Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnement-Preis vierteljährlich 1 Mark 40 Pfg. exek. Postaufschlag.

Die Zusertionsgebühren betragen für den Raum einer Spaltzeile 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei gestern- Aufträgen entsprechender Rabatt.

Itrsfditr Kreisdlütt.

__________Mit wöchentlicher Kratis-MeilageIllustrirtes Auterhaltungsölatt".

Nr. 145. Sonnavend den 5. DezeWer 1891?

Erstes Blatt.

Amtliches.

Ziegenhain, den 27. November 1891.

Das Königliche Landrathsamt benachrichtige ich unter Bezugnahme auf mein Schreiben vom 28. September d. J. Nr. 10846 ergebeust, daß die unter dem Rindviehbestand zu Breitenbach aus- gebrocheue Maul- und Klauenseuche erloschen und die deshalb angeordnete Gemarkungssperre und die sonstigen Schutzmaßregeln wieder aufgehoben worden sind.

Der Königliche Landrath

von Schwertzell.

Au das Königliche Laudrathsamt zu Hersfeld.

I. I. Nr. 13782.

* * *

HerSfeld, den 2. Dezember 1891.

Wird veröffentlicht.

11975. Der Königliche Laudrath

Freiherr von Schleinitz.

Wotitische Nachrichten.

Berlin, 3. Dezember. Im Laufe des heu­tigen Vormittags konferirte Se. Majestät der K a i s e r von 10 Uhr ab mit dem Reichskanzler General v. Caprivi, arbeitete alsdann mit dem Kriegsminister, Generallieutenant v. Kaltenborn- Stachau, sowie später mit dem Chef des Militair- kabinets, General der Infanterie v. Hahnke. Morgen früh 8 Uhr gedenkt Se. Majestät der Kaiser mit den Herren seiner Begleitung mittelst Sonderzuges von der Wildparkstation aus über Charlottenburg und Wittenberg nach der Göhrde sich zu begeben, um daselbst mit mehreren ge­ladenen Jagdgästen größere Hofjagden auf Roth­und Schwarzwild rc. abzuhalten.

Staub!

Roman auS der Gegenwart von Zoö'von Reuß.

(Fortsetzung.)

Ich werde für dieses Jahr diese unerhörte Stil- und Geschmacklosigkeit ertragen müffen, Axel," sagte sie zu dem Bruder, indem sie sich ein wenig von ihrer chaise-longue erhob. Ja nächster Woche sind es sechs Monate, daß Arthurs Vater starb, und werde ich von dieser Zeit an mein HauS öffnen!" , ,

So wirst Du nicht das Trauerjahr abwarten

Nein!" ,

Werdet ihr viel Geselligkeit bei Euch sehen, während dieses Winters-"

Vielleicht - vielleicht auch nicht, je nach- dem.... Es sind nur interessante Menschen, nach denen ich verlange!"

Vielleicht hast Du Lust zu einem Afrikareisen, den? Sie sind der Modeartikel augenblicklich." Paula gähnte als Antwort. Dann frug sie: Wie weit bist Du mit Adelaide von Flechsen?" Nicht um ein Haar breit weiter, als vor zwei Jahren!

Unmöglich!"

Du bist außerordentlich liebenswürdig, mich für unwiderstehlich zu halten. Fran von Flechsen scheint anderer Meinung zu sein. Vielleicht paßt

Se. Majestät der Kaiser empfing am Mitt­woch im Neuen Palais den Gouverneur von Kamerun, Zimmerer, sowie den Chef der Vtkto- rtasee-Expedition, Oskar Sortiert und beehrte dieselben sodann mit einer Einladung zur Früh­stückstafel. Die Herren Zimmerer und Borchert werden in den nächsten Tagen von Berlin nach Afrika abreisen.

DenBerl. Pol- Nachr." zufolge sollen in den nächsten Tagen Kommissare der Reichsämter des Innern, der Justiz und des Reichsschatzamts, sowie der preußischen Ministerien für Handel, Laudwirthschaft, der Finanzen und deS Innern zu Berathungen über die Frage zusammentreten, ob und welche Maßnahmen zu ergreifen seien, um die Mißstände an der Produktenbörse zu beseitigen. Es gelte als zweifellos, daß nach Abschluß dieser Vorberathungen, jedenfalls bevor an Ausarbeitung gesetzgeberischer Normen heran- getreten würde, Sachverständige aus den an dem Handel an der Produktenbörse interesfirten Kreisen gehört werden.

Wegen der österreichische-V e r e i n S t ha - e r sind zwischen der österreichischen und der deutschen Reichsregierung Verhandlungen eingeleitet worden. Doch soll die Vorlage erst in einigen Monaten zur Verhandlung kommen.

Die erste Berathung der H a n d e l 8 - V er­trüge im Reichstag ist, wie man von maßgeben­der Seite vernimmt, nunmehr auf den Donnerstag nächster Woche festgesetzt worden.

Dem Bundesrath sind die aus den Berathungen des in diesem Jahre zu Wien abgehaltenen Postkongressses hervorgegangenen, von deu deutschen Bevollmächtigten vorbehaltlich der Zu­stimmung mitunterzeichneten Vertragsurkunden nebst einer erläuternden Denkschrift zur Kennt - nißnahme und Beschlußfassung von dem Reichs­kanzler vorgelegt worden.

Die Massenpetition des Vorstandes des allge­meinen deutschen Frauenvereins um Zulassung

sie auch nicht für mich durch ihre romantischen Grillen und fühlt das selbst. Klug genug ist sie dazu . . . ."

Ich würde glücklich sein, wenn, wenn . . . ." Nun?"

Wenn Dir die Verhältnisse gestatteten, allein Dein Herz zu befragen," sagte Paula mit tiefem Seufzer,selbst wenn die kleine Lilli Velten meine Schwägerin würde. Nein, ich würde nicht neidisch werden über solches Glück. Haben wir uns nicht immer verstanden und geliebt? Ja, ich gönne Dir jedes, auch das höchste Glück! Aber es kann nicht sein!"

Warum nicht?"

Nein, nein!"

Ja, das Gold ist nur Chimaire!" sang Axel dem Bertraud in Robert dem Teufel nach, welche Oper er gestern gehört hatte.

Möglich, sehr möglich nur Axel von Horsten darf es nicht entbehren! Wie steht es mit Deinen Schulden I"

Ganz vortrefflich!" erwiderte Axel lachend.

Ich könnte Arthur bitten, Dir einen Kredit zu eröffnen, aber ich bin stolz darauf, der Ver­suchung widerstanden zu haben. Unser Name verlangt, daß Du Dich nicht stützen läßt durch modernen Reichthum, sondern durch Dich selbst, wenn möglich zu den oberen Zehntausend zählst. Ohnehin wirst Du dereinst nicht auf eigenem, ererbten Grund und Boden stehen! Fast kann

der Frauen zum Uuiversitätsstudinm ist von 50 286 Unterschriften bedeckt, darunter 36 902 Unterschriften von Frauen.

Aus Kairo wird gemeldet, daß die von Major von Wißmann in Aegypten angeworbeneu 300 sudanesischen Rekruten in Suez nach Dar-eS- Salaam eingeschifft wurden. Wißmann selbst ist noch nicht im Staude, Kairo zu verlassen.

Der österreichische .Kriegsminister hat in der Delegation eine bindende Erklärung über die zweijährige Dienstzeit zwar abgelehnt, aber ausgesprochen, das Ministerium werde die Frage im Auge behalten.

Das »gesteigerte Selbstgefühl" der Franzosen wird wieder einmal durch eine Revanche-Rede bezeugt. Der General Sounois, Kommandeur der 6. Infanterie-Brigade in Beauvais, hat bei Einweihung eines Denkmals für gefallene Krieger bei AmienS wörtlich gesagt:Frankreich ist nunmehr seiner Kraft gewiß, wie eS gewiß ist seines Rechts, und wenn die Stunde der unaus­bleiblichen Genugthuung schlägt, wird diese Kraft den Triumph he* Achteten Rechts sich erv."

Der. Nothstand in Rußland spottet bisher aller Bemühungen seiner Herr zu werden. Es muß schlimm aussehen, wenn die Regierung daran denkt, alle privaten Getreidevorräthe zu beschlag­nahmen. Die Enteignung dürfte in der Weise vor sich gehen, daß die Krone alles im Privatbesitz befindliche Getreide requirirt, sofern die Vorräthe das Jahresbedürfnis der einzelnen Familie über­steigen, und zwar zu einem Preise, welcher an diesen Orten am Tage des Ausfuhrverbots für Weizen bestand, d. h. am 21. November.

Ein neuer Indianer-Auf stand ist in den Ver. Staaten von Amerika auSgebrochen. Die Judtauerstämme der Apachen in Arizona befinden sich auf dem Kriegspfade. Die auf- ständischen Indianer brennen die Häuser der Farmer nieder. Ein Weißer ist von ihnen getödtet und ein anderer verwundet worden.

ich es bedauern, daß Horsten nicht Majorat und unverkäuflich war. Nein, nein, ich liebe es nicht mehr!" sagte Paula leidenschaftlich.

Du gehst zu weit!"

Einerlei, das Leben ist so langweilig, so öde und schaal, daß man gezwungen ist, seine Gefühle bis zur Leidenschaft zu steigern, um es zu ertragen. Aus diesem Grunde werde ich diesen Winter auch ein Haus machen, o, ich schmachte nach Emotion! Frau von Flechsen werde ich auch besuchen!"

Trotz Deiner Abneigung?"

Ich werde sie überwinden um Dich! Auch bin ich neugierig, sie näher zu kennen. Laporte singt Loblieder auf sie...." Das Weitere ward unterbrochen durch deu Eintritt des Gatten. Er kam von unten aus den Geschäftsräumen und sah sehr abgespannt aus. Die strenge, ungewohnte Thätigkeit ermüdete ihn augenscheinlich und ward hm beschwerlich. Und doch lebte ein Rest eines fK- v°u dem Vater großgezogenen Thätig- keitSstnnes in ihm, welcher ihn zu neuen An- strengungen trieb. Der energische Vater hatte seinen Reichthum n cht ererbt, sondern durch ge- wagte, aber glückliche Spekulationen erworben. Es war nur natürlich, daß der Sohn in die Fußtapfen des Vaters zu treten versuchte. Aber -« fehlte ihm die Kaltblütigkeit und Kraft des Vaters, neben dessen weiten scharfen Blick. Und doch war daS groß und kühn angelegte Geschäft nur durch solchen auf seiner gegenwärtigen Höhe