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Herssel-er Kltisbllltt.
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Mustrirtes Sonntagsblatt".
Ur. 74. Dienstag den 27. Inni 1893.
Momleimilk-Lilladuilg.
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Die Expedition.
Amtliches.
Hersfeld, den 26. Juni 1893.
Bei dem in diesem Jahre infolge der anhaltenden Trockenheit bestehenden Wassermangel laufen fast täglich Beschwerden von Mühlenbesitzern dahier ein, worin dieselben darüber Klage führen, daß ihnen das zum Mühlenbetrieb nothwendige Wasser nicht allein theilweise schon an den Quellen aufgefangen und zur Wiesenbewässerung abgeleitet, sondern auch von den angrenzenden Wiesenbesitzern die Böschungen an d e n M ü h l e n g r ä b e n
Die Klosterbäuerin.
Nrzöhlnnq enn Oskar Höcker.
(Fortsetzung.)
„Ihr glaubtet an seine Schuld?" fragte der Alte.
Sie schlug beschämt die Augen zu Boden.
„Braucht Euch deswegen keinen Vorwurf zu machen," fuhr der Alte fort, „andere Leute haben das auch gethan."
Dabei seufzte er schwer auf.
Frieda verstand ihn, erkannte aber auch gleichzeitig die Wandlung, die mit dem Vater des Geliebten vor sich gegangen war.
„Wenn wir nur wüßten," sagte sie in erneuter Angst, „wohin er seine Schritte gerichtet hat?"
Grüninger versank in Nachsinnen. Plötzlich rief er: „Vielleicht weiß es seine Schwester!"
„Rest?" erwiderte die Klosterbäuerin verwundert. „Dann würde sie es Euch doch bereits gesagt haben.
"^ ist gegenwärtig nicht daheim," gab der Alte ausweichend zurück. — „Aber ich will zu shr jetzt gleich — vielleicht erfahre ich von rhr etwas über Tonis Verbleib."
Er raffte sich auf und schritt der Thüre zu.
„Herr Grüninger," sagte Frieda, ihm nachfolgend, „darf ich eine Bitte wagen? Meine Angjt und Sorge um Tonis Schicksal ist nicht
eingehackt und das Wasser fortwährend entzogen werde, die Mühlen somit zum allgemeinen Nachtheil größtentheils außer Betrieb sich befänden.
Diese Ableitung des für den Mühlenbetrieb nothwendigen Wassers ist gesetzlich unstatthaft und weise ich die Herren Ortsvorstände hierdurch an, st r e n g st e n s darauf zu achten, daß außer der gesetzlich bestimmten Zeit, von Sonnabend Abends 6 Uhr bis Sonntag Abend 6 Uhr, Wasser zur Wiesenwässerung aus öffentlichen Gewässern nicht entnommen, von Nicht- berech tigten das „Wässern" aber überhaupt nicht ausgeführt wird. Ebenso ist darüber zu wachen, daß nicht, wie es mehrfach geschehen sein soll, von Mühlenbesitzern selbst das Wasser außer der obigen Zeit zur Wiesenbewäfferung anstatt zum Mühlenbetrieb benutzt wird, Zuwiderhandlungen aber zur gebührenden Bestrafung kommen.
In Bezug auf das Mahlen am Sonntag nach ' beendigtem Gottesdienst verweise ich die Herren Ortsvorstände auf die Verfügung vom 13. Oktober 1877 Nr. 10396 (Kreisbl. Nr. 83) wonach die Gestattung im Einvernehmen mit den Herren Pfarrern zu ertheilen ist.
. 4148 Der Königliche Landrath
4159. Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 22. Juni 1893.
Die Nummerliste der verloosten und zum 1. Januar 1894 gekündigten Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1868 A. 1850, 1852, 1853 und 1862 liegt im Geschäftslokale des Unterzeichneten sowie in denjenigen der beiden Steuerkassen des Kreises zur Einsicht der Interessenten auf.
Zugleich wird auf die diese Nummerliste betreffende Bekanntmachung der Königlichen Hauptverwaltung der Staatsschulden vom' 2. d Mts., abgedruckt im Regierungs-Amtsblatt für 1893
geringer, als die Eure; laßt mich nicht hier in bangen Zweifeln zurück, — nehmt mich mit Euch."
Der Alte war hochbetroffen. Er blickte das schöne Weib an und wußte nicht, was er erwidern sollte. Er hatte nur den einen Gedanken, daß es die Welt auf den Kopf stellen hieße, wenn er, der Gelzhofener Großhändler, mit einer Weininger Bäuerin zusammen in einer Kutsche fahren würde.
Aber Frieda wiederholte ihre Bitte so demüthig und so flehend, daß er sich in ihrem Banne fühlte. Er konnte dem Wesen nichts abschlagen, das seinen Toni liebte, das um sein Schicksal gleichfalls bangte.
Er sagte kein Wort, ließ es aber ruhig geschehen, daß Frieda nach Mantel und Pelzkappe griff und ihm zum Wagen folgte. Ja, er ließ sie sogar zuerst einsteigen — so galant war der alte Murrkopf plötzlich geworden.
Aber das Geschrei, als jetzt die Kutsche wieder durchs Dorf zurück fuhr! . . . „Der Grüninger und die Klosterbäuerin!" Dieser Ausruf wiederholte sich unzählige Male, bis das Gefährt endlich die freie Landstraße erreicht hatte.
Schweigend saß das Paar neben einander.
Da endlich erfaßte Frieda die Hand des Alten, drückte sie bewegt, und dankte ihm, daß er sie mitgenommen.
„Ich schlage Euch das hoch an," fügte sie hinzu,
Seite 189/190, und besonders auf die darin enthaltene Aufforderung betreffend die Einlösung der von den früher gekündigten Schuldverschreibungen der Staatsanleihen von 1868 A. 1850, 1852, 1853 und 1862 noch rückständigen Stücke, ferner auf die Aufforderung zum Umtausch der noch rückständigen Schuldverschreibungen der konsoli- dirten 4^/2 prozentigen Staatsanleihe in 4 pro- zentige Consols besonders aufmerksam gemacht.
I. I. Nr. 4115. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 26. Juni 1893.
Die Herren Ortsvorstände zu
Bengendorf, Eitra, Engelbach, Friedlos, Herfa, Heringen, Kerspenhausen, Kleba, Lampertsfeld, Lautenhausen, Lengers, Meisebach, Niederaula, Oberrode,Ransbach, Schenk- solz, Sorga, Untergeis und Wölfershausen erinnere ich w i e d e r h 0 l t an die Einzahlung der Umlagebeiträge pro 1892 zur Hess. Naff. landwirthschaftlichen - Berufsgenossenschaft, mit Frist bis zum 29. -. Mts.
A. 1128. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 20. Juni 1893.
Der Landwirth Heinrich Groscurth zu Unterhaun ist heute als Bürgermeister der dasigen Gemeinde auf die Dauer von 8 Jahren eidlich verpflichtet worden.
I. A. Nr. 1099. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Untergang eines Panzerschiffes.
London, 23. Juni. Das zum englischen Mittelmeer - Geschwader gehörige Panzerschiff „Victoria" ist in Folge Collision mit dem Panzerschiff „Camperdown" bei Tripolis in Syrien
„denn Ihr habt Grund, mir zu zürnen, und doch trifft mich nicht die ganze Schuld. Seht, als ich merkte, daß Toni mich lieb gewann, sagte i ich ihm gleich, daß es nicht gut thun werde, weil i er ein Gelzhofener und ich eine Weiningerin sei, und daß er deshalb mit Euch in Unfrieden kommen werde, was mir, das weiß der liebe Gott, herzlich leid gethan. Aber was kann der Mensch für seine Liebe? Ach, und der Toni und ich, wir haben einander so innig lieb. Vergieb's uns, Vater Grüninger."
Sie neigte sich zu seiner Hand herab, und er erschrak sichtlich, denn ein paar heiße Tropfen fielen darauf.
Ja . . . die Liebe! Und die Sehnsucht! Der Alte hatte die Macht beider kennen gelernt.
Er blickte Frieda von der Seite an. Ein schönes Weib, — und was für Prachtaugen sie im Kopfe hatte! Da konnte sich ein junger Bursche schon hinein vergucken.
„Wenn wir den Toni nur erst wieder hätten," sagte er mit zitternder Stimme. Das war seine ganze Antwort.
Die Kutsche rollte dahin, das Paar sprach mit einander kein Wort mehr.
Endlich war das Forsthaus erreicht. Als der Wagen hielt, erschien ein Jägerbursche in der Thüre.
„Ist meine Tochter drin?" fragte Grüninger,