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V E Neßler (Seite5). Der berühmte Kom- ponist deS „Der Rattenfänger von Hameln" und des „Der Trompeter von ©affingen", wurde, ein Sohn des elsasser Pfarrers in Kaldershausen, am 28. Januar 1841 geboren und sollte in Straß- burg Theologie studieren; das that er denn auch, aber im Geheimen wurde Musik getrieben, die ihn sich nun einmal zu ihrem Jünger auserkoren hatte Im Jahre 1864 wurde auf dem Straßburger Stadtthra- tcr ein Erstlingswerk Neßlers, die Oper „Fleu- rette' «Erste Liebe Heinrichs IV.), aufgeführt und mit glänzendem Erfolg ausgenommen. Das war der Wendepunkt im Leben des reichbegabten Komponisten. Sein Vater gestattete Hinfür seinem Sohne, sich weiter in der Musik auszubilden und sich ganz ihrem Dienste zu widmen. Aber nicht die schimmernde Lutetia, in welcher damals Offenbach das Musikscepter auf seinem
Opcrettenthrone schwang, lockte den jungen Musiker, sondern die deutsche Musik. In Leipzig vollendete Neßler unter Leitung bewährter Lehrer seine Studien und übernahm dann die Leitung einiger Männerge- fangoereine. Im Jahre 1871 wurde er Musik- und Chordirektor am
Der gute Mann.
Keltere Frau: „Also sind Sie mit Ihrem Gatten zufrieden?"
Junge Frau: „Außerordentlich, er überhäult mich mit Beweisen seiner Liebe. Gestern noch vor meiner Abreise hat er mich in die Lebensversicherung eingelauft"
Keltere Frau: „Hm, hm!"
Leipziger Stadttheater. Ein eigenes Heim grün- bete sich Neßler im Jahre 1872. Frau Marguerite Julie Neßler entstammt einer elsässischen Patrizierfamilie. Inzwischen wurde Neßler als Komponist zahlreicher Lieder und Kantaten für Männergesang bekannt und beliebt Einige einaktige Opern, die am Leipziger Stadtheater aufgeführt wurden, hatten keinen großen Erfolg. Besser erging es der Zauberoper „Dornröschens Brant- fahrt" und der großen Oper „Jrmingard". Im Jahre 1879 erschien aus der Leipziger Bühne „Der Rattenfän ier von Hameln", eine Oper, welche bald den Namen ihres Schöpfers zu einem der Gefeiertsten machte. Es ist in der That ein Zauber der Melodie, welcher uns im „Rattenfänger" bestrickt und stellenweise an Weber mahnt! Die Musik ist weich und gemütvoll, aber keineswegs sentimental; an geeigneter Stelle tritt sie markig und wuchtig aus. Das zweite bedeutende Werk ist die vieraktige Oper: „Der wilde Jäger", welche indessen einen so durchschlagenden Erfolg wie der „Rattenfänger" nicht hatte. Neuerdings aber erschien auf den Brettern wieder eine Lieblingsgestalt des deutschen Volkes: „Der Trompeter von Säkkingen", eine melodiöse Oper, welche von neuem das liebenswürdige reibe Talent Neßlers bekundet. Die Volkstümlichkeit im edelsten Sinne, welche sich vornehmlich in der Musik zWN „Rattenfänger" so vollkommen ausprägt, ist der eigentliche Grundton, der Neßlers ganzes künstlerisches Schaffen durchdnngt.
Windakkumulator. Im „Scientific American“ wird der Vorschlag gemacht, die große Kraft des Windes, die jetzt unbenutzt verloren geht, in Form von komprimierter Luft aufzubewahren und so als stete Kraftquelle zu benutzen. Es wird darauf
hingewiesen daß auf einen Flächenraum von vierzig zu hundertfünfzig es vollkommen möglich ist, zweiunddreißig Windräder, jedes von zwölf Fuß Höhe und acht Fuß Durchmesser derart auf- zustellen, daß jedes vollen Wind erhalten kann, von welcher Seite er auch wehen möge. Die Räder müßten auf senkrechten Achsen ruhen oder auch wagerecht mit feststehendem Schaft. Sie bedürften weder einer Bedienung noch einer Bremse, und könnten mit der größten Geschwindigkeit sich drehen oder still stehen; die rasche Bewegung könnte keinen Schaden bringen, sondern nur die Arbeilsverrichtung vermehren. Jedes Windrad müßte eine Luftpumpe, die seiner Kraft entspricht, treiben, und jeder Druck auf den Kolben würde
Ueberboten.
Gast: „Sagen Sie einmal, es zieht ja hier so, ist denn hier etwas auf?"
Kellner: „Allerdings eine feit einer Stunde leere Bierflasche."
Bast: „Au, so einen faulen Witz zu machen. — Das wäre ja dann der reine Flaschenzug, den Sie doch eigentlich verursachen."
die vorhandene Luftmenge in ein bereit zu haltendes Gefäß befördern. Auf diese Weise würde das Reservoir ein Vorratsniagazin komprimierter Lust, das nach Maß seine Thatkraft abgeben könnte.
Die vorstehenden Buchstaben sind in der gleichen Form so zu ordnen, daß die drei senkrechten und wagerechten Reihen gleiche Wörter ergeben. Die drei Wörter bezeichnen: 1) eine Göttin, 2) ein Bauwerk der alten Zeit, 3) eine biblische Stadt.
Arebswort-Rätsel.
Wehe, wer daran sich stößt, Wenn ein Teil vielleicht entblößt; Kann es schars und spitz doch sein, Hart, von Holz und auch von Stein; Doch dasselbe stets ersprießt, Ob man's vor- ob rückwärts lieft
Zahlen-Buchstaben-Rätsel.
8 9 7 5 11 5 ein Feuerwerkskörper, 11 8 2 5 4 11 eine österreichische Stadt, 3 9 1 9 6 ein biblischer Name, 9 4 11 5 8 eine Herbstblume, 24915339 ein weiblicher Name, 26 11 5889756 ein Ort der Schweiz,
11 10 8 11 5 3 11 9 10 1 5 ein Vogel, 10 4 1 5 7 5 6 ein Bolksstamm in Turkestan, 123456789 10 11 eine Giftpflanze.
(Auflösungen folgen in nächster Nummer).
Auflösungen aus voriger Nummer:
der zweisilbigen Scharade: Schwarzwald; des Rätsel?: die Vorsilbe,,An"; des Krebswort-Buchstabenrätsels: Revolver.
Die patriotischen Kühe. ES war im Jahre 1808, als das in Bremen in Garnison stehende holländische Infanterie-Regiment, dessen Kommandant ein junger feuriger Franzose war, von der Stadtbehörde einen großen Exerzierplatz verlangte. Oberst V. war mit dem dazu angewiesenen Platze nicht zufrieden, sondern verlangte zu diesem Zweck die große Bürgerviehweide. Man verweigerte indessen den Gebrauch dieser Weide aus dem Grunde, weil dieselbe Eigentum der Bürger sei, deren Milchkühe beim melken ic. durch die übenden Truppen gestört würden. Der eiserne Wille des Franzosen kehrte sich aber nicht an diese Vorstellung und auf Befehl des Obersten sollte das Regiment am andern Morgen ausrücken. Der Befehl wurde vollzogen, eS war ein nebliger Oktobermorgen; nachdem die Sappcure die Umfriedung mit ihren Aexten niedergehauen hatten, marschierte das Regimentmit klingendem Spiel, den Obersten hoch zu Roß an der Spitze, auf die Viehweide. Doch wie oft im Leben der Feind sich dort am ersten zeigt, wo man denselben am wenigsten vermutet, so auch hier. Vom starken Nebel verdeckt, standen Bremens Kühe in gewohnter Ordnung scharenweise versammlt, um gemolken zu werden, als mit ein einmal das Geräusch der Waffen und die ungewohnte Janit- scharcnmusik sämtliche Milchkühe, mit ihrem Stier an der Spitze, in Aufruhr brächte,. Da half kein Kommando, kein Rufen, kein Schelten des Obersten, brüllend, mit aufgehobenen Schweifen, durchbrach das Rindvieh die Kolonnen. In wilde Flucht wurde das ganze
Regiment im eigentlichen Sinn von dem gehörnten Feinde versprengt und von der Weide zurückgedrängt. Das Volk jubelte: „Dat hät unse Bulle mit stur Köhe dohn!" Bremens Kühe hatten einen vollständigen unblutigen Sieg erfochten und dem jungen Obersten die Lehre gegeben, zuerst, wenn man einen Exerzierplatz wählt, die Oertlichkeit untersuchen zu lassen.
Nuch die Götter mögen den Knoblauch nicht. Der Widerwille gegen den Genuß von Knoblauch, ja selbst auch nur gegen den Geruch desselben,, welcher den Jndogermaneu, ganz im Gegensatz zu den Semiten, eigen ist — ist ein uralter, den schon die alten Griechen hatten. Wie Diogenes Laertius erzählt, war es bei den Griechen, all' denjenigen, die Knoblauch gegessen, streng verboten, den Tempel der Mutter der Götter zu betreten. Der Philosoph Stilpo von Megara kehrte sich jedoch nicht an das Verbot und ging, nachdem er wacker dem Knoblauch zugesprochen, in den Tempel und schlief daselbst ein. Da erschien ihm die Göttin im Traume und sagte zu ihm: „Stilpo, Du als Philosoph wagst es, meinen Tempel zu betreten und ihn durch den Geruch des Knoblauchs zu entweihen!" und es schien ihm, als erwiderte er ihr: „Gieb mir etwas Besseres, so verspreche ich Dir, den Knoblauch nicht mehr anzurühren."
Buchstaben-Rätsel.
Soll es mit St Dein Leben ,
Erfüllen und erheben,
Such'» nicht zu viel mit G, Vermeid' es streng mit D.
(Auflösung folgt in nächster Nummer).
Nachdruck aus dem Inhalt d. Bl. verboten. ________________Gesetz vom 11./VL 70,________________
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