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Htrsftldtr Irtisblatt.
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Ur. 63.
Donnerstag den 1. Juni
1893.
Amtliches.
Hersfeld, den 29. Mai 1893.
Mit Vezug auf meine Verfügung vom 16. Mai 1891 Nr. 5064 (Kreisölatt Dir. 61) veröffentliche
ich nachstehend die Nachweisung über die stattge- habte Frühjahrskörung der Zuchtbullen im Kreise.
Die Herren Ortsvorstände haben das Resultat in der Gemeinde alsbald bekannt machen zu lassen und gemeinschaftlich mit der Königlichen Gendarmerie darüber zu wachen, daß Bullen, welche
bei der Körung für untauglich befunden worden sind, zur Nachzucht nicht verwendet werden.
Zuwiderhandlungen sind alsbald zur Anzeige resp. Bestrafung zu bringen.
I. 3313. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Nachweisung über die Körung der Zuchtbullen im Kreise Hersfeld pro 1893 (Frübjahrs-Körung).
Gemeinde.
Anzahl der anzu- körenden Bullen.
Namen der Eigenthümer.
Resultate der Körung.
Bemerkungen
Datum der Körung.
Alter und Race der Bullen.
Nähere Bezeichnung der Bullen nach Farbe unb sonstigen Abzeichen.
Befund deS Bullcns.
A. Amtsgerichtsbezirk Hersfeld.
J
Friedlos
1
Grebe, Heinrich, Gastwirtb
3/5.
P/4 Jahre, Franke
rothbraun
unbrauchbar
2
II
1
Kaufmann, Bürgermeister
1V4 Jahre, Franke
hellbraun
Nächste Körung nochmals vor-
zusühre»
3
GotzmannSrode
1
Nuhn, Jacob
—-
—
— Nicht vorgeführt.
4
Kohlhausen
1
Etuckhardt, Pbilipp
2 Jahre, Franke
hellbraun
gut
5
Mecklar
1
Baumhardt, Johl.
„
11 /4 Jahre, Eimmenthaler
Schack
Für die Gemeinde nicht geeignet
6
M-isebach
1
Noll, Franz
II
2 Jahre, Franke
hellbraun ■
gut
1
do.
—
—
— Nich t vorgeführt.
7
Obergeis
1
Homburg, JustuS
2 Jahre, Franke
hellbraun
gut
8
Oberhaun
1
Eichler, Peter Hrch.
II
—
—
— Nicht vorgeführt.
9
„
1
Otter, Gottlieb
II
1’4 Jahre, Eimmenthaler
Schack
gut
10
Unterweis
1
Prenntzell, George
II
l>/2 Jahre, Franke
hellbraun
gut
11
WipperShain
1
Reuber, Conrad
„
—
—
— Nitt vorgeführt.
12]
Gitteisoorf
1
Opfer, Johannes
u/i Jahre, Franke
hellbraun
gut Vom 1. November b. Js. ab
| brauchbar.
R Ami
sgerichtsbezirk Niederaula.
1
Hedbcrsdorf
1
Grau, Bürgermeister
4/5.
—
—
— Nicht erschienen.
2
Holzheim cHof Heisen
1
Reinecke, Carl, Gutspächter
•
2 Jahre, Schwizzer
—
untauglich
ftein)
3
Niederaula
1
Rohrbach, Johs.
21/, Jahre, Eimmenthaler
gelbschäckig
tauglich
Kreuzung
4
Niederjossa
1
Eydt, Ludwig
II
P/4 Jahre, Eimmenthaler
rothschäckig
tauglich
Kreuzung
C. Amtsgerichtsbezirk Friedewald.
1
Heimboldshausen
jBock, George, Wirth
24/5.
2 Jahre, Eimmenthaler
Gelbschack
gut II
LMidderShausen
1 1
Schneider, Georg Nikolaus
P/2 Jahre, Franke
hellgelb
gut ll
U
>. Amtsgerichtsbezirk Schenklengsseld.
t Landershausen
1
Reinhardt, A., Landmirth
10/5.
P/4 Jahre, Eimmenthaler
gelb mit weißem
gut
2
Ransbach
1
Rüger, Johannes, Landwirth
2 Jahre, Eimmenthaler
Rothschack
gut
3
Echenksolz
1
Koch, Georg
P/2 Jahre, Eimmenthaler
Rothschack
gut
4
Unterweisenboru
1
Reinhard, Ä., Gutsbesitzer
ll
P /4 Jahre, Eimmenthaler
Rothschack
gut
5
Wüstfeld
1
Heutner, Johs.
P/2 Jahre, Eimmenthaler
gelbschäckig
untauglich
Kreuzung
6
1
Wekphal, Eduard, jun.
P/2 Jahre, Eimmenthaler
Rothschack
gut
7
Philippsthal
1
Wiegand, Wilhelm
P/4 Jahre, Franke
gelb
gut
Hersfeld, den 27. Mai 1893.
Nach einer Mittheilung des ständischen Banamtes dahier lagern auf fast allen Landwegezügen Rollsteine.
Die Herren Ortsvorstände haben für als - baldige Beseitigung derselben Sorge zu tragen. I. I. Nr. 3272. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 29. Mai 1893.
Der Landwirth Johannes G r e n z e b a ch zu Niederaula wurde als Ortsschätzer für diese Gemeinde widerruflich bestellt und als solcher eidlich verpflichtet.
I. I. Nr. 3316. Der Königliche Landralh Freiherr von Schleinitz.
t Das Schlagwort vom Militarismus.
In den Reden und Flugblättern zu Gunsten der Mehrheit Richter-Lieber-Bebel im verflossenen Reichstage ist so zusagen das dritte Wort der
„Militarismus." Das ist so bequem, mit dem Brustton der Ueberzeugung ein Wort hinzuschmettern, das mit dem Schauer des Dunklen und Abschreckenden eine Gänsehaut erzeugt und alles weitere Nachdenken erspart. Daß irgend einmal ein klarer, faßbarer Begriff mit dem Worte verbunden wird, ist äußerst selten. Was kann denn Militarismus verständigerweise bedeuten? Doch wohl einen Zustand, in dem das Heer als Selbstzweck oder als Vergnügen der Machthaber die Hauptausgaben des Staates verschlingt, so daß andere nothwendigere Ausgaben unterbleiben müssen und die bürgerlichen Interessen geschädigt werden.
Leben wir in einem solchen Zustande? Die Ausgaben für das Heer sind seit 1870 ganz bedeutend gestiegen, das ist wahr; aber das Heer wird nicht zu irgend Jemandes Vergnügen, nicht als Versorgungsanstalt für Offiziere und Unteroffiziere unterhalten, sondern zum Schutze gegen Kriegsgefahr, zur Sicherung der friedlichen Entwickelung aller bürgerlichen Thätigkeit. Die Aus
gaben für das Heer dienen dem allgemeinsten Interesse, das es geben kann. Das Heer kann seinen Zweck nur erfüllen, wenn es stark genug ist, um die Feinde des Friedens zu schrecken oder, wenn es • sein muß, sie auf'S Haupt zu schlagen. Und der Kernpunkt der ganzen Wehrfrage ist eben, daß unser Heer nach der rücksichtslosen Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht in Frankreich, das gegenwärtig über 30 000 Rekruten jährlich mehr ausbildet als wir, in absehbarer Zeit nicht mehr stark genug sein und seinen Zweck also nicht mehr erfüllen würde.
Es ist eine maßlose Uebertreibung zu behaupten, daß bei uns durch den Aufwand für das Heer wünschenswerthe Ausgaben für andere bürgerliche Interessen ganz oder auch nur mehr als in anderen großen Reichen zurücktreten müßten. Der Kultusetat mit seinen dauernden Aufwendungen für Schulen aller Art, für kirchliche und wissenschaftliche Zwecke, öffentliche Gesundheitspflege re. ist seit 1870 um 440 pCt. gestiegen, die dauernden Ausgaben für das Heer nur um 70 pCt.