Tode ereilt wurde in Waldenburg i. Schl., woselbst er sich zur Erholung aufhielt, der Pastor der ev.-luth. Zionsgemeinde in unserem Orte, Herr August Schulz. Seine seelsorgerische Thätigkeit wird vielen unvergessen sein und dem tüchtigen Geistlichen ein treues ehrendes Andenken bewahren.
Schmalkalden, 2. August. Gestern Nach- j mittag gegen halb 5 Uhr schlug der Blitz in die . Scheune des Schultheiß Kellner in Kalteuleugs- ! selb ein; es standen sofort 4 Scheunen in hellen Flammen; obwohl rasche Hülfe von Kaltennord- Heim 2C. zur Stelle war, bräunten doch 7 bis 8 Hofraithen gänzlich ab.
Oestrich, 31. Juli. Der Gemeinderechuer I. Beiß gen von hier hat 5000 Mk. amtliche Gelder unterschlagen und ist von hier geflüchtet. Es ist ihm gelungen, noch vor der Entdeckung 1 der That sich am Samstag nach Amerika einzu- | schiffen.
Aus Thüringen. Eine Frau, welche dieser Tage in einem Weinberge zwischen Eulau und Goseck arbeitete, nahm dabei wahr, daß sich an einem Zinken ihres Karstes ein Gegenstand an- gehängt hatte; schon hatte sie ihn abgestreift und achtlos weggeworfen, als sie, durch ein Glitzern veranlaßt, ihn wieder aufhob und näher betrachtete. Da sah sie, daß es ein gut erhaltener goldner Trauring war, der außer den Anfangsbuchstaben zweier Namen (T und B) ganz deutlich die Jahreszahl 1630 aufwies.
Alsfeld, 3. August. In der Reich stags- Stichwahl hat der A n t i s e m i k Binde- w a l d mit wenigen Stimmen über den Nationalliberalen Backhaus gesiegt.
Vermischtes.
— Berlin, 3. August. Ueber einen entsetzlichen Unglücks fall, der sich auf einem Schiff des auf der Ostsee manövrirenden Geschwaders am gestrigen Tage ereignet hat, ist hier folgendes Telegramm eingegangen: Am Mittwoch, den 2. August, Nachmittags 3 Uhr, wurden bei einem Schießverfuch auf S. M. S. „Baden" durch Entzündung einer 26 Ceutimeter- Kartusche getödtet: Lieutenant z. S. Oelsner, Unter-Lieutenant z. S. Zembsch, Bootsmannsmaat Nadzuweit, Obermatrose Kniephoff, die Matrosen, Bräutigam, Höfner, Goldbaum, Schönrock, Neh- lisen. Leicht verwundet wurden: Ober-Feuer- merksmaat Wolle, Bootsmannsmaat Hinkelmann, sowie die Matrosen Müller, Frailken, Epe, Edelkott, Henkels, Buschmann, Dehn, Mustereit, Ackermann, Wecke, v. d. Schliffen, Nicke, Jsing, Rast, Weide- lich, Entrop. Bei keinem der Verwundeten ist
Lebensgefahr vorhanden. — Während der Ex- das Meer. Die übrigen vierzig Mann der Be- plosion befand sich Prinz Heinrich von Preußen satzung wurden in ähnlicher Weise gemartert und
mit dem Admiral Schröder und dem Kommandanten auf der Kommandobrücke. Der Prinz betheitigte sich eifrigst an den Hilfeleistungen für die Verwundeten.
— Zürich. Setzmaschinen sind, der „N. Z. Ztg." zufolge, bereits seit einigen Tagen in der Buchdruckerei Jent u. Co. im Betriebe. Die eisernen Setzer werden von zwei Frauenzimmern geleitet. Ein Gasmotor giebt den Maschinen die nöthige Kraft ab.
— Wien. In dem Gebäude des technischen Militairkomitss explodirte gestern ein Hohlgeschoß beim Einschieben einer Ekrasitbüchse. Ein Soldat wurde getödtet, ein anderer schwer vermnndet.
— Marseille. Der Dampfer „Burgundia" von -der Kompagnie Favre erblickte, wie der „Köln. Ztg." geschrieben wird, im Atlantischen Ozean unter 35 Grad n. Br. und 30 Grad w. L. eine Brigg, die Nothsignale gab und die deutsche Flagge aufhißte. Der Kapitain der „Burgundia" fuhr auf die Brigg zu. Ein trauriger Anblick bot sich seinen Augen. Auf dem Deck lag die kraftlose Mannschaft. Die Brigg heißt „Hansa"; sie war vom La Plata mit einer für Falmonth bestimmten Ladung von ungesalzenen Häuten abgegangen und hatte eine vollständige Windstille von 86 Tagen zu erdulden. Während
dieser Zeit waren alle Lebensmittel aufgezehrt worden. Als die Brigg gesehen wurde, hatte die Mannschaft fdjon drei Tage nichts mehr zu sich genommen. Ungeachtet der großen Zahl seiner Fahrgäste half der Kapitain Dulac den Unglücklichen sofort und erneuerte die Lebensmittel der „Hansa", ohne irgend eine Bezahlung anzunehmen. Der deutsche Kapitain weinte ans Dankbarkeit, und als man sich trennte, grüßte die deutsche Flagge dreimal die der „Burgundia", während die Matrosen Hurrahs für Frankreich ausbrachten.
— Atchinesische Seeräuber haben, wie aus Amsterdam gemeldet wird, den holländischen Dampfer „Rajah" auf der Fahrt von Penang nach Peking überfallen und ausgeraubt. In der Nähe von Edi ivurde der Dampfer von den Seeräubern geentert. Etwa hundert Mann stürmten auf die „Najah", banden und knebelten die Besatzung, wobei viele an Bord des Schiffes befindliche atchinesische Passagiere mithalfen. Nach völliger Ausraubung des Dampfers wurde die Mannschaft in grauenhafter Weise ermordet; die Leichen wurden ins Meer geworfen. Die Seeräuber schnitten u. A. dein Kapitän Hansen die Ohren und die Nase ab, stachen ihm die Augen aus und warfen den verstümmelten Leichnam in
ermordet. Die geraubten Waaren repräsentiren einen Werth von zwei Millionen Gulden. Drei holländische Dampfer, welche zur Verfolgung der Verbrecher ausgesendet worden waren, kaperten das Fahrzeug der Seeräuber und machten sechzehn Gefangene. Unter den Opfern der Seeräuber befindet sich auch eine englische Familie, aus Mann, Frau und drei Kindern bestehend, welche nach Peking reisen wollte.
— (Drei Schilder.) Drei Schneider richteten in derselben Straße ihr Geschäft ein. Der erste ließ auf sein Schild setzen: „Der beste Schneider in der Stadt." Der zweite wollte dem Konkurrenten noch über fein und ließ auf das feinige setzen: „Der beste Schneider in der Welt." — Der dritte aber that sie Beide herunter mit seinem Motto: „Der beste Schneider in dieser Straße."
— (Z u viel verlangt.) Gast: „ . . . Der Ruf Ihrer Wirthschaft ist wirklich begründet; Sie haben da einen ganz vorzüglichen Aepfelwein! Was ist das wohl für ein Jahrgang?" — Wirth (zu seiner Frau gewendet): „Jetzt betracht' mer nor amol Aner den unverschämten Stadtfrack! Will der für seine zwölf Pfennig' ach noch en' Jahrgang hamwe!"
— A u! Kind: „Du Onkel, warum bist Du
denn nicht mehr schwarz hinten?" Onkel: „Weshalb soll ich schwarz sein, Du kleines Närrchen?" Kind: „O ich weiß doch vom Papa, daß Du über ein Jahr lang in der Tinte gesessen hast?"
— Er h at es nicht gethan. Alter Ehemann: „Was giebt es denn schon wieder?" — Junge Frau (schmollend): „Du hast Dein Wort nicht gehalten. Du sagtest vor der Verheirathung, Du wolltest mir zu Liebe alles in der Welt thun".
— Alter Ehemann: „Ja!" — Junge Frau: „Du ; sagtest, Du würdest mit Vergnügen für mich i sterben." — Alter Ehemann: „Jaaa!" — Junge Frau: „Nun wohl, Du hast es aber nicht gethan!"
— Ma liti ös. „Nicht wahr, Herr Schwieger- ! sohn, ich werde Ihnen bereits lästig, Sie möchten mich am liebsten schon in einem besseren Jenseits wissen?" — „Nicht doch, verehrte Schwiegermama — wie werde ich dem Himmel ein solches Opfer zumuthen!"
Kirchliche Nachrichten.
Gottesdienst Sonntag den 6. August: Vormittags: Herr Pfarrer H o s b a ch. Nachmittags: Herr Pfarrer S ch äfft. Mittwoch den 9. August Abendgottesdienst: Herr Pfarrer Schafft.
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Jliffd-Vtrpachtnilll.
Die der Gemeinde Been h a u s e n zustehende
Jagögeeechtsame
soll in der Wohnung des unterzeichneten Bürgermeisters
Msut«li den 14. d. M.
Nachmittags 1 Ufir öffentlich meistbietend verpachtet werden, wozu Pachtliebhaber ein ladet.
Beenhausen, den 3. August 1893.
Der Bürgermeister
__Brand.
Jeden Freitag und Sonnabend wird geschroteii, auch
Mais zu Pserdtsulirr
gebrochen.
Einige, 5 Wochen alte weiß-braun ge= ' tiegerte stichelhaarige , Jagdhunde
hat zu verkaufen
Wilhelm Schmidt,
hinterer Steingraben 293.
Ein ordentlicher Junge, welcher Lust hat die Bäckerei zu erlernen, wird gesucht.
Von wem, sagt die Exped. d. Bl.
Zu der am
Sonnabend den W. August
Abends 6 Abr
in den hiesigen Rathhaussaal, links, stattfindenden
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der ländlichen
Ortskrankenkaste des Atreises Hersfeld werden die Herren Arbeitgeber und die Herren Arbeitnehmer hiermit eingeladen.
Hersfeld, am 4. August 1893.
Der Vorstand:
J. H. Schimmelpfeng.
Tagesordnung:
1. Rechnungs Ablage vom Jahre 1892.
2. Entgegennahme sonstiger Anträge.
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