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Herssel-kr irrisblatt
gRtf wöchentlicher Krakis-Aeilage „Itlstrirter Nuterhaltungsklatt^.__________
Nr. 61.
Dienstag den L. Mai
1892.
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Amtkche:
Verzeichniß der in der Zeit vom 3. März bis 19Mai 1892 ausgestellten Jagdscheine.
Der Jagdscheins-Jnhaber
Namen.
Hiege, Forstaufseher
Kraus, Johannes
von Wunsch, Königlicher Premierlieutenant
Göbel, George, Forstlehrling
Gesing, Georg Hermann, Kaufmann
Andreas, Königlicher Förster' Gute, Königlicher Förster Nieding, Hilfsjäger
Herpel, Forstaufseher
Schaake. Forstaufseher
Aumann, gorftuicifm .
Breitung, Landmesser
Wiegand, George, Bürger-, meister
Wiegand, Adam Friedrich .
Kaufmann, Conrad, Förster1
Jericho, August, Forstauf-' seher
Schmidt, Wilhelm, Kämme- reigehülfe
Gerlach, Albert, Gutsbesitzer Wille, Ernst, Gastwirth Töpper, Rudolph, Gerichts
Wohnort.
Sorga Kleinensee Hersfeld
Hersfeld Hersfeld
Wippershain Forsthaus Sorga Hersfeld Rotensee
Hersfeld Hersfeld Harnrode
Harnrode Reilos Reilos
Hersfeld
Nippe Niederaula Niederaula
Vollzieher
Rehn, H. H., Lederfabrikant Hersfeld Roos, Adam, Landwirth Kerspenhausen
Der Ausstellung
IJahr Monat
11892.
März
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Der Jagdscheins-Jnhaber
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Namen.
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Leng, Lehrer
Aüusch, Wilhelm
Äpneken, Hauptmann
Wolff, Mathias, Ackermann Kehr, Robert, Tuchfabrikant Mannel, Johannes, Land-
Aufgestellt, Hersseld, den 21. Mai 1892.
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wirth i
Sippel, Heinrich, Landwirth < Both, Johannes, Buchbinder Fink, Jacob, Schuhmacher- sEHrax^ ^EaurLke^
Wenzel, Wilhelm, Musiker Schneider, Valentin, Oeko- nom
Therme, Carl, Gutspächter Glebe, Peter, Bauer
Stelzner, J. H., Versiche- rungs-Jnspector
Hoßbach, Heinrich, Gutsbesitzer
Schönerstedt, Pr.-Lieutenant Rechberg, Ferdinand, Tuchfabrikant
Gliemeroth, George
Rössing, Bernhard Heinrich, Lohmühlenbesitzer.
Mecklar Niederaula Hersfeld i Lampertsfeld i Hersfeld - Schenklengsfeld
Schenklengsfeld Kerspearhausen Gershausen
^M«^»t»a«,
Motterterode !Kirchheim
Lengers Rotterterode Hersfeld
Hof Weisenborn
Hersfeld Hersfeld
Wölfershausen Hersfeld
Der Königliche Landrath Freiherr
Der Ausstellung
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Jahr! Monat!
Tag
1892
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on Schleinitz.
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(Unbefugter Nachdruck verboten.)
Die Marchenerzahlerin.
Von
Helene Pichler.
(Fortsetzung.)
DaS war nun hauptsächlich Weberstünsel'S Verdienst; und nach diesem daS Verdienst des Herrn Schmitt unten am Markt, der die Er« zeugniffe von Stüusel'S fleißigen Händchen an« kaufte, und mit großem Geschick in deu Handel der großstädtischen Mode brächte. Herr Schmitt war aber nicht nur AndreaSbergS erster Kaufmann in Manufaktur-, Kolonial«, Fett- und Räucher« waaren, sondern auch der „Bürgermeister" der Stadt; und als solcher nahm er eS mit seinen Pflichten keineswegs leicht; auf dem ganzen Ober- harze war eS männiglich bekannt, daß Andreas« berg nicht nur die beste Märcheuerzählerin, sonders auch den schneidigsten Bürgermeister besitze.
II.
Am selben Abend, wo die Beitel Kinder bittere Thränen weinten über daS herzbrechende Geschick der schönen Genovefa, war in der tief im Thale, am Fuß des GlockeubergeS belegeueu Forst« meisteret eine Gesellschaft auS den besten Kreisen der Stadt und der Umgebung versammelt.
Erst vor einem halben Jahre war die Forstbehörde nach AndreaSberg verlegt worden und der Forstmeister von Ketlstein aab heute seine erste große Föte. Solche ex officio beoöthigteu
Gesellschaften trugen aber stets und tragen noch heute allüberall das Gepräge einer gewissen gedrückten Feierlichkeit. Mau findet sich nach den Pflichten deS TageS zusammen, um sich mit einander der Lebens zu freuen; aber es kaun keiner der Herren, und noch weniger die Damen sich von der unsichtbaren Feffel befreien, die von dem im Range am höchsten Stehenden auSgeht zu der nächsten Charge, und von dieser wieder eine Stufe tiefer steigt, und schließlich bei dem Letzten im Range endet. Man sagt sich Höflichkeiten, wägt genau die Worte ab, um ja nicht „anzustoßen", und ist schließlich froh, wenn der Zwang mit der Fete selber sein Ende erreicht; Alles waS an frischer, fröhlicher Menschlichkeit in den geschmückten Herrschaften lebt und blüht, darf sich nicht hervorwageu, sondern wird geflissentlich versteckt.
Bei dem neuen Forstmeister von AndreaSberg stand eS au diesem Abend freilich nicht ganz so schlimm. Herr von Keilstein hatte den Muth gehabt, zu deu meistens adeligen Kollegen und sonstigen Beamten vom Berg- und Forstamt zu Clausthal, die den mehrstündigen Weg nach AndreaSberg zu Pferd und zu Wagen nicht gescheut hatten, um durch ihre Gegenwart den Abend zu zieren, einige, nein alle Honoratioren deS Städtchens AndreaSberg einzuladen. Da war vor allen Herr Schmitt, der Bürgermeister, den alle Spitzenklöpplerinnen auf dem Harze verehrten, weil er ihre kunstvollen Spitzen anständig bezahlte und für guten Absatz nach den großen
Städten sorgte. Ferner stellte sich der Pastor ein, ein weißhaariger Herr, der aus milden blauen Augen gar träumerisch in die Welt schaute. Darnach kam Herr Rudolph der Apotheker, der kurz zuvor eine Jodsalbe zusammengerieben und, um den Duft zu verdecken, seinen schwarzen Ge« sellschaftSanzug kräftig mit Lawendelwasser ein* gesprengt hatte.
Alle diese Herren und noch einige Gevattern mehr hielten sich in der einen Ecke deS Empfangszimmers dicht zusammen und tauschten hte und da im Flüsterton leise Bemerkungen auS; während die Herrschaften vom Adel« und Beamtenthum sich unaenirt bewegten und — nachdem sie den ersten Schreck über deS Gastgeber- unbegreiflichen demokratischen Geschmack überwunden — sich als Herren der Situation und der Gesellschaft bewegten und unterhielten.
Der Forstmeister von Keilstein war nun in seinen Gesinnungen alles andere eher all demokratisch. Nie fand sich wohl die echte Vornehmheit im Wesen und in der äußeren Erscheinung so scharf ausgeprägt als bet ihm. Aber der vornehme Aristokrat besaß zugleich ein außer- ordeutlicheS Feingefühl für die Pflichten, welche die wahre Vornehmheit andern, tiefer stehenden Menschen schuldet. Er folgte also theils feinem wohlwollenden Herzen, theils auch der Klugheit, indem er dem ersten Beamten der Stadt, dem Bürgermeister, eine Einladung schickte, und in der Folge diese Einladung auf die übrigen ehrsamen ersten Bürger auSdehnte.