Einzelbild herunterladen
 

Erscheint wöchentlich drei Mal Dienstag, Donnerstag und Sonnabend.

Abonnement-preiS: vierteljährlich 1 Maü 40 Pfg. exel.

Postaufschlag.

Die ZnsertionSgebühren betragen für bttt Raum einer Spaltzei e 10 Pfg., im amtlichen Theile 15 Pfg. Reklamen die Zeile 20 Pfg.

Bei größeren Aufträgen entsprechender Rabatt.

Htlsfelder Kreislililtt.

Mit wöchentlicher Hratis-MeilageIllugrirtes Nuterhaltungsölatt".

Nr. 97. ' Sonnabend den 15. August 18917

Amtliches.

Zur Beseitigung einer Meinungsverschiedenheit, au welcher die Anweisung zur Ausführung der M 18, 138, 156 biS 161 des Jnvaliditäts- und Altersverstcherungsgesetzes vom 20. Februar 1890 Veranlassung gegeben hat, wird diese Anweisung hierdurch in folgender Weise ergänzt:

Bescheinigungen der Dienstherrschaft über die Dauer eines Gesindedienstverhältnisses (§ 161 des Jnvaliditäts- und Altersverstcherungsgesetzes vom 22. Juni 1889, Reichs-Gesetzbl. S. 97) können in der Weise ausgestellt und beglaubigt sein, daß die Dienstherrschaft in das Gesindedienstbuch (Verordnung vom 29. September 1846, Gesetz- Samml. S. 467; Gesetz vom 21. Februar 1872. Gesetz-Samml. S. 160; Jnstruction vom 26. Februar 1872, Min. Bl. d. i. V. S. 79) neben dem in demselben enthaltenen Vermerk über die Dauer des Dienstverhältnisses zur Bescheinigung dieses Vermerks ihren Namen einträgt, die zu» ständige Ortspolizeibehörde aber diese Ein- traaungen in der für die polizeiliche Beglaubigung bestimmten Spalte deS Gesindediensthnchs mit einem die Beglaubigung bezeichnenden Vermerk und dem Dienstsiegel (Stempel) versieht. ~ Berlin, am 15. Juli 1891.

Der Minister des Der Minister für Handel Innern. und Gewerbe.

Herrfurth. Im Auftr.: Lohman u.

Hersfeld, den 11. August 1891.

Den Herren Ortsvorständen der in Betracht kommenden Gemeinden und Gutsbezirke des Kreises theile ich in Nachstehendem mit, in welchen Gegen­den die diesjährigen Manöver abgehalten werden. ES finden statt:

1. Gefechts-Schießübungen des Jnf.-Regiments Nr. 81 bet Mecklar und Meckbach (Kreis HerSfeld) vom 13. bis einschl. 17. August. Regiments- und Brigade-Exercieren der In­fanterie :

a) der 41. Infanterie-Brigade:

Einfache Leute.

Novelle von August Scholz.

(Fortsetzung.) n t

*$err Werner kannte meine verstorbenen Eltern," fuhr Lila gleichsam erklärend in offenem Tone fort. »Tante Langner ist ganz entzückt davon, daß sie jemand hat, mit dem sie von Mien plaudern kann, und auch ich habe von ihm über meinen Papa, dessen ich mich gar nicht mehr entsinne, manches erfahren, waS ich noch nicht wußte."

Der Maler horchte auf. Wie? Dann wäre ?Er ganze Aufbau von Vermuthungen und Ver­dächtigungen, den er so mühsam zu seiner eigenen Mal errichtet hatte, ganz ohne Grund und Halt? und Brandt wäre nicht sein Nebenbuhler, nicht ein alter, lüsterner Wüstling, wie Randolf, der doch zu kennen schien, ihn durch eine bet« j?ustg hingeworfene Bemerkung gezeichnet hatte? Und niemand war da, der ihm LtlaS Besitz fettig machen wollte? O, wie gern wollte er diesem guten, engelgleichen Wesen Abbitte thun, wie gern jeden Schatten von Mißtrauen bannen, wenn er nur Gewißheit, Klarheit hätte! Brandt ^tte sie erst auf dem Balle kennen gelernt und M plötzlich diese alten Beziehungen welch ^^er Zufall, welches Räthsel! Und wenn wirklich nichts dahinter steckte waS bedeuteten

im Gelände südwestlich Fulda (Kreis Fulda) vom 18. bis einschl. 31. August.

b) der 42. Infanterie-Brigade:

im Gelände nördlich Steinbach (Kreis Hünfeld) vom 15. biS einschl. 31. August.

3. gefechtsmäßiges Mauöveriren der Artillerie in dem unter 2 a uub b bezeichneten Gelände vom 28. biS 31. August einschl.

Falls die unter 2 und 3 bezeichneten Uebungen in dem betreffenden Gelände nicht auSgeführt werden können, weil voraussicht­lich die Felder noch nicht abgeerntet sein werden, sind die Truppen angewiesen worden, anderweite Uebungen im Umkreise ihrer Quar­tiere vorzunehmen. Es dürfte sich daher empfehlen, alle bestellten Felder in der Nähe der von Truppen belegten Quartiere mit Warnungszeichen zu versehen.

4. Die Brigade-Manöver finden statt:

a) der 41. Infanterie-Brigade:

in dem Gelände zwischen Fulda und Hersfeld (Kreis Fulda, Hünfeld, Hers» feld) westlich der Strafe Fulda-Hersfeld bis zur Straße Hersftld-Obergcis vom 1. bis einschl. 4. September.

b) der 42. Infanterie-Brigade:

in dem Gelände nördlich der Straße Hünfeld - Rasdorf, östlich der Straße Hünfeld-Bebra, nördlich begrenzt durch die Hersfeld-Rotenburger Kreisgrenze (Kreis Hünfeld-HerSfeld) vom 1. bis einschl. 4. September.

5. Die DtvistonS-Manöver finden vom 5. bis einschl. 8. September statt:

in dem Gelände zu beiden Seiten der Straßen Mecklar, Bebra, Seifertshavsen, Friemen, Waldkappel, Lichtenau (Kreis Rotenburg, Eschwege, Melsungeu, Witzenhausen).

8010. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Hersfeld, den 12. August 1891.

Zur Abfuhr der BiwakS-Bedürfnisse aus dem

seine häufigen Besuche? Hier fehlte offenbar irgend ein Bindeglied, ein erhellendes Licht. Und fast wünschte der Maler, daß Brandt auch heut wieder, womöglich sogleich, erschiene.

ES klingelte plötzlich.

»Das ist Doctor Werner?" sagte Lila, sich eilig erhebend. »Wirklich ein günstiger Zufall! Wenn jetzt noch Fräulein Müller erschiene, dann könnten wir die ganze Schleppenscene noch ein­mal durchspielen."

Ein reizendes offenes Lächeln umspielte bei diesen Worten ihre schön geschwungenen Lippen.

»Sie fassen die Geschichte recht lustig auf," bemerkte er, »aber gestehen Sie es offen: im ersten Moment war sie ziemlich peinlich."

»Peinlich? Schrecklich geradezu?" rief Lila mit einem Ausdruck komischen Entsetzens. »Ich bin biS hent todtkrank gewesen und habe mir fest vorgenommen, niemals mehr neugierig zu sein. Diese große Welt taugt nicht für uns ein» fache Leute."

»Sie taugt überhaupt nicht viel," sagte KönigS spöttisch, doch zugleich mit einer Wärme, welche bewies, daß er seine Ueberzeugung auSsprach. »Sie ist wie ein bunter Papagei, dessen Fleisch ungenießbar ist."

Dieser Gedanke, den er irgendwo gelesen hatte, fuhr ihm jetzt plötzlich wie ein erleuchtender Funke durch den Kopf. »Ich hätte das Randolf sagen

Manöver-Magazin zu HerSfeld gelegentlich der diesjährigen Herbstübungen werden seitens der 21. Division zum 3. September d. I. Morgens 4 Uhr 92 zweispännigeund 17 ein­spännige Wagen verlangt und zwar sollen mit Rücksicht auf den Umfang des fortzuschaffeudeu Lagerstrohs mindestens 2/, der Gesammtzahl der zweisvänvigen Wagen in Leiter- (Ernte») Wagen mit Heubäumen gestellt werden. Bei Berechnung des Bedarfs an Wagen ist das Durchschnittsge­wicht der Ladung auf 20 Ctr. für einen Zwei­spänner und auf 12 Ctr. für einen Einspänner angenommen worden und müssen hiernach die Wagen sich in einem guten Zustande befinden.

Die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher deS hiesigen Kreises haben mir deshalb Mi spätestens zum 20. d. MtS. Vormittags 11 Uhr berichtlich anzuzeigen, wie viel zweispännige und wie viel einspännige Wagen zu dem vorbe­zeichneten Zwecke von der betreffenden Gemeinde x. gestellt werden können. Die Vergütung für den geleisteten Vorspann wird nach den vom Bundes» rathe festgestellten Sätzen auf Grund von Liqui­dationen gewährt.

Ein Ueberschreiten deS bestimmtes TerminS darf unter keinen Umständen eintreten undwürde ich mich genöthigt sehen, etwa noch ausstehende Berichte sofort durch Warteboten abholeuzu lassen.

Die Zahl der von den einzelnen Gemeinden zu stellenden Wagen sowie der Ort, an welchem die­selben zu bringen sind, wird den Herren OrtS» Vorständen demnächst mitgetheilt werden.

8072. Der Königliche Landrath

Freiherr von Schleinitz.

Die Schulstelle zu Gethsemane wird in Folge Versetzung des seitherigen Inhabers mit dem 16. d. Mts. vakant.

Bewerber um dieselbe wollen ihre Meldungs- gesache nebst den nöthigen Sitten- uudBesähignngS-

müssen," dachte er mit leichtem Bedauern.

Lila stand aufgerichtet vor ihm und hatte ihre Augen mit kindlichem Ernste ihm zugewandt.

»Nein, diese Augen können nicht lügen," sagte sich der Maler, und eS ward ihm leicht ums Herz.

Brandt trat ein. Die Tante hatte ihn bereits beim Empfang »auf ein Butterbrot" gebeten und war dann wieder in die Küche zurückgeeilt. Sie betrachtete ihn schon als alten Bekannten und hielt eS nicht einmal mehr für nöthig, ihn inS Zimmer zu geleiten. Sie pflegte überhaupt in ihrer eigenen Häuslichkeit jene steife Unbeholfen» heit gänzlich abzustreifen, die ihr, wie allen ge» fellschaftlich ungewandten Personen, welche längere Zeit auf dem Lande gelebt haben, am fremden Orte eigen war.

Brandts Züge schienen von leuchtender Freude verklärt. Er begrüßte Lila mit einer gewissen Zärtlichkeit und wandte sich darauf mit unge- heuchelter Freundlichkeit dem jungen Manne zu.

»Welch glückliches Zusammentreffen!" begann er, KönigS die Hand schüttelnd. »Ich muß Sie noch wegen der Störung, die ich neulich in Ihrem kleinen Kreise verursacht habe, um Verzeihung bitten."

»O durchaus keine Ursache," beeilte sich KönigS zu entgegnen. »Die Damen haben sich bereits getröstet und damit ist der Vorsall ja glücklich abgethan."