und Friedrich Riehl von hier wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Dienstag, 14. März, gegen Landwirth Albert Eberhardt von Witzen- Hausen wegen Meineids. Mittwoch, 15. März, gegen Arbeiter Conrad Kohl von Rotenburg wegen schwerer Urkundenfälschung. Donnerstag, 16. März, gegen den Dienstknecht Heinrich Wilhelm Peter von hier, dessen Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Döring, und den Schachtmeister Heinrich Ebert von hier wegen Meineides und Anstiftung zum Meineid. Freitag, 17. März, gegen den Postgehilfen Friedrich Wilhelm Paul Grün von Arolsen und den Postboten August Wicke von Uffeln wegen Verbrechens und Vergehens im Amte.
Caffel, 6. März. Auf dem Reitplatz der Artilleriecaferne wurde heute Vormittag ein Unteroffizier von einem jungen Pferde, welches ausschlug, derart vor den Leib getroffen, daß er schwer verletzt mittels Tragkorbs nach dem Lazareth geschafft werden mußte.
Cassel, 7. März. Heute den 7. März werden es 60 Jahre feit dem Tage, wo der Königliche Regierungsbote Herr K i r s ch n e r hierselbst bei der Leib-Escadron der ehemaligen Kurfürstlich hessischen Garde du Corps in den Dienst eintrat. Ueber zwanzig Jahre stand er beim Militär, die übrige Zeit war er Civilbeamter. Dem Jubilar sind 'verschiedene Auszeichnungen zu Theil geworden
Cassel, 7. März. Am Schluß des jetzigen Schuljahres scheidet Herr Gymnasialdirektor Dr. Vogt, der seit 23 Jahren hier ist, aus Gesundheitsrücksichten aus seinem Amte als Direktor , des hiesigen Friedrichs-Gymnasiums. Ein Nach- ’ folger ist noch nicht ernannt.
Marburg, 5. März. Ueber die an der j entdeckten Schülerverbindung betheiligt gewesenen t hiesigen Realschüler ist nunmehr gestern vom ' Lehrerkollegium abgeurtheilt worden. Zwei der- | selben sind mit Relegation bestraft worden, da sie bereits früher als Mitglieder einer Schüler- j Verbindung vorbestraft sind und ihr gegebenes Wort, sich nie wieder an einer solchen zu be- I theiligen, gebrochen haben. Ueber die Uebrigen; sind Karzerstrafen verhängt worden. Ob einige Untersecundaner vielleicht außerdem zu dem bevorstehenden Examen nicht zugelassen werden, ist noch unentschieden.
Rothenditmold, 7-. März. Wieder hat ein schrecklicher Unglücksfall einer zahlreichen Familie unseres Dorfes ihren Ernährer entrissen. Am Freitag Abend war der Arbeiter Jähne am Dampfhammer in einer hiesigen Fabrik beschäftigt. Bei dieser Thätigkeit fuhr ihm, wohl durch Versehen seinerseits, eine in Bearbeitung stehende Eisenstange mit großer Gewalt gegen den Unterleib und zerriß den genannten Körpertheil in schauderhafter Weife. Gegen Mitternacht wurde der Bedauernswerthe zu seinen so schwer und jäh vom Schicksal betroffenen Angehörigen gebracht. Erst am Montag Morgen um 9 Uhr erlag der Unglückliche seinen furchtbaren Leiden. Er hinter- lätzt außer seiner Wittwe sieben unversorgte Kinder.
Volkmarsen, 5. März. Zwei Knaben hatten i sich, was so oft Erwachsene ruhig geschehen lassen, den vorwitzigen Zeitvertreib gemacht, Holz klein zu machen. Während der Eine ein Stück Holz mit der Hand haltend auf den Hackklotz legte, mußte der Andere zuschlagen, wobei dieser dem Zuhälter einen Zeigefinger gänzlich abschlug und dabei den Mittelfinger und die obere Handfläche mit einem wuchtigen Schlag sehr gefährlich verletzte.
Bacha. Um das Zustandekommen der Bauten auf dem Oechsenberg hat sich das Künstler-Ehepaar Patzig aus Gotha schon wiederholt verdient gemacht. Wie bereits früher, wirkten Herr und Frau Patzig auch am 5. März in einem zu Vacha veranstalteten Konzert zu Gunsten jener Anlagen mit. Es ist diese Mitwirkung eine besondere Gefälligkeit für einige leitende Mitglieder des Rhön-Klubs, welche Herrn Patzig vor vielen Jahren Nachts in den dortigen Waldungen herumirrend auffanden.
Gin älterer Spruch in neuer Seit
Der „Schwäbische Merkur" bringt als „Aelteren Spruch in neuer Zeit":
„Ein gut Gewehr, ein scharfes Schwert
Sind viele Millionen werth!
Dein Gut und Geld, Dein Haus und Ehr', Entbehrst Du einer schneid'gen Wehr, Des Feindes sind sie, der Dich schlägt, Der Deine Hab' von hinnen trägt, Und Deiner Väter Ehr und Ruhm Und Deiner Freiheit Heiligthum.
Mit Schmach und Knechtschaft Dir vertauscht, Dann reich und stolz von bannen rauscht.
Drum hör', mein Volk und merk es fein: Soll hell und blank die Ehre bleiben, Der Friedens Palme Segen treiben, So muß auch immer stark und rein Dein Arm und Dein Gewaffen sein.
Denn Deiner Fluren reicher Kranz
Und Deines Geldes heitrer Schimmer Lockt wohl den Feind, doch schützt dich nimmer, Fehlt deiner Faust des Stahles Glanz."
Das schwäbische Blatt ruft die Verse der Mitwelt in Erinnerung, „weil sie klar und offen das ausdrücken, was das'deutsche Volk auch heute zu beachten hat, wenn es seine Zukunft sichern will." Der Dichter ist Feldmarschall Graf Roon und das Gedicht ist verfaßt am 28. Oktober 1870, dem Tage der Kapitulation der Festung Metz.
Vermischtes.
— Eifersuchtsdrama. Rom, 28. Febr. Ein entsetzliches Eifersuchtsdrama spielte sich gestern Abend in der Via Testa Spaccata ab. Dort befindet sich ein vielbesuchtes Gasthaus. Der Wirth heißt Luigi Fascetti. Er ist ein Mann von 35 Ja hren, dem mau allgemein mit
einer gewissen Scheu begegnet, da er vor vier Jahren bei einer Balgerei einen seiner Gäste tödtete. Fascetti wurde wegen Mordes angeklagt, aber freigesprochen, da er beweisen konnte, daß er in Nothwehr gehandelt habe. Während Fascetti ein völliges Faullenzerleben führte, war seine junge Frau Filomena die Geschäftigkeit selber und wußte die Wirthschaft vortrefflich zu leiten. Eine kräftige Stütze fand sie in ihrem Schwager Raffaele, einem jungen Mann von 25 Jahren. Alles ging vortrefflich, bis vor einigen Tagen irgendjemand dem Wirthe ins Ohr flüsterte: „Deine Frau betrügt Dich. Sie hält es mit Deinem Bruder Raffaele." Seit dieser Stunde hatte der Wirth seine Ruhe verloren. Er ließ seine Frau und seinen Bruder nicht mehr aus den Augen, fand aber mehrere Tage hindurch nichts Verdächtiges. Gestern Nachmittag 5 Uhr spielte er mit einigen Gästen eine Partie Mora. Da fiel ihm auf, daß weder feine Frau noch sein Bruder zu sehen war. Er unterbrach das Spiel und ging in die Küche. Auch hier befanden sich die beiden nicht. Von wahnsinniger Eifersucht erfaßt, nahm er ein großes Bratenmesser zur Hand und eilte zu der im ersten Stock gelegenen Wohnung hinauf. Hier fand er die beiden in vertraulichem Gespräche. Ohne sich auf irgendeine Erörterung einzulassen, fiel der Wüthende über seine Frau her, riß sie an den Haaren zu Boden und stach mit dem Messer auf die Unglückliche los. Raffaele machte nicht den geringsten Versuch, seine Schwägerin zu vertheidigen, sondern entfloh. Nachdem die arme Frau unter den Messerstichen ihres Mannes gestorben war, kleidete sich der Mörder um, steckte alles bare Geld zu sich, das er finden konnte, und verließ das Haus. Als sich die Polizei einstellte, war er schon weit, und man hat ihn bis jetzt noch nicht festnehmen können.
— London, 6. März. In Sandgate bei Folkestone sind in Folge eines Erdeinsturzes gegen 500 Häuser beschädigt worden. Die Stadt blieb gestern in Dunkel gehüllt.
— Paris, 7. März. Einer Depesche aus Saintemarie auf Madagascar zufolge hat der Aviso Labourdonnais Schiffbruch erlitten. 23 Personen sind umgekommen.
— Einer, dem nicht zu helfen ist. Professor im Examen: „Nun, Herr Candidat, was geschieht mit einem Körper, der sich mit Sauerstoff sättigt?" Student: „Er — er —" Professor (der ihm helfen will): „Er — er ox ... Nun? — er ox . . ." Student: „Herr Professor, ich verbitte mir derartige Anzüglichkeiten."
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wird im Wirthshaus zu Wippershain von 10 Uhr an öffentlich meistbietend verkauft: aus dem Distrikt 18 Junkergraben — 27 Stück Baukiefer V. Kl.; Distrikt 38 Alter kell er — 302 Stück Fichten- Stangen I. bis III. Kl., 1350 do. Stangen IV. bis VI. Klasse, 9 Rmtr. Derbbrennholz und 310 Rmtr. Fichten-Stangenreis; Distrikt 43 Hoher- berg = 700 Rmtr. Kiefern-Reis; Distrikt 46 Wüst selber Hute — 9 Stück Kiefern V. Kl.; Distrikt 87Mollendelle — 5 Rmtr. Eichen- Anbruchscheit und Distrikt 58 Dicker st rauch — 63 Rmtr. Kiefern- Stammknüppel.
II. Sonnabend, den 18. März er. komnit im Wirthshaus zu Kohlhausen zum Ausgebot: Distrikt 100 Dürreseite — 9 Rmtr. Kiefern-Kloben und Distrikt 133 Reh- g r a b e n = 41 Rmtr. Buchen-Erdstöcke und 660 Rmtr. Buchenreis III. Klasse.
Hersfeld, den 7. März 1893.
Der Forstmeister: Aumann.
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