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Hersselder IrröHntt.

Mit wöchentlicher Kratis-WeilageIllustrirtes Muleröaltungsblatt".

Nr. 108.

Donnerstag den 10. September

1891.

Amtliches.

Hersfeld, den 5. September 1891.

In Verfolg meines Ausschreibens vom 27. Juni d. I. Nr. 6505 (Kreisblatt Nr. 78) werden die Herren Ortsvorstände des Kreises behufs Herbei­führung einer zuverlässigeren Meldung über die aufgetretenen Schweinekrankheiten hierdurch an­gewiesen, fortan allmonatlich und zwar bis zum ersten, nach dem hierunter abge­druckten Schema mir Anzeige zu erstatten.

Gleichzeitig ordne ich hierdurch an, daß der Königliche Kreisthierarzt zur Begutachtung der Seuche stets dann und zwar direkt hinzuzuziehen ist, wenn das Verenden mehrerer Schweine hinter­einander in einem Viehbestände den Ausbruch einer Seuche vermuthen läßt, und außerdem mindestens zwei Kadaver von in den letzten 24 Stunden ge­fallenen Schweinen zur Zerlegung vorhanden sind.

Die pünktliche Erstattung der monatlichen Anzeigen mache ich hiermit besonders zur Pflicht.

9216. Der Königliche Londrath

Freiherr von S ch l e i n t tz.

Im Monat....... . 189 . . sind in der Gemeinde........... Kreis........

. . . . Schweinebestände von der Rothlaufseuche, Schweinesenche und Schweinepest betroffen und . . . Schweine diesen Seuchen erlegen oder dieser- halb vothgeschlachtet worden.

Dienstsiegel.

Hersfeld, den 7. September 1891.

Die Herren Ortsvorstände zu

Asbach, Aua, Eichhof, Engelbach, Friedlos, Kathus, Meisebach, Niederaula, Oberrode, Steglos, Wilhelmshof, Wippershatu, Ben- gendorf, Harnrode, Herfa, Hillartshausen, Heringen, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Oberlengsfeld, Widdershausen und Wölfers- Hausen

Einfache Keule.

Novelle von August Scholz.

(Fortsetzung.)

Brandt begann den Plan des Bildhauers all­mählich zu durchschauen. Derselbe stimmte ganz zu seinem eigenen Wunsche, den Streit der beiden Künstler friedlich beizulegen. Doch mußte er Zurückhaltung beobachten, um nicht den Absichten des Malers entgegen zu handeln. '

Der Kranke sah, daß er einen schweren Stand haben würde und einen Schritt weitergehen müsse.

Allerdings hat Königs meine Herausforderung angenommen,- sagte er mit gezwungenem Lächeln, indem er sich unter der feinen türkisch-seidenen Steppdecke dehnte.Er scheint mich aus seiner Erinnerung gänzlich gestrichen zu haben. Ich hätte niemals gedacht, daß es zwischen uns so weit kommen könnte. Ich war ihm aufrichtig zugethan, das muß er Ihnen bestätigen. Gegen einen Freund die bewaffnete Faust erheben zu Aussen ist das nicht ein schrecklicher Gedanke? Es hätte nur eines Wortes von seiner Seite bedurft..." -

, ®* fuhr sich mit der Hand Wer die schweiß- bedeckte Stirn, goß sich ein halbes Glas von dem schäumenden Wasser ein und leerte es, wäh­rend seine Augen verstohlen nach der Uhr blickten. Noch eine halbe Stunde er mußte sich be- Aen, wenn Brandt nicht mit dem schneidigen Aquarellisten zusammentreffen sollte.

werden an die Erledigung meiner Verfügung vom

17. v. Mts. Nr. 8250, Kreisblatt Nr. 99, be­treffend die Abholung der Instruktion des Bundes- rathes zur Ausführung des Viehseuchengesetzes, mit Frist bis zum 15. d. Mts. erinnert.

8250. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 7. September 1891.

Diejenigen Herren Ortsvorstände, welche mit der Erstattung des Berichtes über die Aufstellung der Gemeinde-Rechnungen pro 1890/91 noch im Rückstände sind, werden hieran mit F r i st bis z u m 15. d. M. bei Meidung von 3 Mk. Strafe erinnert.

A. 616. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Caffel, den 31. August 1891.

Königliches Landrathsamt beehre ich mich unter Danksagung für die bisherigen Bemühungen er- gebenst zu benachrichtigen, daß der Aufenthalt des Zwangszöglings Nicolaus Henning aus Hanau inzwischen ermittelt und anderwett über ihn ver­fügt worden ist, weshalb ich wein Ersuchen vom 30. October v. Js. II. Nr. 4247 als erledigt hierdurch zurückztehe.

Der Landes-Director.

An das Königliche Landrathsamt zu Hersfeld.

I. II. Nr. 4053.

* * *

Hersfeld, den 7. September 1891.

Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Königlichen Gendarmerie des Kreises mit Bezug auf die Verfügung vom 3. November v. I. Nr. 10239 (Kreisblatt Nr. 131) zur Kenntniß- nahme mitgetheilt.

9281. Der Königliche Landrath

______Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 8. September 1891.

Die Herren Ortsvorstände rc. des hiesigen

Der Doktor hatte einen Augenblick überlegt-1 Durfte er Lilas Namen in dem häßlichen Handel nennen? Es widerstrebte ihm, in eine Erörterung des Bubenstreichs einzugehen, den Randolf an ihr begangen hatte. Gleichzeitig drängte ihn jedoch eine innere Stimme, alles aufzubieten, um ein Unheil von dem jungen Paar abzuwenden.

Wollen Sie Ihre Herausforderung zurück­nehmen?- fragte Dr. Brandt plötzlich den Bild­hauer.

Randolf fühlte sich durch den jähen Angriff überrumpelt.

Ich? Nein . . .- begann er verlegen.Ich würde es thun, aber Königs müßte ganz ent­schieden Abbitte leisten. Er hat sich zu rücksichts­los gegen mich benommen . . .*

Und die Beleidigung, die Sie seiner Braut angethan haben?- warf Brandt rasch dazwischen.

Randolf erhob sich mit einem plötzlichen Ruck von seinem Lager. Ueberrascht blickte er dem Doktor ins Gesicht und seine Augen begannen zu glänzen, als ob ein neuer Gedanke unerwartet seinen Kopf erleuchtet hätte.

Seiner Braut?" fuhr er herausFräulein Horn die Braut von Königs? O, das wußte ich nicht, das ist mir so neu. . .

Auch ich erfuhr es erst vor einer Stunde, und ich weiß nicht, ob ich ein Recht dazu habe, es Ihnen mitzutheilen. Sie werden jedoch ein­sehen, daß Herr Königs alle Ursache hatte, sich ins Mittel zu legen und daß die gegenseitigen

Kreises, in deren Gemarkungen durch die dies­jährigen Truppenübungen Flurschäden entstanden sind, werden hiermit angewiesen, gemäß den Be­stimmungen zu § 14 des Gesetzes über die Natural­leistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 (siehe Instruktion zur Ausführung desselben vom 30. August 1887, Retchs-Gesetzblatt Seite 446) das Erforderliche alsbald zu veranlassen.

Insbesondere sind die auf Seite 481 des Reichs­gesetzes von 1887 vorgeschriebenen Nachweisungen sofort anzufertigen und nachdem dieselben voll­ständig und richtig ausgefüllt, mir bis späteste«- zum 15. -. Mt-. einzureichen.

9325. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Münster, den 13. Juli 1891.

Nach unseren Bekanntmachungen vom 12. Juli 1879, 17. October 1879, 29. Juni 1880, 16. März 1881, 30. November 1882, 8. Mai 1885, 20. Juli 1886, 8. Februar 1887, 29. Februar 1888, 15. April 1890 und 19. Mai 1891 sind die nachbenannten Feuerversicherungs - Gesellschaften, nämlich:

1) die Vaterländische Feuerverstcherungs-Aktien- Gesellschaft zu Elberfeld,

2) die Magdeburger Feuerverficherungs-Gesell- schüft zu Magdeburg,

3) die Schlesische Feuerversicherungs-Gesellschaft zu Breslau,

4) die Berlinische Feuerversicherungs-Austalt zu Berlin,

5) die Preußische National-Versicherungs-Gesell- schaft zu Stettin,

6) die Westdeutsche Verstcherungs-Aktien-Bank zu Essen,

7) die Preußische Feuerversicherungs-Aktien-Ge- sellschaft zu Berlin,

8) die Gladbacher Feuerversicherungs-Gesellschaft zu M. Gladbach,

Beleidigungen sich mindestens ausgleichen.-

Sie haben recht,- versetzte Randolf rasch, ohne den Doktor anzusehen.Ich will meine Herausforderung zurückziehen, wenn Königs mir sein Bedauern über den Vorfall aussprtcht.- c^Ä^Sie bitten Ihrerseits Fräulein Horn schriftlich um Verzeihung?-

Ich will es thun sogleich, wenn es Ihnen recht ist. Dort ist Schreibpapier und Tinte darf ich Sie bitten, mir behilflich zu sein?-

Brandt reichte ihm, was er verlangte, und Randolf schrieb mit seiner gezierten kleinen Schrift mit blauer Salontinte ein paar Zeilen in aus­gesuchten Ausdrücken der Zerknirschung an die Beleidigte nieder. Der Doktor nahm den ele- ganten Briefbogen mit der feinen Vignette und übertas das Geschriebene.

Es ist gut,- sagte er, das Schriftstück zu sich steckend.Die Gegenerklärung wird noch heut in Ihren Händen sein. Ich wünsche Ihnen baldige Genesung.-

Raudolf dankte und reichte ihm die Hand. Als er allein war, sprang er rasch auf, holte die Portwetuflasche hervor und trank, ohne sich eines Glases zu bedienen, den Rest ihres Inhalts aus. Dann rief er Friedrich herbei und verbot ihm, irgend jemand vorzulassen, da er krank wäre.

Jetzt mögen sie kommen,- dachte er,ent- weder werde ich schlafen und dann werden sie mich hoffentlich ungestört lassen oder ich fiebere, und dann bin ich entschuldigt. Eine