Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.
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Heissel-er iimsblutt
Mit wöchentlicher Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt".
Dr. 49. Donnerstag den 2?. April 1893.
Bestellungen auf das AßMtr ImMi
mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt" pro Mai und Juni werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 24. April 1893.
Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Erledigung meiner Verfügung vom 23. März 1880 Nr. 3135, im Kreisblatt Nr. 24, betreffend die Revision der Fluthgräben sowie Ent- und Bewässerungs-Anlagen, noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 30. d. Mts. bei Meidung von 3 Mark Strafe erinnert.
Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.
Hersfeld, den 20. April 1893.
Der Ackermann Michael Schulz zuRöhrigshof ist als Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt, bestätigt und heute als solcher auf die Dauer von 8 Jahren eidlich verpflichtet worden.
I. A. Nr. 634. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Die Gewerbesteuer-Rolle pro 1893/94 vom Steuerkassenbezirk Hersfeld liegt zur Einsicht der Steuerpflichtigen vom 2. Mai ab eine Woche von Morgens 9 bis 12 Uhr im hiesigen Steuerkassen- lokale aus.
Die Tochter des Meeres.
Roman von A. Nieolo.
(Fortsetzung.)
„Jetzt ist Ihnen wohl bester . . . jetzt werden Sie sich auch nicht mehr ängstigen," sprach Cora.
Aber in demselben Augenblick gerieth das Schiff wieder in heftigeres Schwanken, und dieses entriß den Lippen der Dame einen leisen Schrei.
„O mein Gott! Wir sind verloren!" schrie sie. „Warum rief er mich in die Heimath zurück?"
Cora wurde wohl auch ein wenig bang bei dem heftigen Sturm, doch hatte sie genug damit zu thun, diese Dame sowohl wie noch andere in der Cajüte befindliche zu beruhigen.
Ani meisten hielt sie sich in der Nähe der interessanten Dame, die sie mächtig anzog. Die abgezehrte Hand erfaßte krampfhaft die ihre, als das Schiff wieder stärker zu schwanken begann.
„Verlassen Sie mich nicht, sonst sterbe ich," ächzte die Dame. „Noch nie habe ich einen solchen Sturnl erlebt und . . . mir ist so bange."
„Ich bleibe bei Ihnen, aber sie brauchen sich nicht zu ängstigen, es ist wirklich keine Gefahr vorhanden," sagte Cora ermuthigend.
„Aengstigen Sie sich denn nicht?" fragte die Dame.
„O nein ... ich fürchte mich nicht vor dem
Die Herren Bürgermeister ersuche ich um gefällige Veröffentlichung in ihren Gemeinden und bemerke, daß die Einsicht in die Rolle nur den Steuerpflichtigen des Veranlagungsbezirks gestattet ist.
Hersfeld, am 24. April 1893.
Königliche Steuerkasse. Wilkening.
Auetions-Anzeige.
Dienstag, den 9. Mai d. Js. von 9 Uhr Vormittags ab, sollen hierselbst ungefähr 100 Gestüt- pferde, bestehend aus Mutterstuten (meistens bedeckt), Fohlen und 4jährigen Hengsten, Wallachen und Stuten meistbietend gegen Baarzahlung verkauft werden
Sämmtliche 4 jährigen und älteren Pferde sind mehr oder weniger geritten. Die zum Verkauf kommenden gerittenen Pferde werden am 8. Mai von 7 bis 10 Uhr Vormittags unter dem Reiter, sowie sämmtliche am 7. und 8. Mai von 4 bis 6 Uhr Nachmittags auf Wunsch an der Hand gezeigt.
Listen über die zur Auction gelangenden Pferde werden am 25. April zum Versand rc. fertig gestellt sein und auf Ansuchen zugeschickt werden.
Für Personenbeförderung zu den bezüglichen Zügen von und zum Bahnhof Trakehnen wird am 7., 8. und 9. Mai gesorgt sein.
Trakehnen, den 22. März 1893.
Der Landstallmeister gez. von Frankenberg.
f Bei dem diesjährigen Musterungsgeschäft
ist ein Theil der sogen, bedingt Tauglichen, die bisher zur Ersatzreserve kamen und bei Durchführung der Militärreform als Rekruten eingestellt werden sollen, in die Listen der Tauglichen ausgenommen worden. Schon nach der geltenden
Sturm, . . . vermuthlich, weil es mir ziemlich gleichgiltig wäre, wenn ich den Tod fände," antwortete Cora.
„Haben Sie Niemanden, keine Angehörigen, keine Freunde, die Sie betrauern würden?" fragte die Dame.
„Nein," entgegnete Cora ruhig.
„Und doch sind Sie so schön, so jung und sicher auch von guter Herkunft," bemerkte die Kranke.
„Ich bin jung, aber kein Band fesselt mich an die Welt," antwortete Cora ausweichend. Darum ist es mir eine Freude, selbst einer Fremden von Nutzen sein zu können."
Die Dame sah sie mit noch größerem Interesse an, obgleich das abermalige Schwanken des Schiffes sie hinderte, etwas zu erwidern. Sie griff nach Cora und Hämmerte sich so fest an dieselbe, als ob es ihr Leben gälte. Und das Mädchen nahm sie unwillkürlich in die Arme, trocknete ihre Thränen, lehnte den Kopf der Kranken an ihre Brust und vergaß fast in der Aufregung des Augenblickes und bei dem Zauber, den dieses bleiche liebe Gesicht mit den großen dunklen Augen auf sie ausübte, daß Jene, die sie so pflegte und bemitleidete, ihr noch vor wenigen Stunden völlig unbekannt gewesen war.
„Nicht wahr, Sie verlassen mich nicht? Sie bleiben auch bei mir, wenn wir das Land glück-
Heerordnung (§ 7) schließen die hier in Betracht kommenden Fehler, meist bloße Schönheitsfehler wie oberflächliche Narben, gut geheilte Knochenbrüche, kleine Auswüchse, geringes Schielen, geringes Stammeln, Krümmung der kleinen Finger rc., die Aushebung zum activen Dienst keineswegs aus. Man hat nun die zahlenmäßig noch nicht bekannten Ergebnisse des Musterungsgeschäfts zur Unterstützung des Einwandes gegen die Vorlage, daß nicht genug taugliche Mannschaften vorhanden seien, mit der Behauptung verdächtig machen wollen, daß die sogen, bedingt Tauglichen nur krüppelhafte Rekruten liefern könnten und daß man sogen. „Kropzeug" unter die Tauglichen eingereiht habe. Bei dem bisherigen großen Ueberfluß an Ersatz in vielen Bezirken konnten die Ersatzkommissionen die Bedingungen der vollen Tauglichkeit auch auf das Parademäßige der Figur erstrecken, sie brauchten nur körperlich ganz tadellose Leute zu nehmen. An diesem alten Verfahren das neue zu messen, erscheint verkehrt; denn bei Durchführung der allgemeinen Wehrpflicht muß in der Aushebung die Tauglichkeit für das Schlachtfeld und nicht für die Paraden das Entscheidende fein?
Daß nur kriegstüchtige Leute in das Heer eingestellt werden, ist, wie der Hamb. Corr. hervorhebt, eine häusliche Sorge der Kriegsverwaltung, die man ihr billig allein überlassen sollte. Das Vertrauen darf man doch wohl haben, daß sie nicht militärisches Mindergut einreihen wird. Der ehemalige Generalstabsoffizier, Major Otto Graf Moltke, Klosterpropst in Ueter- sen in Holstein, berührt in seiner Schrift: „Einst — jetzt — was dann?" auch den Einwand, daß man zur Durchführung der Reform auf „Kropzeug" zurückgreifen müsse und daß die sogenannten bedingt Tauglichen mit geringen Fehlern zum Kriegsdienst nicht geeignet seien. Wie würde
lich erreichen?" sagte die Dame, nachdem sich der Sturm einigermaßen gelegt hatte. Zu meiner Jungfer, die mich so grausam im Stich gelaffen hat, habe ich jetzt kein Vertrauen mehr, und der Diener, den ich mit nach England bringe, ist der Sprache völlig unkundig."
„Aber ich kenne sie ja gar nicht," entgegnete Cora zögernd. Ich weiß noch nicht, mit wem ich spreche."
Die Kranke lächelte trübe.
„Ah, ich vergaß, daß Sie eine Fremde sind. Ich bin so daran gewöhnt, an einem Ort zu leben, wo ich von Jedem, mit dem ich in Berührung kam, gekannt war. Und jetzt kehre ich nach England zurück, wohl nur um zu sterben," fuhr sie fort. „Doch bin ich es meinem Sohne schuldig, den ich so lange vernachlässigt habe."
Cora wartete gespannt auf die nächsten Worte, aber wieder schien die Kranke in die frühere hoffnungslose, halb angstvolle Mattigkeit zu verfallen.
„Und dieser Sohn," wagte Cora endlich zu fragen, „wer ist er?"
„Habe ich Ihnen das nicht schon gesagt?" erwiderte die Dame. „Er ist der junge unglückliche Graf von Belfort. Haben Sie von ihm und seinem Unglücke gehört-?"
„Ja", lautete die Antwort. „Wenigstens ist es sehr bekannt, daß . . . ich meine, die Um-