. d. M. im Bezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Frankfurt a. M. an der Strecke FuldaTann der Haltepunkt Nieder- bieber für den Personenverkehr, am 1. September im Bezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion zu Erfurt der bisherige Personen-Haltepunkt H e i n e b a ch auch für den Gepäck- und Güter­verkehr.

* Nach dem hundertjährigen Kalender haben wir im Monat August folgende Witterung zu erwarten: Vom 1. bis 6. heiß; vom 8. bis 13. Regen; am 16. starkes Gewitter; am 17. Regen; vom 18. bis 25. heiß; vom 26. bis 28. täglich Gewitter; am 30. und 31. starke Regengüsse. Die Mondviertel sollen sich mit folgender Witterung einführen: Das letzte Viertel, den 5., abwechselnd Regen und Sonnenschein. Der Neumond, den 11.* deutet auf Sturm und Ungewitter. Das erste Viertel, den 19., neigt sich zu Sturm und Regen. Der Vollmond, den 27., hält mit Regen an. Am 23. August ist auch das Ende der Hundstage. Auch sind für den August noch folgende Wetterregeln zu beachten: Bei nicht ge­rade ganz dürrem Sommer ist der 19. August ein entscheidender Tag. War der Sommer naß

i bereits an alle Bahnhöfe Geheimpolizisten und ich werde mit Schimpf und Schande öffentlich ' verhaftet."

Aber Du kannst Dich doch verkleiden, Deinen Bart abnehmen lassen und Dich sonst unkenntlich machen."

Und dann soll ich wie ein gehetztes Wild , nüch in der Welt herumtreiben oder nüch in ein elendes Versteck verkriechen, fern, fern von Dir und allein mit meinen Gewissensqualen. Nein, ; nein, ich werde nicht fliehen!"

Du willst Dich also ruhig verhaften lassen?"

! frug Frau Zacha.rus mit bitteren Thränen.

Zacharus schüttelte leise das Haupt und man merkte, daß ihm die Antwort sehr schwer wurde.

Es giebt noch einen anderen Ausweg für mich," flüsterte er dann leise und doch schrecklich.Ich muß fort aus dieser Welt, Valeska! Fort, fort, bald fort."

Erschreckt fuhr die Dame in die Höhe, dann fiel sie dem Gatten um den Hals und sagte leise:

Nimm mich mit, Gustav. Mir ist ohne Dich und nach der Katastrophe das Leben so schrecklich."

Ich vermag Dir diesen Wunsch nicht zu er- süllen, denn ich bin nicht im Stande, Hand an Dich zu legen, Valeska," erwiderte Zacharus mit bebender Stimme.

Es ist aber auch nicht nöthig, daß Du meinen schrecklichen Weg gehst. Dein Bruder ist noch

und die Sonnenuntergänge von fahlrother Farbe, so ist am 19. August bestimmt schönes Wetter, das aber selten länger als 8 Tage anhält. Auf einen heiteren und warmen Sommer folgt am 19. August meist ein ergiebiger Landregen von 8 bis 10 Tagen.

* Auch die Mannschaften der Arniee sollen graue M ä n t e l erhalten. Nach einer Aus­kunft, die das preußische Kriegsministerium er­theilt hat, dürfte voraussichtlich im Laufe des nächsten Jahres ein graues Manteltuch zur Einführung gelangen.

Hersfeld, 7. August. Aus Anlaß der bevor­stehenden militairischen Herbstübungen wird auf die Wichtigkeit der Anwendung richtiger und deut­licher Aufschriften bei d e n Manöver- Postsendungen hingewiesen. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen die Ordnungsnuinmer), Dienstgrad und Truppentheil Regiment, Bataillon, Kompagnie, Schwadron, Batterie, Ko­lonne 2C. und für gewöhnlich der ständige Garnisonort, eintretendenfalls mit dem Zusätze oder nachzusenden". Die Angabe eines Marsch­quartiers empfiehlt sich nur dann, wenn dasselbe genau bekannt ist und zu erwarten steht, daß die Sendung so zeitig daselbst eintrifft, um vor dem Weitermarsche in Empfang genommen werden zu können, und daß die Abholung von der Post auch mit Sicherheit zu erwarten ist. Da der Stab des Regiments und die einzelnen Bataillone 2C. ihre Postsachen häufig bei verschiedenen Postan- stalten in Empfang nehmen, so ist eine genaue und richtige Aufschrift ebenso bei den an die Herren Offiziere gerichteten Manöversendungen, wie bei den Mannschaftssendungen unentbehrlich. Durch mangelhafte oder ungenaue Anfertigung der Aufschrift wird die Ueberkunft der Sendungen an die Empfänger oft sehr erheblich verzögert.

* Hersfeld, 7. August. (Zur Warnung.) Ueber eine Vergiftung durch einen Uhrschlüssel berichtet dasBerl. Jnt.-Bl.", die für Solche, die das gleiche Mittel anzuwenden belieben, zur Warnung dienen mag: Unter den in der Königl. Klinik behandelten Kranken, befindet sich ein junger Mann, der sich durch einen Uhrschlüssel eine Blutvergiftung zugezogen hat. Der Patient hatte an der Stirn einen sog. Mitesser. Er voll­zog mit einem Uhrschlüssel auf dem durchaus gewöhnlichen Wege dieOperation." Schon nach kurzer Zeit empfand er auf der stark gerötheten Stirn einen brennenden Schmerz, der ebenso wie die Röthung schnell zunahm. Der zu Rathe ge­zogene Arzt fand feine Vermuthung, daß eine Blutvergiftung vorliegen dürfte, nach einer Unter­suchung des Schlüssels bestätigt; sie ergab das Anhaften von Grünspan. So hat das Messer des Chirurgen eingreifen müssen, und wenn auch heute jede Lebensgefahr beseitigt ist, so hat der junge Mann, der sich durch das schwarze Pünkt­chen auf der Stirn belästigt fühlte, in schwerer Weise für feine Eitelkeit büßen müssen.

* Hersfeld, 7. August. Nach dein anhaltenden Regen hat sich das Grummet sehr gut entwickelt und scheint eine gute Ernte zu ergeben. Ebenso

recht wohlhabend und wird für Dich sorgen, wenn er von Deinem Unglücke hört, obwohl ich es nicht an ihm verdient habe, denn ich brächte ihn durch einen falschen Wechsel, der nun nicht mehr von mir gedeckt wird, auch um eine große Summe."

Gustav! Du entsetzlicher Mann! Auch falsche Wechsel hast Du ausgestellt! Wahrst Du so die Ehre eines Kaufmannes, eines Banquiers, die in unserer Familie als das Höchste gilt, als die Frau eines Betrügers und Wechselfälschers kann ich nicht vor die Augen meines Bruders treten. Ich bin elend und unglücklich für immer."

Die arme Frau verfiel jetzt in ein krampf­artiges Schluchzen und wankte, ohne auch nur ihren Gatten noch einmal anzusehen, aus dem Salon nach ihrem Zimmer.

Zacharus blickte ihr mit trauriger, entsetzlicher Geberde nach und furchtbarer denn jemals wurde es ihm klar, welch ein Unheil er durch sein frevelhaftes Treiben angerichtet hatte.

Wie von Furien gejagt eilte er dann plötzlich davon. Er lief wie rasend über den Corridor, sodaß die Dienstboten ihm erstaunt nachblickten. Dann eilte er die breite Marmortreppe hinab in den Garten und verschwand in dem Garten­hause.

(Fortsetzung folgt.)