genommen und war damit ins Freie geeilt —, sich zu retten, vermochten sich die vier noch im elterlichen Hause befindlichen Kinder im Alter von 14, 16, 19 und 21 Jahren nicht mehr zu retten und verbrannten so vollständig, daß man später nicht einmal mehr Knochenreste von ihnen vorfand. Der Vater war nochmals, nachdem er schon im Freien war, in das brennende Haus geeilt, um seine Kinder zu retten, mußte jedoch davon absehen, da er Gefahr lief, selbst zu verbrennen; Haar und Bart waren ihm schon stark versengt worden.
— Berlin, 16. Juni. Eine heitere Episode ereignete sich vorgestern Morgen um 101/4 Uhr vor dem Wahllokale Luisenufer 17. Kaum hatte der Akt seinen Anfang genommen, als bei dem ersten Andrange ein hochbeladener Rollwagen vor das Lokal fuhr. Der dort postirte Schutzmann wollte eine Sperrung des Zuganges verhindern und fragte den Kutscher: „Können Sie sich nicht eine andere Zeit wählen, um hier abzuladen?" „Nee, bet jeht nich", hieß es zurück, und als der Beamte darauf fragte, ob der abzuladende Gegenstand von großem Gewichte sei, erhielt er die Antwort: „Na und ob; passen Sie man ’n Bischen Achtung uff die Pferde, ick bin jleich fertig." Erstaunt sah der Schutzmann den Kutscher ohne Ladung in dem Hause verschwinden und auch gleich wieder herauskommen; er hatte feine gewichtige Stimme abgeladen.
— Königsb e^g, 16. Juni. Eine eigenartige Krankheit hatte sich, wie die „Kgsb. Allg. Ztg." mittheilt, vor einiger Zeit ein Besitzerssohn durch das fortwährende Benagen seiner Fingernägel zugezogen. Es
waren kleine Nageltheile in den Magen gelangt, wo sie sich zu einem Stück Hornartiger Masse zusammengeballt hatten, in Folge dessen der junge Mann förmlich dahinsiechte, da der Magen gar keine Speise mehr annahm. Schließlich wurde der junge Mann hierher nach Königsberg gebracht; in einer hiesigen Klinik gelang es sodann, die Ursache der Krankheit festzustellen und das Hornklümpchen aus dem Magen zu entfernen. Der Patient geht bereits seiner Genesung entgegen.
— Athen, 16. Juni. Seit mehreren Tagen wurden an verschiedenen Punkten Griechenlands, namentlich in Athen, Theben und Corfu wiederholt Erderschütterungen verspürt. In Theben wurden die bei dem letzten Erdbeben stehen gebliebenen Häuser zerstört; auch das Dorf Khimara in Epirus liegt in Trümmern.
— Tunis. Ueber eine arabische Ehebruchs- tragödie wird von hier berichtet: Ahmed-bel-Bel- tassen, von Stamme der Benni-Zid, zweifelte feit einiger Zeit an der Treue seiner Frau Aicha und ließ dieselbe scharf überwachen. Sein Verdacht war nur zu begründet; er überraschte Aicha mit ihrem Geliebten Ahmed-ben-Bongura, von demselben Stamme. Die beiden Liebenden leisteten keinen Widerstand. Der Ehemann fesselte seinen Nebenbuhler an einen Baum und befahl Aicha, ihm dabei behülflich zu sein. Sie gehorchte, und Ahmed-ben-Bongura ließ sich schweigend fesseln. Der beschimpfte Gatte erklärte darauf dem Unglücklichen, daß seine letzte Stunde gekommen sei; mit arabischem Fatalismus sprach Ahmed-ben Bongura sein Gebet. Der Gatte ergriff ein Messer und durchschnitt dem Gefesselten die Kehle.
Er wandte sich zu feiner zitternden Frau und sagte: „Die Reihe ist an Dir!" Vergebens bat Aicha um Gnade; Ahmed-ben-Belkassen fesselte sie an denselben Baum neben ihren noch röchelnden Geliebten und durchschnitt ihr die Kehle. Der Mörder ist verhaftet worden; er hat ein vollständiges Geständniß abgelegt und betrachtet seine That als eine ganz natürliche und gerechtfertigte.
— London, 17. Juni. In Mekka sind in den letzten Tagen 350 Cholera-Todesfälle vorgekommen.
— (Wie es gemacht wird.) „Aber Auguste! Du hast schon wieder etwas zerbrochen? Du bist ein ungeschicktes Mädchen! Noch dazu die schöne Vase! Unbegreiflich dumm! Sage mir in aller Welt, wie hast Du das gemacht?" — „So!" meinte die biedere Auguste weinerlich, und bums: lag die andere Vase neben der Ersten."
— (Abwehr.) Richter: „Leugnen Sie doch nicht, Angeklagter, man fand ja im Garten ganz genau den Abdruck Ihres auffallend kleinen Fußes!" — Angeklagter: „Erlauben Sie, mit Schmeicheleien kriegen Sie mich nicht, Herr Richter!"
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Wegen des in unserer Stadt abzuhaltenden Uttterverbandstages der Hessischen Vorschütz- und Credit-Vereine bleibt unser Ge- fchäftslokal
Mittwoch den 2s. Juni d. J.
MU" geschlossen. "WIE
Wir ersuchen die Herren Bürgermeister der Landgemeinden dieses in geeigneter Weise zur Kenntniß der Ortsangehörigen zu bringen.
Vorschuß-Verein zu Hersfeld
eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.
Alllitii-
liifrll.
Das Reitgras von den Richthöfer Wiesen soll
Dienstag den 27. d. Alts
loosweise in der üblichen Reihenfolge versteigert werden.
Anfang Morgens ’/29 Uhr an der f. g. Langenwiese.
Schlitz, am 12. Juni 1893.
Gräflich Gothisches Rentamt
Ausfeld.
In der am 17. April a. c. vertragsmäßig vor Notar und Zeugen stattgefundenen Verloosung unserer Obligationen A. u. u. sind
Lit. A. Nr 4. 50. 114. 162. 180.184. 219. ä 1000 Mk.
„ „ „ 347. 348. a 500 Mark
„ €. „ 22. ä 1000 Mark
„ „ „ 051. 052. ä 500 Mark
zur Rückzahlung am 1. Juli a. c. gezogen und fallen mit genanntem Tage aus der Verzinsung.
Die Rückzahlung geschieht gegen Rückgabe der Obligationen durch unser Bankhaus ST. S. Ssath allen JSTchf.. Braunschweig.
Hünfeld, Rgbz. Cassel, den 15. Juni 1893.
Bet Vorstand der Alltien-Zuckerfabrik Künfeld: K. W. Metz. F. Comiti. Franz NoH. Viebig. Hob. Goeb. Hermann Aha, Gg. Fälbertli.
r Alle Nachrichten zuerst ' bringt das „Berliner Tageblatt", dessen Zuverlässigkeit in der Berichterstattung, welche durch seine an allen Weltplätzen angestellten eigenen Korrespondenten erfolgt, allgemein anerkannt wird. In einer besonderen vollständigen HandelSzeitung wahrt das „Berliner Tageblatt" die Interessen des Publikums, sowie die deS Handels und der Industrie durch unparteiische Beurtheilung. Hierdurch erlangt daS „Berliner Tageblatt" unter allen großen politischen Zeitungen
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