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Itrsfclht Kleisblatt.

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Mr. I1?, Donnerstag den 9. Februar 1893«

Amtliches.

Gefunden: ein schwarzer Regenschirm. Mel­dung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Kalkobes.

Politische Nachrichten.

Am Dienstag Vormittag unternahmen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin zu­nächst erst wiederum eine gemeinsame Spazier­fahrt nach dem Thiergarten. Auf der Rück­fahrt um 3/410 Uhr fuhr Se. Majestät der Kaiser beim Reichskanzlerpalais vor und nahm dort den Vortrag des Reichskanzlers entgegen. Nach dem Schlosse zurückgekehrt, arbeitete Se. Majestät zu­nächst mit dem Chef des Militairkabinets, nahm hierauf die Meldung des kommandirenden Gene­rals des 2. Armeekorps v. Blomberg und hierauf noch eine Reihe weiterer militairischer Meldungen entgegen. Am Nachmittage hatte um 1 Uhr der General der Infanterie z. D. Prinz von Schönburg-Waldenburg die Ehre des Empfanges.

In der Militärcommission des Reichstags wie in der Presse ist wiederholt behauptet worden, daß die Vermehrung des jährlichen Rekruten­kontingents um 60000 Mann über die natürlichen Grenzen unserer Wehrkraft hinausgehen und nur durch Heranziehung von untauglichen Leuten möglich fei. Diese Behauptung ist bereits als unrichtig zurückgewiesen worden. Jetzt führt auch ein Artikel des Reichsanzeigers den genauen Nachweis, daß die Voraussetzungen, von denen bei dem Einwand ausgegangen wurde, haltlos sind. Der Artikel des amtlichen Blattes kommt zu folgendem Schluß:Die durch die Militär­vorlage bedingte Erhöhung der Rekrutenquote

Die Tochter des Meeres.

Roman von U. Nieolo.

(Fortsetzung.)

Abgesehen von dem nassen Kleide und dem verwirrten Haar hätte man nicht ahnen können, daß die junge Trösterin in fast ebenso großer Gefahr geschwebt hatte, wie die Kranke. Und als Granville Digby sie endlich sehen durfte, zog die Fremde ihn vielleicht mehr an als seine eigene Schwester.

Trissa, kannst Du mir verzeihen, daß ich Dich verließ?" sagte der junge Mann, indem er sich dem Stuhle näherte, in welchem die Angeredete zurückgelehnt lag, sich zu ihr niederbog und sie auf die weiche Wange küßte.

Ja," erwiderte sie ziemlich kühl,wenn Mama Dir verzeihen kann, will auch ich Dir vergeben. Aber, bitte, laß uns jetzt nach Hause gehen. Ich muß ruhen . . . muß mich zu Bette legen."

Und diese junge Dame wird uns begleiten?" sprach Granville mit einem schüchternen Blick auf Cora.Hast Du ihr gedankt, wie sie es verdient, Trissa?"

Ich kann Sie nicht begleiten," erwiderte Cora Tafd).Ich muß jetzt nach Hause gehen, sonst habe ich Unannehmlichkeiten."

Nein! Das werden Sie nicht!" antwortete

wird eine Herabminderung der Ansprüche an die Tauglichkeit zum Friedensdienst nicht zur Folge haben, sie hat nur die Herabsetzung des Minimal­maßes von 1,57 auf 1,54 zur Voraussetzung. Sie wird dessen ist man gewiß - - ohne Ge­fährdung der dienstlichen Leistungen im allge­meinen, wie der Gesundheit des einzelnen Mannes Deckung finden nur aus solchen Militärpflichtigen, welche schon nach den jetzigen Be­stimmungen vom Minimalmaß abgesehen ihre Einstellung in den activen Friedensdienst zu gewärtigen h a t t e n."

Das preußischeAbgeordneten Haus genehmigte am Montag den Etat der Bauver­waltung, worauf Vertagung bis zum Donnerstag eintrat.

Der Entwurf einesReich sseuchenge- setzes" ist dem Bundesrathe nunmehr zuge­gangen. Das Gesetz zerfällt in sechs Abschnitte mit 46 Paragraphen. Der erste Abschnitt betrifft die Anzeigepflicht, der zweite Abschnitt bezieht sich auf die Ermittelung der Krankheit, der dritte Ab­schnitt handelt von den zu ergreifenden Schutz­maßregeln, der vierte Abschnitt beschäftigt sich mit der Entschädigungsfrage, der fünfte Abschnitt enthält allgemeine Vorschriften und der letzte Ab­schnitt umfaßt die Strafbestimmungen. Was die Organisation und Zuständigkeit der Ausführungs­Behörden, die Bestreitung der Kosten, das in Streitfällen über die Zweckmäßigkeit der ange­ordneten Maßnahmen einzuschlagende Verfahren u. s. w. anbelangt, so soll die Regelung dieser Fragen den Landesgesetzgebungen überlassen bleiben.

[Hinterlegung von WerthpmpierenZ Dem Bundesrath ist ein Gesetzentwurf zugegangen, der sich auf die schweren Mißstände bezieht, die

Granville entschieden.Mein Onkel hat schon I Alles für Sie besorgt. Die Kinder sind nach I Hause geschickt worden und der Bote wird schon dafür Sorge tragen, daß Sie kein Tadel trifft. Liebe Trissa, fühlst Du Dich wohl genug, um jetzt nach Hause zu kommen?" wandte er sich zu seiner Schwester, die eben versuchte, sich von dem Stuhle zu erheben.

Ja, ja . . . bringe mich gleich nach Hause," lautete die klägliche Antwort.

Und langsam, von ihrem Bruder und einigen Fischern unterstützt, ging Trissa Digby auf den Wagen zu, der auf sie wartete.

Cora folgte ihr, und nach kurzem Aufenthalt fuhren sie nach Park Crescent, der Wohnung von Frau Digby, der verwittweten Mutter der Beiden, die auf so seltsame Weise mit Cora bekannt wurden.

XXXV.

In dem Häuschen am Meere hatte sich nur wenig verändert, seit Cora die Heimath ihrer Kindheit verlassen hatte. Frau Falkner bewahrte ihre matronenhafte Ruhe und ihre gewohnte Lebensweise, obwohl ihre Züge vielleicht weniger heiter waren, und sie mürrischer und gereizter schien als in den Tagen, wo sie vermittelnd zwischen der leidenschaftlicheren Cora und bereit

vor Jahr und Tag bei Bankerotten von Bank­geschäften zu Tage getreten waren. Als Zweck des Entwurfs wird bezeichnet die Abstellung der auf dem Gebiete des Depotwesens hervorgetretenen Mängel und die Ergänzung der bestehenden Rechts­vorschriften zur größeren Sicherheit des Publikums gegen Verluste deponirter Werthpapiere. Der Entwurf beschränkt sich dabei nicht auf Bankiers, sondern umfaßt auch die übrigen Kaufleute, weil auch außerhalb des Bankbetriebes im kaufmänni­schen Verkehr Depotgeschäfte vorkommen können und vorkommen. Der Entwurf bestimmt im Wesentlichen: Ein Kaufmann, welchem im Be­triebe seines Handelsgewerbes Aktien, Kuxe, Jn- terimsscheine, auf den Inhaber lautende oder durch. Jndossement übergebene Schuldverschrei­bungen, oder andere Welthpapiere, mit Ausnahme von Banknoten, unverschlossen zur Ueberwachung oder als Pfand übergeben sind, ist verpflichtet: 1. Solche Werthpapiere unter äußerlich erkenn­barer Bezeichnung jedes Hinterlegers oder Ver- pfänders gesondert von seinen eigenen Beständen und denen Dritter aufzubewahren, 2. ein Handels­buch zu führen, in welches die Werthpapiere jedes Hinterlegers oder Verpfänders nach Gattung, Nennwerth, Nummern oder sonstigen Unterschei­dungsmerkmalen der Stücke einzutragen sind. Der Eintragung steht das Beziehen auf Verzeich­nisse gleich, welche neben dem Handelsbuche ge­führt werden. Die Eintragung kaun unterbleiben, insoweit die Werthpapiere zurückgegeben sind, bevor die Eintragung in ordnungsmäßigem Ge­schäftsgang erfolgen konnte. Das Recht und die Pflicht des Verwahrers oder Pfandgläubigers, im Interesse des Hinterlegers oder Verpfänders Ver­waltungshandlungen vorzunehmen, wird durch die Bestimmung unter 1. nicht berührt.

Prinz Friedrich August von Sachsen

vorsichtigeren, aber weniger großmüthigen Nichte stand. Adele ging ruhelos und erbittert ihren Pflichten nach, indem sie jeden Morgen von neuem aus die Rückkehr ihres Vetters Rupert hoffte und jeden Abend bitter enttäuscht über seine lange Abwesenheit war.

Mein liebes Kind, Du wirft all Deine Schönheit verlieren, wenn Du Dich in dieser Weise sorgst und abhärmst," stellte Frau Falkner ihr eines Abends vor, als sie die Fensterläden vor dem kalten Winde und dem trüben Himmel schloffen, und sich dann dem Feuer zuwandten, das munter im Kamin flackerte.

Und warum sollte ich mich nicht härmen?" sagte Adele gereizt.Ist es nicht zum krank ärgern, in dieser Weise behandelt zu werden? Tante, als das räthselhafte Mädchen uns ver­ließ, sagtest Du nun würde Rupert seinen Pflichten gegen mich sicherlich nachkommen; nun siehst Du das Ende davon. Seitdem sie von uns fort ist, wandert er fast unaufhörlich herum, und ich glaube fast, daß er die ganzen langen Wochen hindurch nach ihr sucht. Ich wünschte, Du hättest sie gar nicht fortgelassen, denn so lange sie hier war, wußte ich doch wenigstens was norgiitg, und Du konntest über ihn wachen. Jetzt ist sie vielleicht mit ihm auf und davon gegangen, ohne daß Du etwas dagegen thun kannst.