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Hersstl-kl Klkishlllti.

Mit wöchmllicher Kratis-AeilageIllustrirtes Anterhaltungrösatt".

Nr. 15. Doimcrffag den 4. Februar' 1892.

Jtimmträ-^

Bestellungen auf das

HersfeLder KreisvLatt mit der wScheotttche« «rattS Beilage

^Jlluftrirtes Unterhattungsblatt" für die Monate Februar und März werden von allen Kaiserlichen Postanstalten, Landbrief­trägern und von der Expedition angenommen.

Amtliches.

HerSfeld, den 28. Januar 1892.

Au Stelle des Apothekers Dr. M ü l l e r dahier, welcher das Amt einer Trichinenbeschauers nieder- gelegt hat, ist der Apotheker Heinrich W e g n e r dahier als Sachverständiger zur Untersuchung der Schweinefleisches auf Trichinen für den L Schau bezirk der Stadt HerSfeld -estellt und ver- pflichtet worden.

Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

HerSfeld, den 25. Januar 1892.

Der seitherige Bürgermeister Johann Valentin Eidam zu Holzheim ist als solcher auf acht weitere Jahre gewählt und heute verpflichtet worden.

A. 85. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 30. Januar 1892.

DaS Königliche LandrathSamt ersuche ich er» gebeust, durch das Kreisblatt den Kreiseingeseffeneu zur gefälligen Kenntniß bringen zu wollen, daß durch den Abgang der Nothbrücke bei MengS- Housen in Folge deS Eisganges der Fährverkehr bis auf Weiteres seinen Weg über die Fulda-

(Unbefugter Nachdruck verboten.) Die Brillanten der Herzogin.

Novelle von A. von der Elbe.

(Fortsetzung.)

Wohlbehütet und unberührt war ste ausgewachsen, da kam Anton Heinrich au deu Hof ihrer Eltern. Ihn sehen und lieben war wie etwas Langvor- bereitetes, NaturnothwendigeS über sie gekommen. Sein Auge sagte ihr, daß er wie sie empfinde. Bei der ersten Begegnung im Park, wo sie sich endlich einmal allein getroffen, war ihr Gefühl indeß nur in einem Händedruck und in ein paar kurzen Andeutungen sogleich an den Tag getreten. Ja, sie hatten die Zukunft in rosigem Lichte gesehen, waS er gesagt war so, sie hatte ihn mit aller Gluth und Kraft ihres jungen Herzens geliebt und war fast daran gestorben, alS man diese Liebe auS ihrer Seele gerissen!

Damals im Park waren sie gestört und an einer weiteren Aussprache gehindert worden und am selben Nachmittage war schon Anton Heinrichs Brnder, der regierende Herzog, angekommen. Eine unheimliche Stimmung schien sich alsbald ihres ganzen Kreises zu bemächtigen. Nur der Herzog ging in seiner derben Weise rücksichtslos laut und fordernd vor. Sie empfand, daß er ihr huldige; da sie dachte, den künftigen Schwager freundlich für sich stimmen zu müssen, nahm sie sein Entgegenkommen artig auf und erschrak

brücke bei Mengshauseu und der Fußgänger seinen Weg über die, in der Vollendung begriffene eiserne Brücke bei MengShausen zu nehmen hat.

X y l a u d e r, LandeS-Bauinspektor.

An das Königliche Landrathsamt hier. I. Nr. 333.

* * * Hersfeld, den 1. Februar 1892.

Wird veröffentlicht.

I. 579. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Cassel, den 29. Januar 1892.

Königliches LandrathSamt beehre ich mich unter Danksagung für die bisherigen Bemühungen er» gebeust zu benachrichtigen, daß der ZwangSzög- liug August Schaumburg auS Lohne inzwischen auS der Zwangserziehung entlassen worden ist, weshalb ich mein Ersuchen vom 24. September v. Js. II. Nr. 4534 u. 4535 als erledigt hierdurch zurückziehe.

Der Laudes-Direktor. Au Königliches LandrathSamt zu HerSfeld.

I. II. Nr. 459.

HerSfeld,* den 2. Februar 1892.

Wird den Ortspolizeiverwaltuugeu und der Königlichen Gendarmerie deS Kreises mit Bezug auf meine Verfügung vom 30. September v. J. Nr. 9947, Kreisblatt Nr. 118, mitgetheilt.

I. 601. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Berlin, den 8. Juli 1882.

Warnung.

In Läden und Geschäften, welche als Lotteric-Komtor, Lotterie-Einnahme oder Lotterie-Kollekte bezeichnet sind und deren Inhaber sich als Lotterie-Einnehmer resp. Kollekteur be­zeichnen, werden Sooft der Preußischen Klassen-Lotterie und Anthcilscheine auf solche Loose, oft unter Benennung als An- theilloose, für Preise angeboten, welche die im Lotterieplan bestimmten Preise sehr weit übersteigen und ferner noch da­durch erhöht werden, daß in den Antheilscheinen selbst die Verkäufer derselben hohe Gewinn-Abzüge für sich ausbedingen.

tödtlich, alS sehr bald seine eigenen Wünsche deutlich hervortraten.

Plötzlich war Auton Heinrich, ohne Abschied von ihr zu nehmen, abgereist. Als das etwas unzuverlässige Fräulein von Steckwitz ihr die Nachricht überbrachte, glaubte sie ihren Ohren nicht trauen zu dürfen. Dann kamen ihre Eltern, erst die Mutter, dann der Vater mit aller seiner Strenge und erklärten ihr, daß sie die Bewerbung deS Herzogs anzunehmen habe.

Als sie sich ihrer Mutter zu Füßen geworfen und ihre Liebe zu Anton Heinrich bekannt hatte, war sie darauf hingewiesen worden, daß er ja ohne Schwierigkeiten zurück getreten, daß sie sich ihm doch nicht anbieten könne und daß ihre Heirath eine beschlossene Sache sei.

Nach furchtbaren Kämpfen hatte sie sich in ihr Geschick ergeben. Die Bitterkeit und der Trotz, die sie gegen den Treulosen empfunden, waren ihr zur Hülfe gekommen. Sie ward seiner Bruders Weib und durchlitt furchtbare Jahre. Und jetzt kam er, der gleichmüthig alle den Jammer über sie gebracht hatte und wagte, au die alte Liebe zu erinnern. ES war mehr als sie ertragen und sich bieten lassen konnte!

* * *

Meta hatte unter dem Beistände der Schmidt aufgeräumt. Die Schatulle mit den Schmucksachen war schon früher verschloffen worden und nun kehrte die junge Kammerfrau in ihr Zimmer zurück. Von der gütigen Herrin war ihr erlassen worden,

Die Anteilscheine begründen niemals Ansprüche an die Lotterie-Verwaltung auf Looseerneuerung und aus Gewinn- zahlung.

Vielfache gerichtliche Verurteilungen von LooSantheilschein- Verkäufern haben herauSgestellt, daß solche Verkäufer häufig betrügerisch verfahren, indem sie die Loose, auf welche sie An­theile verkaufen, nicht besitzen, oder auf wirklich besessene Loose viel mehr Antheilscheine auSgeben, als der Umfang ihres Loose- besitzeS erlaubt, oder endlich indem sie ihrerseits erhobene größere Gewinne unrerschlagen und mit denselben verschwinden.

Zur Unterscheidung der LooSantheilscheine von den achten Loosen machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren stet« einen Stempel mit der inneren UmschriftKoen. Pr. Gen.» Lotterie-Direkt." und die gedruckte UnterschristKönigl. Preuß. General-Lotterie-Direktion" tragen.

Zur Unterscheidung zwischen den sich al«Lotterie-Einnehmer« benennenden und ihr Geschäft alsLotterie-Einnahme" oder Lotterie-Komtor" bezeichnenden Privat-Verkäufern von Loosen einerseits und den Königlichen Lotterie-Einnehmern andererseits aber machen wir darauf aufmerksam, daß die letzteren allein alSKönigliche Lotterie-Einnehmer" sich namhaft machen.

Königliche General-Loiterie-Dirkttion.

DammaS. Lilienthal.

Aus der BudgetdAMissio n des Reichstags, die sich gegenwärtig mit dem Militairetat be­schäftigt, entnehmen wir den Blätterberichten waS folgt:

Zu den Mehrforderungen für die Uebungen derMannschaften deSBeurlaubten- st a n d e s wurde im Namen des Kriegsministers erklärt, daß die Militairverwaltung den größten Werth auf die Bewilligung lege. Gerade die Erfahrungen, welche mau bei den letzten Uebungen gemacht, haben zu der neuen Forderung geführt. Man fügte hinzu, daß in Frankreich für 1892 10 269 000 UebuugStage vorgesehen sind, also drei­mal mehr als bei uns. Nur im Vertrauen auf die innere Kraft deS deutschen Heeres könne die deutsche Verwaltung in ihren Forderungen soweit zurückbleiben. Der Commissar gab sodann Auf- schlöffe über die Reservedivistonen, die größten- theils auS Landwehr bestehen und nach den jetzigen

nach der Soiree, wie es ihr Dienst mit sich brächte, noch einmal herüber zu kommen. Meta hatte von ihrem alterthümlichen Gemach und dem unheim­lichen Bildersaal erzählt, den sie zu durchschreiten habe. »Da bleiben Sie nur in Ihrem Eulen- neste, Kleine," war die Antwort gewesen. »Ich möchte Sie nicht um Mitternacht den Schrecken dieses Weges auSsetzen, zu den Tapfersten gehören Sie ohnehin wohl nicht?"

»Ich kann auch noch anders herum zu Hoheit gelangen uud möchte meine Pflicht nicht ver­säumen."

»Die Schmidt genügt, ich danke Ihnen, Fräulein Schönboru; auf Wiedersehen morgen früh."

Meta war froh und dankbar über diesen Be­scheid heimgekehrt und schmückte sich nun selbst zur Abendtafel, au der sie hoffen durfte, den Jugendfreund zu treffen. Daß Prinz Anton Heinrich mit Begleitung angekommen und im Hauptbau der Kaspar Wilhelms Burg abgestiegen sei, hatte sie schon von Melzer gehört.

Gegen 9 Uhr trat der Lakai bet Meta ein und führte sie über die Hintertreppe in das Unterge­schoß, wo in einem der älteren Gemächer die MarschallStafel angerichtet war.

ES flimmerte vor Metas Augen als sie in daS Speisezimmer trat, in dem schon etwa ein Dutzend Personen anwesend waren. Sie hatte den Blick nur flüchtig aufzuschlageu gewagt, erkannt. daß sie vor Verwirrung doch nichts sehe uud schritt nun in ihrer bescheidenen Haltung, gesenkten