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Hersskl-kr Kreisdlitt.
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Nr. 126. Dicusta, den 25. Oktober ix"
DNMnk-IMUg.
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Amtliches.
HerSfeld, den 21, Oktober 1892.
Mit Rücksicht auf die Höbe der vorhandenen ReservtfondS wird für daS Jahr 1893 von der Erhebung jeglicher Biehseuchen-Abgabe abgesehen.
Da gleichwohl eine Zählung des Viehbestandes am 2. bezw. 3. November d. I 8. zu statistischen rc. Zwecken erforderlich erscheint, ist dieselbe seitens der Herren OrtSvorstäude des Kreises vornehmen zu lasten und mir b i 8 zum 20. N o» vember d. I S. berichtltch auzuzeiaeu
a. wieviel Stück Pferde und Fohlen
b. „ „ Rindvieh
bei der Zählung ermittelt worden sind.
I. I. 7353, Der Königliche Laudrath
Freiherr von Schleinitz.
Caffel, den 13. Oktober 1892.
AuS den auf meine Verfügung vom 8. Juli d. I. A. II. 6222, betreffend die Einfuhr amerikanischen Schweinefleisches eingegangenen Berichten habe ich ersehen, daß nicht alle Polizeibehörden von Kaufleuten, Kleinhändlern ic., welche amerikanischen Speck und Schinken zum Verkauf führen, einen Nachweis, daß die Waaren von
(Nachdruck verboten.)
Die Tochter des Meeres.
Roman von A. Nicolo.
I.
»Der Dampfer nach London geht wohl erst gegen Mitternacht ab?* fragte in Bremen ein Eugländer von ungefähr vierzig Jahren.
»Ja, mein Herr," entgegnete ein Kellner deS Hotels, an den die Frage gerichtet war.
U*®nt! Ich werde bei Zeiten zurückkehren, um vor meiner Abreise noch etwas zu Abend zu essen zu können. DaS Gepäck ist fertig und kann sofort nach dem Schiff gebracht werden."
Der Engländer war ein großer schlanker Mann, von seinen Manieren, mit edlen GesichtSzügen und dichtem, dunkelbraunem Haar.
Wie er so sorglos aus dem Hotel daS Ufer der Weser entlang ging, lag in seinem festen Schritt etwas Militärisches. Er schien auf kein bestimmtes Ziel loSzugehen, sondern sich nur ein wenig die Umgebung von Bremen ansehen zu wollen. Vielleicht wollte er sich auch nur die Zeit vertreiben und die Gedanken verscheuchen, die seine edlen Züge etwas umdüsterten und seine Aufmerksamkeit von den ihn umgebenden Gegenständen ableukten, denn auf seinem scheinbar glücklichem Leben lag ein Schatten, und er war eine zu lebhafte, feurige Natur, um die ihm auf- erlegten Prüfungen in Ruhe und Geduld ertragen zu können.
einem amtlichen Fleischbeschauer innerhalb deS deutschen Reiches auf Trichinen untersucht und frei von solchen befunden worden sind, gemäß §. 14 deS Reglements vom 22. August 1879 (A. Bl. S. 404) verlangen.
Ich ersuche deshalb, die Polizeibehörden darauf hinzuweisen, daß den Kaufleuten rc., welche amerikanischen Speck und Schinken führen, dieser Nachweis nach §. 2 Absatz 1 der P.-V. vom 22. August 1879 obliegt, auch die Erfüllung dieser Verpflichtung überwachen zu lassen.
Der RegierungSPräsident. I. V.: v. Pawel. An die Herren Laudräthe deS Bezirks und den Herr» Polizei-Präsidenten hier. A. II. 8060, * . *
Hersfeld, den 21. Oktober 1892.
Wird den OrtSpolizeibehörden zur Beachtung mita-theilt.
I. 7378. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Fnlda, den 22. Oktober 1892.
Der Herr Regierungs-Präsident zu Castel hat zufolge Verfügung vom 19. d. Mts. den auf den 27. d. Mts. in hiesiger Stadt angesetzten Viehmarkt aufgehoben, wovon ich zur gefälligen weiteren Veröffentlichung ergebend Nachricht gebe. Der Königliche Landrath. I. V.: Köhler.
An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld. I. 17161.
* ♦ *
Hersfeld, neu 24. Oktober 1892.
Wird den OrtSpolizeibehörden des Kreises mit der Veranlassung zur Kenntniß gebracht, die Aufhebung des Viehmarktes zu Fulda alsbald in den Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lasten.
I. 7423. Der Königliche Laudrath
Freiherr von Schleinitz.
Zugelaufen: Ein schwarzer Dachshund. Der
Benjamin Faro, wie der Engländer hieß, war schon über eine Stunde weit von der Stadt entfernt, als sich einige dunkle Wolken mit erschreckender Schnelligkeit zusammenzogen und nach wenigen Minuten schwere Regentropfen eiu heftiges Ge- Witter ankündigten, dem der Fremde schutzlos auSgesetzt war.
Er schaute rasch nach einem Zufluchtsort um sich.
Die einzige menschliche Wohnung in Sicht war ein kleines, armseliges Häuschen, ungefähr hundert Schritte vom Hauptwege entfernt.
Auf dieses ging Faro zu.
Auf sein Klopsen öffnete ihm ein Mädchen vou ungefähr fünfzehn Jahren.
»Darf ich näher treten, mein Fräulein? Finde ich hier Schutz vor diesem Unwetter?" fragte er das junge Mädchen, daS einen Moment unschlüssig stehen blieb, bevor eS znr Seite trat und wegen deS Fremden Begehr mit Jemand drinnen sprach.
»Ja, ja, mein Kind!" erscholl eine Stimme aus dem Hause.
Diese Worte genügten, um dem Mädchen jenes Zögern zu nehmen, und im nächsten Augenblick stand Faro in dem saubern Wohnzimmer.
Die darin Anwesenden bestanden aus einer ältern Dame von ungefähr sechzig und einer jüngern von ungefähr zwanzig Jahren.
Faro erklärte der ersten sehr höflich, waS ihn veranlaßt hatte, unter ihrem Dache Schutz zu suchen.
Eigenthümer kann denselben gegen Erstattung der Futterkasten bei dem OrtSvorstand in Allmers- Hausen in Empfang nehmen.
Faktische Nachrichten.
Berlin, 23. Oktober.
Ihre Majestät die Kaiserin beging gestern im Neuen PalaiS ihr G e b u r t S f e st. Um 9 Uhr Vormittags waren die MusikkorpS deS 1. Garde-RegimentS und der Garde-Jäger erschienen, um der Allerhöchsten Frau eine solenne Morgenmusik zu bringen. Schon in früher Morgenstunde hatten Se. Majestät der Kaiser und die kaiserlichen Prinzen persönlich ihre GeburtS- tagSglückwüusche dargebracht. Auch von befreundeten und anverwandten Höfen waren Glückwunsch-Schreiben und Telegramme in großer Zahl etugelaufen. Der eingegangenen Blumen- spenden waren unzählige. — Die Glückwünsche der Mitglieder der königlichen Familie und der hier eingetroffenen höchsten fürstlichen Gäste nahm Ihre Majestät die Kaiserin Nachmittags kurz vor der Taufe entgegen. — Die Damen und Herren der kaiserlichen Umgebung hatten bereits früher die Ehre gehabt, ihre Glückwünsche darbringen zu dürfen. — Die Tauffeier nahm um 5 Uhr ihren Anfang. Die feierliche Handlung ward vom Superintendenten D. Dryander vollzogen. — Die Großherzogin von Baden hielt den Täufling während deS Taufaktes über die Taufe. Nach der Taufhandlung brachten die Allerhöchsten und die Höchsten Herrschaften ihre Glückwünsche dar, worauf Ihre Majestät alSdann im angrenzenden Salon eine Defilirkour der anderen Taufzeugen entgegennahm. Hieran schloß sich eine Galatafel von ca. 250 Gedecken, welche im Marmorsaal des Neuen PalaiS stattfand.
Am heutigen Vormittage begaben sich Ihre Majestäten der Kaiser und die K a i s e r i n
»Sie sind uns willkommen, mein Herr," sagte sie freundlich. »Cora, gieb dem Herrn einen Stuhl," fügte sie zu dem Mädchen gewendet hinzu, während die andere junge Dame an einer feinen Spitze weiter arbeitete, obgleich sie dem Fremden einen forschenden Blick zuwarf.
»Und nimm seinen Hut und Ueberzieher, und hänge sie in der Küche au's Feuer," fuhr die ältere Dame fort, als sie sah, daß der Fremden Kleider sehr durchnäßt waren.
Cora gehorchte, und der Herr ließ eS sich ruhig gefallen, daß sie ihm seinen schweren Ueberrock auszog, und er beobachtete dabei ihre seltene und auffallende Schönheit.
Sie war für gewöhnliche Augen vielleicht weniger anziehend, als für den feinen Scharf- blick eines erfahrenen Kenners weiblicher Reize. Obwohl Cora noch zu jung und unentwickelt war, um die volle Schönheit zu entfalten, so hatte doch ihre schlanke, anmuthige Gestalt schon die mittlere Größe erreicht und versprach, sehr elegant und schön zu werden. Die feinen GesichtSzüge würden sich mehr runden und die großen, braunen Augen alsdann weniger hervortreten, uud daS üppig dunkelbraune Haar würde sich zu jeder Frisur eignen, die Geschmack und Geschicklichkeit ersinnen kann.
»Ich danke, mein Fräulein!" sagte er so höflich, als hätte eine Fürstin ihm geholfen, als Cora ihm seine Sachen abgenommen hatte. »Tausend Dank!"