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Hersselter Kreishllltt.
Mit wöchmtlicher Kratts-Aeilage „IllukrirLes AuterhalLungsSlatt^.
Nr. 16 Sonnabend den 6. Februar 1892.
Erstes Blatt.
Dmmck-KMW.
Bestellungen auf das
Hersfelder KreisUatt mit der wöchentliche« GratiSBeilage
^Jllustrirtes Unterhattungsblatt" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalteu, Landbrief- trägern und von der Expedition angenommen.
Amtliches.
Hersfeld, den 30. Januar 1892.
Die Nummerliste der Verloosten und zum 1. Mai 1892 gekündigten Kurmärkischeu Schuld- verschreibungen liegt im Geschäftslokale des hiest- gen Landratbsamtes sowie auch in denjenigen der Königlichen Steuerkassen des Kreises während der Dievststunden den Inhabern zur Einsicht offen.
Zugleich mache ich auch auf die diese Glimmer- liste betreffende Bekanntmachung der Hauptverwaltung der Staatsschulden vom 5. d. MtS., abgedruckt im Regterungs-Amtsblatte auf Seite 7, aufmerksam.
I. I. 500. Der Königliche Laudrath.
In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter^
Hersfeld, den 2. Februar 1892.
Die Herren Vorsitzenden der Einkommensteuer- Voreinschätzungs-Commissioncu werden hierdurch veranlaßt, die nach dem vorgeschriebenen Formular in doppelter Ausfertigung aufgestellten Liquida
(Unbefugter Nachdruck verboten.) । Die Brillanten der Herzogin.
Novelle von A. von der Elbe.
(Fortsetzung.)
Die Keckheit, Romantik und Abenteuerlust, die Sie, liebe Meta, in ihrer sanften, harmonischen Weiblichkeit stets bei mir mit einem leisen Tadel beehrten und zu zähmen strebten, finde ich fast noch ausgebildeter in meinem Prinzen wieder. Wir begegneten unS in der Neigung für Extravaganzen. Sein Wagemuth, sein Verlangen nach Abenteuern hat ihn viele Jahre in fremden Ländern umgetrieben und seine romantische Richtung fesselt ihn jetzt an den alten Peterstein, biffen Eigenthümlichkeit doch auch über unser beider Leben, liebe Freundin, seinen poetischen Zauber gebreitet hat."
Während er nun wieder auf ihren Jagendver- kehr im Schatten deS Petersteins und auf manche halb vergessene Kindheitserinnerung zurückkam, verging die Zeit ihnen im Fluge.
Endlich mußte man aufbrechen, es geschah indeß mit dem freudigen Gedanken an ein öfteres Wiedersehen in den nächsten Tagen.
Auch der Rückweg in ihre Gemächer war noch ein gemeinsamer. Zusammen stiegen sie, von Melzer mit einem Lichte begleitet, die gaSerhellte, gewundene Stetvtr<ppe für die Dienerschaft hinan. Nachdem sie sich auf dem kleinen Vorraum schon
Gutenacht gesagt, von dem aus Arnold nach rechtS in den Hauptbau deS alten Schlosses und Meta geradeaus durch die Registratur tu ihr Zimmer gehen mußte, blieb er noch einmal stehen und sagte: „Sie wohnen da einsam, Fräulein Schönborn, sind Sie auch ein braves Soldaten-
ktnd, das sich nicht fürchtet?"
DaS Leben erschien ihr in diesem Augenblicke so hell und sicher, daß sie lächelnd erwiderte: „Wir Peterstetner sind gegen jeden Spuck abgehärtet. Wir sind ja mit den gräulichen Sagen und Schattengestalten der Vergangenheit groß geworden. Ich werde mich auch hier damit vertragen."
„Ja, ja, Sie waren immer mädchenhaft scheu, aber nie schreckhaft und nervös. Also noch einmal gute Nacht und träumen Sie angenehm!"
Sie schieden mit einem Händedruck. Melzer ließ eS sich nicht nehmen, seine Schutzbefohlene durch die Registratur in ihr Zimmer zu geleiten und mit seinem Lichte ihre beiden Lichter auf der Toilette vor dem großen Spiegel anzuzünden. Dann war Meta allein.
Ihr Erster war, die mächtigen Riegel, die sich an ihren beiden Thüren befanden, vorzuschieben. So, nun konnte sie aufathmen und sich in Sicherheit fühlen. Dann leuchtete sie in dem großen Gemache umher, fand aber nichts Besorgntßer- regendes. Der Kamin, mit seinem weitvor« springenden, stuckverzierten Mantel, aus dem ein leiser Zugwind wie Geisterathem herabsäuselte,
tionen der Mitglieder über Reisekosten und | Tagegelder, sowie die Liquidation für ihre eigene i Person, soweit ein Anspruch besteht, erstere mit der Bescheinigung der Richtigkeit versehen, zusammen innerhalb 14 Tagen dahier ein- zuretchen.
Zugleich mache ich hierbei auf die Bestimmungen im 8 6 des Gesetzes vom 24. März 1873 Absatz 1 bezw. § 6 der Verordnung vom 15. April 1876 (Gef. S. S. 108) aufmerksam, wonach Reise- kosten und Tagegelder nur bet Reisen von wenigstens 2 km Entfernung vom Wohnorte gewährt werden.
I. 566. Der Königliche Landrath.
In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 3. Februar 1892.
Der am 22. August 1868 geborene Georg Heinrich A pel von Meckbach hat um Entlassung aus dem preußischen Staatsverbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
I. 646. Der -^cnlglidie Landrath.
In Vertretung:
Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 4. Februar 1892.
Diejenigen Herren Standesbeamten, welche milder Erledigung meiner Verfügung vom 6. März 1885 Nr. 2599, Kretsblatt Nr. 30, betreffend den Nach- weis über die Bewegung der Bevölkerung pro 1891 noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist bis zum 12. d. MtS. bet Meiduog von 3 Mk. Strafe erinnert.
2599. Der Königliche Landrath.
In Vertretung:
____Braun, Kreisdeputirter.
Hersfeld, den 4. Februar 1892.
Diejeuigeu Herren Ortsvorstände, welche mit der Erledigung der nachstehenden Verfügungen noch im Rückstände sind, werden hieran mit Frist
bis zum 12. d. MtS. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.
1. Verfügung vom 4. Mai 1880 Nr. 4917 Kreisblatt Nr. 36 betreffend die Führung eines Verzeichnisses über sämmtliche Gemeinde- glieder.
2. Verfügung vom 30. Mai 1879 Nr. 6474 Kreisblatt Nr. 44 betreffend das Einbinden der Kreikblätter.
4917. 6474. Der Königliche Landrath.
In Vertretung: ___________Braun, Kreisdeputirter.
HerSfeld, den 3. Februar 1892.
Das Köuigl. LaudrathSomt wird ergebeust benachrichtigt, daß der nach Unterschlagung amtlicher Gelder flüchtig gewordene Postgehülfr Kaufhold aus NeuhauS am Rennweg ermittelt und iu Haft genommen worden ist.
Kaiserliches Postamt. V i g e l i u s. An das Königliche LaudrathSamt hier.
* * * hersfeld, den 4. Februar 1892.
Wird den .Ortspolizeiverwaliungen und oer Kömgl. Gendarmerie des Kreises mit Bezug auf die Verfügung vom 14. Dezember v. I. Nr. 12441, Kretsbl. Nr. 150, mitgetheilt.
I, 663. Der Königliche Laudrath.
In Vertretung: Braun, Kreisdeputirter.
Der Personenverkehr aus den preußischen Staatsbahnen 1890)91.
Die Personenbeförderung hat gegen das Vorjahr eine Mehreinnahme von 15 953 850 Mark oder 7,7 pCt. ergeben. Die 1. Wagenklaffe brächte 9951084 Mark (gegen 9 840 276 Mark im Jahre 1889/90); die 2. Wagenklaffe 57 622 098 Mark (geaeu 54488038 Mark); die 3. Wagenklaffe 90483960 Mark (gegen 86983762 Mark); die 4. Wagen«
kam ihr besonders unheimlich vor, sie versuchte aber sich selbst zu belächeln, denn was konnte ihr hier in diesem von Schildwachen behüteten Schlöffe geschehen? Eigentlich in Sicherheit fühlte sie sich jedoch erst, als sie in dem großen Himmelbette lag und die Decke über den Kopf zog. Jetzt wollte sie an den eben verlebten glücklichen Abend denken und von ihm, dem Geliebten träumen; einen angenehmeren Traum konnte es für sie nicht geben. O wie unverändert herzlich er ihr eutgegengetreten, wie lieb und gut er war!
Am andern Tage gab die Stadt den hohen und höchsten Herrschaften ein Sommerfest im Park, das aber schon gegen sieben Uhr sein Ende erreichte, da ein Gewitter im Anzüge schien. Abends sollte nur noch im engsten Familienkreise Theecirke! bei der Großherzogin Mutter sein.
Zum andern Tage war ein Hofkonzert, alS Vorfeier der Vermählung angesetzt worden, zu dem die Herzogin Mathilde ihren Amethistschmuck bei dunklem Sammet tragen wollte, um wie sie mit Meta und der Schmidt überlegt hatte, ihre große Brillanten - Parüre mit den Perl - Poiren zum Galladiner der Hochzeit aufzusparen.
Damit sie nun die mühsame Arbeit der Zusammenstellung deS großen Schmucke?, der aus Diadem, Ohrgehängen, Halsband, Broche und Armbändern bestand, in Ruhe und mit Sorgfalt ausführen könne, bat Meta ihre Herrin, als diese