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rüftlhtr Kreisblatt

Mtt wöchentlicher Kratts-WeilageJllustrirtes MutertzattungsSlatt-.

Nr. 135.

Donnerstag den 12. November

1891.

Amtliches.

Hersfeld, den 31. Oktober 1891.

Es wird hierdurch veröffentlicht, daß der Kreis- lssckuß des hiesigen Kreises in seiner Sitzung tt 31. d. Mts. gemäß § 18 des Gesetzes vom !. März 1881 betreffend die Abwehr nnb Unter» üdatifl der Viehseuchen, aus den sachverständigen Angesessenen des Kreises für daS Jabr 1892 lgende als Schiedsmänner zu den Schätzungs- immlssioneu heranzuziehende Personen gewählt

V**

1. Oekonom Peter Heil zu Hersfeld.

2. Oekonom Friedrich Friedrich zu Hersfeld.

3. Oekonom Friedrich Heil zu Hersfeld.

4. Gutsbesitzer Richard Braun zu Oberrode.

5. Domainenpackter Freise zu Bingartes.

6. Domainenpachter Königl. Oberamtmann Ol­denburg zu WilhelmSbof.

7. Domainenpackter Suntheim zu Eichhof.

8. Gutsbesitzer Schwarz zu Unterbaun.

9. Landwirth Wilhelm Jacob daselbst.

10. Gutsbesitzer Franz Roll zu Meisebach.

11. Gutsbesitzer Ferd. Roll zu Obergeis.

12. Landwirth Johannes Claus zu Mccklar.

13. Landwirth Heinrich Fry zu Taun.

14. Landwirth Konrad Hildebrand zu Rohrbach.

15. Bürgermeister Glebe zu Kohlhausen.

16. Gutsbesitzer Baron von Lepel zu Hattenbach.

17. Oekonom Philipp Schäfer zu Mengshausen.

18. Landwirth Jacob Grenzebach zu Niederaula.

19. Oekonom Bezzenberger zu Kirchheim.

20, Oekonom Meister zu Beiersgraben.

21. Oekonom Johannes Jacob Schenk zu Kers- Penhausen.

22. Bürgermeister Ruhn zu Asbach.

23. Landwirth Philipp Thiel zu Kruspis.

24. Landwirth George Waitz zu Harnrode.

25. Gutsbesitzer Gerlach zu Rippe.

26. Gutsbesitzer Führer jun. zu Lautenhausen.

27. Gutsbesitzer Hoßbach zu Hof Weißenborn.

(Unbefugter Nachdruck verboten.)

Staub!

Roman auS der Gegenwart von Zoö von Reuß.

(Fortsetzung.)

Niemand hat mit Ihnen darum zu rechten, auch ich nicht. Wie alles in der Welt, macht auch das Herz seine Wandlungen durch. Wer aber sagt mir, daß es der Elfenköniain Titania anders ergeht, als der gebrochenen Rose?

Wenn ich in Jahresfrist Windheims Gattin nicht geworden bin, entweder weil er mick nicht begehrte, oder weil, weil mein Herz daS Opfer zu groß fand , , , .*

Paula, Engel! Rein, Du kannst ihn nicht «"rathen! rief Willibald FreseniuS in neuer Leidenschaft.

; »Möglich! Wer kennt sich ang ?"

i "Du gehörst mir, mir allein!"

"Noch gehöre ich mir selbst auch werde ich Men, diesen Standpunkt festzuhalten. Man nennt mich gefallsüchtig, eitel, kokett, weil es mir ki"6nügen macht, die Bewunderung meiner Person Augen meiner Anbeter zu lesen, sie viel- N/.auch gelegentlich absichtlich hervorzurufen. MA ungerechtes Verlangen, für die gewöhnlichen WotZungen, welche der Eitelkeit, Laune oder »em Eigennutz entstammen, ein echtes Gefühl zu

28. Gutsbesitzer Gliemeroth zu Wölfershausen.

29. Gastwirth Ruch zu Widdershauseu.

30. Vicebürgermeister Grau zu Heringen.

31. Ackermann Johs. Volkenand zu Beugendorf.

32. GutSpSchter Otto zu Oberlengsfeld.

33. Landwirth Burghard Rüger zu Unterweisen- born.

34. Oekonom Adolph Reinhard zu Unterwrisen- born.

35. Ackermann Heinrich Burghard I. zu Ransbach.

36. Gutsbesitzer August Aulepp zu PhilipPSthal.

37. Schmied Sckeer zu Schenklengsfeld.

38. Ackermann Rudolph zu Ausbach.

39. Ackermann Peter Bock zu Conrode.

40. Ackermann Oswald Steinhauer zu Wüstfeld.

Aus der Zahl dieser Personen hat die Orts­polizeibehörde die Schiedsmänner für jeden ein­zelnen Schätzungsfall zu ernennen. Die Schätzung erfolgt durch die aus dem beamteten Thierarzte und zwei Schiedsmännern gebildete Kommission, und sind die Schiedsmänner von der OrtSpolizei« behörde eidlich zu verpflicyten. Dasselbe gilt, wenn an Stelle des beamteten Thierarztes ein nicht beamteter Tbierarzt zugezogen wird, für diesen, sofern derselbe nicht im Allgemeinen als Sachverständiger beeidigt ist.

Die den Schiedsmännern als Ersatz für Reise­kosten und Auslagen zu gewährende Vergütung wird im Verwaltungswege festgesetzt und aus der Staatskasse bestritten.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die vorstehend genannten Personen alsbald von der auf sie gefallenen Wahl in Kenntniß zu setzen und denselben zugleich zu eröffnen, daß sie ver- pflichtet seien, auf amtliche Requisition erforder­lichen Falles an allen Orten des Kreises Ab­schätzungen vorzunehmen.

J. A. 1134. Der Königliche Landrath Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 10. November 1891.

Die Herren Standesbeamten des Kreises werden

fordern? Also ich werde diesen meinen Stand­punkt festhalten, vorläufig wenigstens

Ich werde Dich dennoch erringen!"

Dann werde ich ihn anfgeben," lächelte sie. Ich liebe mutbige Männer der Sieg und das Glück heften sich an ihre Fersen! Aber wir müssen heimkebren von der Schwanenivsel. Lösen Sie das Schifflein, Lohengrin!"

Fast wortlos ward die Fahrt zurückgelegt, auch auf dem Heimwege blieb Paula schweigsam. In Willibald FreseniuS Kopfe aber kreuzten sich wilde Gedanken. Er begann Windheim und Laporte glühend zu hassen, den einen, weil er ihm Paula jeden Augenblick entreißen konnte, den andern, weil er um sein Verhältniß zu Clara Winkler wußte. Paulas meisterhafte Koketterie, die ihm den Preis zeigte, ja gewissermaßen ent- gegenhielt, und doch die Hände band, wirkte fast sinnverwirrend. Der Schlaf floh ihn, und wenn er doch auf kurze Zeit entschlummerte, zeigte ihm der Traum daS BildTitanias!"

XVII.

Mehrere Tage verstrichen, während welcher Paula von Horsten sich von Willibald FreseniuS zurückgezogen hielt und sich mehr aber sichtlich nur freundschaftlich mit Laporte beschäftigte. Sie ritt mit ihm aus und begleitete die Herren scherzweise sogar einmal auf den Anstand. Durch AxelS Ankunft war es sehr belebt in Horsten ge-

angewiesen, die Standes-Register für das Jahr 1892 durch einen schriftlich bevollmächtigten, zu­verlässigen Boten bis zum 1. Dezember d. I. dabier abbolen zu lassen.

Die bestellten Formulare zu Register-Auszügen sind den Registern beigefügt. *

A. Nr. 1176. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 4. November 1891.

Der Landwirth Heinrich Wenzel zu Wüstfeld ist heute als Ortsschätzer der dasigen Gemeinde verpflichtet worden.

11189. Der Königliche Laudrath

Freiherr von Schleinitz.

HerSfeld, den 8. November 1891.

Der zuletzt bei dem Postamts in Meißen be­schäftigte Postgehülfe Adolf Arthur Schicktanz, geboren am 7. April 1872 zu Stolpen (Sachsen­ist seit dem 3. November Abends 9 Uhr nach Unterschlagung vou Sc^briefeu im Werthe von 12000 Mk. flüchtig. Sckicktanz ist höchst wahr­scheinlich mit dem um 9'" Abends aus Meißen abgehenden Zuge in der Richtung nach DreSden abgefahren.

Das Königliche Landrathsamt wird hiervon mit dem Ersuchen ergebenst in Kenntniß gesetzt, gefälligst auf Schicktauz fahnden, ihn im Be- tretungsfalle verhaften zu lassen und eintretenden­falls hiervon die Ober-Postdirection in Dresden (Altst.) telegraphisch zu benachrichtigen.

Auf die Wiederergreifung des Flüchtigen und die Herbetschaffung des Geldes ist eine Belohnung von 300 Mk. ausgesetzt.

Personbeschreibuug.

Alter: 18 Jahre, Größe: mittet, Wuchs: schlank, Gesicht: oval, frisch, gesund; ohne Bart, Haar: blond. Kleidung: dunkle Hose, grau­braune Lodenjoppe, kleiner schwarzer Hut. Be­sondere Kennzeichen: An der Stirn eine kleine

worden, es war ein Kommen und Gehen wie in einem Taubenschlage. Dem alten Baron war eS Bedürfniß Gastfreundschaft zu üben, und die Baronin war bekannt als liebenswürdige Wirthin. Es herrschte in Horsten etwas von jener alten, vornehmen und patriarchalischen Gastfreundschaft, wie sie die anererbte feine adlige Sitte verleiht, und welche darum eigentlich nur in alten, guten Häusern zu finden ist. Die gemalten Ahnen im altmodigen, aber wohlerhaltenen Eßzimmer hatten die Gastfreundschaft vielleicht prunkvoller aus- geübt, die Enkel thaten eS aber nicht minder würdevoll und herzlich. Besonders die Baronin verstand es den Gästen behaglich zu machen. Daß die veränderten Zeitverhältnisse sie zu mancher wohlüberlegten, gewissenhaft eingehaltenen Ein­schränkung zwangen, gewahrte nur ein längerer Beobachter, z. B. Windheim, oder der bessere Theil des Hausgesindes, denen eS Anerkennung abzwana.

Verflucht! Hol's der Geier!" knirschte Willi- bald FreseniuS hinter den Zähnen hervor, indem er daS Tageblatt zur Erde.schleuderte, in welchem er soeben eine Kritik seiner Gemälde gelesen hatte, an welcher der schnell erwachende Neid mehrerer mähnenumwallter Collegeu" unzweifelhaft großen Antheil hatte. Der Maler kannte das Spiel viel zu gut und wußte ganz genau, wie man dabei zu Werke ging. Das Kunststück war einfach und complicirt zugleich. Von einer Seite wurde ge-