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Herssel-tt Kreishlatt.
Mit wöchentlicher Kratis-Aeilage „Illustrirt« Muterhaltungsklatt".
Nr. 130.
Sonnabend den 31. Oktober
189L
Erstes Blatt.
WmiMtck-MMG
Bestellungeu auf daS Hersfelder Kreisvlatt mit der wöchentlichen Gratis-Beilage „Jllustrirtcs Unterhaltungs-Blatt" pro November u. Dezember werden von allen Kaiserlichen Postanstalteu, Lavdbriefträgerv und von der Expedition angenommen.
Amtlich«.
HerSfeld, ben.29< Oktober 1891.
Wegen AuSbrucheS der Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh in hiesiger Stadt sowie in den Ortschaften Gershausen, Niederjossa, Ober- geiS und Kohlhauseu wird der auf
Do««erstag de« 5. November -. J. dahier auberaumte Viehmarkt aufgehoben.
Die Herren OrtSvorstände des Kreises haben Vorstehendes in den Gemeinden alsbald auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
11011. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
HerSfeld, den 28. Oktober 1891.
Die Herren OrtSvorstände deS Kreises erhalten hierdurch die Auflage, fortab nach erfolgter Feststellung deS AuSbrucheS der Maul- und Klauenseuche durch deu Königlichen KreiSthierarzt bei den späteren Anzeigen von neuen AuSbrüchen die genaue Zahl der auf dem Seuchengeböfte vorhandenen Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine auf- zunehmen, dergleichen die Zahl der bereits erkrankten Thiere jeder Gattung. Auch ist beim Erlasse von Schutzmaßregeln den Besitzern der Seuchengehöfte oder deren Stellvertretern auf- zugeben, von den weiteren Erkrankungen unter ihrem von der Seuche gefährdeten Vieh sofort Anzeige zu machen und ist über diese Anzeigen hierher Bericht zu erstatten.
10853. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
_ HerSfeld, den 28. Oktober 1891.
Die am 15. April 1869 zu MengShausen ge- borene Martha Albrecht hat um Ertheilung eines Reisepasses behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
10977. Der Königliche Landrath
Freiherr von Schleinitz.
Lu der Mittwoch de« 4. November er. vormittags 10 Uhr im Gasthaus ,zum Stern- dahier abzuhaltenden
amtlichen Herbst-Konferenz
8"den die Herren Lokalschulinspektoren und Mkr des Bezirks HerSfeld I hierdurch ergebeust rlugeladen.
Hersfeld, den 29. Oktober 1891.
Der Oberschulinspektor Ho Sbach.
Steckbrief.
Der am 6. Juut 1872 zu LeugerS Kreis HerS- feldgeboreneSchuetder Valentin Vollmar, welcher vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. 11 als Zjäbrig Freiwilliger angenommen und zuletzt in Kassel und Heringen KreiS HerSfeld wohnhaft gewesen, hat sich unbekannt wohin entfernt.
ES wird gebeten, nach dem rc. Vollmar zu fahnden und denselben im ErmittelungSfalle an die nächste Militärbehörde abzuliefern.
Castel, den 24. Oktober 1891.
Königliches Bezirks-Kommando I. gez. Gro nemann, Oberst und BezirkS-Kommandeur.
politische Nachrichten.
Der Köuig von Rumänien begab sich am Mittwoch Vormittag von Potsdam nach Char- lotteuburg, besuchte daS dortige Mausoleum und legte am Sarge Kaiser MHüm 1. einen Kranz nieder. Am Dienstag hatte der König dem Mausoleum in der FriedenSkirche in PotSdam einenBesuch abgestattet und längere Zeit in stiller Andacht am Sarkophage Kaiser Friedrich III. verweilt. Von Charlottenburg auS begab sich der König zu Wagen nach Berlin direkt in daS königliche Schloß, wo alSbald Frühstück stattfand. Nachmittags 4 Uhr holte König Karl den Kaiser vom Potsdamer Bahnhof ab, um mit demselben nach der Kaserne deS 1. Sarde-Feldartillerie Regiments in der Kruppstraße zum Mittagsmahl bei dem Offizier- korps dieses Regiments zu fahren. Bei dem Diner des ersten Garde-Feldartillerie-Regiments sagte der Kaiser, er freue sich sehr, daß der König von Rumänien die Gnade gehabt habe, die Uniform deS Regiments, welchem er früher angehört, avzuvrhmev und damit zu dem Regiment zurück- zukehren; er erhebe daS Glas auf daS Wohl dcs früheren und jetzt wieder eingetretenen Kameraden. «Der König von Rumänien lebe hoch!" Der König dankte und hob hervor, er freue sich, daß er die Principien der preußischen Armee auf die rumänische habe übertragen können; er habe sie seiner jungen Armee eingepflanzt und diese sei stolz darauf; Se. Majestät schloß: ,3$ fordere die Anwesenden auf, daS Glas zu leereu auf daS Wohl deS Kaisers von Deutschland, er lebe hoch!*
Se. Majestät der Kaiser wird sich am Sonnabend zu deu Jagdeu auf die Besitzung deS Grafen Eulenburg nach Schloß Liebenstein be- geben.
Berlin, 29. Oktober. Am heutigen Vormittag begaben sich Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin gegen 9 Uhr zu Pferde nach dem Bornstädter Felde, woselbst zu Ehren deS Königs von Rnmänien.welcher von PotSdam aus zu Wagen dort eingetroffen war, eine größere Gefechts- Übung stattfand. Nachdem dieselbe ihr Ende er- reicht, begab sich der Kaiser mit dem König von Rumänien nach Potsdam und entsprach dort einer Einladung deS Offizierkorps deS 1. Garde- Regiments zu Fuß zur Tafel nach dem Regi- mentShaufe. Nach derfelben verabschiedete sich der König von Rumänien vom Kaiser vor seiner Abreise von PotSdam, welche um 2 Uhr 50 Minuten erfolgte.
Seine Majestät der K a t s e r und K ö n i g hat, wie schon erwähnt, bet seinem neulichen Besuch deS in der Sommerstrabe dem ReichstagS-Neubau gegenüber errichteten Musterhauses der Baugesell-
schüft „EigenhauS" befohlen, daß für Allerhöchst- denselben zwei solcher Häuser, deren Besetzung Seine Majestät sich Vorbehalten hat, erbaut werden sollen. Der hierin liegenden Allerhöchsten Anerkennung der Bestrebungen der Gesellschaft, welche den arbeitenden Klassen ein billiges und zweckmäßiges eigenes Heim schaffen will, lag, wie der ReichSanz. schreibt, der Wunsch zu Grunde, daß die mit Glücksgütern gesegneten wohlhabenderen Klaffen dem Beispiel Seiner Majestät folgen und auch ihrerseits durch ähnliche Zuwendungen bewährten und wohlverdienten Arbeiterfamilien zur Erlangung einer behaglichen Wohnstätte verhelfen möchten. Wenn eS auch manchen Arbeitern bet den von der Gesellschaft ausgestellten Bedingungen möglich sein wird, nach und nach auS eigenen Mitteln sich in den Besitz eines Häuschens zu bringen, so werden doch anderseits viele und gewiß auch oft die besten und tüchtigsten Arbeiter dazu nicht im Stande sein. Hier ist nun den wohlhabenden und reichen Klaffen die beste Ge- egenheit gegeben, ein gutes Werk zu thun, indem k Arbeiter-Häuser /rechten helfen, bereu Be- 'etzung mit würdige» Arbeitern von ihrem Er- messen abbängen kann. Es ist zu hoffen, daß sich Männer finden werden, die der Anregung Seiner Majestät Verständniß entgegevbringeu und dem Beispiel folgen, welches Allerhöchstderselbe iu hochherziger Weise gegeben hat.
DaS preußische Landesökonomie- collegiom wird sich in seiner diesjährigen Tagung mit einem Anträge auf Umwandlung der landwirthschaftlichen Crotralvereine in Land- wirthschaftskammern nach Analogie der Handelskammern, ferner mit der staatlichen Förderung der Viehzucht und mit der Impfung der Luugen- seuche beschäftigen. Gegen den ersterwähnten An- trag, der vom landwirthschaftlichen Centralvereiu für Sachsen gestellt ist, hat sich auf Umfrage die ganz überwiegende Mehrzahl der landwirthschaft- lichen Centralvereiue ausgesprochen.
Dem BundeSrathe sind eine Reihe von Etats, wie der des RetchS-EisenbahnamteS, der ReichS- Justizverwaltung, des Reichskanzlers und der Reichskanzlei, sowie der kaiserlichen Marine zu- gegangen. Den „Berl.Pol. Nachr." zufolge soll der Etat der ReichS-Justizverwaltung die Vermehrung um zwei Rathsstellen vorsehen. Der Etat der kaiserlichen Marine soll an fortdauernden Ausgaben ein PluS von nicht ganz 3‘/2 Millionen aufweisen, wovon etwa V/j Millionen auf die Jndiensthaltung der Schiffe und Fahrzeuge entfallen. Dagegen sollen die einmaligen Ausgaben im ordentlichen Etat über 1 Million weniger b-- tragen. Der außerordentliche Etat soll als de- deutendste Mehrausgabe die zweite Rate der Befestigung Helgolands im Betrage von etwas über 7 Millionen, sowie einen Posten für den Bau von Wohnhäusern für die Arbeiter auf der kaiserlichen Werft zu Kiel enthalten.
Ueber Vorlagen, welche dem preuß.schen Land- tage in seiner nächsten Tagung gemacht werden sollen, kann, nach den ,B.P. N.-, als sicher nur gelten, daß abgesehen von kleineren Vorlagen erfolgen werden: seitens deS Finanzministerium, ein Entwurf wegen Entschädigung der Reichs- unmittelbaren, seitens deS Ministeriums deS Innern eine Landgemeinde-Ordnung für SchleS- wig-Holstein, daS Polizeikostengesetz und ein Gesetzentwurf über die Verpflichtung der Kommu- nalverbände zur Anstellung von Militäranwärtern, seitens des Kultusministeriums das VolkSschul-