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Hersfeliitl IrtisMatt
Mit wöchentlicher Gratis-Veilage „Jllustrirtes Sonntagsblatt".
Dr. 13.
Dienstag den 31. Januar
1893.
jfawinrt-Jiiisuta
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Amtliches.
Bekanntmachung, betreffend die Anbringung der Vorrathszeichen auf Handfeuerwaffen.
Nach der Kaiserlichen Verordnung vom 20. December 1892 (Reichs-Gesetzblatt S. 1055) tritt das Gesetz, betreffend die Prüfung der Läufe und Verschlüsse der Handfeuerwaffen, vom 19. Mai 1891 (Reichs-Gesetzblatt S. 109) zum 1. April 1893 seinem vollen Umfange nach in Kraft. Nach diesem Zeitpunkt dürfen in Deutschland die der Prüfung und Abstempelung unterliegenden Hand- seuerwaffen ohne die vom Bundesrath vorgeschriebenen Stempel nur dann noch feilgehalten oder in den Verkehr gebracht werden, wenn sie vorher mit dem von bem Bundesrath bestimmten „Vorrathszeichen" versehen sind (§. 5 des Gesetzes). Ueber letzteres trifft Ziffer 22 der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 22. Juni 1892 (Reichs-Gesetzblatt S. 674) nähere Bestimmung.
Die Tochter des Meeres.
Roman von A. Nieolo.
(Fortsetzung.)
„So besiegle ein einziger Kuß dieses Gelübde, Theuerste!" sagte er. „Es ist nur eine Zärtlichkeit, wie man sie einem Sterbenden wohl gewähren darf."
zog sie sanft an sich und drückte mit einer Ehrerbietung, wie er sie einer Fürstin gegenüber gezeigt haben würde, einen Kuß auf ihre Lippen.
Eine Liebkosung in solcher Weise und zu lolcher Stunde konnte Cora nicht bereuen. Es war mehr der Kuß eines Bruders oder eines Icheidenden Freundes als der eines Geliebten.
Jetzt war auch keine Zeit, weiter darüber nach- zudenken.
Doch bevor sie sich von der Stelle gerührt hatten, gab es einen Krach von herabfallenden Steinen, hastige Schritte fchreckte sie aus ihrer Nutze auf und die strengen, barschen Worte drangen an ihr Ohr: „Schurke! Mörder! Wüstung! Habe ich Dich endlich gefunden?"
Rupert Falkner stand vor ihnen, und sein Gesicht sümpfte buchstäblich mit der düstern, drohenden Leidenschaft, die jeder feiner Züge ausdrückte.
Cora verlor jedoch ihre Geistesgegenwart nicht. Hastig trat sie einen Schritt vor und zwischen die beiden jungen Männer, die einander voll
Zur Ausführung des §. 5 des bezeichneten Gesetzes wird nunmehr Folgendes bestimmt:
1. 2c. rc.
2. Die Anbringung des Vorrathszeichens erfolgt auf Antrag der Einsender frei von Gebühren und Kosten. Die letzteren fallen gemäß §. 5 des Gesetzes der mit der Anbringung des Vorrathszeichens beauftragten Behörde zur Last. Jedoch verbleiben dem Antragsteller die Ausgaben für Fracht und Porto, sowie sonstige Ausgaben für den Transport, einschließlich des Verpackungsmaterials. Die Versendung erfolgt auf die Gefahr des Antragstellers; für die Rücksendung hat die zur Anbringung des Vorrathszeichens zuständige Behörde Sorge zu tragen.
3. Der Stempel für das Vorrathszeichen muß von der zu dessen Anbringung bestimmten Behörde gegen Entrichtung des Kostenbetrages aus der Königlichen Gewehrfabrik in Spandau bezogen und nach dem 1. April 1893 vernichtet werden. Die Verwendung mderer Stempel ist unstatthaft.
4. Für das Verfahren sind die Vorschriften der Ziffern 20 und 22 der Bekanntmachung vom 22sten Juni 1892 (Reichs-Gesetzblatt S. 674) maßgebend. Das Aufschlagen des Vorrathszeichens muß durch Sachverständige erfolgen; in Garnisonorten werden hierzu auf Antrag die Büchsenmacher der Truppen gegen eine Vergütung von je 0,50 Mk. für die Stunde zur Verfügung gestellt werden, soweit dies ohne Beeinträchtigung ihres Dienstes geschehen kann.
Ueber die gestempelten Waffen ist eine Tagesliste zu führen, in welche die ersteren nach Nummer und Herkunftsort unter Angabe des Einsenders einzutragen sind. Die Liste ist zu verwahren. Die Waffen sind pfleglich zu behandeln.
5. Ueber Beschwerden entscheidet die der be
I Haß und Eifersucht und mit Blicken ansahen, ! die beredter waren als alle Worte
„Rupert, Sie sind von SinneN . . . sind ungerecht sowohl gegen mich wie gegen Lord Belsort. Er ist frei von der Schuld, die Sie ihm bei- messeu."
„Wagen Sie, gegen den Beweis meiner eigenen ■ Ailgen zu reden?" entgegnete Rupert bitter. ; „Wagen Sie zu leugnen, daß er Sie soeben ■ küßte, wie ein ehrenwerther Mann nur seine Frau oder seine Verlobte küßt? Cora, Sie sprechen die Unwahrheit und Sie wissen es."
I „Ich rede die Wahrheit, Rupert . . . Gott ist mein Zeuge!" sagte sie fest. „Wenn Sie nicht für jedes gute, edle Gefühl, für Alles, was ich einst an Ihnen so hoch schätzte, unempfäng- | lich geworden wären, würde Ihre Ungerechtigkeit, ; Ihre Grausamkeit . . ."
„Und Sie wollen mich glauben machen, daß dieser Mann Sie nicht liebt, daß er sich Ihre schwache, eitle Thorheit nicht zu Nutze gemacht : hat, sich zu retten?" unterbrach sie der junge Mann, wüthend vor Zorn und Leidenschaft.
Jetzt trat Lord Belsort rasch hinzu, obwohl ' seine Lippen vor Schmerz zitterten, den sein verletzter Fuß ihm bei jeder Bewegung verursachte.
„Ich kenne Sie zwar nicht, noch weiß ich, ■ welches Recht Sie haben, zwischen Miß Cora 1 und mich zu treten," sprach er mit der Miene schuldloser Würde, „aber ich habe, wo es sie
auftragten Stelle unmittelbar Vorgesetzte Dienstbehörde endgültig.
Berlin am 4. Januar 1893.
Der Minister des Der Minister für Handel und Innern. Gewerbe.
Graf zu Eulenburg. Frhr. v. Berlepfch.
Die in Nr. 20 des Amtsblattes vom 30. April 1892 S. 109 unter dem 22. April 1892 erlassene Polizei-Verordnung*) zur Ausführung des Feld- und Forst-Polizei-Gesetzes vom 1. April 1880 enthält im §. 25 Abs. 2 in sofern einen Druckfehler, als statt: „W e r die bestimmte Frist versäumt rc." — „Wir d die bestimmte Frist versäumt rc." — zu setzen ist.
Cassel am 21. Januar 1893.
Der Regierungs-Präsident. I. V.: v. Pawel.
*) Abgkdruckt im Krnstlatt Nr. 57.
Hersfeld, den 28. Januar 1893.
Die 2te Schulstelle zu Friedlos, deren compe- tenzmäßiges Einkommen neben freier Wohnung einschließlich der Feuerungsvergütung 930 Mark beträgt, wird zufolge Versetzung des seitherigen Inhabers vom 1. Februar d. Js. ab vacant.
Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungsgesuche nebst den nöthigen Sitten- und Befähigungszeugnissen innerhalb 14 Tagen bei dem Königlichen Lokalschulinspektor, Herrn Pfarrer Ackermann in Mecklar, oder dem unterzeichneten Landrath einreichen.
Der Königliche Schulvorstand von Friedlos.
Freiherr von Schleinitz,
I. 420. Landrath.
betrifft, keine Geheimnisse, und ich bekenne offen und voll Stolz meine Liebe und Dankbarkeit gegen sie, ja und auch meine Hochachtung vor ihr, welche die Ihrige bei Weitem zu übertreffen scheint."
„Das sagen Sie mir in's Gesicht! Sie wagen, mir das zu gestehen, nach dem was dieses Mädchen gesagt hat," rief Rupert aus, doch schon mit etwas weniger zornigem Ton und Blick.
„Ja," versetzte Belsort ruhig, „denn ich bin nicht so glücklich, sicher zu sein, daß Miß Cora mehr für mich empfindet als ein freundliches Mitleid, obgleich sie sich in so edler Weise meiner Rettung geopfert hat. Unmöglich kennen Sie sie auch nur im Geringsten, wenn Sie wagen, solche Beschuldigungen auf sie zu fchleudern; und wenn ich auf gleichen Fuß mit Ihnen stünde, würde ich wissen, wie ich dieselbe an Ihnen strafte."
„So ziehen Sie Vortheil aus Ihrem Titel und meiner niedrigen gesellschaftlichen Stellung?" entgegnete Rupert düster.
Lord Belfort lachte.
Wenn Sie nicht blind sind, müssen Sie sehen, daß ich, sowohl durch mein Unglück als meine klägliche Lage, Ihnen nur als Opfer Ihrer Barmherzigkeit gegenüber treten könnte," versetzte er mit einem Blick auf seinen kranken Fuß, „und ich sage Ihnen offen, ich hätte kein Wort von Ihnen mit angehört, das Sie wagten, an dieses edle Mädchen zu richten, wenn ich nicht machtlos