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Htrslel-er Kreisblatt.

Mit wöchentlicher Kratts-Beilage ^Illnstrirtes Mut«rüaltnugs8latt^.

Nr. 134. Somabeud den 12. November 1892.

Königliche Regierung.

Gaffel, den 27. Oktober 1892.

Nach §. 52 des Gewerbestellergesetzes vom 24. Juni 1891 muß derjenige, welcher den Betrieb eines stehenden Gewerbes aufäugt, der Gemeinde' behörde des Ortes, wo solches geschieht, vorher oder gleichzeitig Anzeige davon machen, und sind weiter nach §. 53 a. a. O. die Gemeinde-(GutS-) Vorstände verpflichtet, von allen bet ihnen ein» gehenden Gewerbeanmeldungen der ihnen bezeich­neten- VeranlagungSstelle Mittheilung zu machen.

Unter Bezugnahme hierauf ordnen wir an, daß diese Mittheilungen seitens der Gemeinde-(GutS-) Vorstände innerhalb einer Frist von zwei Wochen bei großen, gewerbreichen Gemeinden, und innerhalb eines Monats bei klei­neren Gemeinden an den Vorsitzenden des Steuer- auSschuffes der Gewerbesteuerklaffe IV. des Ver- anlagungSbezirk«, zu welchem die Gemeinde (der GutSbezirk) gehört, zu erfolgen haben und zwar durch Übersendung einer vollständigen, vom Gemeinde-(Guts-) Vorstände be. glaub igte« Abschrift der in daS Ver- zeichuiß der Gewerbeaumelduugen bewirkten Ein- traguugenunter Beifügung der Beläge, sowie der im Art. 26 Nr. 5 Abs. 4 der Ausfüh. rungS-Anweisung vom 10. April 1892 vorge- schriebenen besonderen Auszüge und gut­achtlich en Aeußerungen.

Abtheilung für direkte Steuern, Domainen und Forsten: (gez.) S ch o e n i a u.

0. I. Nr. 8168.

* * *

HerSfeld, den 9. November 1892.

Vorstehender wird den Herren Bürgermeistern

(Nachdruck verboten.) | Die Tochter des Meeres.

Roman von A. Nicolo.

(Fortsetzung.)

Nein! sagte der junge Fremde in liebens­würdigem Tone, der so gut zu seinem ganzen Aeußeru paßte.Ich kann nicht an ihre Ver­zeihung glauben, wenn Sie mich so verlassen, während unsere Vorstellung erst halb beendet ist. Wollen Sie mich nicht mit dem Namen der Dame beehren, die als Freundin meiner Cousine, wie ich hoffe, auch bald die meine werden wird?"

Während er sprach, stellte er sich so, daß Cora ihren Platz nicht verlassen konnte, ohne daß er beiseite trat.

«Mein Name ist rasch gesagt," versetzte sie stolz. »Ich heiße Cora vom Meere und bin nur einfache Thetluehwertn an Miß Netta'S Studien. Wollen Sie jetzt die Güte haben, mich vorbei zu lassen, Mylord?"

Er blieb einen Augenblick wie unschlüssig sieben.

Er war jung und für äußere Eindrücke empfäng­lich, aber durch seine Bildung und Stellung mit dem Lauf der Welt vertrauter als Mancher, der zehn Jahre älter ist. Hübsch, von vornehmer Abstammung, und der Sohn einer verwittweten und tu ihn geradezu vernarrten Mutter, war er rasch aus der Kuabenzeit zu den Gefühlen und Erfahrungen früher Männlichkeit übergegangen.

und Gutsvorstehern zur Beachtung mitgetheilt.

Der Vorsitzende derEinkommensteuer-Beranlagungs-Kommission.

Freiherr von Schletuttz,

III. 88. Laudrath.

Hersfeld, den 2. November 1892.

Die Mitglieder des KreisvereinS zur Pflege im Felde verwundeter und erkraukter Krieger werden hierdurch auf Sonnabend den 19, d. Mts. Nachmittags 4 U h r in das Sitzungszimmer des Landraths- amts dahier zu einer Generalversammlung ein« geladen.

Auf der Tagesordnung steht:

1. RechnungSablage.

2. Wahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Apothekers Dr. Müller.

3. Beschlußfassung über die Verwendung der Vereiusmittel und die Thätigkeit des VereinS i« Falle einer Mobilmachung.

Etwaige Anträge, die allgemeinen Angelegen­heiten des VereinS betreffend, müssen spätestens Tags zuvor bei dem Vorsitzenden schriftlich ein- gereicht werden.

Der Vorsitzende

Freiherr von S ch l e t a i tz.

Gaffel, den 5. November 1892.

Der dem diesseitigen BezirkSverbande auf Grund des Preuß. Gesetzes vom ^^ zur Zwangserziehung überwiesene und von wir bei dem Schneidermeister Eduard JlkenbauS zu Allendorf a./W. in Lehre untergebrachte Gottlieb Sänger aus Heringen ist am 30. v. Mts. aus seiner Lehrstelle durchgebranut.

Königliches Landrathsomt ersuche ich ganz er- gebenst, nach dem Zögling umgehend Nachfor­schungen gefälligst anstellen, im BetretungSfalle

Einen Augenblick, Miß Cora !" sagte er mit | größerer Ehrerbietung als er bisher gezeiat hatte, | in leisem bescheidenem Ton, der den Verdacht und das Mißtrauen entwaffnete.Ich kann Sie nicht mit dem kalten, stolzen Blick vorwurfsvoller Entrüstung über meine unfreiwillige Unehrer- bietung geben lassen. Ich bin nämlich soeben von einer längeren Reise zurückgekehrt und eilte herbei, um den Verwandten, die ich nächst meiner Mutter am meisten schätze, meine Aufwartung zu machen. Und Netta und ich sind in früheren Zeiten außerordentlich gute Freunde gewesen, so daß ich nach alter Weise den bekannten Weg nach diesem Zimmer nahm, und in der Meinung, meine kleine Cousine sei während meiner Abwesenheit so gewachsen, in der Dunkelheit thöricht genug war, Sie für meine Cousine zu halten ... ein Fehler, den ich allerdings noch nicht bereuen kann. Wollen Sie mich nun mit einer etwas freundlichern Verzeihung verlassen als jene war, die Sie mir soeben gewährten?"

Ja! Ja! ES ist ja nichts zu verzeihen!" antwortete sie hastig.Nur, bitte, lassen Sie mich gehen!"

Nicht bis Sie mir die Hand zum Zeichen der Freundschaft gegeben haben," sagte er.Nun es ist weder Nichtachtung noch eitle Thorheit," fuhr er fort, als sie zurückwich. Ich möchte mir nur den Vorwurf ersparen, daß Sie mir nicht zu- muthen, ich könnte eine Dame besonders eine Dame wie Sie beleidigen."

ihn festnehmen und durch eine geeignete Civil- Person, welcher ich neben den baaren AuS- lagen für Eisenbahnfahrt ein Tagegeld von 3 Mark und bei nöthig werdender Ueberuachtung ein solches von 4 Mark gewähren werde, in seine bisherige Lehrstelle zurückführen lassen zu wollen.

Vom Geschehenen bezw. dem Ergebniß der Nachforschungen bitte ich mich hiernächst gefälligst zu benachrichtigen. Der LandeS-Direktor.

An Königliches Laudrathsamt zu HerSfeld. Jr. II. Nr. 5518.

* * *

HerSfeld, den 9. November 1892.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gendarmerie des Kreises zur Recherchi- rung nach dem rc. Sänger mitgetheilt.

Im BetretungSfalle ist derselbe festzunehmen und in seine Lehrstelle zurückführen zu lassen.

Vom Geschehene« ist mir alSdauu sofort Anzeige zu erstatten.

I. 7691. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schletuttz.

Die 2te Schulftellt zu Friedewald wird in Folge Penfionirung des seitherigen Inhabers mit dem 1. Dezember d. JS. vakaut.

Bewerber um dieselbe wollen ihre MelduugS« gesuche nebst den erforderlichen Zeugnisse« inner­halb 14 Tagen an den unterzeichneten Landrath oder den Königlichen Lokalschulinspektor Herrn Pfarrer Bötte in Friedewald einreichen.

Hersfeld, den 10. November 1892.

Der Königliche Schulvorstand von Friedewald.

Namens desselben:

Freiherr von Schletuttz,

I. 7707. Landrath.

Linie und Landwehr.

DaS Militärwocheublatt behandelte kürzlich in Wendungen, die vielfach Anstoß erregten, die be«

Cora wich noch immer von der dargeboteue« Hand zurück, aber seine Stimme wie seine ganze Art und Weise waren so tadellos respektvoll, und sie sehnte sich so angstvollschüchtern darnach, auS dem Zimmer zu kommen, daß sie hastig ihre kleine Hand in die seine legte.

Er hielt sie einen kurzen Augenblick in seinen beiden. Dann, wie von einem unwiderstehliche« Impuls getrieben, führte er sie an seine Lippen.

Die Berührung war leicht, kaum merklich.

Aber in demselben Augenblick, in dem Cora ihre Hand ihm entzog, wurde die Thür plötzlich und fast geräuschlos geöffnet, und Netta, wie es schien vor Zorn und Verwunderung starr, be­trachtete mit blitzenden Augen die vor ihr Steheuden.

Ernst, bist Du wieder da? . . . Warum der« birgst Du Dich . .." kam eS fast uugestüm von ihren Lippen.

VI.

Einige Augenblicke laug herrschte tiefes, Pein- liches Schweigen.

Cora halte sich stolz aufgertchtet, den Kopf herausfordernd vorgebeugt.

Lord Belfort fand nach dem ersten plötzlichen Schrecken rasch seine gewöhnliche Ruhe wieder.

Ich mich verbergen," rief er lachend.Ge­liebte Netta, das ist eine böse Beschuldigung I Der frühe Morgen zog mich an diesen Ort, wo