Einzelbild herunterladen
 

nothleidende Bevölkerung" versehen sein. Gemein­schaftliche Sendungen für Hamburg, Altona und Wandsdeck werden auf Hamburg abgefertigt.

* Hersfeld, 5. Oktober. Die Gartenbesitzer seien daran erinnert, daß es zum Schneiden der Hecken jetzt die beste Zeit ist, da Nachtriebe jetzt so leicht nicht mehr kommen. Das Schneiden der Hecken darf nur mittelst Heckenscheere geschehen.

Niedergude, 1. Oktober. Auf nicht aufge- klärte Weise verunglückte hier heute Morgen gegen 6 Ubr der vierzehnjährige Sohn der Tage­löhnerin Johs. Wilhelm von hier. Ein Knecht des Gutsbesitzers B a ch m a u u, der ihn für kurze Zeit der Abwesenheit mit der Aufsicht über einen Wagen mit zwei Pferden bespannt betraut hatte, fand den Verunglückten bet seiner Rückkehr in der Nähe des Geschirres todt vor. Ob der Knabe übersatten oder von einem Pferde geschlagen worden ist, konnte noch nicht klargestellt werden (Rotenb. Kr.)

Caffel, 4. Oktober. Beim Ausschachten von Lehmmassen wurde auf der Zulehner'schen Dampf­ziegelei vor dem Holländischen Thor in einer Tiefe von 3 Meter eine Kanonenkugel im Gewicht von 15 Kilogramm gefunden.

Hanau, 3. Oktober. Ein sehr vermögender hiesiger Einwohner, noch unverheirathet, wurde heute Morgen in seinem Bette erschossen aufge­funden. In dem benachbarten Ostheim brach in vergangener Nacht auf noch unbekannte Weise Feuer aus, wobei drei Scheunen vollständig niederbrannten.

Fulda, 3. Oktober. Bei dem heftigen Ge­witter, welches am verflossenen Sonnabend über unsere Gegend zog, hat der Blitz in die Tele­graphenleitung bei Hüafeld eingeschlag-u. Er fuhr an der Leitung etwa ein Kilometer entlang, dabei den Draht vollständig durchglühend und in lauter kurze Stücke zerreißend. Schließlich nahm er seinen Weg au einer Telegraphenstange in die Erde. Auch die Stange wurde vollständig zertrümmert.

Frouhauseu, 4. Oktober. Ju Krumbach, KreiS Biedenkopf, das vor mehreren Wochen, wie berichtet, durch einen Waldbrand hetmgesacht wurde, schlug am Sonnabend Abend der Blitz in eine neu erbaute Scheune und entzündete die­selbe, Das Gebäude, wie andere der Oekovomie dienende Einrichtungen wurden vollständig ein Raub der Flammen.

Obervellmar, 3. Oktober. Am Sonnabend war die Ehefrau eines Oekouomeu hier mit Aus- uehmeu von Stroh und Getreide aus der Dresch­maschine auf dem sogenannten Deich beschäftigt. Sie kam mit der rechten Hand in daS Getriebe und wurde ihr die Hand fast vollständig abgerissen.

Biebrich, 1. Oktober. Heute sind es 25 Jahre, daß in der ehemaligen naffauischen Jägerkaserne hier eine preußische Unteroffi- z i e r s ch u l e errichtet wurde. Heute prangt sie im Festschmucke. Sie ist mit Ehrenpforten, Guir­landen und Kränzen reich und schön auSgestattet. Auch die Stadt Biebrich ist zu Ehren des Festes schön beflaggt. Das schöne Fest wurde durch einen wohlgeluugeueu Zapfenstreich eingeleitet, welcher sich von der Kaserne durch mehrere Straßen BiebrichS bewegte und, wie üblich, an der Kasernenwache endete. Nach dem Zapfen­streich fand ein Kommers der aktiven und ehe­maligen Unteroffiziere der Schule in dem Wuth'schen Keller statt. Neben der Kleidung der C Vilbe- amten waren fast alle Uniformen des StaateS vertreten. Es wurden «Hochrufe" auSgebracht auf Sr. Majestät den Kaiser, auf den Kom­mandeur und die Offiziere der Schule, und auf alte Soldaten, die heute noch seit 25 Jahren in der Schule wirken.

Baueruwrin. Wenn Simon und Judas vorbei, rücket der Winter herbei. Viel Regen im Ok­tober. Viel Wind im Dezember. - Ist im Herbst das Wetter bell, so bringt er Wind und Winter schnell. Ist dieser Monat kalt, so macht er für'» nächste Jahr dem Raupenfraß Halt. Fällt der erste Schnee in Dreck, so bleibt der ganze Winter ein Geck.

* Im Monat Oktober haben wir nach dem hunderijähriaeu Kalender folgendes Wetter zu erwarten: Vom 1. bis 5. schön, vom 6. bis 9. Regen, vom 10. bis 25. angenehm und trocken, dann bis zu Ende trübe. Diese Angaben würden annähernd den Mondphasen entsprechen. Darnach haben wir am 6. um 6 Uhr 45 Min. Morgens Vollmond (Donner und Regen): letztes Viertel den 12. Nachts 10 Uhr 11 Min. (kühl und schön)! Neumond den 20.Abends 6 Uhr 58 Min. (klar und warm); erstes Viertel am 28. um 10 Uhr Nachts (trüb und Schnee.)

* Am Dienstag fand in Cassel unter Vorsitz des Herrn Oberlandesgertchtsprästdenten Eccius eine Sitzung der Sperrgelder -Comwis. sion für die Diöcese Fulda statt-

(:) Hersfeld, 3. Oktober. Heute Nachmittag fand unter dem Vorsitz des Bürgerausschußvor- stehers Herrn Reudant M ü n st e r m a u n die regelmäßige Sitzung des ständigen BürgerausschusseSim Rathhausssale statt. Vom Bezirksausschüsse in Cassel war das dem­selben zur GenehmigungSertheilung eingesandte neue Gemeinde-Umtage-Statut wieder eingegangen, um noch einige Abänderungen darin vornehmen zu lassen. Der Stadtrath hatte sich mit den­selben einverstanden erklärt, welches man eben- wohl billigte. Zur Bezahlung einer Rechnung über Drucksachen, zu deren es an etatmäßigen Verlag fehlte, ertheilte man die Zustimmung. Es lagen Verhandlungen vor, wonach für das in dem Garnisonlazarethgebände errichtete Cho- leralazareth einige Betten angeschafft und daselbst Aufstellung gefunden haben, wodurch 40,80 Mk. Kosten entstanden sind. Diesen Betrag bewilligte man ebenwohl und hieß das mit einigen hiesigen Personen getroffene Abkommen wegen Verwendung als Krankenwärter im Falle eines Choleraaus­bruches gut. Seitens des Vorsitzenden deS Hessischen StädtetageS war Abschluß eines Ver­trages mit dem Regierunasbaumeister Schmick in Frankfurt a./M. wegea Errichtung einer Cen- tralstelle für Bauwesen der Hessischen Städte empfohlen worden; der Stadtrath hatte die An­nahme des Vertrages beschlossen, welches man ebenwohl billigte. Für Nachtwache bei dem Hauptbassin der städtischen Wasserleitung find dem städtischen Vorarbeiter Roßkopf 20 Mk. vom Stadtrath bewilligt worden, wozu man die Zu­stimmung ertheilte; ebenso einem Beschlusse des­selben, wonach die Platzabgabe für Schaubuden, welche auf dem Clausgraden Aufstellung finden, um 10 Pfg. pro Om und Tag herabgesetzt wird, da die Einnahme eine bedeutend geringere ist, als wenn die Buden auf dem Markplatz sich be­finden. Die Rechnung des städtischen Holz- magazinS pro 1891/92 war dem Bürgerausschuß- mitgltede Herrn Kaufmann Carl Schimmelpfeug zur Durchsicht und Berichterstattung übergeben worden. Derselbe hat nichts zu erinnern gefunden.

* Hersfeld, 5. Oktober. Nach dem Verwal- tungsbericht der Invalidität?» und Altersversicherungs-Anstalt für Hessen-Nassau für das Jahr 1890/91 be­trug die Zahl der Bezugsberechtigten im Bezirk der Juvaliditäts- und AlterSv"rsicherungs-Anstalt Hessin-Nassau (wozu die Regierungsbezirk: Cassel, WieSbadea und das Fürstenthum Waldeck gehören) überhaupt 2556, die 330,287.20 Mk. erhielten. Der ErlöS für verkaufte Beitragsmarken betrug 2,847,790.46 Mk Unter den Rentenempfängern befindet sich auch eine Frau, die 106 Jahre alt ist, daS alte Mütterchen bekommt 163,20 Mk Rente, dann folgt ein Mann mit 91 Jahren, einer mit 90, einer mit 89, dann vier Männer und zwei Frauen mit 78 Jahren, dann der jüngsten Rentenempfänger, die also 70 Jahre alt sind, giebt es 223. Die Gesammt-'inaaüme der V:r« ficheruugS-Austalt betrug 5,645,676 69 Mk., der eine Ausgabe von 3,304,586.69 Mk entgegensteht, mithin beträgt der Bestand 2,341,090.00 Mk.

):( Hersfeld, 5 Oktober. Auf den Preußischen StaatSbahnstrecken werden freiwillige Gaben an LebenSmitteln zum Verzehren, an Kleidungsstücken und ähnlichen Bedürfnissen, welche zur Unter­stützung der uothlcidenden Bevölkerung in Ham­burg,Altona und Wandsbeck von Staats- oder Kommunalbehörden, KreiSvereinen oder anderen Wohlthätigkeitsvereinen sowie von Privat­personen aufgegeben und an das Hamburger Noth- standS-Komtt bezw. an den Altonaer Hülfsverein und an daS Wandsbecker Nothftandskomitä gerichtet sind, frachtfrei befördert. Die Frachtbriefe müssen mit dem Vermerk:Freiwillige Gaben für die

durch Stiche mit einer großen Scheere in den Hinterkopf getödtet worden ist, waren Werth­papiere im Betrage von 30000 Mk, und zwar 10 Preußische Cousols ä 2000 Mk und 10 Preußische CousolS & 1000 Mk. geraubt.

Clötze, 3. Oktober. Auf der Bardeleger Landstraße wurde, wie dieSaale-Ztg." meldet, in der Nähe deS Meilensteines die Leiche eines jungen Mannes aufgefunden. Derselbe war au einen Baum gebunden, auf der Leiche lagen Steine, mit denen dem Todten anscheinend der Schädel zertrümmert worden ist. ES scheint ein Raubmord vorzuliegen. Zwei HandwerkSburschen, die aus der Gegend von Clötze eintrafen, wurden wegen Mordverdachts verhaftet.

Hamburg, 3. Oktober. Der auf der hiesigen Rhede liegende spanische DampferDaviz" wurde in der Nacht von Sonnabend auf Sonn­tag von dem von Hamburg elbabwärts nach Hull gehenden englischen DampferBuffy See* an» geraunt. Hierbei wurden der Kapitain und der Steuermann desDaviz", sowie der Lootse Wesselhoeft getödtet. DerDaviz", welcher eine wertbvolle Ladung an Bord hatte, mußte auf den Grund gesetzt werden und sank unter. Der Bush See* kehrte mit starkbeschädigtem Bug nach Hamburg zurück.

Halle, 29. September. Folgender Un» glücksfall hat sich auf einem GutSgehöft im benachbarten Rabatz zugetragen. Der dortige Sattlermeister war dem Gutsbesitzer bei dem Ausdrusch von Roggen mittelst der Dreschmaschine behilflich. Beim Abschluß der Arbeit Warf der­selbe noch eine Partie Aehren, die am Boden lagen, in die Trommel. Da letztere die Aehren nicht faßte, schob der Mann die Aehren mit einem Fuße nach und gerieth dabei in daS Getriebe der Maschine, wobei ihm der Fuß und zum Theil auch daS Sein schrecklich zermalmt wurde. In die hiesige Klinik gebracht, mußte die Ablösung des Beines unterhalb deS Knies erfolgen.

Folgende drollige Schnurre er­zählt der Londoner Korrespondent derW. N. N." seinem Blatte: Die jungen Kaufleute, die ihr Brot tagsüber in den großen Geschäften der City verdienen, wohnen weist alle in den weit entlegenen Vorstädten, auS denen sie Morgens Bahn, Omnibus oder Pferdebahn nach den Stätten ihrer Wirksamkeit bringen. Absolute Pünktlichkeit beim Ankommen deS Morgens ist daher nicht immer möglich und die meisten Ge­schäfte gewähren in dieser Beziehung ihren An­gestellten eine gewisse Gnadenfrist. Eines der größte» SchiffSgeschäfte hat nun angeordnet, daß alle, die zu spät kommen, in einem dazu aufge­legten Buch die Ursache ihrer Uupünktlichkeit an* geben mußten. Der erste der Zaspätkommendeu beginnt nun regelmäßig mit den Worten:Zug- Verspätung-,Omuibuspferd gestürzt- oder wie der Fall gerade liegen mag, und die andern setzen dann darunter ebenso regelmäßig einDitto". Hab so gewöhnt sind sie an diesen formellen Ein­trag, daß sie sich kaum je die Mühe nehmen, nachzusehen, waS für eine Entschuldigung am Kopfe der Liste steht. EineS Morgens nun schrieb der erste Ankömmling gewissenhaft die Worte nieder:Frau bekam Zwilliuge" und zu seinem äußersten Erstaunen fand der Chef diese außer­ordentliche Entschuldigung die ganze Liste abwärts promptgedittot". Sein Erstaunen minderte sich nicht, als er ganz unten an der Liste auch daS Ditto" des jüngsten Lehrlings entdeckte. DieDittos" sollen seitdem in dem Buch etwas seltener geworden sein.

T a r b e S, 3. Oktober. Ja einer Knaben­schule brach während einer PreiSvertheilung der Fußboden ein. Mehrere hundert Personen stürzten in die untere Etage hinab. (Ueber Hundert Verwundete sind bereits gerettet; fort» gesetzt werden jedoch noch Schwerverletzte unter den Trümmern bervorgewgen.

Vermischtes.

Berlin, 4, Oktober. Ueber den Zu- sammeubruch der Firma August H. F. Schulze theilt das ,Kl. I." mit, daß der Bankier/ an den sich die Inhaber des verkrachten Geschäfts um Hülfe gewandt hatten, festgestellt habe, daß seit zehn Jahren eine Bilanz nicht gezogen worden sei. Wie viel die Summe der unterschlagenen Depot» beträgt, ist noch nicht festgestellt. Zu den Kunden des Geschäfts sollen der frühere Finanzminister Scholz, Herr v. Carsteun-Lichter- selbe, Beamte der Retchßbauk gehört haben. Als die am stärksten Geschädigten werden General­arzt K. genannt, der ca. 300000 M. verliert, und eine Wittwe in Magdeburg, welche einen Verlust von ca. 200000 M. zu beklagen hat.

Zwick au. In ihrer Wohnung in der Carolastraße hier wurde am 30. September früh die ledige Näherin Z-rgiebel, der kürzlich eine ansehnliche Erbschaft zugefallen war, angekleidet neben ihrem Bette ermordet aufgefunden. ES handelt sich hierbei um einen Raubmord, denn auS einem Schranke der Ermordeten, die

= Privatbedarf in Buxkin, =

Velour, Cheviot und Kammgara ca. 140 cm breit 3 Wirf. 1.75 ffffl. par Meter versenden in einzelnen Metern an Jedermann bad Buxkin-Fabrik-Däpöt Oettinger & Co., Frankfurt a. 31.

Muster in reichster Auswahl bereitwilligst sranco inS Hau«.

JlioiiMiwnts-X*!!.

Bestellungen auf das

Hersfelder Kreisblatt mit der wöchentlichm Gratts-Beilage Jllustrirtes Unterhaltullgs-Blatt" pro IV. Quartal werden von allen Kaiser» lichen Postanstalten, Landbriefträgern und von der Expedition angenommen.