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Kersselökl Kreisbiiltt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-AtilageIllukrirtes NnLeröalLuugsötatL".

Nr. 22» Somavend den 20. Februar 1892.

Amtliches.

Hersfeld, den 15. Februar 1892.

Für den am 14. November 1876 zu Friedewald geborenen Georg Budesheim ist um Ent- lassung aus dem preußischen StaatSverbande be- Hufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

J. I. 845. Der Königliche Landrath.

In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter.

Hersfeld, den 16. Februar 1892.

Für die am 6. November 1872 zu KathuS ge­borene Elisabeth Fiehler ist um Erthet- lung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.

I. I. 888. Der Königliche Landrath.

In Vertretung:

Braun, Kreisdeputirter.

Cafsel, den 7. Februar 1892.

Auf der künstlichen Fischbrüte-Austalt deS land- wirthschaftlichen Ceutral-VereinS zu HahltngS- wühle, können wieder etwa 100000 Stück Forellensetzliüge, das 1000 zu 6 Mk., abgegeben werden.

Bestellungen wolle mau an den Mühlenbesitzer Anton Reinhardt zu Hahlingsmühle, Post Hofbieber, richten.

Durch Neueinrichtungen ist es ermöglicht, sämmt­liche Fische nur kalt zu züchten und sind diese kalt gezüchteten Fische allein lebensfähig, weil sie gegenüber den warm gezüchteten erst später, etwa Ende März ausgesetzt zu werden brauchen, also zu einer Zeit, in welcher sämmt­liche Bäche eisfrei sind und weil sie nicht durch den Unterschied der Wärme des Wassers in der Brutanstalt und des in den Bächen Schaden leiden.

Die Direktion des landwirthschaftlichen Central-Vereins.

(gez.) von der Malsburg.

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Die Brillanten der Herzogin.

Novelle von A. von der Elbe.

(Schluß.)

Sie lächelte in glücklicher Befriedigung: »DaS hat nicht Ihr kecker HerzenSraub gethan, theurer Prinz, sondern nur die endliche Aussprache zwischen unS, die Sie von jeder Schuld entlastet."

»Mag so oder so die Wandlung Ihres Herzens geschehen fein,* sprach er freudig und zog ihre Hand an seine Lippen: »Wenn Sie nur endlich einwilligen, das vor sechs langen Jahren Ge- hoffte zu erfüllen."

Ein inniger Blick ihreS dunkeln AugeS be­stätigte ihr leise geflüstertes: »Set es denn, Heinrich."

Herzog Leopold, der glückliche, junge Ehemann und Bundesgenosse seines endlich obsiegenden OheimS, der den Beiden gegenüber gesessen und sie schon lange theilnehmend beobachtet hatte, erhob sein GlaS und trank den Neuverlobten mit stummem Gruße zu.

Meta war, von Reue und schwerem Kummer bedrückt, wieder nicht zu Tisch gegangen. Sie konnte dem Manne nicht begegnen, der sie in diese große Verlegenheit gestürzt hatte. Was sollte ste

Gefunden auf dem Wege von Hilperhausen nach Kerspenhausen ein Stück Leinen. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Hilperhausen.

Aus dem Reichstag.

Berlin, 17. Februar. Der Reichstag genehmigte heute debattelos die Einnahmen des Etats der Reichsjustizverwaltung. Bei der Abstimmung über die Resolution v. Bar betreffend den Abschluß von Auslieferungsvertragen ergab sich Beschluß- unfähigkeit des Hauses. Der Präsident setzte daher die nächste Sitzung auf Nachmittag 2 Uhr fest. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde die Berathung der zum Militäretat ein­gebrachten Resolutionen fortgesetzt. Nach Schluß der Debatte wurde der Antrag Gagern, die Regierung um Revision der Militärstrafprozeßordnung in der Richtung einer größeren Oeffentlichkeit zu ersuchen, unbeschadet der in Bayern bereits bestehenden Regelung, in namentlicher Abstimmung mit 140 gegen 103 Stimmen abgelehnt. Der Zusatzantrag Richter auf Beseitigung des Duellunwesens wird abgelehnt, der erste Absatz des Antrags Richter-Buhl, betreffend die Revision des Beschwerderechts der Militärpersonen, insbesondere mißhandelte Soldaten zur Erhebung der Beschwerde zu verpflichten, wird mit 122 gegen 120 Stimmen verworfen. Der zweite Theil des Antrages Buhl-Richter betreffend eine Reform der LUlitär- Strafprozeßordnung in Bezug auf Ständigkeit und Selbst- ständigkeit der Gerichte, Oeffentlichkeit und Mündlichkeit der Hauptverfahrens wurde mit 143 gegen 100 Stimmen ange­nommen; Punkt 2 der Resolution der Kommission betreffend die Erleichterung des Beschwerderechts wurde gleichfalls ange­nommen, dagegen Absatz 3 derselben Resolution betreffend die Pflege der religiösen Sinnes bei den Soldaten abgelehnt. Die Resolution der Kommission auf Vorlegung einer Militär- Kriminal-Statistik wurde angenommen.

Berlin, 18. Februar. Der Reichstag wählte in seiner heutigen (176) Plenarsitzung, die gegen 2'/^ Uhr eröffnet wurde, durch Zuruf den Abg. Prinzen von Arenberg an Stelle deS Abg. Kochann in die Reichsschuldenkommissio» und setzte sodann die zweite Berathung deS Militäretats fort. Im Titel Geldverpflegung der Truppen wird für Löhnung der Mann­schaften 60164283 Mk. verlangt, und zwar 795345 Mk. mehr gegenüber dem früheren Etat zum Zweck einer Aus­dehnung der Uebungen des Beurlaubtenstandes. Die Kommission beantragt eine Streichung von 55 377 Mk., ein Antrag Richter will die ganze mehrgeforderte Summe streichen. Abg. Richter erklärte die Begründung seines Antrages damit, daß die Ausdehnung der Uebungen des Beurlaubtenstandes nicht gerechtfertigt sei ohne Leikürzung der Dienstzeit.

ihrer Herrin sagen, wenn diese beim Ablegen deS Schmucks die Veränderung ihres HerzenS be­merken würde.

Von Unrube umhergetricben, stieg das ge- ängstigte Mädchen in den Park hinunter, der einsam dalag.

Von fern tönten die Fanfaren der Hochzeits­tafel und das Geräusch der großen Stadt ge­mildert zu ihr herüber. Die Blumen neigten ihre Köpfchen im Mittagssonnenschein, die Schwäne ruderten au das Ufer, als die hier und dahin Schweifende in ihre Nähe kam. Sie aber ge­wahrte wenig von alle dem, sie konnte sich mit nichts beschäftigen, was außerhalb des Kreises ihrer qualvollen Empfindungen lag, so suchte sie die verstecktesten schattigsten Stellen des Gartens auf. Hier saß sie in einer Weinlaube und zeich- nete gedankenvoll mit ihrem Sonnenschirm wirre Linien in den Kies.

Da verdunkelte sich der Eingang zur Laube, Meta blickte empor und sah ihn, Arnold Stephani, an den sie eben fast mit Groll gedacht, vor sich stehen. Mit einer Bewegung der Abwehr fuhr sie empor, er aber bat sie, sich neben sie setzen zu dürfen und ihn ruhig anzuhören.

Die Macht seiner Persönlichkeit, ihre warme Liebe und das lebhafte Verlangen nach Aufklärung, bannten sie an seine Seite.

Und nun berichtete er ihr den Zusammenhang

Aus dem Abgeordnetenhaus.

Berlin, 18. Februar. In der heutigen (17.) Plenar­sitzung deS Abgeordnetenhauses kam der Etat der Eisenbahn­verwaltung zur Berathung. Referent Abg. v. Tiedemann (Bomst) berichtete sehr eingehend über die Kommissionsver- Handlungen. Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen dankte für die wohlwollende und eingehende Behandlung des Eisen­bahnetats durch die Budgetkommission, zumal in einer Zeit, wo eine sehr sparsame Wirthschaft der Eisenbahnverwaltung geboten sei. Er bitte auch das Haus ihn in dieser Beziehung zu unterstützen, soweit es sachlich gerechtfertigt sei. Auch der Abschluß deS Monats Januar für die Eisenbahnverwaltung sei betreffs des Güterverkehrs ein verhältnißmäßig ungünstiger.

Es sei auch nicht zu erwarten, daß die Ergebnisse der Monate Februar und März erheblich günstiger sein und den Ausfall decken würden. Der Elatanschlag für das Jahr 1891/92 würde also schwerlich erreicht werden. Abg. v. Puttkamer- Plauth bittet dringend, daß die StaatSregierung den wirth­schaftlichen Zuständen des Ostens ihre Aufmerksamkeit zu- wende. Abg. Simon (Waldenburg) betonte, daß eS jetzt klar werde, wohin es führen müsse, wenn man die dauernden Ausgaben des Staates auf die Einnahmen der Eisenbahn- verwaltung beschränkt. Eine vollständige LoSlösung der Eisen­bahnverwaltung von der allgemeinen Finanzverwaltung sei allerdings wohl nicht angezeigt; aber eine bestimmtere Ab­grenzung als bisher ...äffein doch eintreten. Sobald »int größere Amortisation der Eisenbahnschuld eingetreten sein werde, werde auch eine Ermäßigung der Tarife möglich wer­den. Bezüglich der Ausgaben gebe der neue Etat seiner Meinung nach offenbar ein durchaus zutreffendes Bild. Im Allgemeinen spricht er sein Vertrauen zu der Verwaltung aus; er wolle nur hoffen, daß seine Befürchtung, die Anschläge der Einnahmen würden nicht erreicht werden, sich nicht erfüllen möchte. Minister der öffentlichen Arbeiten Thielen be­tont, daß der Etat im August aufgestellt sei, wo man noch nicht den inzwischen eingetretenen Niedergang der wirthschaftlichen Verhältnisse übersehen konnte. Im Uebrigen wurde bei Ermäßigung der Einnahmen auch noth­wendig gleichzeitig eine Verminderung der Ausgaben eintreten. Die Organisation der Eisenbahnverwaltung habe sich im Ganzen wohl bewährt, doch sei weder von seinem Amtsvorgänger noch von ihm selbst dieselbe als nicht der Verbesserung fähig erkannt. DaS Schreibwerk sei thunlichst vereinfacht; er hoffe, daß auch die weiteren Be­strebungen von Erfolg sein werden. Bezüglich der Ausbildung der höheren Eisenbahnbeamten seien thatsächlich Lücken vor­handen; die Aenderungen müßten aber vorsichtig getroffen werden. Die Konzession zur Anlegung von Sekundairbahnen würde Privalbahnen auch jetzt schon ertheilt. Dem Abg. von

der wunderlichen Begebenheit. AthemloS, staunend, mit laut klopfendem Herzen hörte sie ihm zu.

Sollte ich nun, wenn mein Prinz das erkaltete Herz seiner Jugendgeliebten nicht bezwäng, mit ihm auf Jahre in die weite Welt ziehen, Sie Meta, an der meine ganze Seele hing, ohne Hoffnung auf Vereinigung mit Ihnen hier zurück- laffend? Oder sollte ich mir den Prinzen durch Eingehen auf sein phantastisches Begehren ver­pflichten und zugleich die Aussicht auf Ihren heiß­ersehnten Besitz mir erwerben? Mir beucht, ich durfte nicht schwanken. Ich wagte und gewann! Wollen Sie mir dies verargen, geliebte Meta? Oder wollen Sie mein Hoffen erfüllen?"

Da legte sie hingerissen, versöhnt und unfähig ihre Liebe zu verbergen, ihre Hand mit einem leisen »Ja" in die setnige.

Er zog sie in seine Arme, überzeugt, daß dem Freunde sein Werben ebenso gelingen werde.

(Unbefugter Nachdruck »erboten.)

Der Schein trügt.

Eine wahre Geschichte, erzählt von E. v. Waldow.

In der elegant eingerichteten Stadtwohnung der verwittweten Hofräthtn Hartenberg saß Marie Werner, deren Nichte, gedankenvoll auf dem sammtenen Fauteuil am Fenster und blickte durch die Spiegelscheiben auf das bunte Leben und